Wie du ruckzuck Fotos wiederfindest: die Suche in Lightroom

Suchen in Adobe Lightroom

Adobe Lightroom ist eines der beliebtesten Programme, um Fotos zu verwalten – zu Recht! Natürlich darf auch eine ausgereifte Suchfunktion nicht fehlen. Damit sparst du dir mühseliges Wühlen in Hunderten von Ordnern und Dateien auf der Suche nach diesem einen bestimmten Bild…

Neulich habe ich dir ja ein bisschen was über das Verwenden von Stichwörtern in Lightroom erzählt und wie du deine Fotos damit wiederfindest. Da die Suche in Lightroom aber extrem mächtig ist und man so manches Feature schnell übersieht, stelle ich dir die Möglichkeiten der Suchfunktion hier ausführlich vor.

Grundsätzlich: wie kann ich nach Fotos suchen? – Hallo Metadaten!

Das Zauberwörtchen heißt Metadaten. Metadaten sind Informationen, die zusätzlich zu den Pixeln des Motivs gespeichert werden. Beispielsweise:

  • Aufnahmezeit und -ort
  • welche Kamera und welches Objektiv wurden verwendet?
  • Belichtungszeit, Blende, ISO-Wert
  • wurde der Blitz ausgelöst?
  • Name des Fotografen, Urheberrechtsinfos
  • Dateiname
  • Stichworte
  • Bewertung

Einige der Metadaten werden automatisch schon beim Fotografieren gespeichert, beispielsweise die Belichtungszeit. Andere, wie etwa den Dateiname oder die Sternchenbewertung, kannst du optional im Nachhinein selber eintragen. Das geht entweder schon auf deiner Kamera oder in Programmen wie Lightroom oder Photoshop.

Wenn wir jetzt in Lightroom nach Bildern suchen, durchforsten wir genau diese Metadaten. Dazu gibt es verschiedene Ansätze:

Der Bibliotheksfilter & seine Optionen

Öffne das Bibliothek-Modul. Über Bibliothek » Suchen oben im Menü bzw. mit +F (Mac) / Strg+F (Windows) öffnet sich am oberen Rand eine Suchmaske.

Suche in Adobe Lightroom
Den Bibliotheksfilter erreichst du via Bibliothek » Suchen oben im Menü bzw. mit +F / Strg+F

Hier siehst du 4 Reiter:

  • Text
  • Attribut
  • Metadaten
  • Keine

Der Bibliotheksfilter durchsucht immer den Ordner, den du links ausgewählt hast. Im Zweifelsfall klickst du hier also deinen obersten Bildordner an, um alle Fotos einzuschließen.

Bibliotheksfilter in Adobe Lightroom
Wähle links aus, welche Ordner du durchsuchen möchtest

Okay – und auf welche Weise genau kannst du jetzt suchen?

Text

Bei der Textsuche dreht sich alles um ein bestimmtes Wort bzw. Wörter. Standardmäßig werden alle verfügbaren Bildinformationen durchsucht – vom Dateinamen über den Titel bis hin zu den Stichwörtern. Im Dropdown kannst du statt „Alle durchsuchbaren Felder“ auch nur ein bestimmtes Feld auswählen. Das ist beispielsweise praktisch, wenn du nach einem ganz bestimmten Dateinamen suchen möchtest.

Im zweiten Dropdown ist die Option „Enthält alles“ vorausgewählt. Hier kannst du aber auch ein anderes Verhalten einstellen, etwa „Enthält nicht“ (also alle Fotos, die nicht deinen Suchbegriff aufweisen) oder auch „Beginnt mit“ / „Endet mit“.

Bibliotheksfilter in Adobe Lightroom: Textsuche

Attribut

Attribute beziehen sich auf alles, was du innerhalb von Lightroom mit deinem Foto angestellt hast:

  • Markierung
  • Bearbeitungen
  • Bewertung
  • Farbe
  • Art

Mit was davon du arbeitest und wie du diese Optionen in deinem Foto-Workflow anwendest, ist ganz individuell. Auch hier gilt mal wieder: es gibt kein Richtig und kein Falsch.

Bibliotheksfilter in Adobe Lightroom: Suche nach Attribut

Du kannst viele der Attribute miteinander kombinieren:

Markierung

Hier kannst du entweder alle unmarkierten Fotos anzeigen lassen oder alle markierten.
Das linke (weiße) Fähnchen steht für „Markiert“, das zweite (gestrichelte) für „unmarkiert“ und das rechte (graue) für „Abgelehnt“.

Bearbeitungen

Über diese beiden Knöpfe kannst du zwischen „Nur bearbeitete Fotos“ und „Nur unbearbeitete Fotos“ switchen. Das finde ich ganz praktisch, um bislang ungesichtete Schätzchen zu entdecken.

