Die Blog-Life-Balance

26. November 2014- aktualisiert: 29. Dezember 2019 Bloggen10.2 min read 17 Kommentare

Bloggen ist ein verdammt tolles Hobby, keine Frage. Aber eben auch eines, was dich schnell unter Stress setzen kann.

Diana von I need sunshine hat zum Beispiel gerade einen Beitrag über die Vor- und Nachteile des Bloggens veröffentlicht: während die Kreativität, der Kontakt zu Lesern und anderen Bloggern und das Erhalten von PR-Samples für sie auf der positiven Seite stehen, landen auf der Contra-Liste neben Konkurrenzdenken und Neid innerhalb der Blogosphäre eben der zeitliche Aufwand, durch den a) das Real Life schnell zu kurz kommt und b) Druck entsteht, weil man den eigenen Erwartungen nicht immer gerecht werden kann.

Auch ich finde das Bloggen bisweilen stressiger, als man es von einem Hobby erwarten würde.

In diesem Artikel geht es um die Faktoren, die dich beim Bloggen unter Druck setzen können – und natürlich darum, wie du da gegensteuern kannst.  Schließlich ist es ja nicht Sinn der Sache, vom Bloggen einen Burn-Out zu bekommen. 😉

Wieso wird Bloggen überhaupt stressig?

Das Grundprinzip beim Bloggen ist denkbar simpel: du veröffentlichst Beiträge und diese werden im Idealfall gelesen und kommentiert. Fertig.

Es gibt keine Regeln, wie oft du bloggen solltest, wie lang ein Artikel mindestens sein muss, wie oft im Jahr du ein Gewinnspiel veranstalten musst und dass du über Ereignis xyz unbedingt berichten solltest. Das ist alles dir selber überlassen.
Da das Bloggen für die allermeisten von uns ein Hobby ist und nicht die Haupteinnahmequelle, musst du auch keinen bestimmten Gewinn pro Monat erzielen.
Du hast alle Freiheiten der Welt – eigentlich. Uneigentlich spukt einem dann trotzdem dieses kleine “Aber ich muss doch noch…!” im Hinterkopf herum.

Hand auf’s Herz – wie oft hast du schon drängelnde Kommentare von Lesern bekommen, à la “Boah du Lauchkartoffel*, poste doch mal wieder was!”? – Ich für meinen Teil noch nie.

* Ein wunderbares Wort, das ich heute gelernt habe und dir nicht vorenthalten wollte. *g*

Der Stress, den das Bloggen teilweise bedeutet, machen wir uns selber.

Und warum?

Weil wir ehrgeizig sind.

Es gibt einen gewissen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit, mit der neue Beiträge gebloggt werden, und der Bekanntheit eines Blogs. Natürlich kommt es immer darauf an, dass du für deinen Blog wirbst – grundsätzlich gehen die Zugriffszahlen mit der Zeit aber stark zurück, wenn länger kein neuer Artikel mehr erscheint und dein Blog in einen Dornröschenschlaf versinkt.
Also entsteht ein gewisser Druck, regelmäßig zu bloggen.

Lesetipp:
Wenn dich das Bloggen unter Druck setzt

Das muss gar nicht mal etwas mit dem bereits erwähnten Konkurrenzdenken zu tun haben. Es reicht ja schon, wenn du die Zugriffszahlen deines Blogs mit denen vom Vormonat vergleichst. Es ist ganz normal, dass es uns widerstrebt, wenn die Zahlen allmählich in den Keller gehen, und dass wir uns freuen, wenn wir immer erfolgreicher werden.

Weil Bloggen zeitaufwändig ist.

Wir wollen unsere Sache gut machen. Haben gelernt, dass ausführliche Beiträge besser sind als hingeklatschte fünf Sätze. Investieren viel Zeit, um ansprechende Fotos für den Blog aufzunehmen und anschließend zu bearbeiten. Formulieren an den Artikeln herum, machen sie auf Social Media-Plattformen publik, netzwerken mit anderen Bloggern.

Und dabei vergeht die Zeit wie im Fluge… und dann ist es plötzlich schon wieder elf Uhr abends, und deine eigentliche To Do-Liste abseits vom Blog wirft dir einen vorwurfsvollen Blick zu.

