Ich bin zu alt für diesen Scheiß!

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Listen sind ja eine dolle Sache und als Thomas und Melanie ihre Murtaugh-Liste vorgestellt haben, war klar: ich will auch! 😀

Murtaugh-Liste?!

Artverwandt mit einer Bucket List, nur genau andersrum: nämlich eine Aufzählung von all den Aktivitäten, die man altersbedingt nicht mehr machen kann, will oder muss.

Der Name kommt aus der Serie How I met your Mother, wo einer der Charaktere Murtaugh heißt und sich eine ebensolche Liste hat einfallen lassen (obwohl ich ja viele Serien schaue, bin ich bei HIMYM irgendwie nie hängen geblieben).

Wird man jemals zu alt für etwas?

Etwas nicht mehr machen können ist relativ – ich glaube ja daran, dass man für relativ wenig jemals zu alt wird. Irgendwann ist man zwar vielleicht nicht mehr ganz so gelenkig & Co. wie zu Teenagerzeiten, aber davon mal abgesehen gibt es doch wenig, was sich ab einem bestimmten Alter nicht mehr ziemt und „man“ daher nicht mehr macht.

Im Laufe der Jahre habe ich allerdings festgestellt, dass ich eine ganze Reihe an Dingen einfach nicht machen möchte – nicht nochmal oder überhaupt niemals.
Teilweise Dinge, auf die ich früher scharf war, weil sie cool waren, weil ich sie mal für sinnvoll hielt oder weil ich mich nicht getraut habe, etwas anderes zu tun. Ich glaube, das nennt man erwachsen werden. 😉

Also, höhö: Vorhang auf für meine geballte Weisheit und einunddreißigjährige Lebenserfahrung! ?

Als Sahnehäubchen habe ich dazu lauter mal mehr, mal weniger doofe Fotos von mir aus den letzten 14 Jahren herausgesucht. ?

Dinge, für die ich zu alt bin:

  • mir Sachen vornehmen für „wenn ich mal groß bin“
  • mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwei Stunden fahren, um ein Konzert zu fotografieren und danach, uhrzeitbedingt, vier Stunden für den Rückweg brauchen
  • Kalorien zählen
  • schwarzer Nagellack im Besonderen (zu Schul- und Unizeiten nicht wegzudenken!) und Nagellack im Allgemeinen (ist einfach nicht mehr meins)
Anne Schwarz - 2004
Sweet 16, 2004 – ganz evil niemals ohne schwarz lackierte Fingernägel! Ebenso trve die Bilder an den Wänden; ignorieren wir an dieser Stelle einfach mal, dass das Bett mit Pferdebettwäsche bezogen ist 😀
  • unbequeme Kleidung tragen – von High Heels über Korsagen bis hin zu ungünstig geschnittenen Oberteilen, bei denen man dauernd den Bauch einziehen muss, um nicht für schwanger gehalten zu werden 😀
  • quietschebunte und ach-so-niedlich animierte Handyspiele
  • hohen Tieren nicht widersprechen, deren Autorität durch Hierarchien bedingt ist und nicht durch Kompetenz
  • doofe Selfies vor Badezimmerspiegeln
2012 vor irgendeinem Konzert
2012 vor irgendeinem Konzert
  • Dinge essen, bei denen ich eigentlich weiß, dass sie nicht gut für mich sind, auch wenn sie noch so hip sein mögen (ich erinnere mich an einen knallgelben, in Plastik eingeschweißten Rettich, der aus Japan versendet wurde. Urgh, den hab ich schon damals nicht runterbekommen. 😀 )
  • zelten – auf Festivals konnte ich früher nie schlafen, weil es in so einem Zelt irgendwie immer entweder eisig kalt oder bullenheiß ist
  • Festivals generell… irgendwie reizt es mich gar nicht mehr, mich mit Tausenden von Leuten auf einem mehr oder weniger matschigen Feld zu drängen und Bier zu trinken, während eine Band ihr schon x-mal aufgeführtes Programm abspult. Matschige Felder und Bier hab ich zu Hause, in angenehmerer Gesellschaft. 😀 
  • Selbstdisziplin über meine Gesundheit stellen
Mit dem Besten nach dem KölnTriathlon 2014
  • Shoppingtouren durch Läden mit grauenvoller Musikbeschallung
  • Männern mit Kleiderschrank-Statur beweisen, dass ich sie unter den Tisch trinken kann
  • Selfies mit Quietscheentchen (siehe Artikelbild oben – das war 2008 😀 )
  • „Kooperationen“ mit Firmen, die ein Schweinegeld verdienen und Blogger nichtsdestotrotz für einen Bericht, der mehrere Stunden Arbeit erfordert, mit einem kleinen Gutschein abspeisen wollen
Anne Schwarz - 2015
2015
  • Popmusik und was da sonst noch so an aktuellen Hits im Radio jault
  • Instagram-Stories, Snapchat und sonstige Inhalte im Internet, die ruckzuck wieder verschwinden
  • nochmal heiraten – mit dem Besten habe ich die Liebe meines Lebens gefunden ❤️
Unsere Hochzeit
Unsere Hochzeit 2015 – Foto (c) Yves Christelsohn
  • Junk Food – bei Mäcces & Co. war ich seit rund zehn Jahren nicht mehr
  • Glücklichsein mit Oberflächlichkeit und Weltschmerz mit Tiefsinnigkeit gleichsetzen
  • Werbespots im Fernsehen – wir schwören ja auf Netflix & DVDs und sehen gar kein TV bis auf die Sportübertragungen, die der Beste sich anschaut. Wenn da zwischendrin Werbung anfängt und ich das zufällig mitkriege, nervt mich das so, dass ich richtig schlechte Laune kriege und weggehe. 😀
  • in Kauf nehmen zu frieren, nur um aus Gründen dieses oder jenes Outfit zu tragen
Anne Schwarz - Februar 2018
2018: lieber warm eingepackt als stylish unterwegs! 😀

