Kamera-Modus: was bedeuten M, S, A, P & Co.?

26. Dezember 2014- aktualisiert: 3. Januar 2020 Foto-Tipps 16 Kommentare

Hast du deine Kamera griffbereit?
Heute lernst du sie wieder ein Stück weit besser kennen, wir gucken uns nämlich das sogenannte Moduswahlrad genauer an. 🙂

So gut wie jede Kamera verfügt über dieses knubbelige Ding, das mit verschiedenen kryptischen Bezeichnungen versehen ist: M, S, A, P, Tv, SCN, B, Av, C1, C2, … teilweise werden die Buchstaben dann noch um kleine Symbole wie eine Blume oder ein Gesicht ergänzt.
Wofür ist das gedacht? – Ganz einfach: hierüber stellst du ein, in welchem Modus du fotografieren möchtest: auf Automatik, wo die Kamera alles für dich übernimmt und du nur noch den Auslöser drücken musst? Ganz manuell, wo du Blende, Belichtungsdauer und all ihre Freunde selber festlegst? Oder irgendetwas dazwischen? Auswahl gibt es ja genug! 😉

Du findest das alles eher verwirrend und bist dir nicht sicher, was eigentlich der Unterschied zwischen diesen ganzen Optionen ist? Am liebsten bleibst du im automatischen Modus, auch wenn die Bilder dann oft nur so lala werden? – Keine Panik! In diesem Artikel lernst du endlich, was die verschiedenen Modi bedeuten und in welcher Situation du mit welcher Einstellung am besten beraten bist. 🙂

Der Kamera-Modus ist keine Raketenwissenschaft: Klick um zu Tweeten

Wo finde ich das Modus-Wahlrad?

Je nachdem, welche Kamera du besitzt, ist es auf der Oberseite der Kamera rechts oder links angebracht.

Hier habe ich mal einige verschiedene Kameras zum Vergleich nebeneinander gestellt:

Modus-Wahlrad an der Kamera
Das Modus-Wahlrad an verschiedenen Kameras: unten links Sony alpha 6000, darüber Canon PowerShot SX120IS, Canon 40D (oben Mitte), Canon 5D Mk III (rechts)

Was bedeuten die Bezeichnungen?

Wie du siehst, unterscheiden sich die Bezeichnungen häufig.
Zum Teil liegt das daran, dass die verschiedenen Kameras unterschiedliche Modi mitbringen. Teilweise werden aber auch einfach unterschiedliche Bezeichnungen für den gleichen Modus verwendet.

Motivprogramme / Szenen (SCN)

Fangen wir mit den Bildchen an. 😉 Dahinter verbergen sich die sogenannten Motivprogramme, beispielsweise für Portraits oder Nachtaufnahmen. Letztlich ist das nichts anderes als ein Automatikmodus, in dem du der Kamera aber mitteilst, um was für eine Art Motiv es sich handelt. Je nachdem werden einige Einstellungen wie beispielsweise die Blendenöffnung oder die Belichtungszeit angepasst.
Im Sport-Modus fällt die Belichtungszeit beispielsweise sehr kurz aus, damit auch rennende Fußballer noch knackig scharf erwischt werden und nicht verwackeln.

Bei manchen Kameras hast du sowohl die Piktogramme für die häufigsten Motivsorten abgebildet, darüber hinaus aber noch die Option “SCN” (Szene) für alle weiteren Optionen. Da musst du dann kurz ein Menü öffnen und die passende Szene auswählen.

Im Vergleich zum Automatik-Modus sind Motivprogramme auf jeden Fall die bessere Wahl. Gerade, wenn du mit der Fotografie noch nicht so vertraut bist, kannst du darüber lernen, eine Situation richtig zu beurteilen: wie hell ist es, bewegt sich mein Motiv, um was für ein Licht handelt es sich (grelle Neonröhren oder das orange Licht eines Sonnenuntergangs), …?
Probiere einmal aus, wie das gleiche Motiv mit verschiedenen Programmen aussieht: fotografiere die gleiche Szene mit verschiedenen Motivprogrammen und vergleiche die Ergebnisse miteinander. Diese Erfahrungen werden dir später helfen, wenn du dich in den manuellen Bereich vortastest.