Weil wir nicht immer “Nein” sagen können.

Ich gehe nur sehr gezielt Kooperationen ein, d.h. in der Regel bekomme ich Produkte nicht einfach so zugesendet. Wenn, ist das vorher abgesprochen und so weiß ich von vornherein, wie viel Zeit ich für das Testen und Reviewen einplanen muss.

Ich glaube, gerade bei den Beauty-Bloggern ist das anders, denn hier werden anscheinend häufig ungefragt PR-Samples versendet.

Eine ähnliche Situation habe ich übrigens selber erlebt, als ich mit BlackLive noch mein Online-MusikMagazin geleitet habe. Obwohl ich auf der Seite sehr deutlich vermerkt habe, dass ich keine Zeit zum Rezensieren von Alben habe, bekam ich stapelweise CDs zugeschickt. Und stapelweise heißt: im Umschlag eines Labels steckten 20 CDs. Woche für Woche für Woche. Und auch wenn ich zu Beginn regelmäßig zurückgeschrieben habe, dass ich keine Rezensionen veröffentliche, kamen die CDs trotzdem immer weiter.

Das hat mich anfangs wahnsinnig unter Druck gesetzt, ja. Es liegt uns Menschen halt einfach in der Natur, dass wir fair sein wollen und etwas zurückgeben wollen, wenn man uns etwas schenkt. Zu Beginn habe ich also versucht, jedes Album mindestens einmal komplett anzuhören, mir Infos zu der Band zusammenzusuchen, die Musiker vorzustellen, etwas zum Konzept des Albums zu schreiben und dann zu den einzelnen Songs. Gegebenenfalls plus einer Liste mit kommenden Tourdaten. Für einen solchen Artikel habe ich locker drei Stunden gebraucht. Und ehrlicherweise muss ich sagen, dass das oft genug keine Alben waren, die ich mir ohnehin hätte kaufen wollen. Zwar habe ich dadurch einige wirklich tolle, unbekanntere Bands entdeckt, aber größtenteils… nun ja.

Ich machte mir also eine Zeitlang selber also viel Stress, weil ich ja noch x CDs rezensieren musste. Aber – musste ich wirklich? Nein. Irgendwann habe ich innegehalten und mir klargemacht, dass es für ein Label eine recht kostengünstige Angelegenheit ist, so einen Stapel CDs zu versenden. Das Risiko, dass nicht jedes Album tatsächlich vorgestellt wird, ist da längst einkalkuliert.
Und es war schließlich mein Magazin. Ich bestimmte, welche Inhalte online gehen und welche nicht. Und wenn ich keine Rezensionen veröffentlichen will (insbesondere von Alben, die mich nun wirklich nicht vom Hocker reißen) dann ist das meine Entscheidung. Nicht indirekt die Entscheidung eines Labels, weil ich automatisch eine CD vorstellen würde, wenn sie mir eben zugeschickt wird. Als ich mir das klargemacht habe, wurde der Stress schlagartig weniger.

Weniger Druck beim Bloggen – die “Blog-Life-Balance”

Tatsächlich besteht die Gefahr, uns derart unter Druck zu setzen, dass ein eigentlich sehr tolles Hobby einen bitteren Beigeschmack bekommt. Aber das muss nicht sein.

Was im beruflichen Umfeld schon länger unter dem Stichwort Work-Life-Balance bekannt ist, gilt natürlich auch für Blogs. Nennen wir es also die Blog-Life-Balance. 😉

Bei der Work-Life-Balance geht es darum, ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit zu finden. Es ist ja vollkommen okay, wenn es im Job mal stressig wird – das spornt uns an und ermöglicht uns mitunter bessere Leistungen. Enorm wichtig ist aber auch die ausgleichende Entspannung,

Nun fällt das Bloggen als Hobby zwar eigentlich in die Kategorie Freizeit, ist aber doch sehr speziell und hat viele Eigenschaften eines “richtigen” 😉 Jobs.

Setze Prioritäten: was ist dir wirklich wichtig?

You can do anything – but not everything.

Ein tolles Zitat, über das ich neulich gestolpert bin.

Wie wichtig ist dir dein Blog? Und was ist dir wichtiger?

