Warum mich Kooperationen zunehmend nerven.

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Warum mich Kooperationen zunehmend nerven

Immer öfter ertappe ich mich in letzter Zeit bei einem innerlichen Augenverdrehen: nämlich wenn ich einen interessant klingenden Blogpost anklicke und der erste Satz dann lautet: „Dieser Artikel ist in Kooperation mit… entstanden.“

Schlagartig vergeht mir die Lust, den Beitrag zu lesen. Oder ich überfliege ihn nur und warte darauf, wo nach dem einleitenden Geplänkel denn wohl endlich das Produkt auftauchen und den Handlungsstrang an sich reißen wird.

Das Problem ist nicht die Kennzeichnung

Keine Frage, die Kennzeichnung gesponserter Inhalte ist verdammt wichtig. Es ist vorbildlich, wenn sie sich direkt zu Beginn eines Beitrags findet oder sogar in der Überschrift. Genau diese Transparenz über werbliche Inhalte soll ja hergestellt werden.
Im Zweifelsfall ist es dabei nicht nur rechtlich sicherer, sondern auch ehrlicher, wenn sich ein entsprechender Hinweis direkt am Anfang befindet und nicht verschämt irgendwo unter dem Artikel.

Der Hinweis auf Werbung an sich ist also nicht das Problem. Was ist es dann?

Wäre der Artikel ohne Werbung überhaupt entstanden?

In meinem Kopf taucht bei solchen Artikeln unwillkürlich eine Frage auf: „Wäre dieser Beitrag ohne eine Kooperation überhaupt entstanden?“

  • Hätte Bloggerin A ihre Terrasse gezeigt, wenn ihr nicht ein Kaffeehersteller neue Gartenmöbel spendiert hätte?
  • Würde Bloggerin B berichten, wie sie zum Muttertag Seife selbst hergestellt hat, wenn sie die Materialien nicht von einem Bastelmarkt gestellt bekommen hätte (und hätte sie sonst überhaupt etwas für ihre Mutter gebastelt)?
  • Und bei Blog C lese ich eh nur noch sporadisch mit, weil ich mittlerweile weiß, dass mindestens jeder zweite Beitrag um Affiliate-Links zu den immer gleichen Produkten auf Amazon kreist.

Natürlich wird der Beitrag an sich nicht schlechter dadurch, dass er gesponsert ist. Eine DIY-Anleitung bleibt eine DIY-Anleitung, egal ob sie nun Produktlinks enthält oder nicht. Und natürlich sind wir alle freie Menschen und nicht gezwungen, sie anzuklicken.

Und dennoch nervt es mich, dieses Geschmäckle, das Kooperationen bei mir mittlerweile hinterlassen.

Ich schreibe explizit „mittlerweile“, denn meine Wahrnehmung hat sich tatsächlich in den letzten Monaten verändert. Früher bin ich selber Kooperationen eingegangen, bei denen ich zum Beispiel eine Roomtour durch mein Arbeitszimmer genutzt habe, um einen Hersteller von Büroausstattung zu empfehlen. Heute würde ich das nicht mehr machen.

Das hat nichts mit den Unternehmen an sich oder den vermittelnden Agenturen zu tun – die Kooperationen, die sich hier im Blog finden, sind alle sehr angenehm, ehrlich und professionell abgelaufen. Schon immer habe ich sorgfältig darauf geachtet, dass die Produkte und auch Konditionen (Stichwort Kennzeichnung) passen, und daher auch viel abgelehnt.

Aber was sich verändert hat, ist meine Einstellung zu Werbung auf Blogs bzw. auf meinem Blog.

Vorgegaukelte Authentizität?

Interessanterweise geht es mir bei expliziten Produkttests oder Rezensionen nicht so. Hier ist einfach ganz klar, dass sich der ganze Beitrag nur um dieses Produkt oder jenes Buch dreht. Da weiß ich von vornherein, was mich erwartet. Auch sparsam eingesetzte Affiliate-Links stören mich nicht, sofern sie nicht der Dreh- und Angelpunkt eines ganzen Artikels sind.

Vielleicht liegt es daran, dass diese anderen Beiträge gefühlt eine Authentizität vorgaukeln möchten, die oft nun mal keine ist. Bei einem TV-Spot weiß jeder, dass die Protagonisten Models sind und es einfach ihr Job ist, dieses Putzmittel oder jenes Möbelstück ganz begeistert anzupreisen. Aber bei Bloggern? Die sind doch echt! Schreiben unter ihrem eigenen Namen, lassen ihren eigenen Alltag einfließen.

Neulich habe ich beispielsweise mal wieder einen Beitrag angeklickt, in dem es um nachhaltige(re) Reinigungsmittel ging. Grundsätzlich interessiert mich das Thema, weil ich hier ja auch beim Saubermachen nicht mit der Chemiekeule ausholen möchte.
Der Artikel war soweit gut geschrieben, klar als Werbung gekennzeichnet. Nichtsdestotrotz wusste ich bei den Fotos nicht, ob ich lachen oder den Kopf schütteln sollte – da sah man die Bloggerin lächelnd beim Putzen diverser Ecken ihrer Wohnung, wobei sie das Etikett der jeweiligen Putzmittelflaschen immer gut sichtbar in die Kamera hielt.
Ich meine, klar – irgendwie illustrieren muss man so einen Beitrag. Und einfach nur die Flaschen abzufotografieren, ist herzlich langweilig. Und trotzdem kamen diese Bilder so gekünstelt authentisch daher, dass ich das alles nicht mehr ernst nehmen konnte.

Von Influencern und Vorbildern

„Authentisch“, das ist ja eh das Totschlag-Argument schlechthin, was Blogger so attraktiv macht für’s Marketing. Nicht nur, weil sie oft billiger zu haben sind als ein TV-Spot oder eine Printanzeige. Nein, weil sie die Zielgruppe effektiver beeinflussen können.

Und ja, „beeinflussen“ hat eine verdammt negative Konnotation. Es klingt nach Gehirnwäsche und Manipulation. Aber kaum übersetzt man’s ins Englische, wird es cool: Influencer heißt das dann ganz schick. Mich schüttelt es bei diesem Wort. Denn was eigentlich bedeuten könnte, ein Vorbild zu sein, ist in der Realität doch etwas ganz anderes: eine Dauerwerbesendung.

Ist es das, wofür wir Blogger unsere Reichweite nutzen wollen? Um Produkte anzupreisen?!

Konsum, Konsum, Konsum.

Ich kann gar nicht mal genau sagen, warum mich viele Kooperationen aktuell so nerven. Vielleicht, weil sich meine Wahrnehmung in den letzten ein, zwei Jahren verändert hat. Ich war zwar noch nie sonderlich shopping-affin, aber seit ich mich mehr mit Nachhaltigkeit auseinandersetze, bin ich noch deutlich sensibler dafür geworden, wie viel sich im Alltag um den schnöden Konsum dreht. Werbeanzeigen hier, Wunschlisten und Einkaufszettel da. Kaufen und verkaufen bis zum Abwinken. Ist das wirklich alles…?!

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass derzeit gefühlt immer mehr Blogs auf die Kooperationsschiene aufspringen… oder zumindest viele der Blogs, die ich so abonniert habe, in letzter Zeit immer häufiger gesponserte Beiträge veröffentlichen. Die Menge macht ja bekanntlich das Gift.

Teilweise ploppen dann sogar binnen weniger Tage auf unterschiedlichen Blogs ganz ähnliche Artikel auf… etwa wo dann ganz zufällig alle gleichzeitig berichten, wie gerne sie doch picknicken gehen und dass sie dabei immer eine ganz bestimmte Käsesorte einpacken. Hach.

Was heißt das für mich und meinen Blog?

Wie gesagt, in der Vergangenheit habe ich immer mal wieder selber solche gesponserten Artikel verfasst. Habe mir DIY-Ideen einfallen lassen, um ein bestimmtes Material von einem bestimmten Shop zu verwenden, oder habe zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen, indem ich ohnehin geplante Deko für unsere Wände über eine Kooperation organisiert habe.

