Der Termin mit dem Architekten

Vorgestern war es soweit: wir hatten unseren ersten Termin mit dem Architekten! 🙂

Morgens um 8.30 trafen wir uns am Grundstück. Wir waren ein bisschen eher da und hatten Zeit für ein paar Fotos… derzeit sieht es arg, eh… wildromantisch aus:

Blick von der Straße auf's Grundstück...
Blick von der Straße auf’s Grundstück…
... und umgekehrt vom Grundstück auf die Straße
… und umgekehrt vom Grundstück auf die Straße

Nach einer gemeinsamen Geländebegehung fiel uns schon mal ein Stein vom Herzen: aus Sicht des Architekten spricht nichts dagegen, unser Haus dort hinzustellen, wo wir es uns ausgemalt haben – und sogar mit Keller! 🙂

Wie sieht unser Grundstück eigentlich aus?

Das Grundstück ist relativ schmal geschnitten, dafür aber recht lang. Insgesamt haben wir rund 740m².

An der schmalen Seite vorne führt die Straße vorbei – was “Straße” dort bedeutet, sieht man auf dem Foto ja ganz gut. 😉 Neben ein paar normalsterblichen Autos gurkt da immerhin auch der Schulbus zum nächsten Dorf entlang.

Rechts hinter der Weide, auf Höhe des Ortsschilds, beginnt unser Grundstück
Rechts hinter der Weide, auf Höhe des Ortsschilds, beginnt unser Grundstück

Zwischen Straße und Grundstück befindet sich ein Graben – zwar nicht allzu tief und außer bei Starkregen wohl auch trocken, aber insofern tricky, als dass wir ihn nur maximal 3m breit verrohren dürfen. Für eine Doppelgarage bedeutet das also leider einiges Rangieren.

Links grenzt das Grundstück an den Garten der Nachbarn, die hintere schmale Seite wird durch einen Sichtschutz zu einem weiteren Nachbargrundstück begrenzt. An der rechten Seite befindet sich im hinteren Bereich der nächste Nachbargarten und vorne eine Pferdekoppel. 🙂

Aufgrund der Ausrichtung und weil wir die Sonne natürlich im Garten haben wollen, kommt das Haus relativ weit nach hinten. Das bedeutet zwar einen gewissen Aufpreis beim Verlegen der Zuleitungen, die dadurch natürlich länger werden, aber mei. 😉

Unser Grundstück - Juni 2015

Ungefähr in der Mitte der vorderen Schmalseite kommt die Zufahrt hin, rechts davon der gepflasterte Bereich vor den Garagen, deren Tore zur Straße hin ausgerichtet sind. Rechts reichen die Garagen direkt an die Grundstücksgrenze und bieten uns dann ein bisschen Sichtschutz von der Straße aus.
Der Weg zum Haus wird an der linken Grundstücksseite entlangführen.

Aktuell ist das Grundstück mit zwei hohen Bäumen, einigen kleinen Obstbäumen und diversen Hecken bewachsen. Ich hoffe, dass wir den großen Baum (den man auch oben auf dem Foto aufragen sieht) und ein, zwei Obstbäume stehenlassen können… da müssen wir nochmal genau nachmessen, wie das mit den Gebäuden so passt.

Obstbaum auf unserem Grundstück - Juni 2015

Aber zurück zum Architekten:

Was haben wir mit dem Architekten besprochen?

Nach einer guten halben Stunde auf dem Grundstück fuhren wir alle zu meiner Mom, die ja nur ein paar Kilometer weiter weg wohnt und einen großen Tisch hat. Und den brauchten wir tatsächlich. 😉

Die Position im Kosmos…

Jetzt ging es nämlich daran, aus der ungefähren “da hinten dann das Haus hin”-Angabe eine exakte Position zu machen. Das Geländegefälle will dabei ebenso bedacht werden wie vorgeschriebene Abstände zur Grenze (je 3m Mindestabstand für das Haus sowie die Acalor-Luftwärmepumpe, 50cm Abstand für niedrige Hecken und so weiter).

Auch die Garagen sowie die Zufahrt haben wir jetzt genau festgelegt. Insbesondere bei der Zufahrt hat uns der Architekt enorm weitergeholfen mit einer Idee, wie wir auch ohne 180°-Rückwärtskurve beide mit unseren Autos rauskommen, ohne uns wahlweise gegenseitig zu Klumpatsch zu fahren oder im Graben zu landen. 🙂

Alle Positionen wurden auf einem großformatigen Geländeplan genau eingetragen.

… und die inneren Werte

Wir hatten nicht genau gewusst, was bei diesem Termin alles besprochen werden würde, und waren positiv überrascht, dass es jetzt nicht nur um die Positionierung auf dem Grundstück gehen würde, sondern auch um die Innenaufteilung. 🙂

Vor ein paar Tagen hatten wir bereits einen ersten Entwurf zugeschickt bekommen und dann fleißig darin herum gemalt und mit dem Lineal Wände verschoben. Die Unterlagen hatten wir natürlich alle dabei und es konnte losgehen.