Ich selber stehe morgens zum Beispiel eine Stunde früher auf, als ich eigentlich müsste, um in Ruhe bloggen zu können. Das ist mir wichtiger als eine zusätzliche Stunde Schlaf (wobei ich derzeit eh immer früher aufwache und mich zusammenreißen muss, nicht um 2 Uhr nachts hellwach aufzustehen… aber das ist ein anderes Thema). Trotzdem verbringe ich abends lieber Zeit mit dem Besten, als mich nach Feierabend gleich wieder an den Rechner zu setzen. Das ist eine Frage der Prioritäten.

Das Frühaufstehen ist eine Entscheidung, die ich bewusst getroffen habe, weil ich lieber bloggen als schlafen will. Für die endlosen Stapel an CDs hatte ich mich nicht entschieden, die landeten einfach so in meinem Briefkasten und gaben mir das Gefühl, sie alle rezensieren zu müssen. Auch wenn mir das nie so leicht von der Hand ging wie etwa das Tippen dieses Artikels hier und sie vielmehr dauernd wie so ein Damoklesschwert über mir schwebten.

Wenn dich das Bloggen also unter Druck setzt, weil du so viele Dinge tun “musst” – hol einfach mal tief Luft und frage dich, ob du das alles tatsächlich willst oder nur das Gefühl hast, es machen zu müssen.

Finde eine realistische Posting-Frequenz

“Wie oft sollte ich neue Beiträge posten?” ist eine Frage, die wirklich oft gestellt wird. Surprise surprise, eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage gibt es nicht (hier bin ich mal näher darauf eingegangen).

Grundsätzlich gilt natürlich: je öfter du etwas veröffentlichst, umso besser. Wichtig ist aber, dass du dich deswegen nicht wer weiß wie unter Druck setzt. Einmal pro Woche solltest du schon einen neuen Beitrag posten, damit sich auf deinem Blog keine Staubschicht bildet. Alle zwei oder drei Tage sind natürlich besser, und wenn du es sogar schaffst, jeden Tag einen Beitrag rauszuhauen, dann ist das schon verdammt gut.

Aber nur, solange du dich damit wohlfühlst. Sobald dir beim Gedanken an den nächsten anstehenden Blogeintrag schon der kalte Schweiß ausbricht, ist das ein deutliche Stoppzeichen. Dann macht das Bloggen nämlich nicht nur keinen Spaß mehr, sondern der dauernde Stress lässt auch deine Kreativität sinken (was es dir noch schwerer machen wird, neue Beiträge zu schreiben) und kann dich richtig krank machen.

Wenn du “nur” zweimal pro Woche ein paar Stunden Ruhe zum Bloggen einplanen kannst, ist das besser, als jeden Tag zwischen Tür und Angel einen Artikel zu produzieren.

Auch mal gegen den Blog entscheiden

Eine ganze Zeitlang habe ich hier ja regelmäßig Rezepte gebloggt. Sprich, beim Kochen lag die Kamera immer für Zwischendurch-Schnappschüsse griffbereit (sogar die Möhrenscheibchen hab ich für’s Foto hübsch drapiert!), und sobald das Essen fertig war, schaltete ich in den Turbo-Hektik-Modus: raus aus Pfanne / Topf / Backofen, auf dem Teller anrichten, ausleuchten, 40 Fotos aus verschiedenen Perspektiven machen, merken dass ich die verfluchte Kräuterdeko vergessen hatte, nochmal fotografieren, “Ich hab’s ja gleich!” in Richtung Wohnzimmer rufen, schnell die Kamera wegpacken, den hübsch angerichteten (wenn auch mittlerweile etwas abgekühlten) Teller schnappen und dem Besten kredenzen und mir selber in aller Eile  einen nicht ganz so nett drapierten Schlag auf den Teller klatschen (aber die Fotos sind ja im Kasten!).
Das hat den Feierabend regelmäßig in Stress ausarten lassen, insbesondere weil der Beste davon verständlicherweise not amused war.

Natürlich ist es verlockend, so eine “Gelegenheit” wie ein ausgefallenes Gericht denn auch gleich zu verbloggen. Aber darunter hat jedesmal der gemütliche Abend zu zweit gelitten… und das ist es mir nicht wert.
Eine Entscheidung gegen den Blog, aber für das Real Life.

