So gelingen dir scharfe Fotos

24. August 2013- aktualisiert: 6. Januar 2020 Foto-Tipps 22 Kommentare

Ob ein Foto etwas geworden ist oder nicht, hängt nicht zuletzt von seiner Schärfe ab. Das Motiv kann noch so toll sein – wenn’s verwackelt ist, war’s das.
In diesem Tutorial lernst du ein paar Tipps und Tricks kennen, mit denen dir scharfe Fotos gelingen. 🙂

Pass die Belichtungszeit an

Allem voran ist es wichtig, dass du beim Fotografieren die richtige Belichtungszeit wählst: je schneller sich das Motiv bewegt, desto kürzer musst du belichten. Andernfalls verwischen die Bewegungen, und das möchtest du ja in der Regel nicht.

Mit 1/125s bist du gut beraten, wenn du weitestgehend ruhige Motive wie Landschaften, Portraits oder Stillleben fotografieren möchtest.

Bei Aufnahmen von herumtobenden Hunden oder bei Sportszenen muss die Belichtungszeit für scharfe Fotos deutlich kürzer ausfallen. Wie kurz genau, hängt von der Geschwindigkeit ab. Diesen Rennradfahrer beim KölnTriathlon 2014 habe ich beispielsweise mit 1/1000s fotografiert:

Scharfe Fotos beim Sport dank kurzer Belichtungszeit
Belichtungszeit: 1/1000s – Blende: f/2.8 (Offenblende) – ISO 400

Wenn du dir im manuellen Modus deiner Kamera nicht ganz sicher bist, kannst du nachschauen, ob sie über einen speziellen Modus für Sportaufnahmen verfügt. Hier wird die Belichtungszeit automatisch angepasst.

Übrigens: du selber hältst deine Kamera auch nicht völlig ruhig. Aus der Hand kann man nur bis etwa 1/60s verwacklungsfrei fotografieren. Für längere Belichtungszeiten empfiehlt sich ein Stativ.

Tipp: Schnapp dir deine Kamera, stell das Modus-Wahlrad auf “manuell” oder “S / Tv” und experimentiere mit verschiedenen Belichtungszeiten herum! 🙂

Fokussiere richtig

Neben der Belichtungsdauer ist der zweite wichtige Aspekt der Fokus: nämlich der Bereich im Bild, auf dem der Schärfepunkt liegt.

Das hier ist ein klassisches Beispiel für einen verrutschten Autofokus – scharfgestellt wurde auf den Gartenzaun im Hintergrund statt auf die gute Nala:

Verrutschter Autofokus – Fotografie-Tutorial auf vom Landleben

Durch die Offenblende (f/2.8) wird der Unterschied zwischen den beiden Schärfe-Ebenen hier übrigens besonders deutlich: je weiter offen die Blende ist, desto stärker fällt der Schärfe-Unschärfe-Verlauf aus. Das heißt: wenn du mit Offenblende arbeitest, um beispielsweise bei Porträts einen schön verschwommenen Hintergrund zu erzielen, dann musst du ganz besonders darauf achten, auf den richtigen Punkt zu fokussieren.

Was ist der richtige Fokuspunkt für scharfe Fotos?

Dieses Foto hier wirkt unscharf, obwohl der Fokus ganz eindeutig auf Juli liegt:

Scharfe Fotos: Fotografie-Tutorial auf vom Landleben

Tja. Der Fokuspunkt liegt nämlich auf Julis Nase. Und bei Portraits – egal ob von Menschen oder Tieren – beurteilen wir anhand der Augen, ob das Bild scharf ist oder nicht.

Das folgende Foto wirkt daher gelungen, obwohl die Schnüss und das hintere Auge schon in Unschärfe verschwimmen, von den Pfoten ganz zu schweigen:

Foto-Tutorial: Autofokus
Tipp: Gewöhn dir an, beim Portraitieren von Menschen und Tieren den Fokuspunkt immer auf die Augen zu legen.

Es hängt natürlich von den Einstellungen deiner Kamera ab, ob du den Fokuspunkt überhaupt selber setzen kannst oder ob das die Automatik für dich übernimmt. Was ist besser? – Bei Landschaftsaufnahmen, wo sich alle Objekte eher weiter weg befinden, kommt die Kamera-Automatik meist ganz gut hin. Sofern sie über eine Gesichtserkennung verfügt, klappt das Scharfstellen auch bei Portraits zumeist ganz gut.

Kritisch wird es allerdings bei Nahaufnahmen, beispielsweise bei Makros. Da hast du in der Regel ja ganz genaue Vorstellungen davon, auf was fokussiert werden soll – bloß weiß das deine Kamera nicht unbedingt. Hier ist ein klassisches Beispiel für einen vermasselten Autofokus – natürlich sollte eigentlich die vordere Blüte scharf werden, nicht der Zweig:

Scharfe Fotos setzen voraus, dass der Fokuspunkt richtig gewählt wurde

… und dann war da ja noch Photoshop.