In den letzten Monaten habe ich davon bereits Abstand genommen und so gut wie alle Kooperationsanfragen dankend abgelehnt. Weil es sich nicht mehr stimmig angefühlt hat, auch wenn ich noch gar nicht so genau sagen konnte, was mich daran so zunehmend wurmt. Und dabei meine ich jetzt nicht die ganzen unseriösen Mails à la Casino-Werbung oder nicht gekennzeichneter Werbelinks, die man als Blogger halt so bekommt, sondern durchaus theoretisch passende Anfragen.

Schon ein paar Mal hatte ich darüber nachgedacht, mein MediaKit zu entfernen und hier nicht mehr explizit darauf hinzuweisen, dass ich grundsätzlich an einer Zusammenarbeit mit Firmen interessiert bin. Letztlich hat es dann aber noch einige Wochen gedauert und ich habe eine Weile mit mir gehadert, ob ich diesen Schritt wirklich gehen will.

Denn so doof es klingt – da war diese Stimme im Hinterkopf, die sagt: verbau dir doch nicht diese Möglichkeit, Geld zu verdienen! Das Bloggen ist für mich ganz klar nur ein Hobby – etwas, das ich neben meinem Vollzeitjob mache und auf dessen Einnahmen ich nicht angewiesen bin. Dennoch hat eine dreistellige Summe für einen Beitrag schon ihren Reiz, da bin ich ganz ehrlich.

Adieu, MediaKit.

Dieser Tage habe ich die entsprechenden Verweise auf mein MediaKit nun endlich gelöscht. Und ja, es fühlt sich gut an. 🙂

Ich habe damit gewissermaßen das Preisschild von meiner Stirn, meinem Blog entfernt. So ein MediaKit ist halt wie eine Ladentür – come in, we’re open. Was bedeutet, dass ich mich mit all den Anfragen auseinandersetzen muss, die da so reinkommen… was ist das für ein Produkt, was für ein Unternehmen, könnte das inhaltlich passen, in welche Richtung könnte der Beitrag gehen, passen die Bedingungen, wie viel Zeit brauche ich für die Vorbereitungen (bspw. bei DIY-Ideen), wann bringe ich das terminlich unter, und und und…

Vor allem stand ich bei vielen Kooperationsanfragen immer wieder vor dem Dilemma, dass sie vielleicht passen würden… aber halt als genau diese Art von Artikeln, die ich ohne eine entsprechende Anfrage eigentlich niemals schreiben würde. Über Einbruchsschutz beispielsweise – passt theoretisch, da ich hier viel über unseren Hausbau und alle möglichen „Features“ rund ums Haus berichtet habe. Trotzdem ist das nichts, was ich hier eigentlich thematisieren würde. Da habe ich eine ganze Weile gehadert, ob ich mich da nun anstelle oder schlicht dämlich bin, wenn ich die Anfrage nicht annehme und auf das Geld verzichte. Letztlich habe ich sie abgelehnt… und bei der nächsten Anfrage ging der Konflikt von vorne los.
Mit diesem Zwiespalt habe ich mich auf Dauer immer unwohler gefühlt.

Das alles bedeutet Aufwand und Stress, den ich mir einfach nicht mehr machen will. Ja, ich könnte mit diesem Blog hier mehr verdienen. Ja, das ist eine tolle Möglichkeit und Chance, für viele Blogger das Ziel schlechthin. Aber will ich das? Nö. Man muss nicht alles nehmen, was man kriegen kann.

Was es weiterhin geben wird, sind Buchrezensionen sowie dann und wann Affiliate-Links – nämlich immer dann, wenn ich ein bestimmtes Produkt ohnehin schon besitze, es gerne weiterempfehle und mich als Leser an dem Punkt fragen würde, wo ich das herbekomme bzw. welche Version / Variante / whatsoever das nun genau ist.

Was es allerdings nicht mehr geben wird: Artikel, die ich einzig und allein deswegen schreibe, um darin vor dem Hintergrund einer Kooperation irgendein Produkt thematisch eingebettet zu verlinken. Das gab es hier zwar auch bislang nur dann und wann, aber das Thema habe ich für mich endgültig abgehakt.

Ist das letztlich inkonsequent? Wenn mich doch die ganze Werbung und der Konsum so nerven und ich trotzdem weiterhin Affiliate-Links setze? – Kann man so sehen. Allerdings denke ich wie so oft, dass es mehr gibt als nur Schwarz und Weiß.

Die bereits veröffentlichten Kooperationsbeiträge werden übrigens unverändert weiterhin bestehen bleiben, Abmachung ist schließlich Abmachung.

Wie stehst du zum Thema Kooperationen auf Blogs? Und hat sich deine Einstellung im Laufe der Zeit vielleicht auch verändert?

Anne Schwarz

Geschrieben von Anne Schwarz

Merry meet! Ich bin 31 Jahre alt und wohne mit meinem Mann, Hund und Katze in einem kleinen Dorf im Bergischen Land. Das ♥ schlägt für die Natur, die Fotografie & das Schreiben. Ich bin viel draußen unterwegs, baue unser eigenes Obst und Gemüse an und tobe mich gern kreativ aus - egal ob mit Papier oder Quellcode. » Magst du mehr erfahren?

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  1. Ganz ganz ehrlich ? Ich lese bewusst solche Artikel dann gar nicht oder wenn ein Blog mehr oder minder nur noch Beiträge hat,die aus Kooperationen entstanden sind,lösch ich ihn.
    Ich meine klar,ist kleines oder auch größeres fix verdientes Geld (je nach Blog“wichtigkeit“) Jeder so wie er möchte und wie er will.
    Aber ich sag mal so,wenn ich irgendwas tolles finde,wo ich denke,das könntest mal posten,dann mach ich das zwischendrin einfach so.
    Buchempfelungen bzw. auch Produkte/Dinge verlinken wo man sie bekommt,find ich völlig ok.

    Gut,ich mach auch Werbung auf meinem Blog … ein kleiner winziger kommerzieller Link. Und zwar zu meinem Shirtshop ^^ Und´s gibt (meist) nen Post wenn ein neues Motiv verfügbar ist. Das sei denke ich fast erlaubt. Werd nicht bezahlt dafür sondern ist nur ne kleine Eigenwerbung *g*

    Stand da aber glaub ich auch schon immer so zu .. zumindest soweit ich mich erinner. Find Werbung (egal in welcher Form) mit der Zeit einfach nur nervig. Wenn man dann Blogs hat,die nur noch gesponserte Artikel posten …
    Mein Eindruck ist,das es eben zu dem „höher,schneller,weiter“ „guckt mal was ich habe“ irgendwie schon gehört. Genauso wenig kann ich dieses ganze Influencer-Phänomen nachvollziehen. Vielleicht bin ich auch einfach zu alt dafür ?! Bin ja nun generell überhaupt kein Socialmedia-Butterfly 😛

    Mich verführen solche Artikel auch nicht zum shoppen. Bin bekanntlich super shoppingfaul,absolut mädchenuntypisch was das angeht und daher ziemlich immun. Ganz ganz selten das mich irgendwas so anspringt,wenn ich irgendwo im Netz was sehe wo dann der Gedanke kommt „uuuhhhh wo bekommt man das ?!“
    Klar und der Vater des Posting-Gedanke ist für mich dann ebenso fraglich. So ganz kann ich dann immer nicht glauben,wenn drunter steht das die Tatsache das die Artikel gesponsert sind,keinen Einfluss auf die dann geäusserte Meinung haben. Ich hab nämlich -soweit ich mich erinner- nämlich ganz ganz gaaaaanz selten etwas negatives in solchen Posts oder eher neutrales/nicht so begeistertes gelesen.

