17 Eselsbrücken für die Fotografie – und was sie taugen

4. März 2018 Foto-Tipps5.1 min read 45 Kommentare

Magst du Eselsbrücken? Diese kleinen Merksätze für alle nur erdenklichen Lebenslagen? – Auch in Sachen Fotografie gibt es so einige mal lustige, mal nützliche Gedächtnisstützen.

Ich habe sie mal zusammengetragen und geschaut, ob sie etwas taugen oder nicht.

Licht

Geht im Sucher keine Sonne auf, hast du noch den Deckel drauf.

Wahre Worte! 😀

Hast du die Sonne im Rücken, solltest du den Auslöser drücken.

Da ist etwas dran: unbeabsichtigtes Gegenlicht verhunzt dir schnell die Fotos, und der Schattenwurf bei Mittagssonne ist oft alles andere ideal. Sonne im Rücken ist eine gute Faustregel.

Zwischen zwölf und drei hat der Fotograf frei.

It depends, würde ich sagen. In der Mittagszeit steht die Sonne hoch am Himmel, infolgedessen gibt es oft starke Kontraste zwischen den hell ausgeleuchteten Bereichen und den schattigen Stellen. Allerdings kommt es immer auf das tatsächliche Licht an – an diesigen Tagen wirst du nicht mit Schlagschatten zu kämpfen haben.

In der grellen Mittagssonne sind die Bilder für die Tonne!

Dito.

Scheint keine Sonne durch die Ritzen, musst du blitzen.

Jain… das würde ich so nicht unterschreiben. Klar – bei schlechten Lichtbedingungen ist es naheliegend, einen Blitz einzusetzen. In den letzten Jahren hat sich im Bereich ISO aber viel getan, sodass etliche Kameras auch mit einer höheren ISO-Zahl klarkommen, ohne zu rauschen. Oder du wählst eine Langzeitbelichtung, bei der durch die Dauer mehr Licht auf den Sensor fällt.

Blende

Für Schärfe ohne Ende, nimm die kleinste Blende.

Jap – je kleiner die Blende, desto größer die Tiefenschärfe.

Vorsicht, am Anfang ist das verwirrend: je kleiner die Blende, desto größer ist nämlich die Zahl – f/1.8 bezeichnet eine weit geöffnete Blende, f/16 eine kleine Blende. 🙂

Objektiv: Tamron 28-75mm f/2.8
Blende f/14 – der Hintergrund ist recht unruhig
Objektiv: Tamron 28-75mm f/2.8
Blende f/2.8 – Scharfer Vordergrund, verschwommener Hintergrund

Bei Kind und Tier, nimm Blende 4.

Das ist eine gute Faustregel: bei Portraits möchtest du ja oft einen unscharfen Hintergrund und ein knackig scharf gestelltes Gesicht haben. Deswegen machst du die Blende möglichst weit auf, beispielsweise auf f/2.8, und setzt den Fokuspunkt genau auf die Augen der Person.

Schwierig wird das bei Kindern und Tieren, weil die beide naturgemäß oft nicht stillhalten. Dann verrutscht dir vor lauter Herumhampeln der Fokus – und dein Bild wird unscharf. Je kleiner die Blende, desto eher verzeiht es dir das Foto, wenn der Fokuspunkt nicht exakt sitzt.

Die Sonne lacht, nimm Blende 8.

Ich glaube, das war der erste Merksatz zur Fotografie, den ich jemals gehört habe. Und ich persönlich kann ihn ganz und gar nicht unterschreiben! Ich fotografiere ja gerne mit Offenblende als Stilmittel, sodass der Hintergrund unscharf verschwimmt. Klar, dadurch gelangt sehr viel Licht auf den Sensor. Aber da verkürze ich dann lieber die Belichtungszeit, um das wieder auszugleichen, als die Blende zu schließen.

Fotografierst du ein Konzert, wird die Blende aufgesperrt.

Genau. Während des Studiums habe ich ja mehrere Jahre lang ein Musikmagazin geleitet und im Rahmen dessen regelmäßig Konzerte fotografiert. Abgesehen von Open Air-Veranstaltungen haben Konzerte die Eigenschaft, meist recht duster zu sein – zumindest aus Sicht der Kamera. 😉
Ein lichtstarkes Objektiv sowie eine Kamera, die in Sachen ISO möglichst weit mitgeht, sind da ein Muss.

