Magic Letters - j wie jetzt

{Magic Letters} j wie jetzt

Das rechte Auge leicht zusammengekniffen, beobachte ich die Situation mit dem anderen Auge durch den Sucher der Kamera. Das Objektiv ruht schwer auf meiner linken Hand, mein Atem geht ruhig und gleichmäßig. Instinktiv scrolle ich mit dem rechten Zeigefinger auf dem Rädchen am oberen Rand des Kameragehäuses hin und her und lasse so den rot leuchtenden Fokuspunkt den Bewegungen des Motivs folgen… warte auf diese kleine Drehung zu mir hin, bis das Bild perfekt wäre… „Jetzt!“ – Mit einem satten Klacken löst die Kamera aus und fängt den Moment ein.

Magic Letters - j wie jetzt

Tiere sind Momentmodels.
Man kann sie nicht bitten, diese oder jene Bewegung nochmal zu wiederholen, mal eben stillzuhalten und doch bitte nochmal genau in jene Richtung zu schauen. Man kann sie beeinflussen, ja, bis zu einem gewissen Grad. Mit Schnalzen, mit Futter, mit Kommandos bei Haustieren – aber kein Tier wird eine Pose für die Kamera einnehmen.

Jeder Moment geschieht nur für sich. Und wenn man schnell genug ist, mit Fingerspitzengefühl und manchmal auch ein bisschen Glück, kann man ihn zumindest in einer Fotografie festhalten.

Magic Letters - j wie jetzt

“Jetzt” spielt an, auf die Vergänglichkeit des Lebens, jedes einzelnen Moments, aus denen sich die Zeit zusammensetzt.
Magic Letters: J | episoden-film

Magic Letters - j wie jetzt

(Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben, dass ich von „h“ direkt zu „j“ gesprungen bin und mein Beitrag zum Thema „i wie innen“ noch aussteht. Steht noch auf meiner Liste… diesmal hatte ich binnen der üblichen zwei Wochen weder Zeit, noch Muße gefunden. :/ )

15 Kommentare

  1. Paleica sagt:

    ein wunderschöner beitrag, dankeschön dafür!! ganz besonders das titelbild, die bearbeitung – aber auch alle anderen.

  2. kerstin sagt:

    gerade dass es „momentmodels“ sind, macht für mich tierfotografien so unglaublich lebendig! gratuliere!

  3. arne sagt:

    Ich finde es wahnsinnig schwer Tiere zu fotografieren und bisher ist da bei mir noch nichts bei raus gekommen, was irgendwie vorzeigbar wäre. Deshalb ziehe ich meinen Hut vor allen, die so großartige Tierfotos zu Stande bringen.
    Die Ziege gefällt mir am besten!

  4. Sissi sagt:

    Servus Anne,

    Tiere zu fotografieren ist sicher eine der schönsten, aber auch schwersten Herausforderungen in der Fotografie. Dir scheint es recht gut zu gelingen, wenn ich deine stimmungsvollen Bilder so betrachte. Hut ab!

    Herzliche Grüße

    Sissi

  5. Markus sagt:

    Ein toller Beitrag. Die Farben und die Motive sind aussergöhnlich… Und das macht es sehr spannend! Der Hase ist mein Favorit 😉

  6. Leah sagt:

    Ich schließe mich meinem Vorredner an: Das Hasenfoto ist super. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen als du und sagen, dass es nicht nur bei der Tierfotografie, sondern der Fotografie ganz allgemein (vielleicht mit Ausnahme von Architektur- und Landschaftsfotografie) um das Einfangen dieses einen speziellen Moments geht. Selbst wenn man mit menschlichen Modells arbeitet, die in der Lage sind, Anweisungen umzusetzen, entstehen die besten Bilder meist in den Momenten, die nicht wiederholbar sind. Sei es, weil das Modell für eine Sekunde gerade diesen glücklich zufriedenen Ausdruck hat oder das Licht besonders speziell durch die Blätter bricht.

    • Anne sagt:

      Stimmt, auch in anderen Bereichen gibt es natürlich diesen einen, ganz bestimmten, unwiderbringlichen Moment. Das Licht“problem“ hat man ja nun überall, sobald man das Studio verlässt… bei Landschaftsfotos finde ich es immer ganz schlimm, wenn ich ein Motiv sehe und gerade keine Kamera dabei habe – weil genau in dem Moment der Raps so leuchtend gelb blüht und die dunklen Regenwolken am Himmel da so gut kontrastieren… und bis ich dann mit der Kamera da bin, sieht’s nur noch halb so doll aus.

  7. Kim sagt:

    Sehr, sehr schöne Bilder. Ich finde es immer wieder spannend Tiere zu fotografieren. Habe bisher allerdings „nur“ Haustiere fotografiert. Unser Hund ist allerdings auch da eine Herausforderung, weil er komplett schwarz ist und sehr oft kaum zu erkennen ist 😀

    Liebe Grüße,
    Kiamisu

  8. Anna sagt:

    Wow wie gut! Die Fotos sind richtig gut eingefangen!!!
    🙂
    Liebste Grüße!

  9. kleinbildformat sagt:

    Hallo Anne!
    Ich bin gerade über deinen Blog gestolpert und musste mir unbedingt den Beitrag zu Magic Letters ansehen. Dieses Projekt verfolge ich vom Episodenfilm aus auch sehr gerne. Wobei meine Teilnahme noch mehr hinterherhinkt als deine. Wesentlich mehr! Ojeh… aber zum Thema „Jetzt“ finde ich deinen Beitrag wunderbar treffend gewählt. Auch die Bilder dazu und die harmonische Bearbeitung gefallen mir richtig gut! Ich glaube ich komme wohl dann doch mal öfters. 🙂

    Liebe Grüße
    Janine

  10. Marie sagt:

    Wundervolle Bilder und ein herrlicher Text!
    ich bin von jedem beeindruckt, der Magic Letters versteht und mitmacht.
    Ich weiß nicht warum, aber irgendwie kann mir keiner ML nahe bringen. Ich verstehe das Grundprinzip, aber mir fehlen die Details.

    Lieben Gruß ♥

  11. Patrizia sagt:

    Das Hasenfoto ist wirklich ganz große Klasse! Sehr stimmungsvoll und tolles Spiel mit der Unschärfe im Vordergrund.

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