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    • Haha, ja, dann sind wir zusammen zu alt dafür. 😀

      Mit der Werbung geht es mir übrigens ähnlich. Werbung oder auch Schaufenster interessieren mich einfach nicht die Bohne. Das einzige, was mich wirklich anfixt: wenn ich sehe, was irgendjemand Kreatives selber gemacht hat (in welcher Form auch immer), da kommt bei mir unheimlich flott dieses „ohhh, ich will auch!!11!einseinself!“ auf.

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      • Das kann ich auch unterschreiben mit dem selber gemachtem.Das springt mich wesendlich schneller an mit dem ein oder anderen „aaaauuuch“ 😀

        Beruhigt mich gerad *lach* komm mir manchmal schon nen bisschen „seltsam“ vor mit dem Kram nichts anfangen zu können … hatte gestern erst eine kleine Unterhaltung mit meiner 83jährigen Schwiegeroma drüber,die ganz meiner Meinung war Oo 😛

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  2. Schwieriges Thema.

    Aus Blogleser-Sicht sind Kooperationen nervig. Vor allem wegen der Frage: „Hätte der Blogger darüber geschrieben, wenn er kein Geld dafür bekommen hätte?“ Ich kann dadurch auch keinen Bezug zu dem Blogger herstellen. In meinem Feed-Reader sind immer noch die Blogs von vor 15 Jahren, kaum bis gar kein Neuer hinzugekommen, da mich diese modernen Litfaßsäulen nicht ansprechen. Mag daran liegen, dass ich immer noch Generation „Ein Blog ist ein Tagebuch oder Meinungsmacher“ bin.

    Etwas gekauft, weil Influencer A oder B darüber berichteten, habe ich noch nie.

    Während meines Betriebswirts musste ich mich auch mit dem Thema rumschlagen, ob diese Kooperationen für Unternehmen aus Hotellerie und Gastronomie taugen. Ich denke, teilweise schon. Aber sie sind mit hohen Kosten verbunden, denen man Umsatzsteigerung usw. nicht eindeutig zuweisen kann, von daher, hätte/würde ich es ablehnen.

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    • Mmhm… ich habe auch gerade mal überlegt – ich habe bei mir im Feedreader tatsächlich ebenfalls viele Blogs drin, die ich seit zehn oder mehr Jahren lese. Allerdings sind die wenigsten noch so wie früher – was ja auch nachvollziehbar ist, weil wir uns alle weiterentwickeln – aber daher haben halt auch viele mittlerweile nicht mehr diesen Tagebuchcharakter, der früher ja eigentlich gang und gäbe war.

      Ja, gerade in so Branchen, wo die Leute vielleicht nur auf einen Dienstleister aufmerksam werden, ohne unmittelbar nach dem Lesen eines Artikels über einen entsprechenden Link etwas zu kaufen, finde ich das Messen des „Erfolgs“ einer Kooperation auch schwierig. Vergleichbar mit Zeitungsanzeigen oder TV-Spots… solange man nicht explizit bestimmte Coupon-Codes anbietet und diese trackt, weiß man einfach nicht, woher die Leute denn letztlich kamen.

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  3. Ja, ich glaub, ich weiß, was du meinst. Ich finde Blogbeiträge mit Werbung/Kooperationen nicht grundsätzlich schlecht, manche sind sogar ganz gut gemacht. Manchmal verstehe ich aber den Zusammenhang zwischen Beitrag und Marke nicht, so schrieb neulich jemand was zum Thema Muttertag und war von einem Keks-Hersteller gesponsert. Hä?
    Wenn ich sehe, dass ein Blog seit längerer Zeit mal wieder etwas schreibt und dann ist es eine Kooperation und ich blättere zurück im Blog und die letzten Beiträge waren auch nur oder größenteils Kooperationen, dann entfolge ich den Blog meistens. Ich will doch nicht nur Dinge verkauft bekommen!
    Wenn bei Bastelanleitungen Materialien zu einem Shop mit Affiliate-Links versehen sind, finde ich das jedoch hilfreich. Dann weiß ich, wo ich etwas bekommen kann, gerade weil manche Dinge etwas spezieller sind. Wenn es eine gute Anleitung ist, die ich nachmachen will, würde ich die Links auch nutzen, um den Blogger zu unterstützen.
    Was ich auch sympathisch finde, sind Blogs, die gar keine Werbung machen und statt dessen ein Patreon oder einen Ko-Fi Button oder so haben. Wenn es ein Blog ist, den ich regelmäßig gern lesen, unterstütze ich den auch ab und zu.
    Mein eigener Blog ist noch eher klein, daher habe ich bisher nur eine Kooperation mitgemacht. Ich muss jetzt auch nicht mehr machen, es sei denn das Produkt würde wirklich gut passen. Ich schreib lieber wann und wie ich will 🙂

    Viele Grüße,
    Julia

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    • Jaah, das klingt wirklich an den Haaren herbeigezogen… ich weiß, was du meinst.

      Patreon oder Ko-Fi sagt mir gar nichts… ist das so etwas, worüber man als Leser den Blog unterstützen kann? Ein paar Blogs haben ja diesen „Gib mir einen Kaffee aus“-Button von Flattr drin, wobei das für mich persönlich keine Option wäre. Das klingt irgendwie nach Schnorren, finde ich. 😉 Bei so etwas wie dem „Spenden“-Button von PayPal bin ich mir gar nicht sicher, wie das rechtlich aussieht… ob man einfach so Spenden einsammeln darf bzw. ist das ja eigentlich keine gemeinnützige Spende, sondern mehr eine freiwillige Bezahlung einer „Dienstleistung“… hmm.

      Liebe Grüße
      Anne

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      • Der Button mit „Buy me a Coffee“ ist nicht von Flattr, sondern von Ko-Fi. Ich persönlich finde das sympathischer als übermäßigen Einsatz von Werbung. Und man muss ja auch keinen Kaffee ausgeben, wenn man nicht will. Aber ich habe das auch schon von anderen gehört, dass es als Schnorren empfunden wird.
        Bei dem PayPal „Spenden“ Button, denke ich auch nicht, dass es sich um eine „Spende“ handelt, ich denke, man müsste das Geld, was man da bekommt, regulär versteuern.
        Ja, Patreon ist auch etwas, womit die Leser den Blog unterstützen können. Es scheint in Deutschland echt noch nicht so bekannt zu sein, ich habe da mal einen Artikel drüber geschrieben: https://gruenewuerfel.de/was-ist-patreon/

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        • Ah, wieder was gelernt – danke! Deinen Artikel lese ich mir gleich mal durch.
          Ja, versteuern muss man das sicherlich als Einnahme – ich hab mich halt gefragt, ob die Bezeichnung „Spende“ nicht auch irreführend bzw. so nicht erlaubt ist… wie auch immer, so etwas möchte ich hier eh nicht einbauen. 😉

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  4. Ich finde deine Entscheidung super! 🙂
    Natürlich verstehe ich auch Blogger, die hauptberuflich mit ihrem Blog Geld verdienen und dann auf Werbung angewiesen sind. Solange die das dann auch kennzeichnen finde ich es okay, auch wenn ich zugeben muss, dass ich kaum einem Blogger folge, der Geld mit dem Blog verdient. Bei Instagram handhabe ich es ähnlich, da folge ich mit meinem privaten Profil lieber kleinen Profilen (unter 1.000 Follower), wo ich weiß, dass diese keine bezahlte Werbung anhand von Fotos oder Instastorys machen.

    Wundere dich nicht wo mein Blog hin ist 😀 Der ist aufgrund der neuen Datenschutzbestimmungen offline und wird es wohl auch bleiben, da ich mich zu wenig mit den neuen Gesetzen auskenne und ich nicht weiß, wie man diese Checkbox in der Kommentarspalte bei Blogger.de umsetzen soll.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende ♥

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    • Ui, das hab ich mich tatsächlich gefragt – och Mensch, schade. Kommst du mit deinem Blog denn vielleicht wieder, wenn sich die Wirren um die DSGVO geklärt haben? Ich hab tatsächlich auch nichts darüber herausfinden können, wann Blogger entsprechende Funktionalitäten zur Verfügung stellt (für das selbstgehostete WordPress wird es am 17. Mai ein großes Update geben).