Vom Keller…

Im Keller haben wir nicht viel verändert – nur eine Wand rausgenommen (damit wir einen großen Fitnessraum haben) und einen Lichtschacht versetzt. Neben dem Fitnessraum werden dort die Haustechnik untergebracht, Waschmaschine & Trockner und halt das übliche liebgewonnene Gerümpel, was man nicht bis auf den Dachboden schleppen will. 😉

… ins Erdgeschoss…

Im Erdgeschoss gibt es dann das Gäste-WC, ein Gästezimmer, den Wohn-/Essbereich sowie die Küche mit angeschlossener Vorratskammer.
Hier haben wir uns gegen eine Nische für die Garderobe entschieden, weil das irgendwie dann doch recht beengt geworden wäre, und haben stattdessen lieber die Gäste-Toilette vergrößert.

Grundriss - Unser Haus entsteht ;-)

Bei der Küche haben wir lange überlegt, debattiert, geplant, verworfen und neu geplant: offen oder geschlossen? Beides hat ja seine Vorteile. Eine offene Küche, die in den Essbereich übergeht, ist geselliger und heller. Dafür zieht der Essensgeruch durch’s halbe Haus und außerdem fällt eine Wand für Oberschränke weg. Hmm… letztlich haben wir uns für die offene Variante erschienen. Küche und Essbereich trennen wir durch einen Block aus Unterschränken mit Arbeitsplatte obendrauf.

… bis hoch ins Dachgeschoss

Hier fiel der meiste Hirnschmalz an! 😉

Ursprünglich waren im Dachgeschoss das Badezimmer, das Schlafzimmer sowie zwei weitere Räume vorgesehen – einen davon bekommt der Beste als seine liebevoll sogenannte Bibliothek und ich den anderen für mein Arbeitszimmer, beide gehen in Richtung Garten / Straße auf die Loggia raus.

Nun ist es allerdings so, dass ich üblicherweise deutlich vor dem Besten aufstehe. Ausschlafen ist halt einfach nicht so meins, und gerade wenn der Beste Spätdienst hat oder gar vom Nachtdienst kommt, will er natürlich in Ruhe weiterschlafen können.
Derzeit habe ich deswegen meinen Kleiderschrank in meinem Arbeitszimmer stehen.

Für das Haus haben wir uns ganz feudal für ein Ankleidezimmer entschieden. 😉 Sprich, einen separaten Raum nur für die Klamotten.

Dafür wollten wir sowohl vom Schlafzimmer, als auch vom Bad ein bisschen was abzweigen und außerdem den ansonsten ungenutzten Platz neben dem Treppenaufgang nutzen, wo allenfalls eine mehr oder minder dekorative Topfpflanze gelandet wäre. Wie genau man das nun positioniert – auch in Hinblick auf die Schrägen – stand dann auf einem anderen Blatt: einfach zwischen Schlafzimmer und Bad, mit Zugang vom Flur aus? An der gleichen Stelle, aber mit Zugang vom Bad aus? Ganz woanders hin?

Letztlich hatte der Architekt eine gute Idee: vom Flur aus geht man ins Ankleidezimmer und von dort aus ins Bad. Das Ankleidezimmer macht dabei einen Knick, sodass die Raumaufteilung auch nicht überall so langweilig rechteckig ist.

Schlussendlich steht jetzt nur noch die genaue Anzahl, Größe und Positionierung der Dachfenster aus:

  • Im Schlafzimmer möchten wir gerne eins über dem Bett haben, ganz romantisch zum Sternegucken. 😉
  • Im Ankleidezimmer will ich auf jeden Fall auch eines haben, um dort für Tageslicht zu sorgen.
  • Und eventuell kommt auch eins ins Treppenhaus… da müssen wir mal gucken, wie genau das aussehen wird. Eigentlich wollten wir die Stufen offen lassen, weil das einfach heller wirkt. Wie genau die Kellertreppe aussehen wird, ob offen oder durch eine Tür abgetrennt, klären wir aber erst morgen beim Termin mit dem Kellerbauer – nicht, dass die Katze, ungeschickt wie sie ist, beim Spielen im Dachgeschoss durch die Stufen durchpurzelt und dann erst im Keller landet. oO

Ein großer Schritt vorwärts

Insgesamt dauerte der Termin sage und schreibe vier Stunden. oO

Er hat uns unglaublich viel weitergebracht – jetzt ist schon mal das riesige Fragezeichen weg, ob unser Haus überhaupt dort zu stehen kommen kann, wie wir es uns überlegt haben. Und auch dass die Innenaufteilung jetzt so konkret geworden ist, fühlt sich einfach unglaublich gut an. 🙂

Und der Architekt selber? Der war genau so, wie wir ihn uns erträumt hatten: kompetent, engagiert, hatte viele gute Ideen (“Wenn das mein Haus wäre, würde ich ja….”)… kein Vergleich zu der Schnarchnase vorher! Ich bin unglaublich froh, dass wir den Architekten gewechselt haben. 🙂

Und wie geht es jetzt weiter?

Der Architekt erstellt einen neuen Entwurf anhand unserer Kritzeleien von Montag.

Derweil haben wir jede Menge “Hausaufgaben”… Auskünfte einholen, insbesondere zur Entwässerungssituation. Die Freistellung vom Bergbauamt besorgen. Uns für eine Farbe der Dachziegel entscheiden, weil die im Bauantrag erwähnt werden muss. Ein konkretes Angebot vom Fertiggaragenhersteller (Zapf) einholen. Und so weiter…

Morgen früh haben wir einen Termin mit dem Kellerbauer Glatthaar. Ich bin sehr gespannt und werde berichten. 🙂

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