Das waren jetzt mal so die Punkte, die mir spontan eingefallen sind – wie sieht deine persönliche Murtaugh-Liste aus?

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Anne Schwarz

Geschrieben von Anne Schwarz

Merry meet! Ich bin 31 Jahre alt und wohne mit meinem Mann, Hund und Katze in einem kleinen Dorf im Bergischen Land. Das ♥ schlägt für die Natur, die Fotografie & das Schreiben. Ich bin viel draußen unterwegs, baue unser eigenes Obst und Gemüse an und tobe mich gern kreativ aus - egal ob mit Papier oder Quellcode. » Magst du mehr erfahren?

30 Kommentare

  1. Puh ich glaub da müsst ich ernsthaft eine Runde drüber nachdenken bzw. jetzt hab ich was zu grübeln. Find das nämlich eigentlich einen super interessanten Ansatzpunkt 😉
    Wobei,schwarzer Nagelnack der einzigste ist,den ich überhaupt trage … WENN ich welchen trage 😀 Was so alle Jubeljahre mal vorkommt.
    Ich geh jetzt grübeln und ne Liste schreiben 😀

    Eine schöne Woche dir !
    L.G

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    • Ui, dann bin ich schon mal neugierig, wie deine Liste ausschauen wird! 🙂

      Ja, witzig dass man sich da teilweise so ändert… ich weiß noch, wie mir meine Nägel ohne Lack drauf früher ganz fürchterlich leer vorkamen. Und dann irgendwann hat es mich angefangen zu stören, _dass sie lackiert waren. 😀

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  2. Ich finde eigentlich gar nichts peinlich, klar gibt es Dinge, die man wohl nicht mehr machen würde…. aber mein Gott, nobodys perfect. Ich glaube ich kann mich gar nicht mehr erinnern/ liegt wohl am Alter… aber fällt mir bestimmt noch was ein 😉
    Liebe Grüße

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    • Ich find’s schön, dass du das so entspannt siehst. 🙂 Sollte ich mir auch mal angewöhnen; wenn ich so an manche Aktionen aus meiner Jugend zurückdenke, sind die mir immer noch peinlich. 😀

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  3. Nette Liste. Bei einer eigenen müßte ich erst mal eine ganze Weile nachdenken.

    Bei dem knallgelben Rettich aus Japan mußte ich lachen 🙂
    Das Zeug ißt man auch nicht einfach so, das wird in Stäbchen geschnitten und als Füllung für bestimmte Sushi verwendet – da schmeckt er dann ziemlich lecker (jedenfalls für mich).