      Bei Instagram geht es mir genau wie dir… ich folge da den Leuten, die ich sympathisch finde und deren Alltagsschnappschüsse mich interessieren. Sobald da irgendwelche Produkte beworben werden, entfolge ich in der Regel… dann wird es einfach langweilig. Mich nervt ja schon die normale Werbung auf Instagram, da brauche ich nicht noch „getarnte“. 😉

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  5. Ich habe schon sehr viele Kooperationsanfragen abgelehnt, da ich mir absolut nicht vorstellen konnte, wie ich sie in Einklang mit meinem Blog kriegen könnte, ohne mich total zu verbiegen. Wenn aber etwas thematisch in die Fotografie und Kreativität im weitesten Sinne passt und ich vor meinem geistigen Auge auch schon schöne Fotos zu dem Thema sehe, dann sage ich gerne zu. Bei vielen Blogs, die ich regelmäßig lese, sind mir die ganzen Werbebeiträge auch in letzter Zeit zu viel geworden.

    Es gibt aber Blogs, wo ich die Werbung auch gerne in Kauf nehme, weil ich weiß, dass da sonst in der Regel ordentlicher Inhalt, äh Content, drinsteckt oder weil ich den Schreibstil oder Fotostil des Bloggers einfach mag, auch wenn er/sie mir glaubhaft machen will, dass der Käse echt das NonPlusUltra ist. 😉 Ich denke dann einfach, dass der Blogger sein Geld damit verdient oder zumindest teilweise und damit hat es sich für mich. Wenn sich dann herausstellt, dass fast nur noch Werbebeiträge kommen, dann bin ich als Leserin einfach weg…

    Antworten

    • Hallo Nora,

      ja, es kommt halt auf die Menge bzw. das Verhältnis von Werbung und „normalen“ Beiträgen an… ich muss bei einem Blog halt auch nicht jeden neuen Post lesen. Wenn ich alle paar Wochen mal einen Beitrag wegklicke, weil mich der offensichtliche Werbehintergrund nervt, und dafür zehn gute andere Artikel lese, passt das für mich auch. Gibt ja auch durchaus mal „normale“ Beiträge, wo einen das Thema einfach nicht interessiert – das ist völlig normal. Erst wenn ich merke, dass ich jeden zweiten Beitrag oder sogar noch mehr entnervt wegklicke, entfolge ich irgendwann… geht mir also genau wie dir.

      Liebe Grüße
      Anne

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  6. Ein toller Artikel – vor allem, weil er beim Thema bleibt und weniger gegen die Leute schießt, die Kooperationen eingehen.

    Mit dem ersten Absatz kann ich mich gut identifizieren – besonders bei amerikanischen Bloggern/Youtubern, die Beiträge nur in der Infobox oder fast am Ende des Videos kennzeichnen, ärgert mich das.

    Es ist schwierig herauszufinden, ob eine Kooperation für den Blogger eine kreative Herausforderung ist, oder er sich das sponsern lässt, was er ohnehin nutzt z.B. Bastelmaterial für einen DIY-Blog. Oder ob er das nur wegen des Geldes macht. Bei manchen Bloggern wünsche ich mir auch, dass sie das Produkt bzw. das Unternehmen hinterfragen …

    Andererseits: Man unterliegt immer Einflüssen, egal, ob Geld und Sachwerte fließen oder man einen schlechten Tag hat. Besonders bei Rezensionen grüble ich immer ob ich garantieren könnte, dass die Tatsache, dass ich das Buch kostenlos bekommen habe, keinen Einfluss auf meine Meinung hat. Komplett authentisch zu sein, das geht nicht. Umso wichtiger finde ich es, Kooperationen klar zu kennzeichnen – damit ich entscheiden kann, wie sehr ich dem Blogger in diesem Moment vertraue.

    Ich finde es gut, dass du das Mediakit entfernt hast. Vielleicht machen das andere auch 🙂 Für mich eine der deutlichsten Gegenströmung zum stetig populären Influencer-Marketing.

    Antworten

    • Hallo Evy,

      lieben Dank!

      Bei US-Blogs sehe ich tatsächlich oft gar keine Kennzeichnung… ich weiß gar nicht, wie die Rechtssprechung da drüben ausschaut, ob man das überhaupt kennzeichnen muss?
      Hierzulande war ja lange Zeit auch recht unklar, wie die Kennzeichnung ausschauen sollte. Früher habe ich den Hinweis tatsächlich auch erst ans Ende des Beitrags gesetzt, weil es nur hieß, dass es „irgendwo im Artikel“ stehen müsse. Erst seit zwei Jahren oder so habe ich das dann halt auch direkt zu Beginn klargemacht.

      Mh, ich will mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich würde mal behaupten, dass ich auch bei gesponserten Artikeln meine Meinung ehrlich sage bzw. durchaus auch Dinge kritisiere. Was mir halt wichtig ist – egal ob ich ein Produkt bewerte, ob ich einem Kollegen Feedback gebe oder was auch immer – dass ich versuche, konstruktiv zu bleiben. Sprich, ein simples „XYZ ist kacke“ gibt es bei mir nicht. Ich sage halt, was mir positiv auffällt und was meiner Meinung nach besser sein könnte. Das ist dann ganz klar mein subjektiver Eindruck, aber so etwas gehört in eine Rezension einfach rein, denke ich. Wenn ein Blogger alles immer nur über den grünen Klee lobt, werde ich auch eher misstrauisch. 😉

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  7. Daumen hoch, liebe Anne!

    Eine wirklich gute Entscheidung. Mich nerven die Blogs die nur noch für Koorperationen bestehen einfach nur an. Meist beginne ich einen „normalen“ Blog zu lesen, der mir gefällt und irgendwann springt dieser auf die Influencer -Schiene auf, dann vergeht mir die Lust an dem Blog und ich entfolge ihm.

    Ich lese viel, viel lieber Blogs die durch und durch vom Herzen kommen. Wo Lust und Leidenschaft spürbar ist, gerne auf Leserkommentare reagiert wird und wo mir der Mensch sympathisch erscheint. Blogger die gewinnorientiert arbeiten, können nicht vermeiden, dass es früher oder später sich in ihren Artikeln wiederspiegelt. Dann ändert sich die Stimmung und die Leselust. Ein K.O. für den Blog, zumindest aus meiner Sicht.
    Aber jedem Seines, oder so… ne? 😉

    Ich freue mich jedenfalls gerade riesig, dass deine Wahl zur authentischen Internetpräsenz gefallen ist.

    Ein schönes Wochenende wünsche ich dir,
    nossy

    Antworten

    • Hallo nossy,

      ui, das freut mich, dass es dich so freut! =) 😉

      (Und ich hatte übrigens ein superschlechtes Gewissen, weil ich in den letzten Tagen gar nicht dazu kam, alle Kommentare direkt zu beantworten – das ist mir ja eigentlich superwichtig, aber ich hab einfach kaum Zeit fürs Bloggen gehabt.)

      Liebe Grüße
      Anne

      Antworten

  8. Mich persönlich nervt es an und zu auch, wie oft Beiträge nur wegen Kooperationen geschrieben werden… Aber: Ich hab das ja letztens auch getan. Affilate-Links dagegen stören mich gar nicht… Und die, die ich selbst auf meinem Blog habe, bringen mit eh keinen Cent ein 😉

    Der fade Beigeschmack hat bei mir allerdings auch schon dafür gesorgt, dass einige Blogs die Leseliste verlassen haben… Eben weil plötzlich alle GENAU DEN EINEN Käse zum Picknick mitgenommen haben. Mit sowas kann ich mich dann auch irgendwann nicht mehr identifizieren, weil ich selten Markenprodukte gezielt kaufe.