Bewertung

Einem Foto kannst du zwischen 1 und 5 Sternchen zuweisen und hier danach filtern. Das kleine Symbol vor den Sternchen erlaubt es dir, zwischen drei Optionen zu wählen:

  • Bewertung ist höher als oder entspricht
  • Bewertung ist niedriger als oder entspricht
  • Bewertung entspricht

Sternchenbewertungen habe ich früher viel benutzt, als ich noch regelmäßig Konzerte und Hochzeiten geshootet habe. Da habe ich nämlich bereits in Pausen vor Ort auf der Kamera die Bilder durchgeschaut und meine Favoriten mit Sternchen gekennzeichnet – das geht ja auch auf der Kamera. Wieder daheim, konnte ich dann genau diese Fotos flott raussuchen und bearbeiten, um nachts schon mal einige erste Bilder zu veröffentlichen bzw. zu versenden. Der große restliche Schwung konnte dann bis zum nächsten Tag warten.

Farbe

Eine weitere Möglichkeit, um Bilder zu klassifizieren, sind Farben. Insgesamt 7 verschiedene Farben stehen dir hier zur Auswahl und nach genau denen kannst du hier filtern.

Art

Diese Knöpfe erlauben dir, nach 3 Sorten von Aufnahmen zu filtern:

  • Originalfotos
  • Virtuelle Kopien
  • Videos

Metadaten

Kommen wir zu einem sehr mächtigen Bereich. Standardmäßig siehst du hier vier Spalten:

  • Kamera
  • Objektiv
  • Brennweite
  • Blitzstatus
Metadaten-Filter in Adobe Lightroom

Das ist schon mal hilfreich – aber Lightroom kann viel mehr! Achte auf das abgeschnittene Dropdown „Kamerainformationen“ oben rechts neben dem Schlosssymbol. Über das kannst du nämlich zwischen verschiedenen Filtersets wählen, die jeweils eigene Spalten mitbringen:

  • Belichtungsinformationen
    • Brennweite
    • ISO-Wert
    • Blende
    • Verschlusszeit
  • Bewertet
    • Datum
    • Kamera
    • Objektiv
    • Beschriftung
  • Markiert
    • Spalten wie „Bewertet“ plus Filter
  • Nicht bewertet
    • siehe Bewertet
  • Ortsspalten
    • Land/Region
    • Bundesland/Kanton
    • Stadt
    • Position
  • Standardspalten
    • Datum
    • Kamera
    • Objektiv
    • Beschriftung

Bei all diesen Sets kannst du weitere Spalten hinzufügen. Ich selber verwende öfters mal „Seitenverhältnis“, wenn ich für eine Illustration gezielt nach Aufnahmen im Hochformat suche. Praktisch ist hier auch das Filtern nach bestimmten Entwicklungs-Presets.

All das kannst du sogar mit der Attributsuche kombinieren: dazu klickst du erst auf „Attribut“ und dann auf „Metadaten“, um beide Menüs gleichzeitig angezeigt zu bekommen.

Fazit

Wie du siehst, kannst du in Lightroom wahnsinnig differenziert suchen. Richtig mächtig wird die Suchfunktion, wenn du deine Bilder zusätzlich zu den Infos out of cam noch mit Schlagworten, Bewertungen und so weiter versiehst. Das zahlt sich aus, wenn du etliche Tausend Bilder angesammelt hast.

Ich hoffe, dieser Artikel hat dir weitergeholfen. 🙂

Noch gibt es keine Kommentare - was denkst du?

Lies weiter :

Alte Mauern
9

{Magic Letters} G wie geheimnisvoll

Uh, diesmal bin ich wirklich spät dran mit meinem Fotobeitrag. Heute hat ja schon das nächste Thema gestartet. Nach geheimnisvollen Bildern hatte Paleica auf jeden Fall beim Buchstaben „G“ gefragt… … alte Gemäuer! Ganz egal ob Burgruinen, ob liebevoll restaurierte oder auch halb verfallene Fachwerkhäuser, ob Industriedenkmäler oder verfallene Anwesen… Gebäude erzählen immer eine Geschichte. Von den […]

21

Wie weit darf Fotobearbeitung gehen?

Wie weit darf Fotobearbeitung gehen? Wo beginnt die Manipulation, ab wann ist ein Foto nicht mehr authentisch? Und bearbeite ich eigentlich meine Fotos nach?

10

Wie du einen Aquarell-Schriftzug in Photoshop gestaltest

Mein Bloglogo hier habe ich ja in einer Aquarell-Optik umgesetzt: Da ich seitdem schon mehrfach gefragt wurde, wie ich diesen Watercolor-Effekt erzielt habe, zeige ich das heute in einer kleinen Schritt-für-Schritt-Anleitung. 🙂 Was macht einen Aquarell-Look aus? Was gilt es zu beachten? Das Logo ist nicht einfarbig, sondern changiert zwischen verschiedenen Farbtönen. Diese gehen sanft […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich freue mich über jeden ehrlichen Kommentar und gebe mein Bestes, alle Kommentare zeitnah zu beantworten!

Ein Hinweis an die Spam-Fraktion: Ich überprüfe die Kommentare vor dem Freischalten. Wer etwa scheinheilig fragt, ob wir einen Malerbetrieb empfehlen können, nur um selber einen ebensolchen als Link anzugeben - der kann sich seine Mühe sparen.