Ich möch ze Fooss durch Kölle jon – 21,1km beim RheinEnergie-Marathon Köln

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Rheinenergie-Marathon Köln 2013

Sonntagmorgen, 5 Uhr: während ich mich früher um diese Zeit in den Sitzen des nächstbesten Taxis zurückgelehnt habe, auf dem Heimweg vom Partymachen, klingelt da heute der Wecker. Raus aus der warmen Bettdecke, im Halbschlaf Kaffee kochen und dann mit dem Hund raus. Es ist dunkel, kalt und regnet, und es ist der Tag des RheinEnergieMarathons in Köln. Zusammen mit 14.000 anderen Läufern, unter anderem dem Besten, habe ich mich für die Halbmarathondistanz gemeldet. Insgesamt gehen 25.800 Athleten an den Start.

Die Laufklamotten habe ich gestern Abend schon zurechtgelegt; die Startnummer mit Sicherheitsnadeln an meinem Trikot zu befestigen, ohne mir ein paar neue Piercings zu stechen, ist der Hallo-wach-Test. Mittlerweile ist auch der Beste auf den Beinen, und als wir auf dem Weg zur Straßenbahn im Auto sitzen, ist die Temperaturanzeige nicht gerade berauschend:

Halbmarathon Köln 2013

So gut wie jeder in der Straßenbahn trägt eine der charakteristischen blau-weiß-roten Tüten bei sich, in denen man im Vorfeld auf der Marathon-Expo die Startunterlagen ausgehändigt bekam – zusammen mit einem bedruckten Kölschglas, jeder Menge Gratisverpflegung und Produktproben übrigens:

Halbmarathon Köln 2013

Heute sind das unsere Kleiderbeutel, in denen die Wechselklamotten abgegeben und per LKW vom Start- zum Zielbereich transportiert werden.

Der Beste und ich kommen zeitig in Deutz an und warten erstmal eine halbe Stunde im Gedränge im Bahnhofsgebäude.

Halbmarathon Köln 2013

Als dann die Dämmerung anbricht, stopfe ich die Winterjacke mit einem wehmütigen Blick in den Kleiderbeutel und gehe raus – UARGH, ist das kalt.  *_*  Zumindest hat es aufgehört zu regnen.Die Helfer sind sehr freundlich und ich tausche meinen Kleiderbeutel gegen ein aufmunterndes „Viel Spaß! “ ein. Nochmal aufs Klo, der Psyche wegen? Nee, Dixi. Is nich so dringend.
Also auf zum Startbereich, der farblich gruppiert ist. Ich bin orange, irgendwas in der Mitte, und im Schneckentempo schieben sich die Massen vorwärts.
Um 8.30 fällt der Startschuss für die erste Gruppe, und eine Viertelstunde später ist auch Orange dran. Passend zum Motto des Laufs, „Der Dom ist das Ziel!“, erschallt aus den Lautsprechern Highway to Hell. ^^ Ein letztes Mal vergewissern, dass die Uhr auch eingeschaltet ist, langsam lostraben, da ist auch schon die Startmatte, drüber, Uhr starten, LOS!

Der erste Kilometer führt über die Deutzer Brücker auf die andere Rheinseite, dann geht es mit einem Schlenker zum Neumarkt und dann zum Rudolfplatz. Da ich in letzter Zeit weitaus mehr auf dem Crossbike und im Schwimmbad unterwegs war als denn auf der Laufstrecke, habe ich mir einen 7er-Pace vorgenommen, sieben Minuten für jeden Kilometer also. Ziemlich bald stellt sich heraus, dass das GPS-Signal der Garmin nicht ganz genau ist und ich mich auf deren Pace-Anzeige nicht verlassen kann. Möp. Ich laufe also nach Gefühl und schlage ein ruhiges Tempo an, um bei jeder Kilometermarke die Zeit abzugleichen. Das kommt ziemlich gut hin, ich bin ein bisschen schneller als geplant, aber es läuft. 🙂