    Ich finde es also super, dass du für deinen Blog einen Mittelweg gefunden hast – aber bei dir ist mir die Werbung auch nie negativ aufgefallen. 🙂

    Liebe Grüße

    Antworten

    • Stimmt, das mit dem Identifizierenkönnen kommt noch hinzu – mir fällt gar kein Beispiel ein, wo ich durch eine Kooperation auf einem anderen Blog dazu verleitet worden wäre, mir etwas zu kaufen… Buchrezensionen mal ausgenommen. 😉

      Bei dir im Blog finde ich die Werbung aber überhaupt nicht dramatisch – und ja auch extrem selten.

      Liebe Grüße
      Anne

      Antworten

  9. Hey,

    unten im Footer ist noch der Link zu deinem MediaKit drin.

    Ich habe auch mal darüber nachgedacht, was es bedeuten würde, Kooperationen anzunehmen und mich dann dagegen entschieden. Die Angebote lese ich mir schon durch, auch um mal zu schauen, ob ich bei anderen Bloggern dann entsprechende Beiträge finde. So ein Eventveranstalter, wo man verschiedenes Gedöns machen kann, hat mal angefragt… ich hab abgelehnt aber plötzlich sind ganz viele Bloger Gleitschirmfliegen gewesen, waren Ponyreiten, Porsche fahren o.ä… alles ohne Kennzeichnung.

    Ich möchte mit meinem Blog positives verbinden: Kreativität, Schreiben, Fotos, Filme… aber nicht „Arbeit“ und „müssen“. Und ich denke, das wäre es, wenn ich Kooperationen eingehen würde. Rezensionen schreibe ich auch, aber ich bezahle alles selbst.

    Fühlt sich für mich so einfach richtig an und es macht mir immer Spaß, ein paar Jahre zurück zu klicken und zu denken „ach ja, das war ja auch noch“ oder „den Film könnte ich mal wieder schauen“. Da möchte ich nicht zwischendrin denken „ah ja, da hast du ja mal Werbung für XY gemacht“…

    Lieben Gruß

    Antworten

    • Moin,

      ups – danke für den Hinweis! Der Link war mir glatt durch die Lappen gegangen. Ist jetzt raus. 🙂

      Oh, ja… besagter Eventveranstalter hatte mich damals auch angeschrieben und sah es nicht ein, dass ein entsprechender Beitrag hier ganz klar als Werbung kennzeichnet worden wäre. Dass es immer noch genügend Blogger gibt, die sich auf so etwas Halbseidenes einlassen und die Firmen also damit durchkommen… argh.

      Liebe Grüße
      Anne

      Antworten

  10. Hey,

    ich verstehe dich sehr gut.

    Gerade heute habe ich wieder einen Beitrag angeklickt, in dem ein Dessert-Rezept zu erwarten war. Auf einmal, mitten drin, Bilder von einem Babysitz für den Esstisch. Ganz am Ende dann, ganz klein, ein Hinweis, dass man das Ding zur Verfügung gestellt bekommen hat. Aber was um alles in der Welt hat das mit dem Dessert zu tun? Wo ist der sinnvolle Zusammenhang? Dass das Baby das nicht babygeeignete Dessert nun auch mit am Tisch essen kann? Echt jetzt?

    Ich kenne exakt 2 Blogs bei denen ich die Art wie mit Kooperationen umgegangen wird sehr mag, weil wirklich jeder Beitrag noch sehr persönlich und liebevoll und absolut ungekünstelt und unangespannt ist. Wenn ich darf, würde ich gern auch auf die beiden hinweisen, denn ich finde, sie sind wirklich eine Seltenheit und Wohltat in der Masse an grausamen Koop-Blogs.

    Das eine ist FeeistmeinName und der andere Nicestthings.

    Alle anderen Blogs, bei denen mir die Koops unangenehm aufstoßen, werden radikal aussortiert. Mir ist meine Zeit zu schade, um mich zu ärgern, weil ich Stuss lese. Was mich immer ganz besonders nervt sind diese Massen-Koops. Auf einmal sind 5 Blogger in meiner Blogroll in ein und dem selben Hotel? Haben die zufällig die selben Stifte? Nutzen alle auf einmal Creme XY? Wärs aus Unternehmensicht nicht viel sinnvoller eine Art Redaktionsplan zu haben? Im Winter laden wir Blogger A ein, im Frühjahr Blogger B, im Sommer Blogger C, im Winter Blogger D – dann wird das Hotel, seine Angebote und die Umgebung ganzjährlich in unterschiedlichen Faszetten dargestellt. Funktioniert mMn mit jedem anderen Produkt auch. Und dieser gezielte Einsatz von Multiplikatoren erscheint mir auch sinnvoller als Schießen mit der Schrotflinte.

    Ich frage mich ob „wir“ Genervten so derart in der Minderheit sind, dass es sich für Unternehmen imagemäßig überhaupt lohnt. Denn ich persönlich nehme nicht nur Abstand von entsprechenden Bloggern, sondern die Unternehmen bekommen für mich dann automatisch einen faden Beigeschmack.

    Nunja, auch diese Phase wird vorbei gehen, muss man nur noch ein bisschen warten 🙂

    Liebe Grüße

    Antworten

    • Hallo Marie,

      uff, ja… der Zusammenhang klingt wirklich ziemlich an den Haaren herbeigezogen. „Irgendwas mit Essen“…
      Den Unternehmen geht es oft halt nur um eine Verlinkung, der Kontext ist oft egal. Wobei ich mich da halt auch frage, für wie strunzdumm man die Leser teilweise hält – denn wie du ja auch schreibst, im Zweifelsfall wirft das nicht nur ein schlechtes Licht auf den Blog, sondern auch auf die entsprechende Firma. Das mit dem Neuland kann halt auch nach hinten losgehen… 😉

      Die beiden Blogs lese ich ebenfalls sehr gerne!

      Liebe Grüße
      Anne

      Antworten

  11. Ich finde auch, da muss man authentisch bleiben. Ich habe e versucht, aber wie du sagst, hätte ich die Artikel geschrieben ohne Kooperation? Einen vielleicht, die anderen aber nicht. Und daher ist auch Anfang April der MediaKit von Blog geflogen. Aktuell wäre es für mich auch viel zu viel Bürokratiekram, da ich jede Einnahme beim Amt melden müssen. ne danke. Dann blogge ich lieber wie es mir passt 😀

    Ich finde, es muss einfach zum gesammtbild des Blogs passen. Wenn du hier auf einmal von Pferdeleckerlies schreiben würdest, wäre das so unautentisch, aber Katzen- oder Hundeleckerlie eben nicht. Da du schon öfter von deinen Vierbeinern berichtetes. Das find ich völlig ok.

    Antworten

    • Haha, jetzt war ich einen Augenblick lang tatsächlich irritiert, da ich just gestern noch mit Pferdeleckerlies hantiert habe. 😀
      Seit einem guten Monat darf ich mich ja um zwei Ponys kümmern – aber mir fällt gerade auf, dass ich das hier im Blog noch gar nicht erwähnt habe. Man merkt nur an der etwas in die Knie gegangenen Beitragsanzahl, dass ich fast jede freie Minute im Stall verbringe. 😉

      Aber ja, ich weiß, was du meinst. Es muss halt einfach thematisch passen und man selber muss auch eine gewisse Ahnung von dem haben, was man da vorstellt oder bewertet. Gerade in Sachen Tiernahrung finde ich das für Otto Normalblogger extrem schwer – was kann man schon sagen außer, ob der Vierbeiner reinhaut oder nicht? Ich hatte tatsächlich auch mal eine Anfrage, um Hundefutter zu testen. Die habe ich aber abgelehnt, einfach weil mir der fachliche Hintergrund fehlt, um die Zusammensetzung vernünftig beurteilen zu können.

      Liebe Grüße
      Anne

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  12. Hallo liebe Anne,
    jetzt komme ich endlich mal dazu den Beitrag auch zu kommentieren. Auch wenn ich gar nicht weiß, was ich noch anderes sagen soll, als all meine Vorreiter, denen ich eigentlich überwiegend nur beipflichten kann.