Motiv

Wenn du denkst, du bist nah dran, geh noch einen Schritt näher ran.

Hmm… kommt auf den Bildaufbau an, denke ich.

Ist es strittig, mach es mittig.

Finde ich ganz und gar nicht. Mittig platzierte Motive wirken schnell langweilig – vor einiger Zeit habe ich ja mal darüber geschrieben, wie du den optimalen Bildaufbau findest.

Unterm Knie schneide nie!

Stimmt! Das wirkt einfach unglücklich:

Urlaub in Blaubeuren 2014
Abgeschnittene Füße sind nicht schön 😉

Vordergrund macht Bild gesund.

Oh ja! Gerade bei Landschaftspanoramas sind das wahre Worte – die wirken einfach viel ansprechender, wenn es auch im Vordergrund irgendein Element wie beispielsweise einen adrett ins Bild ragenden Ast gibt.

Hintergrund nicht kunterbunt.

Jap, sonst lenkt er zu sehr vom eigentlichen Motiv ab.

Belichtungszeit

Nur mit Stativ, da gibts keinen Streit, gelingt die lange Belichtungszeit.

Word! In der Hand kannst du die Kamera einfach nicht lange genug stillhalten, um mehrere Sekunden lang verwackelungsfrei zu belichten. Etwa 1/100s bekommt man gut hin, mit etwas Übung auch 1/60s. Darüber hinaus wird’s fast unmöglich, die Kamera stillzuhalten.

Sternenhimmel
Volle 6 Sekunden lang habe ich hier belichtet – für das menschliche Auge war es stockduster

Für Langzeitbelichtungen brauchst du also ein Stativ oder zumindest einen Untergrund, auf dem du deine Kamera abstellen kannst. Auf diese Weise gelingen dir beispielsweise Fotos vom Sternenhimmel oder auch dynamische Aufnahmen von fließendem Wasser.

Langzeitbelichtung am Bach
Diesen Bach habe ich mit 1/30s fotografiert, damit das Wasser lebendig wirkt

Bildbearbeitung

Ist das Bild nicht wirklich top, hilft Dir auch kein Photoshop.

Joa! Ein kleinerer Fauxpas wie ein hässliches Verkehrsschild im Hintergrund lässt sich leicht wegretuschieren, und in Sachen Aufhellen und Abdunkeln der Tiefen bzw. Lichter kannst du auch verdammt viel drehen. Aber ein komplett verwackeltes Foto oder schlicht ein saulangweiliges Motiv vermag auch Photoshop nicht mehr zu retten.

Fotografierst du deine Bilder roh, bist du beim Bearbeiten darüber froh!

Eine Eselsbrücke aus moderner Zeit: gemeint ist, dass du im RAW-Modus fotografieren solltest. Bei diesen Dateien hast du später in Lightroom & Co. einen größeren Spielraum, was das Bearbeiten angeht, als bei JPEGs.


Ein paar dieser Merksätze finde ich wirklich hilfreich, andere haben mich eher einfach schmunzeln lassen. Wie ergeht es dir da?

Und kennst du noch mehr Eselsbrücken zum Fotografieren? 🙂

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Magst du Eselsbrücken? Diese kleinen Merksätze für alle nur erdenklichen Lebenslagen? – Auch in Sachen Fotografie gibt es so einige mal lustige, mal nützliche Gedächtnisstützen.

Ich habe sie mal zusammengetragen und geschaut, ob sie etwas taugen oder nicht.

Licht

Geht im Sucher keine Sonne auf, hast du noch den Deckel drauf.

Wahre Worte! 😀

Hast du die Sonne im Rücken, solltest du den Auslöser drücken.

Da ist etwas dran: unbeabsichtigtes Gegenlicht verhunzt dir schnell die Fotos, und der Schattenwurf bei Mittagssonne ist oft alles andere ideal. Sonne im Rücken ist eine gute Faustregel.

Zwischen zwölf und drei hat der Fotograf frei.

It depends, würde ich sagen. In der Mittagszeit steht die Sonne hoch am Himmel, infolgedessen gibt es oft starke Kontraste zwischen den hell ausgeleuchteten Bereichen und den schattigen Stellen. Allerdings kommt es immer auf das tatsächliche Licht an – an diesigen Tagen wirst du nicht mit Schlagschatten zu kämpfen haben.