    Zelten auf Festivals käme für mich sehr auf das jeweilige Festival an. Da ich Zelten generell gerne mag, ist das Zelt an sich nicht das Problem. Wichtiger ist da der Geräuschpegel auf dem Zeltgelände. Bei den meisten Rockfestivals vermutlich unerträglich zum Schlafen, aber z.B. beim Rudolstadt-Festival (ein Folk- und Weltmusikfestival) klappt es seit Jahren, daß auf dem Zeltgelände Ruhe herrscht und die, die noch Musik brauchen, zu den Bühnen gehen.

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    • Mir ist schon klar, wie man den Rettich verwendet, dafür hatte ich ihn ja extra bestellt. ?
      Aber wie er dann so vor mir lag, fand ich ihn einfach so extrem… unnatürlich – in Plastik eingeschweißt und Hunderte von Kilometern weit transportiert, dass mir echt der Appetit vergangen ist (geht mir auch mit anderen Lebensmitteln so).

      Ja, auf Zeltplätzen bei Festivals ist es meist schon recht laut, weil immer irgendwer noch Party macht und mindestens eine Anlage wummert. Krach stört mich da witzigerweise weniger als Kälte oder Hitze. 😀

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  4. Pingback: Dafür bin ich echt zu alt: Meine Murtaugh-Liste | Meergedanken

  5. Eine schöne und positive Liste! Grade die Sache mit den Outfits und irgendwie auch die mir den Festivals unterschreibe ich beidhändig..!

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  6. Hi Anne,

    eine wunderbare Liste – da finde ich mich doch hier und da wieder. Und das nicht nur beim Nagellack. 😉 Festivals, nach dem letzte wo ich war und das ist auch schon 12 Jahre her, brauchte ich eine Woche um mich zu erholen. Da habe ich nachts auf der Luftmatraze gelegen es kam die Erkenntnis, dass ich zu alt dafür bin.

    Deine Liste ist jetzt auch bei mir gelistet.

    LG Thomas

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  7. Auf jeder dieser Listen steht etwas, bei dem ich nur nicken kann.

    „Shoppingtouren durch Läden mit grauenvoller Musikbeschallung“ unterschreibe ich sofort. Dabei bekomme ich einen Knall und werde agressiv, wenn ich dem ausgesetzt werde.

    Liebe Grüße
    Ines

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    • Hallo Ines,

      ja… kurzzeitig kann ich sowas ja ausblenden, aber spätestens ab dem zweiten Laden (oder wenn man einfach nur an den Läden vorbeiläuft und einem das schon entgegenschallt) verliere ich komplett die Lust und breche die ganze Aktion ab. Spart zumindest Geld. 😀

      Antworten

  8. Guten Morgen Anne.
    Die Murtaugh-Liste finde ich gut. Mit meinen inzwischen 37 Jahren gibt es so einige Dinge, die ich nicht mehr machen möchte.
    Zelten steht bei mir da ganz oben. Ich bin froh, dass ich mir inzwischen guten Gewissens ein Hotelzimmer leisten kann, da brauche ich nicht auf dem Boden zu schlafen. Gleich dadrunter steht heiraten. Auch wenn diese Reihenfolge jetzt irgendwie ungünstig ausgelegt werden könnte. Aber ich habe den Mann fürs Leben gefunden, und den gebe ich auch nicht wieder her.
    Selber die Wohnung tapezieren brauch ich auch nicht mehr. Die Profis können das einfach besser als ich. Da nehme ich lieber etwas Geld in die Hand und schone meinen Nerven.
    Mir fällt bestimmt noch mehr ein, wenn ich länger drüber nachdenke. Ich bin so froh, erwachsen zu sein. Das Leben wird irgendwie einfacher.
    LG Kerstin

    Antworten

    • Oh, tapezieren – da sagst du was Wahres! Hab ich noch nie gemocht und zugegebenermaßen auch nie gut gekonnt. 😀
      Streichen mag ich auch nicht sonderlich…

      Eine gute Frage, ob das Leben wirklich einfacher wird. Ich glaube, zumindest geht man erfahrener und gelassener mit vielen Dingen um. Auch wenn die Herausforderungen oft komplexer werden. Ich würde aber auch nicht mehr mit meinem jüngeren Ich tauschen wollen.