    Ein wirklich toller Beitrag und auch eine tolle Entscheidung. Wobei ich sagen muss, dass mir die Kooperationsbeiträge bei dir nie so recht negativ aufgefallen wären.

    Liebe Grüße
    Barbara

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  13. Hallo Anne,

    was genau für Dich den Ausschlag gegeben hat, dass Dich „Kooperationen“ mittlerweile so nerven, wirst Du vielleicht nicht einmal selbst herausfinden. Sowas ist ja immer ein Prozess – von der Zeit, wo alles noch normal und selbstverständlich für Jemanden war und dann nach und nach zu etwas wird, was Einen erst stört, dann nervt und am Ende nur noch lästig ist. Irgendwie wie in einer schlechten Beziehung. Da ist es ja auch irgendwann besser einen Schlussstrich zu ziehen, anstatt immer wieder sauer aufzustossen.
    Mich interessieren „Influencer“ und „Kooperationen“ wie sie im Bloggerslang gemeint sind, sowieso nicht. Ich habe schon bevor ich selbst Blogtäter wurde, gern in Blogs gelesen, die einfach nur vom Alltag und dem Zwischenmenschlichen berichten und mir irgendwie das Gefühl gaben/geben, mich darin selbst wiederzufinden oder zumindest sagen zu können „ja, stimmt, kenne ich auch“.
    Als ich dann selbst anfing zu bloggen, las ich von „Kooperationen“ und verstand das völlig falsch – soviel weiß ich nun. Auf meinem Blog findet der Leser auch Kooperationen, allerdings sind das meine „falsch verstandenen“ Kooperationen aus dem echten Leben. Da mache ich keine Werbung für fremde Produkte oder Unternehmen, sondern berichte von meiner Zusammenarbeit mit öffentlichen Kindereinrichtungen und meiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Das sind für mich Kooperationen, weil wir eben Hand in Hand arbeiten. Was ich so auf manchen Blogs an „Kooperationen“ finde, ist für mich nur öffentlich kenntlich gemachte Schleichwerbung. Jedenfalls nannte man das früher so.
    Um zu Dir und Deinem Blog zurück zu kommen: Ich kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen. Auf Deinem Blog sind mir solche Beiträge noch gar nicht aufgefallen. Du hast es also bisher besonders gut schleichend versteckt 😉 Ich finde Deine Artikel immer sehr authentisch.
    Liebe Grüße Kathrin

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    • Hallo Kathrin,

      ja, das stimmt – es sind manchmal einfach viele Faktoren, die zusammenkommen und irgendwann in der Menge einfach zu viel sind.

      Dass du bei dir über Kooperationen im eigentlichen Wortsinne schreibst, finde ich spannend. Die Zusammenarbeit von Bloggern und Firmen als Kooperationen zu bezeichnen, ist ja eigentlich auch nur ein mittlerweile etablierter Euphemismus für eine schnöde Geschäftsbeziehung. 😉

      Um Schleichwerbung handelt es sich tatsächlich, wenn bezahlte Inhalte nicht als solche kenntlich gemacht werden. Das ist dann auch ganz klar ein Verstoß gegen das Gesetz – wobei das etliche Firmen nach wie vor ignorieren… und sich immer noch genügend Blogger finden, die aus Naivität mitmachen.

      Liebe Grüße
      Anne

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  14. Hallo Anne,
    es wird Dich sicher nicht überraschen, auch ich finde Deine Entscheidung gut! Ich will jetzt nicht noch mal all die bereits genannten Argumente in meinen eigenen Worten aufzählen, nur etwas ergänzen.
    Es gibt ja große Unterschiede bei Blogs, die Geld bringen sollen: am einen Ende einige wenige, aber gut ausgesuchte und passende Affiliatelinks, am anderen gibt es überhaupt keinen eigenen Inhalt mehr, sondern nur noch kaum kaschierte Werbung. Und gerade bei Letzteren frage ich mich: wer liest all diese „Test-“ und „Produktblogs“ – so langweilig kann einem doch gar nicht sein? Aber vielleicht bin ich auch einfach zu alt für sowas? Wenn ich mal etwas anschaffen will, was mehr als ne Markfuffzich kostet, dann schau ich bei Stiftung Warentest, Ökotest und/oder Fachzeitschriften (bzw. deren Onlinepräsenzen) rein – und gucke da sehr kritisch nach, ob womöglich redaktioneller mit werbendem Inhalt vermischt ist. Woher die Kompetenz von manchmal gerade dem Teenie-Alter Entwachsenen kommen soll, erschließt sich mir einfach nicht und auch ältere Blogger haben kein Testlabor im Keller stehen. Mit sowas kann ich einfach nichts anfangen, aber muss ich ja auch nicht.
    Wo ich nicht so leicht davonkomme, sind Kooperationsanfragen „aus der Hölle“, dabei hatte ich noch nie ein Mediakit und – wohl zu gut versteckt auf dem Blog – einen Hinweis, dass ich ohne kommerzielle Interessen blogge. Das könnte man sicher deutlicher formulieren und auch sichtbarer platzieren, aber ich bezweifel, dass das nutzt. Das sind vielleicht zwar nur ein paar Minuten im Monat, die mich das Löschen (oder Archivieren für ein mögliches Posting über die beknacktesten Anfragen) kostet, aber es sind meine Minuten, die mir unaufgefordert gemopst werden.
    Die paar Euro, die mich das Bloggen im Jahr kostet, habe ich noch übrig, von daher wird es bei mir auch künftig keine Werbung geben. Andere Hobbys kosten ja oft deutlich mehr. Und meine absolute Unabhängigkeit ist mir das eh wert.
    Gerade weil die Übergänge fließend sind zwischen „akzeptabler“ Werbung und dem, was zuviel wird und was ein Blog unseriös macht, finde ich es gut, wenn es weiterhin auch Blogs ohne jede Werbung gibt.
    LG Linni

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    • Hallo Linni,

      mhm, genau – es ist wirklich ein fließender Übergang und ich finde es auch schwer, objektiv zu beurteilen, ab welchem Verhältnis von Werbung und normalen Inhalten ein Blog an Glaubwürdigkeit oder schlicht Attraktivität (für mich) einbußt.

      Diese nicht ernstzunehmenden Anfragen aus der Hölle entkommt wohl kein Blogger. 😀 Die meisten schiebe ich einfach direkt ins Archiv, nur wenn sie mir gar zu dreist sind und es mir in den Fingern kribbelt, das nicht so stehen zu lassen, beantworte ich sie (hab mir dafür mittlerweile ein Template gebastelt, damit ich nicht jedesmal Zeit in das Formulieren stecken muss). Mein Favorit war neulich die Anfrage einer Möchtegern-Agentur im Stil von „Ey yo, Bock auf ne Kooperation?“ 😀

      Liebe Grüße
      Anne

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  15. oh was für ein brandaktuelles thema. ich verstehe so gut, wie es dir geht und sehr oft empfinde ich das genau gleich. gesponserte beiträge wirken einfach wahnsinnig oft total erzwungen und krampfig und machen keinen spaß gelesen zu werden. man kann richtig spüren, wie die jeweilige person versucht, eine brücke zu schlagen zwischen dem blog und dem produkt. ich bin grad in der situation, wo ich drüber nachdenke, einen backlink zu verkaufen. es ist super einfaches taschengeld und daher verlockend, grade weiß ich nur nicht, ob ich den eben in einen beitrag so einbauen kann, dass er eben nicht nervt. es ist aber auch schon passiert, dass durch kooperationen beiträge entstanden sind, die mich angeregt haben und die ich sehr mochte und die sonst nicht entstanden wären. es kommt halt immer drauf an ob und wie es passt.
    generell stören mich backlinks oder affiliate links überhaupt nicht, wenn man sich mühe gibt, diese passend zu verarbeiten. bei konkreten produkten ist das schon was anderes, da ich keine lust habe, im privaten wirklich werbung zu lesen.

    letztlich muss auch jeder seinen eigenen weg damit finden. ich denke, es gibt auch genug blogs, die sich mit nem haufen kleiner kooperationen letztlich ihre community kaputt gemacht haben und dafür somit auch „abgestraft“ wurden. leider funktioniert es für einen großen teil enorm gut und das bewusstsein, dass da grade beinhart werbung gemacht wird, ist wohl auch nicht sehr stark verankert. auf dem gebiet wird sich sicherlich noch viel tun in zukunft.

