Der Kreis schließt sich…

Blick aus dem Krankenhaus-Fenster

Nach dem Desaster bei der letzten Kontrolluntersuchung bekam ich einen Tipp für einen anderen Neurologen. Er ist MS-Spezialist und arbeitet in dem Krankenhaus, in das ich damals im Oktober 2017 eingewiesen wurde… der Kreis schließt sich.

Es war ein etwas merkwürdiges Gefühl, wieder in diesem Krankenhaus zu sein. Den Gang vom Eingangsbereich an der Cafeteria entlang zu gehen und mich daran zu erinnern, wie ich hier vor anderthalb Jahren entlangtorkelte. Wie ich mir damals nicht sicher war, die Strecke bewältigen zu können und ein paar Meter plötzlich eine Herausforderung darstellten-

Heute lief ich hier ohne Probleme entlang. Das war einer der Momente, in denen ich ganz bewusst spüre, wie gut mein Körper gerade funktioniert und in denen ich dafür sehr, sehr dankbar bin. Weil es nicht selbstverständlich ist.

Auf dem Beitragsbild oben siehst du übrigens den Ausblick, den ich bei meinem stationären Aufenthalt aus dem Fenster hatte. Leider konnte ich ihn damals nicht richtig genießen, weil ich ja alles doppelt sah.

Das Krankenhaus bietet eine MS-Spezialambulanz an. Nach einer Wartezeit auf einem Flur, der schon mal bessere Zeiten gesehen hat, war ich an der Reihe. Ich war unglaublich nervös und sehr froh, dass meine Mom netterweise mitgekommen war. Mir zitterten die Hände, ich hatte weiche Knie und in dem Zustand möchte ich kein Auto fahren.

Der Arzt erwies sich als nett und resolut. Er hörte sich meine Geschichte an, wie die letzten Monate gelaufen waren und schaute mit mir gemeinsam die MRT-Bilder vom November an, die ich auf CD mitgebracht hatte.

Natürlich ging es auch darum, warum ich mich bislang gegen eine Basistherapie entschieden habe und ob ich meine Einstellung in der Zwischenzeit geändert hätte. Nach den Erfahrungen bei der letzten Neurologin schämte ich mich schon fast dafür, dass ich eigentlich immer noch keine Medikamente nehmen möchte. Hatte einerseits zwar das Gefühl, auf meinen Körper zu hören und die für mich richtige Entscheidung zu treffen, andererseits die Befürchtung, womöglich als total naiv zu gelten-

Ich schilderte meine Beweggründe – dass ich keine Medikamente nehmen möchte, die nur vielleicht etwas bringen, deren Nebenwirkungen meinem Körper aber definitiv schaden und durch die ich mich kränker fühlen würde, die die MS omnipräsent machen.
Dass ich ja seit Monaten schubfrei bin und, wenn das so bleibt (toi toi toi), ja gar nicht sagen kann, ob das wirklich der Basistherapie zu verdanken wäre oder halt einfach kein Schub aufgetreten ist.
Erst wenn ich einen eindeutigen nächsten Schub bekäme, würde ich mich auf eine Basistherapie einlassen.
Herzlich nervös hörte ich auf zu reden und wartete, wie der Arzt reagieren würde.

“Wissen Sie was? Ich schätze Sie als ziemlich intelligent ein und sehe, Sie haben Ihre Entscheidung gründlich durchdacht. Sie sind nicht einfach nur zu faul, etwas an Ihrem Alltag zu ändern. Von daher kann ich gut damit leben, Sie auch ohne Basistherapie weiter zu behandeln.”

UFF! Mir fiel wirklich ein Stein vom Herzen.

Ich bekam noch seine E-Mail-Adresse, um mich im Falle eines Falls direkt melden zu können. Was soll ich sagen – ich fühle mich bei ihm ernst genommen, verstanden und gut aufgehoben.

Im September soll ich einen MRT-Termin plus Besprechungstermin für November vereinbaren.

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