Die Strecke mäandert durch diverse Kölsche Veeddel, unter anderem an der Uni vorbei, durch Sülz, am Melatenfriedhof vorbei, zum Mediapark und kreuzt dabei dreimal aus jeweils unterschiedlichen Richtungen den Rudolfplatz, wo ich ja arbeite. Mittlerweile habe ich mir zwei Minuten Zeitpuffer erlaufen und freue mich, als mit Kilometer 11 schon mehr als die Hälfte geschafft war. Wirklich viele Zuschauer sind trotz des usseligen Wetters gekommen, um uns mit Musik, Rasseln und Plakaten („Lauf schneller, ich steh im Halteverbot!“) anzufeuern. Es herrscht eine tolle Stimmung. 🙂 Bemerkenswert ist übrigens jene Läuferin, die eine Wette verloren hatte und deswegen mit Bikini, Schwimmflügelchen und… Schwimmflossen laufen muss. ^^

Irgendwann zwischen Kilometer 15 und 16 bekomme ich plötzlich stechende Rückenschmerzen und ich nehme Tempo raus, um das wieder hinzukriegen. Bei mir rutschen die Wirbel so oft ineinander, dass mein Rücken jedesmal von oben bis unten knackt, wenn der Beste mich in den Arm nimmt oder ich mich morgens strecke, oft reicht es auch, mit den Händen an bestimmten Stellen auf den Rücken zu drücken. 😀 Diesmal bin ich leider nicht erfolgreich, es knackt nicht und so laufe ich dann halt mit Rückenschmerzen weiter, muss erstmal meinen Rhythmus wiederfinden. Lustigerweise stören mich Muskelschmerzen nicht sonderlich, da kann ich gut weiterlaufen. Rückenschmerzen, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen gehen aber so gar nicht. *_* Meine Laune ist etwas ramponiert und die letzten drei Kilometer ziehen sich länger hin als die ganzen achtzehn davor.

Noch drei Kilometer, zweieinhalb, etwas mehr als zwei, anderthalb, nur noch ein paar hundert Meter… über die Hohe Straße geht es um einige Kurven endlich ins Ziel. Örx. Eine 2:27:22 ist es geworden, was einen Pace von 6:59 bedeutet. 🙂
Der Beste ist eine beachtliche 2:10:58 gelaufen und hat damit seine bisherige Bestzeit um fast sechs Minuten verbessern können.

Halbmarathon Köln 2013

Im Zielbereich erwartete uns das Rewe-Verpflegungsdorf, eine große Fressmeile. 😉
Medaillen gab‘ s auch für jeden Finisher.

Von der Ziellinie bis zum Kleider-LKW brauchte ich vor lauter Gedränge fast eine halbe Stunde, was dann schon verdammt kalt war, ebenso wie der restliche Heimweg. Zuhause gab’s denn erstmal eine heiße Dusche und danach selbstgemachte Pizza mit ein paar Folgen Battlestar Galactica…. perfekt, auch wenn ich trotz mehrerer Lagen Kleidung immernoch nicht wirklich aufgetaut bin. ^^

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Anne Schwarz

Geschrieben von Anne Schwarz

Merry meet! Ich bin 31 Jahre alt und wohne mit meinem Mann, Hund und Katze in einem kleinen Dorf im Bergischen Land. Das ♥ schlägt für die Natur, die Fotografie & das Schreiben. Ich bin viel draußen unterwegs, baue unser eigenes Obst und Gemüse an und tobe mich gern kreativ aus - egal ob mit Papier oder Quellcode. » Magst du mehr erfahren?

5 Kommentare

  1. Sowas hört sich immer ganz toll an 🙂

    Ich müsste fürs Laufen irgendwie mir Motivation kaufen,…

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  2. Super Bericht, ich habe mich dieses Jahr leider noch nicht so getraut, ich brauche so lange um eine vernünftige Kondition aufzubauen, total schlimm!

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  3. Ich bin auch schon einige Male halbmarathon gelaufen aber bei keinem habe ich im Vorfeld eine Tüte voller Geschenke erhalten. Hier in Freibirg bekommt man Nudeln nach dem Lauf aber nur wenn man gleich kommt.

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  4. Pingback: KölnTriathlon 2014 - mein erster Triathlon! o/ | vom Landleben

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