“Perfekt ist gut, fertig ist besser.”

… sagte mal ein kluger Mensch.

Ich bin ja selber so eine Perfektionistin, die Artikel gern wirklich ausfeilt. Es gibt aber einfach Phasen, in denen ich mit Job, Beziehung, Hund und Training so viel zu tun habe, dass das Bloggen zurücktreten muss.
Dann habe ich also zwei Möglichkeiten – entweder nur noch extrem selten bloggen, oder eben auch mal nicht ganz so perfekte Beiträge raushauen. Und siehe da, das klappt wunderbar und die Welt geht nicht unter. 😉

Mach Pausen

Wie gesagt: Anspannung kann dich produktiver machen, aber ebenso wichtig ist auch die Entspannung.
Als Blogger neigt man ja dazu, stundenlang vor dem Rechner zu hängen. Dabei verspannt die Muskulatur, und dass wir parallel zum eigentlichen Tippen eines Beitrags auch immer noch schnell die Emails abrufen, auf facebook mitlesen und so weiter, frisst auf Dauer an der Konzentration.

Nimm dir bewusst Zeit zum Bloggen, in der du dann eben nicht noch schnell den Abwasch machst, oder mit halbem Ohr einen Podcast hörst. Genauso bewusst solltest du dann aber auch Pausen einlegen, in denen das Smartphone beim Spaziergang mal einfach daheim bleibt und wo du nicht alle halbe Stunde nach neuen Kommentaren schaust.

Fazit

Auch wenn es meist “nur” ein Hobby ist, kann das Bloggen leicht stressig werden. Oft setzen wir uns dabei selbst am allermeisten unter Druck. Das bedeutet im Umkehrschluss aber, dass du selber viel tun kannst, um entspannter zu bloggen und eine ausgewogene “Blog-Life-Balance” zu erreichen.

Setzt dich dein Blog manchmal unter Druck?
Was tust du, um dem Stress entgegenzuwirken?

Zu diesen Themen gibt’s noch mehr Artikel:

Die Blog-Life-Balance

26. November 2014- aktualisiert: 29. Dezember 2019 Bloggen 17 Kommentare

Bloggen ist ein verdammt tolles Hobby, keine Frage. Aber eben auch eines, was dich schnell unter Stress setzen kann.

Diana von I need sunshine hat zum Beispiel gerade einen Beitrag über die Vor- und Nachteile des Bloggens veröffentlicht: während die Kreativität, der Kontakt zu Lesern und anderen Bloggern und das Erhalten von PR-Samples für sie auf der positiven Seite stehen, landen auf der Contra-Liste neben Konkurrenzdenken und Neid innerhalb der Blogosphäre eben der zeitliche Aufwand, durch den a) das Real Life schnell zu kurz kommt und b) Druck entsteht, weil man den eigenen Erwartungen nicht immer gerecht werden kann.

Auch ich finde das Bloggen bisweilen stressiger, als man es von einem Hobby erwarten würde.

In diesem Artikel geht es um die Faktoren, die dich beim Bloggen unter Druck setzen können – und natürlich darum, wie du da gegensteuern kannst.  Schließlich ist es ja nicht Sinn der Sache, vom Bloggen einen Burn-Out zu bekommen. 😉

Wieso wird Bloggen überhaupt stressig?

Das Grundprinzip beim Bloggen ist denkbar simpel: du veröffentlichst Beiträge und diese werden im Idealfall gelesen und kommentiert. Fertig.

Es gibt keine Regeln, wie oft du bloggen solltest, wie lang ein Artikel mindestens sein muss, wie oft im Jahr du ein Gewinnspiel veranstalten musst und dass du über Ereignis xyz unbedingt berichten solltest. Das ist alles dir selber überlassen.
Da das Bloggen für die allermeisten von uns ein Hobby ist und nicht die Haupteinnahmequelle, musst du auch keinen bestimmten Gewinn pro Monat erzielen.
Du hast alle Freiheiten der Welt – eigentlich. Uneigentlich spukt einem dann trotzdem dieses kleine “Aber ich muss doch noch…!” im Hinterkopf herum.