Photoshop und Lightroom bieten dir die Möglichkeit, ein Foto nachzuschärfen.

In Photoshop gibt es zum einen den Scharfzeichnungsfilter, den du unter Filter » Scharfzeichnungsfilter findest. Hier gibt es verschiedene Optionen. Je nach Motiv kann es bereits okay sein, wenn du einfach “Scharfzeichnen” wählst – oder schon zu viel des Guten. Mehr Fingerspitzengefühl beim Schärfen erlaubt dir die Option “Unscharf maskieren”, bei der du den Schärfegrad einstellen kannst.

Foto nachschärfen in Photoshop mit dem Scharfzeichnungsfilter

Hiermit wird jeweils das gesamte Foto nachgeschärft.

Alternativ dazu kannst du auch das Scharfzeichner-Werkzeug benutzen, um gezielt einzelne Bereiche – wie etwa die Augen – zu schärfen.

Photoshop: gezieltes Nachschräfen mit dem Scharfzeichner-Werkzeug

In der Leiste am oberen Bildschirmrand lässt sich die Stärke der Schärfe an einem Regler einstellen.

Tipp: Öffne ein Foto in Photoshop, wähle das Scharfzeichner-Werkzeug und probiere aus, wie sich verschiedene Pinselgrößen und Stärken auswirken, wenn du damit an bestimmten Stellen in deinem Foto herum malst.

Woran erkenne ich, ob ich Bild zu sehr nachgeschärft wurde?

Denn mit beiden Varianten solltest du behutsam umgehen und deine Fotos nur dezent nachschärfen. Wird zu viel nachgeschärft, wirken die Bilder nämlich sonst schnell pixelig und überzeichnet:

Zu starkes Schärfen in Photoshop ruiniert ein Foto

Fazit

Damit deine Fotos knackig scharf werfen, sind bei der Aufnahme zwei Dinge wichtig:

  • Die Belichtungszeit darf je nach Motiv nicht zu lang sein.
  • Der Fokuspunkt muss auf der richtigen Stelle sitzen – bei Menschen und Tieren in der Regel auf den Augen.

Anschließend kannst du das Bild noch bearbeiten und dezent nachschärfen.

Ich hoffe, diese paar Kniffe helfen dir dabei, scharfe Fotos aufzunehmen.
Viel Spaß beim Losziehen mit deiner Kamera! 🙂

Zu diesen Themen gibt’s noch mehr Artikel:

So gelingen dir scharfe Fotos

24. August 2013 Foto-Tipps 22 Kommentare

Ob ein Foto etwas geworden ist oder nicht, hängt nicht zuletzt von seiner Schärfe ab. Das Motiv kann noch so toll sein – wenn’s verwackelt ist, war’s das.
In diesem Tutorial lernst du ein paar Tipps und Tricks kennen, mit denen dir scharfe Fotos gelingen. 🙂

Pass die Belichtungszeit an

Allem voran ist es wichtig, dass du beim Fotografieren die richtige Belichtungszeit wählst: je schneller sich das Motiv bewegt, desto kürzer musst du belichten. Andernfalls verwischen die Bewegungen, und das möchtest du ja in der Regel nicht.

Mit 1/125s bist du gut beraten, wenn du weitestgehend ruhige Motive wie Landschaften, Portraits oder Stillleben fotografieren möchtest.

Bei Aufnahmen von herumtobenden Hunden oder bei Sportszenen muss die Belichtungszeit für scharfe Fotos deutlich kürzer ausfallen. Wie kurz genau, hängt von der Geschwindigkeit ab. Diesen Rennradfahrer beim KölnTriathlon 2014 habe ich beispielsweise mit 1/1000s fotografiert:

Scharfe Fotos beim Sport dank kurzer Belichtungszeit
Belichtungszeit: 1/1000s – Blende: f/2.8 (Offenblende) – ISO 400

Wenn du dir im manuellen Modus deiner Kamera nicht ganz sicher bist, kannst du nachschauen, ob sie über einen speziellen Modus für Sportaufnahmen verfügt. Hier wird die Belichtungszeit automatisch angepasst.

Übrigens: du selber hältst deine Kamera auch nicht völlig ruhig. Aus der Hand kann man nur bis etwa 1/60s verwacklungsfrei fotografieren. Für längere Belichtungszeiten empfiehlt sich ein Stativ.

Tipp: Schnapp dir deine Kamera, stell das Modus-Wahlrad auf “manuell” oder “S / Tv” und experimentiere mit verschiedenen Belichtungszeiten herum! 🙂

Fokussiere richtig

Neben der Belichtungsdauer ist der zweite wichtige Aspekt der Fokus: nämlich der Bereich im Bild, auf dem der Schärfepunkt liegt.

Das hier ist ein klassisches Beispiel für einen verrutschten Autofokus – scharfgestellt wurde auf den Gartenzaun im Hintergrund statt auf die gute Nala: