Was kostet das Bloggen?

Was kostet das Bloggen?

In den letzten Tagen gab es einige Beiträge darüber, wie teuer so ein Blog eigentlich ist.

Insbesondere der Post von Mel auf GourmetGorilla hat etliche Kontroversen ausgelöst, weil sie auf monatliche Kosten von über 1.300 Euro kommt. Mel plädoyiert dafür, dass man sich als Blogger einfach bis zu einem gewissen Grad über Werbung finanzieren muss, um zumindest einen Teil der Ausgaben wieder reinzubekommen. Gesponserte Postings sind ja immer wieder ein kritisch diskutiertes Thema, und Auslöser für Mels Beitrag war, dass ein Leser aufgrund solcher Beiträge die Glaubwürdigkeit eines Blogs in Frage stellte und sich verabschiedete.

Puh. Ist Bloggen denn wirklich so teuer? Mit welchen Ausgaben musst du rechnen, wenn du kürzlich deinen Blog gestartet hast und angesichts von solchen Kosten für ein Hobby erstmal spontan in Schockstarre verfallen bist?

In diesem Beitrag lege ich einfach mal offen, was ich persönlich so für das Bloggen ausgebe, was davon in meinen Augen notwendig ist und was eher Luxus.

Geld verdienen mit dem Bloggen

Ist Bloggen kostenlos?

Eigentlich ist es ja sehr simpel, Blogger zu werden: bei Blogger oder WordPress anmelden – was nichts kostet – und einfach munter in die Tasten hauen. Ta-daa… Kostenpunkt: 0 Euro.
Aber ist es damit wirklich getan?

Katharina hat drüben auf Bloggen für schlaue Frauen vor einiger Zeit schon einmal über die Kosten beim Bloggen geschrieben. Viele ihrer Posten tauchen auch bei mir auf, weiter unten habe ich das mal genauer aufgedröselt. Auch Peer hat kürzlich einen interessanten Beitrag über die Kosten des Bloggens, Geld und Transparenz veröffentlicht, in dem er insbesondere auf den Unterschied zwischen Hobby- und Profiblogs eingeht.

Geld ausgeben für ein Hobby…?!

Ganz grundsätzlich musst du keinen Cent ausgeben, um Blogger zu sein. Ebenso, wie du theoretisch auch in deinen stinknormalen Alltagsklamotten zum Marathon antreten kannst. Es geht.

Bloß merkst du früher oder später, dass ein passenderes Equipment die Dinge erheblich einfacher macht. Laufschuhe statt Pumps. Bequeme Tights statt Jeans. Und eine Stoppuhr für die Zeit wäre ja schon praktisch, ne? – Also legst du dir nach und nach, wenn du merkst dass du beim Laufen bleibst, eine gewisse Ausrüstung zu und gibst somit Geld für etwas aus, was doch “nur ein Hobby” ist.

Beim Bloggen ist das ganz genau so: du stellst fest, dass eine *.de-Domain seriöser wirkt als eine *.blogspot.com-Adresse. Beim Einkaufen wandern auf einmal immer mal wieder Dinge in deinen Warenkorb, die sich “gut als Deko im Hintergrund” deiner Foodfotos machen würden. Dafür wünschst du dir eh schon seit Längerem eine bessere Kamera. Vielleicht besuchst du auch eine Veranstaltung wie die Blogst und kaufst dir ein Ticket. Und so weiter…

Ja, es ist nicht ungewöhnlich, für das Bloggen Geld auszugeben. Genau so, wie man das bei so ziemlich jedem anderen Hobby tut – vom Motorrad und Klamotten über Musikinstrumente bis hin zum Briefmarkenalbum.
Bloß beim Bloggen wird so ein Terz darum gemacht. Warum? Weil Blogs “nicht echt” sind, nur im Internet? Bitte, über diese Neuland-Haltung sind wir doch schon hinaus, oder? 😉

… oder welches damit verdienen?

Was das Bloggen von vielen anderen Hobbys unterscheidet: es ist verhältnismäßig leicht, damit tatsächlich auch Geld zu verdienen.

Wenn wir mal beim Beispiel vom Laufen bleiben – mei, da musst du schon verdammt gut sein, um einen Sponsor zu finden. Die (bescheidene) Prämie bekommen, wenn überhaupt, nur die Erstplatzierten eines Wettkampfs, die große Masse der übrigen Läufer zahlt eine oft nicht unerhebliche Startgebühr.

Das ist beim Bloggen anders. Es steht dir jederzeit frei, beispielsweise mit Firmen Kooperationen einzugehen oder Werbeplätze in deiner Sidebar zu vermieten. Ohne, dass du dafür unter den besten 3 Bloggern deiner Nische sein musst und ohne, dass du erst ein Ladenlokal mieten und herrichten musst.

Spätestens wenn du mit deinem Blog den ein oder anderen Euro verdienen möchtest, steigen die Ansprüche: erstens an dein Handwerkszeug und zweitens an dein Zeitmanagement. Professionelle Tools erleichtern bzw. ermöglichen dir dabei eine Menge, sind aber oft nicht kostenlos. Ergo: um Geld zu verdienen, musst man halt auch mal Geld in die Hand nehmen. 😉

Was gebe ich für das Bloggen aus?