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    • Guten Morgen,

      „man kann richtig spüren, wie die jeweilige person versucht, eine brücke zu schlagen zwischen dem blog und dem produkt.“ – Das trifft den Nagel auf den Kopf.

      Bei Backlinks finde ich es auch wichtig, dass sie wirklich passen und man dahintersteht… das finde ich oft schwierig bei Verlinkungen zu Herstellern oder Anbietern, deren Produkte ich nicht selber ausprobieren konnte.

      Ja, ich bin auch mal gespannt, wie sich das in den nächsten Jahren noch verändern wird. Vermutlich platzt die Blog-Blase irgendwann, was das ganze Influencer-Thema angeht…

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      • dass diese blase irgendwann platzt bin ich auch ziemlich sicher – ehrlich gesagt hoffe ich es fast. das internet ist halt einfach noch ein neues medium, das erst vor ein paar jahren so WIRKLICH in der gesellschaft angekommen ist (was wohl mit der nutzung der smartphones zusammenhängt, würde ich mal interpretieren) und die menschen werden sich ihren umgang damit letztlich selbst basteln.

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        • Jap, das stimmt… ist noch gar nicht so lange her, da war das Betreiben von Webseiten ein Hobby, für das man verdammt schräg angesehen wurde. Und heute ist jeder Depp auf facebook.
          Ich bin auch mal gespannt, wie die Entwicklung da in den nächsten Jahren laufen wird.

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  16. ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt eine Kooperation hatte. Manchmal, aber echt ganz selten, bekomme ich Anfragen. Zum Beispiel von irgendeiner Namenskettenseite, was überhaupt nicht zum Blog passt (ganz davon abgesehen trage ich 1. kaum Schmuck und 2. finde ich Namensketten/-armbänder nicht so toll). Ich antworte auf sowas auch nie.

    Auf manchen Blogs scheint es nur noch um Produktwerbung zu gehen. Da weiß ich nie, ob der Blogger die (positive) Meinung nur hat, weil er/sie das Produkt zum Testen/Bewerten bekommen hat oder ob die Meinung ehrlich ist. Wenn ich ein Buch als Rezensionsexemplar erhalte, und mir gefällt es nicht, fällt die Rezension entsprechend aus. Oft sehe ich (vor allem aus dem englischsprachigen Raum) Rezensionen, die Bücher (Rezensionsexemplare) in den Himmel loben. Wenn ich das Buch dann lese, kann ich den Enthusiasmus meistens weniger teilen.

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    • Mhm, es gibt halt immer wieder Firmen, die anscheinend relativ wahllos alle möglichen Blogs anschreiben – egal ob sie vom Thema her zu den Produkten passen oder nicht…

      Bei Romanen finde ich Rezensionen echt schwierig – viel ist halt auch davon abhängig, ob einem der Stil zusagt oder nicht. Und zu viel vom Inhalt verraten darf so eine Rezension dann auch nicht. Bei Fachbüchern finde ich das deutlich einfacher… da kann man die Fakten beurteilen, die Menge an Informationen, wie gut sie recherchiert sind etc. Deswegen würde ich auch selber nie eine Rezension über Belletristik verfassen wollen. 😉

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  17. Hallo Anne,

    da sucht man nach Neontrauma und landet beim Landleben. Scheint mir das ich wohl zu lange nicht mehr auf deinem Blog vorbeigeschaut habe…
    Deine Beobachtung was „Komerzialisierung“ und „Werbung“ bei Blogs betrifft kann ich nur teilen. Früher war Werbung absolut verpönt, heute scheinen Kooperationen und Finanzielle erwägungen ein Hauptmotiv zu sein warum Mann/Frau einen Blog starten möchten..

    Das ein Unternehmen denkt das sie wirklich „Authentizität vorgaukeln“ können bezweifele ich. Klar, das ist sicher ein netter Nebeneffekt, aber viel mehr denke ich das die Idee „Ich mache die Werbung da, wo die Zielgruppe sie interessiert wahrnimmt“ ausschlaggebend ist.

    Seit Jahren denke ich das Affiliate-Links die einzig wirklich „angenehme“ Art ist seinen Blog zu finanzieren (wenn man das will oder muss). Gerade bei Buchreviews finde ich es absolut OK wenn man z. B. einen Affiliate-Amazon-Link setzt. Das mache ich auch wen ich Bücher vorstelle (was nicht so oft vorkommt). Klar man kann sich gegenüber Amazon sehr skeptisch zeigen und ich hatte schon heftige Gespräche mit befreunndeten Buchhändlern, das diese Firma die kleinen Buchläden kaputt macht. (Was vielleicht stimmen mag, aber nicht aufzuhalten ist). Im Endefeckt ist ein Affiliate-Link auch nur ein Angebot. Der Nutzer entscheidet selber ob er etwas kaufen möchte. Er hat keine Mehrkosten und der Blogger hat einen minimalen Vorteil. Ich unterstütze z. B. gerne den Fotoblog Kwerfeldein indem ich dessen affiliate Links nutze. Die bloggen als Beruf und sind auf solche Einnahmen angewiesen…

    Kleiner Kommentar zum Thema Patreon (oder steady und co..) Eine Finanzierung über diese Plattformen funktioniert meiner Meinung nach nur in recht speziellen Fällen. Wenn deine Leser bereit sind etwas zu Zahlen (sprich ältere Zielgruppe) und die Inhalte so gut sind das sie wirklich viele Menschen erreichen/interessieren. Einige größere Podcast finanzieren sich ganz gut über diese Plattformen. Das soetwas bei deutschen Bloggern funktioniert ist mir neu…

    Viele Liebe Grüße
    Stephan

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    • Hallo Stephan,

      oha… das ist schon eine ganze Ecke her, dass ich mit dem Blog umgezogen bin. 😉

      Wenn es den Unternehmen nur darum ginge, bei der Zielgruppe präsent zu sein, dass dürfte es aber nicht so viele Anfragen geben, das Ganze doch bitteschön nicht als Werbung zu kennzeichnen. Dabei ist der Hinweis „Anzeige“ in den Printmedien gang und gäbe und hält die Firmen nicht davon ab, etliche Tausend Euro für Inserate hinzublättern.

      Liebe Grüße
      Anne

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  18. Hallo Anne,
    du sprichst mir aus der Seele! Geht mir ganz genauso, dass mich diese ständigen Werbebeiträge und Kooperationen (alleine schon das Wort wieder! Eine Webung ist keine Kooperation, sondern Werbung, fertig!) immer mehr nerven. Vor allem die grünen und Nachhaltigkeitsblogs, denen ich aus privatem wie beruflichem Interesse folge, kommen kaum mehr ohne aus – und verlieren damit für mich zunehmend an Glaubwürdigigkeit. Gleichzeitig stecke ich ja selbst in dem Dilemma fest, als Reisejournalistin und -bloggerin vorwiegend unterstütze Reisen zu machen, denn sonst könnte ich nicht so viel reisen, sehen und darüber berichten.
    Liebe Grüße
    Anke

    Antworten

    • Hallo Anke,

      mh, Reiseblogs fallen für mich aber nochmal in eine andere Kategorie. Da wird ja nicht in jedem Eintrag ein anderes Hotel als das beste überhaupt beworben, sondern du berichtest halt darüber – fertig. Das hat für mich weniger werblichen Charakter – ungefähr so ähnlich wie Buchrezensionen.