Hand auf’s Herz – wie oft hast du schon drängelnde Kommentare von Lesern bekommen, à la “Boah du Lauchkartoffel*, poste doch mal wieder was!”? – Ich für meinen Teil noch nie.

* Ein wunderbares Wort, das ich heute gelernt habe und dir nicht vorenthalten wollte. *g*

Der Stress, den das Bloggen teilweise bedeutet, machen wir uns selber.

Und warum?

Weil wir ehrgeizig sind.

Es gibt einen gewissen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit, mit der neue Beiträge gebloggt werden, und der Bekanntheit eines Blogs. Natürlich kommt es immer darauf an, dass du für deinen Blog wirbst – grundsätzlich gehen die Zugriffszahlen mit der Zeit aber stark zurück, wenn länger kein neuer Artikel mehr erscheint und dein Blog in einen Dornröschenschlaf versinkt.
Also entsteht ein gewisser Druck, regelmäßig zu bloggen.

Lesetipp:
Wenn dich das Bloggen unter Druck setzt

Das muss gar nicht mal etwas mit dem bereits erwähnten Konkurrenzdenken zu tun haben. Es reicht ja schon, wenn du die Zugriffszahlen deines Blogs mit denen vom Vormonat vergleichst. Es ist ganz normal, dass es uns widerstrebt, wenn die Zahlen allmählich in den Keller gehen, und dass wir uns freuen, wenn wir immer erfolgreicher werden.

Weil Bloggen zeitaufwändig ist.

Wir wollen unsere Sache gut machen. Haben gelernt, dass ausführliche Beiträge besser sind als hingeklatschte fünf Sätze. Investieren viel Zeit, um ansprechende Fotos für den Blog aufzunehmen und anschließend zu bearbeiten. Formulieren an den Artikeln herum, machen sie auf Social Media-Plattformen publik, netzwerken mit anderen Bloggern.

Und dabei vergeht die Zeit wie im Fluge… und dann ist es plötzlich schon wieder elf Uhr abends, und deine eigentliche To Do-Liste abseits vom Blog wirft dir einen vorwurfsvollen Blick zu.

Weil wir nicht immer “Nein” sagen können.

Ich gehe nur sehr gezielt Kooperationen ein, d.h. in der Regel bekomme ich Produkte nicht einfach so zugesendet. Wenn, ist das vorher abgesprochen und so weiß ich von vornherein, wie viel Zeit ich für das Testen und Reviewen einplanen muss.

Ich glaube, gerade bei den Beauty-Bloggern ist das anders, denn hier werden anscheinend häufig ungefragt PR-Samples versendet.

Eine ähnliche Situation habe ich übrigens selber erlebt, als ich mit BlackLive noch mein Online-MusikMagazin geleitet habe. Obwohl ich auf der Seite sehr deutlich vermerkt habe, dass ich keine Zeit zum Rezensieren von Alben habe, bekam ich stapelweise CDs zugeschickt. Und stapelweise heißt: im Umschlag eines Labels steckten 20 CDs. Woche für Woche für Woche. Und auch wenn ich zu Beginn regelmäßig zurückgeschrieben habe, dass ich keine Rezensionen veröffentliche, kamen die CDs trotzdem immer weiter.

Das hat mich anfangs wahnsinnig unter Druck gesetzt, ja. Es liegt uns Menschen halt einfach in der Natur, dass wir fair sein wollen und etwas zurückgeben wollen, wenn man uns etwas schenkt. Zu Beginn habe ich also versucht, jedes Album mindestens einmal komplett anzuhören, mir Infos zu der Band zusammenzusuchen, die Musiker vorzustellen, etwas zum Konzept des Albums zu schreiben und dann zu den einzelnen Songs. Gegebenenfalls plus einer Liste mit kommenden Tourdaten. Für einen solchen Artikel habe ich locker drei Stunden gebraucht. Und ehrlicherweise muss ich sagen, dass das oft genug keine Alben waren, die ich mir ohnehin hätte kaufen wollen. Zwar habe ich dadurch einige wirklich tolle, unbekanntere Bands entdeckt, aber größtenteils… nun ja.