Auto = Vollautomatik (nicht mit A /Av verwechseln!)

Im Automatikmodus übernimmt die Kamera alles für dich. Du musst sie nur einschalten, den gewünschten Bildausschnitt wählen und den Auslöser drücken. Falls es zu dunkel ist, wird automatisch der Blitz zugeschaltet.

In vielen Situationen liefert dieser Modus mehr oder weniger brauchbare Bilder ab – vor allem, solange dein Motiv sich nicht bewegt und es hell genug ist. Bei herumtollenden Hunden wirst du hier nur verwackelte Bilder bekommen, da die Kamera nicht weiß, dass sie hier kürzere Verschlusszeiten nehmen sollte. In diesem Fall solltest du nachschauen, ob du nicht ein Motivprogramm für Sportaufnahmen hast.

Der eingebaute Blitz einer Kamera ist leider selten eine gute Idee. Wir alle kennen diese Zombie-Fotos, wo Leute mit viel zu hellen Gesichtern und roten Augen vor einem komplett schwarzen Hintergrund stehen, oder? Auch wenn es eigentlich ein gemütlicher Abend bei Kerzenschein war? Du siehst schon, hier hat’s der Automatikmodus eindeutig verkorkst und du bist mit einem anderen Modus besser beraten.

Auf den Schärfe-Unschärfe-Verlauf hast du im Automatikmodus keinen Einfluss, du kannst also nicht steuern, dass dein Motiv scharf ist und der Hintergrund verschwommen.

Je nach Kamera gibt es teilweise zusätzlich eine sogenannte intelligente Automatik (iA), bei der auch Zusatzfunktionen wie eine Motiverkennung aktiv sind.

Bei den meisten Kameras ist der Automatikmodus grün hervorgehoben. Teilweise heißt er “Auto”, auf der Sony a6000 ist es einfach nur ein grünes Kamerasymbol, bei Canon ist es ein grünes Rechteck.
Achtung: Der Modus “A” bzw. “Av” ist etwas anderes, dazu weiter unten mehr.

Beim automatischen Modus musst du nichts weiter tun als das Auslöseknöppchen zu drücken. Du hast nicht viel Einfluss auf das Bild, musst dich dafür aber auch um nichts kümmern. Wenn du tagsüber ein statisches Motiv fotografierst, beispielsweise eine Landschaft, liefert die Vollautomatik in der Regel annehmbare Bilder. Vor allem in dunkleren Situationen, wo automatisch der Einbaublitz deiner Kamera ausgelöst würde, oder bei sich bewegenden Motiven stößt die Automatik aber an ihre Grenzen.

M = manueller Modus

Das Gegenteil des Automatikmodus: hier hast du die volle Kontrolle!
Belichtungszeit, Blende, ISO, Blitz, … all das stellst du selber ein. Wenn du weißt, was du tust, kannst du hiermit die optimalen Einstellungen für jede erdenkliche Situation wählen, denn die Kameraautomatik hat halt einfach ihre Grenzen. Auch um dich mit deiner Kamera vertraut zu machen, ist dieser Modus hervorragend geeignet.

[Tweet “Keine Angst vor dem manuellen Fotografieren! :)”]

In schwierigen Situationen, wo sich beispielsweise die Lichtbedingungen rasch ändern, kommst du aber womöglich nicht damit hinterher, die Einstellungen immer rechtzeitig anzupassen. Dann eignet sich einer der im Folgenden beschriebenen halbautomatischen Modi.

Der manuelle Modus ist die Königsdisziplin der Fotografie. Er setzt voraus, dass du dich mit dem Zusammenspiel von Blendenöffnung, Belichtungsdauer, Fokus, Weißabgleich und so weiter auskennst. Dann bist du gewappnet, um jede Situation mit den jeweils bestmöglichen Kameraeinstellungen zu fotografieren.

S /  Tv =  Zeitpriorität bzw. Blendenautomatik (time value)

Für diesen Modus gibt es verschiedene Bezeichnungen – S oder Tv.