In der grellen Mittagssonne sind die Bilder für die Tonne!

Dito.

Scheint keine Sonne durch die Ritzen, musst du blitzen.

Jain… das würde ich so nicht unterschreiben. Klar – bei schlechten Lichtbedingungen ist es naheliegend, einen Blitz einzusetzen. In den letzten Jahren hat sich im Bereich ISO aber viel getan, sodass etliche Kameras auch mit einer höheren ISO-Zahl klarkommen, ohne zu rauschen. Oder du wählst eine Langzeitbelichtung, bei der durch die Dauer mehr Licht auf den Sensor fällt.

Blende

Für Schärfe ohne Ende, nimm die kleinste Blende.

Jap – je kleiner die Blende, desto größer die Tiefenschärfe.

Vorsicht, am Anfang ist das verwirrend: je kleiner die Blende, desto größer ist nämlich die Zahl – f/1.8 bezeichnet eine weit geöffnete Blende, f/16 eine kleine Blende. 🙂

Objektiv: Tamron 28-75mm f/2.8
Blende f/14 – der Hintergrund ist recht unruhig
Objektiv: Tamron 28-75mm f/2.8
Blende f/2.8 – Scharfer Vordergrund, verschwommener Hintergrund

Bei Kind und Tier, nimm Blende 4.

Das ist eine gute Faustregel: bei Portraits möchtest du ja oft einen unscharfen Hintergrund und ein knackig scharf gestelltes Gesicht haben. Deswegen machst du die Blende möglichst weit auf, beispielsweise auf f/2.8, und setzt den Fokuspunkt genau auf die Augen der Person.

Schwierig wird das bei Kindern und Tieren, weil die beide naturgemäß oft nicht stillhalten. Dann verrutscht dir vor lauter Herumhampeln der Fokus – und dein Bild wird unscharf. Je kleiner die Blende, desto eher verzeiht es dir das Foto, wenn der Fokuspunkt nicht exakt sitzt.

Die Sonne lacht, nimm Blende 8.

Ich glaube, das war der erste Merksatz zur Fotografie, den ich jemals gehört habe. Und ich persönlich kann ihn ganz und gar nicht unterschreiben! Ich fotografiere ja gerne mit Offenblende als Stilmittel, sodass der Hintergrund unscharf verschwimmt. Klar, dadurch gelangt sehr viel Licht auf den Sensor. Aber da verkürze ich dann lieber die Belichtungszeit, um das wieder auszugleichen, als die Blende zu schließen.

Fotografierst du ein Konzert, wird die Blende aufgesperrt.

Genau. Während des Studiums habe ich ja mehrere Jahre lang ein Musikmagazin geleitet und im Rahmen dessen regelmäßig Konzerte fotografiert. Abgesehen von Open Air-Veranstaltungen haben Konzerte die Eigenschaft, meist recht duster zu sein – zumindest aus Sicht der Kamera. 😉
Ein lichtstarkes Objektiv sowie eine Kamera, die in Sachen ISO möglichst weit mitgeht, sind da ein Muss.

Motiv

Wenn du denkst, du bist nah dran, geh noch einen Schritt näher ran.

Hmm… kommt auf den Bildaufbau an, denke ich.

Ist es strittig, mach es mittig.

Finde ich ganz und gar nicht. Mittig platzierte Motive wirken schnell langweilig – vor einiger Zeit habe ich ja mal darüber geschrieben, wie du den optimalen Bildaufbau findest.

Unterm Knie schneide nie!

Stimmt! Das wirkt einfach unglücklich:

Urlaub in Blaubeuren 2014
Abgeschnittene Füße sind nicht schön 😉

Vordergrund macht Bild gesund.

Oh ja! Gerade bei Landschaftspanoramas sind das wahre Worte – die wirken einfach viel ansprechender, wenn es auch im Vordergrund irgendein Element wie beispielsweise einen adrett ins Bild ragenden Ast gibt.

Hintergrund nicht kunterbunt.

Jap, sonst lenkt er zu sehr vom eigentlichen Motiv ab.

Belichtungszeit

Nur mit Stativ, da gibts keinen Streit, gelingt die lange Beli