      Liebe Grüße
      Anne

      Antworten

  19. Hm. Ja und Nein. Einerseits stimme ich Dir vollkommen zu, mich nervt Werbung zunehmend. Viele Blogs – auch und grad die „alten“ – habe ich rausgeschmissen und lese sie nicht mehr, weil da nur noch Werbung kommt. Oft auch nett ungekennzeichnet oder einfach falsch gekennzeichnet.
    Letztens (2017 haha) hab ich mich so geärgert, als ich einen Artikel öffnete, der Muttertagsgeschenke vorstellte. Fand ich total toll, las ihn zu Ende und dann stand ganz unten etwas von wegen alle Produkte seien gesponsert. Dödöm. Authenzität? Nope. Kann mir einfach niemand erzählen.
    Aaaandererseits freue ich mich über Kooperationen, die passen und mache sie. 2-3 im Jahr, momentan. Der Blog kostet Zeit, die ich woanders abknappse und ja, dann verdiene ich mit dem ein oder anderen Artikel gern etwas Geld dazu. Ich achte aber darauf, dass es wirklich passt. Früher hab ich dann auch mal ein Auto vorgestellt *Kopf -> Tisch*. Würde ich heute nicht mehr machen, weil das einfach überhaupt nicht passt. Zumindest nicht in der Form.

    Ja. Kooperationen sind schwierig. Ich finde es einerseits legitim, wenn die Blogger Geld dazu verdienen/davon leben – wie auch immer -, andererseits sehe ich, dass die Blogger, die das als alleiniges Einkommen haben, oft über Dinge schreiben, die einfach überhaupt nicht passen. Blogger allgemein über Medikamente, Windelfrei-Leber über namenhafte Windelhersteller, Öko-Blogger über Plastikspielzeug – das sind so Ausschlusskriterien…
    Aber im Grunde ist es auch ganz einfach: Jeder Blogger macht, wie er mag. Und wer das nicht lesen will, bleibt weg.
    LG,
    Tanja

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    • Hallo Tanja,

      mh, ja – die Menge macht das Gift. Mir fällt das gerade bei einem Blog auf, der jahrelang nie Werbung beinhaltet hat, und seit ein paar Wochen ist plötzlich jeder (!) neue Artikel gesponsert. Das hinterlässt schon einen sehr komischen Geschmack, auch wenn die vorgestellten Produkte thematisch eigentlich sogar passen. Aber so viel auf einmal? Wenn das nur ab und zu der Fall wäre, fände ich es nicht so krass.

      Ich weiß nicht, ob sich Bloggen als Haupteinkommen (durch die Vermarktung fremder Produkte) langfristig durchsetzen wird – oder ob die Blase demnächst platzt…

      Antworten

  20. Ich muss mich als Leser eines Blogs noch ernst genommen fühlen und der Gesamteindruck muss immer noch authentisch sein, damit ich dem Blog nicht gleich entfolge. Wenn der Werbeinhalt dann noch kreativ verpackt ist, ist es okay für mich – natürlich nur, wenn gekennzeichnet ist 😉

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    • Hallo Alexandra,

      „mich als Leser eines Blogs noch ernst genommen fühlen“ – da gebe ich dir vollkommen Recht! Leser sind ja keine hirnlose Masse, der man jeden Mist an Beiträgen vorsetzen kann und die dann brav kaufen, kaufen, kaufen… sondern intelligente Menschen. Und als solcher möchte man ja auch behandelt werden.

      Liebe Grüße
      Anne

      Antworten

  21. Liebe Anne,
    ich finde, das hier ist ein ganzganzganz wichtiger Artikel und ich danke dir für das Schreiben und deine Gedanken dazu.
    Ich selbst finde, es kommt sehr darauf an, in welchem Maße Kooperationen durchgeführt werden. Und aus welchem Zweck ich als Leserin einem Blog folge.
    In meiner Liste habe ich unter anderem auch Fair-Fashion-Blogs, durch die ich gerne inspiriert werde (auch wenn ich natürlich nicht alles und nicht einmal einen Bruchteil der präsentierten Sachen nachkaufe) und bei denen ich es absolut okay finde, wenn sie ab und zu mit fairen Labels zusammenarbeiten. Dasselbe gilt für andere nachhaltige Blogs.
    Was ich aber problematisch finde (du kennst es ja aus meinem aktuellen Beitrag) ist die Masse – die Masse an Werbebeiträge dabei ebenso wie das Auffordern zum Konsum, was natürlich gerade in der Nachhaltigkeits-Szene nicht so ganz zum eigentlichen Ideal passt.
    Ich selbst führe gerne Kooperationen durch, wenn sie zu mir passen. Aber ich bin sehr sensibel, was die Häufigkeit anbelangt (schließlich nervt es mich auch total, wenn alles andauernd gesponsert ist) und natürlich auch, was das Zusammenpassen betrifft.
    Da ich total gerne kreativ arbeite und das selbstverantwortliche Schreiben, Fotografieren und Aufbereiten liebe, kann ich es mir sogar vorstellen, vielleicht irgendwann davon zu leben – und dann sind Kooperationen eine wichtige Basis dafür. Erzwingen möchte ich das allerdings nicht (deswegen habe ich immer einen Nebenjob dabei, der Grundausgaben fixiert und außerdem studiere ich ja sowieso noch ein bisschen 😀 ) – aber ich habe den Eindruck, dass viele das im Moment tun: Geld auf Teufel komm raus aus dem „neuen“ Medium schlagen, solange es noch etwas abwirft. Und das finde ich schade. Denn da habe ich wirklich das Gefühl, verarscht zu werden.
    Mir ist es wichtig, Geschichten zu erzählen. Und das nicht im Sinne von Media-Kit-reifem Storytelling, sondern immer.
    Allerdings bin ich mir auch dessen bewusst, dass der Grat wirklich sehr schmal ist.
    Soweit meine 10 Cent dazu. 😀

    Liebe Grüße an dich!
    Jenni

    Antworten

    • Hallo Jenni,

      mh, das ist ein guter Punkt – aus welchen Gründen man selbst einen Blog mitliest. Wenn ich so darüber nachdenke, verändert das tatsächlich auch die Akzeptanzschwelle für Werbung… ich selber lese zwei oder drei recht „unpersönliche“ Fachblogs, wo es mir letztlich nur um die Artikel geht und mich die Autoren dahinter eher nicht interessieren. Da akzeptiere ich Werbung tatsächlich mehr – vielleicht auch, weil die Blogs als Ganzes mehr in Richtung Businessgedöns gehen.
      Spannend!

      Dieser Tage habe ich einen interessanten Beitrag gelesen, in dem jemand darüber schrieb, warum er sich zwar viel im Bereich Naturspiritualität / Heidentum engagiert, aber dennoch einem regulären Vollzeitjob nachgeht anstatt ausschließlich Priester zu sein oder als (Blog-)Autor über diese Themen Geld zu verdienen. Frei zusammengefasst: „Meine Religion ist die eine Sache, mein Job eine andere. Mein Job garantiert, dass ich meine Rechnungen bezahlen kann – und deswegen muss ich meine Religion nicht vermarkten oder aufbauschen, nur um die Klick-/Leserzahlen und damit Einnahmen hochzutreiben“. Bämm – das trifft so, finde ich, auch auf ganz viele Blogs zu.
      Ob ich Fotos und Gedanken teile, wann immer mir danach ist, oder ob ich ein rentables Business am Laufen halten muss, ist halt ein Riesenunterschied.
      Und obwohl es oft heißt, dass Blogger „nur am Anfang“ kein Geld verdienen und das quasi wie der natürlich Werdegang eines Blogs aussieht, finde ich auch dauerhaft nicht-kommerzielle Blogs vollkommen legitim – die bewusste Entscheidung, damit kein Geld verdienen zu wollen.

      Liebe Grüße
      Anne

      Antworten

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