Blogsystem

Wie gesagt: die beliebtesten Blogsysteme, WordPress und Blogger, sind beide kostenlos. Bei WordPress hast du die Wahl zwischen der selbstgehosteten Variante sowie wordpress.com, wo du direkt ähnlich wie bei Blogger loslegen kannst. Auf wordpress.com ist die Basisversion umsonst, für mehr Funktionalitäten musst du zahlen. Die selbstgehostete Version ist komplett gratis und gibt dir alle Freiheiten, du benötigst jedoch Webspace.

Ich verwende ein selbstgehostetes WordPress, sodass ich hier auf 0 Euro komme.

Webspace

Ich habe gerade mal nachgeschaut: seit dem 4. Januar 2006 bin ich jetzt schon Kunde bei all-inkl.com (Affiliate-Link). :o) Diesen Hoster kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen, der Dienst ist zuverlässig und der Service extrem schnell (Samstagnacht um 3 die Datenbank zerschossen? Kein Problem, eine Mail senden und früh um 7 läuft alles wieder…).

Für meinen Webspace bezahle ich im Monat knapp 5 Euro, 3 Domains sind dabei inklusive.

Bildbearbeitung & Grafiken: Photoshop

Ich will einfach nicht mehr drauf verzichten und kann mit den kostenlosen Alternativen nicht so effizient arbeiten – Photoshop nutze ich seit über zehn Jahren tagtäglich.
Mittlerweile kann man es nicht mehr einmalig auf CD kaufen, sondern nur als Cloud-Abonnement. Finde ich aber okay.

Seit dem Umstieg auf den Mac vor einem Jahr nutze ich die Version “Fotografieprogramm” und zahle monatlich 11,89 € für den Doppelpack aus Photoshop und Lightroom.

Postings planen: CoSchedule

Aus der Kategorie “Nice to have”: zum Planen meiner Blogartikel und der Social Media-Posts verwende ich seit Jahren CoSchedule, was mich knapp 18 Euro im Monat kostet.

CoSchedule

Visitenkarten, Logostempel & Co.

Kein Muss, aber unglaublich praktisch: Visitenkarten und Logostempel für deine Post. Bei Vistaprint habe ich zuletzt für 500 Visitenkarten irgendwas um die 15 Euro bezahlt und damit komme ich locker einige Jahre hin.

Logo-Stempel für meinen Blog vom Landleben

Last but not least: die Gewerbeanmeldung

Sofern du mit deinem Blog eine Gewinnabsicht hast, wie es so schön heißt – sei es also, dass du Geld für Verlinkungen bekommst oder auch Produkte zum Rezensieren erhältst – musst du ein Gewerbe anmelden.

Je nachdem, wo du wohnst, kostet die Anmeldung zwischen 11 und 45 Euro. Ich selber habe damals 20 Euro gezahlt.

Übrigens wird dieser Betrag auch fällig, wenn du umziehst und dein Gewerbe daher neu anmelden musst.

Unterm Strich…

… gebe ich im Monat also rund 35 Euro für meine Blogs aus – nicht gerechnet habe ich hierbei die Dinge, die ich ohnehin benutze und nicht explizit fürs Bloggen angeschafft habe.

Die “Hab ich eh”s – Kamera, Computer & Co.

Nicht unerwähnt bleiben sollen natürlich die Posten, die du zwar für deinen Blog verwendest, aber nicht eigens dafür kaufst. Alldieweil es in diesem Beitrag aber darum geht, mit welchen zusätzlichen Kosten du als Blogger rechnen musst, habe ich sie hier oben nicht mit aufgeführt. Einen Computer samt Internetanschluss besitzt du ja höchstwahrscheinlich schon, und vermutlich auch irgendeine Kamera.

Workflow beim Fotografieren

Nichtsdestotrotz kann es sein, dass du je nach Blogthema nach und nach zusätzliche Accessoires anschaffst: möchtest du beispielsweise Kosmetik oder Food fotografieren, benötigst du insbesondere in der dunklen Jahreszeit eine entsprechende Beleuchtung, dazu kommen natürlich Speicherkarten, Fototaschen, verschiedene Hintergründe und Deko-Materialien. Nicht zu vergessen die zusätzlichen Schränke, die du für den ganzen Kram irgendwann brauchst… 😀

Fazit

Im Grunde genommen ist Bloggen ein sehr preiswertes Hobby. Wenn dein Blog aber eine gewisse Größe erreicht und / oder du damit Geld verdienen möchtest, fallen an diversen Stellen Investitionen an – teilweise einmalig, teilweise regelmäßig. Wie viel das genau ist, hängt nicht zuletzt auch von der thematischen Ausrichtung deines Blogs ab und davon, wie viele Props du benötigst.

Wie viel Geld gibst du denn für deinen Blog aus?