      Antworten

  9. Moin,

    ich hab das neulich auch bei Thomas und Melanie gesehen, angefangen Notizen zu machen, aber leider zuwenig Zeit im Moment, um es zu vollenden… Bald, hoffentlich.

    Deine Liste finde ich klasse, auch wenn ich nicht alle Punkte unterschreibe. 😉 Ich finde nämlich, es spricht Nichts gegen schwarzen Nagellack, auch wenn ich inzwischen ab und zu mal was buntes draufpinsel. 😉 Besonders richtig finde ich den Punkt „Glücklichsein mit Oberflächlichkeit und Weltschmerz mit Tiefsinnigkeit gleichsetzen“!

    Euer Hochzeitsfoto finde ich großartig! Davon bin ich total begeistert.

    LG Lin

    Antworten

    • Lieben Dank!
      Dass man manchmal ewig und drei Tage braucht, um eine Beitragsidee fertig zu bekomme, kenne ich leider. Gerade jetzt im Sommer bin ich hier kaum zum Bloggen gekommen. Mach dir keinen Stress – kommt Zeit, kommt Beitrag. 😉 Ich bin auf jeden Fall schon gespannt auf deine Liste!

      Liebe Grüße
      Anne

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  10. Pingback: Die Murtaugh Liste - ich bin zu alt für diesen Scheiss

  11. SEHR witzig, liebe Anne!
    Endlich finde ich mal wieder hierher! Wobei – hattest du nicht eine Sommerpause angekündigt? Na, ich habe deinen Herbst-Einstieg leider verpasst 😉
    Ich glaube bei mir war die Einsicht, dass die Meinung anderer mir am Hintern vorbei rutscht, das Ausschlaggebende. Ich denke nicht, dass ich zu „alt“ bin. Ich meine, dass ich viel mehr Wert bin, als mein Äußeres. Und die Sache mit Firmen, die Blogs „abspeisen“? Nur, solange man das mit sich machen lässt und seinen eigenen Wert nicht kennt! Aber wir lernen ja…
    Viele Grüße, Izabella

    Antworten

    • Jain, ich hatte irgendwann im Juni oder so einfach eine Art Sommerloch… bzw. ich bin in letzter Zeit einfach nicht so viel zum Bloggen gekommen wie sonst. Daher gab es hier nur so 5-6 Artikel pro Monat anstatt wie sonst 12-13. Seit es draußen herbstlicher wird, ändert sich das aber wieder – daher wird es hier demnächst wieder mehr Beiträge geben. 🙂

      Dass mir die Meinung anderer „wurschtiger“ wird, daran muss ich definitiv noch arbeiten. Ohne Ziele wär’s ja auch langweilig… 😉

      Antworten

  12. Schwarzen Nagellack hat mein Sohn eine zeitlang getragen, bis er für einen Fan von Tokio Hotel gehalten wurde 😉
    Ich bin bei fast allem bei dir. Besonders was du über unverschämte Kooperationsanfragen sagst. Viele wollen am liebsten gar nichts zahlen oder Werbung für Online-Casinos machen.
    LG Sabienes

    Antworten

  13. Pingback: Zu alt für den Mist - kennst du schon die Murtaugh-Liste? -

  14. Pingback: angeltearz liest - Das war mein Lesemonat September 2018

  15. Liebe Anne,
    ich bin schon lange groß, 1,76 m. Hohen Tieren habe ich zu oft widersprochen. Die vertragen das gar nicht, was mich dann die Stelle gekostet hat. Meine Mama immer gesagt, ich soll mich anpassen. Auch keine gute Idee, weil es zu Selbstverleugnung führt.

    In meiner Jugend, also zwischen 1970 und 1980, war ich auf vielen Festivals. Klar haben wir gezeltet. Dummerweise hat es immer wahnsinnig geschüttet. Im mickrigen Leichtpackzelt kein Spaß. Das hat mir das Zelten für immer verdorben.

    Ich mag deine lustigen Fotos!

    Liebe Grüße
    Renate

    Antworten

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