Du stellst selber die Belichtungszeit ein, alles andere regelt im Normalfall die Kamera. Bei Bedarf kannst du alle Parameter bis auf die Blende aber auch selber justieren.

Die Blendenautomatik ist vor allem dann praktisch, wenn du eine bestimmte Belichtungszeit brauchst – sei es jetzt besonders lang (Nachtaufnahmen) oder besonders kurz (Sportfotos).

A / Av = Blendenpriorität bzw. Zeitautomatik (aperture value)

Umgekehrt gibt’s das Ganze natürlich auch: du legst die Blendenöffnung fest, der Rest wird automatisch angepasst.

Das ist zum Beispiel hilfreich, wenn du auf jeden Fall mit Offenblende arbeiten möchtest, um einen möglichst unscharfen Hintergrund zu erzielen, die Helligkeit aber schwankt.

A-Dep = Schärfentiefenautomatik

Bei Canon findet sich bei einigen Modellen der EOS-Reihe der Modus A-Dep, bei dem du über einen Schieberegler die Blende und Belichtungszeit regulieren kannst. Dadurch siehst du eben direkt, wie unscharf dein Hintergrund je nach Blendenöffnung wird, und bekommst die passende Belichtungsdauer.

Habe ich nie benutzt, hmm…

P = Programmautomatik

Verschlusszeit und Blende werden von der Kamera gesteuert, für ISO und Co. bist du selber zuständig.
Bei den meisten Kameras kannst du einstellen, ob du lieber eine kurze Belichtungszeit bei offener Blende verwenden willst oder umgekehrt lieber stärker abblendest und dafür länger belichtest.

Ehrlich gesagt, kann ich mit diesem Modus nicht viel anfangen und verwende ihn nie. 😉

B = bulb

Manche Kameras bringen einen eigenen Modus für Langzeitbelichtungen mit. Hierbei bleibt die Blende solange offen, wie auf den Auslöser gedrückt wird (wobei sich hier ein Fernauslöser anbietet, um Verwacklungen zu vermeiden).

C1 – C3 bzw. MR

Das C steht für “Custom”, d.h. hier hast du die Möglichkeit, dir bis zu drei selbst zusammengestellte Einstellungen abzuspeichern.
Bei meiner Sony alpha nennt sich das Ganze MR.

Und dann war da noch die Belichtungskorrektur…

Wenn dir die Bilder, die in den Modi A, S oder P aufgenommen wurden, zu hell oder zu dunkel sind, kannst du an der Belichtungskorrektur herumspielen. Standardmäßig steht die auf 0, du kannst sie aber in einen positiven bzw. negativen Bereich verschieben.

Fazit
Über das Moduswahlrad kannst du den Grad variieren, in dem die Kamera einige oder auch alle Einstellungen automatisch vornimmt. Bei Tageslicht und unbewegten Motiven liefert der Automatikmodus brauchbare Ergebnisse ab, in anderen Situationen bieten sich spezifische Motivprogramme an. Bei der Blenden- oder Zeitpriorität steuerst du einige Parameter, im manuellen Modus hast du die komplette Kontrolle über deine Aufnahme.

In der Regel arbeite ich immer im manuellen Modus, Av und Tv kommen aber auch ab und an zum Einsatz.

In welchem Kamera-Modus fotografierst du am häufigsten?

Zu diesen Themen gibt’s noch mehr Artikel:

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Wofür ist das gedacht? – Ganz einfach: hierüber stellst du ein, in welchem Modus du fotografieren möchtest: auf Automatik, wo die Kamera alles für dich übernimmt und du nur noch den Auslöser drücken musst? Ganz manuell, wo du Blende, Belichtungsdauer und all ihre Freunde selber festlegst? Oder irgendetwas dazwischen? Auswahl gibt es ja genug! 😉

Du findest das alles eher verwirrend und bist dir nicht sicher, was eigentlich der Unterschied zwischen diesen ganzen Optionen ist? Am liebsten bleibst du im automatischen Modus, auch wenn die Bilder dann oft nur so lala werden? – Keine Panik! In diesem Artikel lernst du endlich, was die verschiedenen Modi bedeuten und in welcher Situation du mit welcher Einstellung am besten beraten bist. 🙂

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