Ich machte mir also eine Zeitlang selber also viel Stress, weil ich ja noch x CDs rezensieren musste. Aber – musste ich wirklich? Nein. Irgendwann habe ich innegehalten und mir klargemacht, dass es für ein Label eine recht kostengünstige Angelegenheit ist, so einen Stapel CDs zu versenden. Das Risiko, dass nicht jedes Album tatsächlich vorgestellt wird, ist da längst einkalkuliert.
Und es war schließlich mein Magazin. Ich bestimmte, welche Inhalte online gehen und welche nicht. Und wenn ich keine Rezensionen veröffentlichen will (insbesondere von Alben, die mich nun wirklich nicht vom Hocker reißen) dann ist das meine Entscheidung. Nicht indirekt die Entscheidung eines Labels, weil ich automatisch eine CD vorstellen würde, wenn sie mir eben zugeschickt wird. Als ich mir das klargemacht habe, wurde der Stress schlagartig weniger.

Weniger Druck beim Bloggen – die “Blog-Life-Balance”

Tatsächlich besteht die Gefahr, uns derart unter Druck zu setzen, dass ein eigentlich sehr tolles Hobby einen bitteren Beigeschmack bekommt. Aber das muss nicht sein.

Was im beruflichen Umfeld schon länger unter dem Stichwort Work-Life-Balance bekannt ist, gilt natürlich auch für Blogs. Nennen wir es also die Blog-Life-Balance. 😉

Bei der Work-Life-Balance geht es darum, ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit zu finden. Es ist ja vollkommen okay, wenn es im Job mal stressig wird – das spornt uns an und ermöglicht uns mitunter bessere Leistungen. Enorm wichtig ist aber auch die ausgleichende Entspannung,

Nun fällt das Bloggen als Hobby zwar eigentlich in die Kategorie Freizeit, ist aber doch sehr speziell und hat viele Eigenschaften eines “richtigen” 😉 Jobs.

Setze Prioritäten: was ist dir wirklich wichtig?

You can do anything – but not everything.

Ein tolles Zitat, über das ich neulich gestolpert bin.

Wie wichtig ist dir dein Blog? Und was ist dir wichtiger?

Ich selber stehe morgens zum Beispiel eine Stunde früher auf, als ich eigentlich müsste, um in Ruhe bloggen zu können. Das ist mir wichtiger als eine zusätzliche Stunde Schlaf (wobei ich derzeit eh immer früher aufwache und mich zusammenreißen muss, nicht um 2 Uhr nachts hellwach aufzustehen… aber das ist ein anderes Thema). Trotzdem verbringe ich abends lieber Zeit mit dem Besten, als mich nach Feierabend gleich wieder an den Rechner zu setzen. Das ist eine Frage der Prioritäten.

Das Frühaufstehen ist eine Entscheidung, die ich bewusst getroffen habe, weil ich lieber bloggen als schlafen will. Für die endlosen Stapel an CDs hatte ich mich nicht entschieden, die landeten einfach so in meinem Briefkasten und gaben mir das Gefühl, sie alle rezensieren zu müssen. Auch wenn mir das nie so leicht von der Hand ging wie etwa das Tippen dieses Artikels hier und sie vielmehr dauernd wie so ein Damoklesschwert über mir schwebten.

Wenn dich das Bloggen also unter Druck setzt, weil du so viele Dinge tun “musst” – hol einfach mal tief Luft und frage dich, ob du das alles tatsächlich willst oder nur das Gefühl hast, es machen zu müssen.

Finde eine realistische Posting-Frequenz

“Wie oft sollte ich neue Beiträge posten?” ist eine Frage, die wirklich oft gestellt wird. Surprise surprise, eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage gibt es nicht (hier bin ich mal näher darauf eingegangen).

Grundsätzlich gilt natürlich: je öfter du etwas veröffentlichst, umso besser. Wichtig ist aber, dass du dich deswegen nicht wer weiß wie unter Druck setzt. Einmal pro Woche solltest du schon einen neuen Beitrag posten, damit sich auf deinem Blog keine Staubschicht bildet. Alle zwei oder drei Tage sind natürlich besser, und wenn du es sogar schaffst, jeden Tag einen