Nachhaltig… einkaufen? #Bestandsaufnahme

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Nachhaltig... einkaufen?

Weiter geht es mit meiner Bestandsaufnahme-Serie zur Frage, wie nachhaltig wir aktuell leben – was gut läuft, was wir ausprobieren, woran es noch hapert.
Heute soll es um das Thema Einkaufen gehen: naturgemäß liegt genau hier der Hund begraben, denn beim Einkaufen schleppen wir den ganzen Krempel ja schließlich erst nach Hause!

Da ich aber keinen XXL-Beitrag über alle möglichen Anschaffungen schreiben will, stehen hier jetzt explizit generelle Tipps und Überlegungen zum Einkaufen im Mittelpunkt.

Wann fängt Einkaufen an?

In dem Moment, in dem der Euro mit einem Klicken im Einkaufswagen einrastet und wir unsere Drahtkarre in Startposition zerren? Beziehungsweise in dem Moment, in dem wir Amazon oder einen sonstigen Onlineshop aufrufen?

Eigentlich nicht.

Eigentlich fängt einkaufen schon vorher an – mit der Überlegung, überhaupt etwas anschaffen zu wollen. Wobei das oft gar nicht mit sonderlich viel Überlegen zu tun hat; Einkaufen ist so selbstverständlich, dass wir es einfach nebenbei erledigen und gar nicht großartig in Frage stellen.

In den letzten Monaten habe ich versucht, bewusster einzukaufen. Mir zu überlegen, ob ich das, was ich da gerade kaufe, wirklich brauche und ob es eine nachhaltigere Alternative gibt. Und ja, es ist mitunter verflucht unangenehm, sich das eigene Konsumverhalten schonungslos klarzumachen.

Einkaufswagen

In meinem Instagram-Feed gefunden – irgendwann 2014

Der tägliche Bedarf und die Extrawünsche

Ziemlich schnell hat sich herauskristallisiert, dass sich meine Einkäufe in zwei Kategorien aufteilen:

  • das, was wir zum täglichen Leben brauchen – Lebensmittel, Klopapier und Konsorten
  • Extrawünsche: Kleidung, Bücher, Schreibwaren, …

Der Löwenanteil unserer Einkäufe entfällt auf die erste Kategorie. Daher hat es wohl die größten Auswirkungen, wenn wir hier etwas an unserem Konsumverhalten ändern. Allerdings finde ich das auch deutlich schwieriger – alle naselang sind die Vorräte aufgebraucht und im Eifer des Gefechts bleibt oft keine Zeit, wer weiß wie lange nach Alternativen zu suchen.

Bei den Extrawünschen geht das leichter, die braucht man nur selten wirklich dringend. Aber auch hier kann die Suche nach ressourcensparenden Versionen mitunter verdammt kompliziert werden…

Am einfachsten finde ich es daher in beiden Kategorien, von vornherein einfach auf bestimmte Dinge zu verzichten. Das erspart es mir, ewig lange nach nachhaltigen Alternativen forschen zu müssen. Kein Konsum ist ja sowieso sogar noch besser als nachhaltiger Konsum, und auch den Geldbeutel freut’s. 🙂

Einkaufsband

Noch mehr altes Instagram-Zeug – so würden wir heute nicht mehr einkaufen

Extrawünsche: jetzt sofort auf der Stelle, aber dalli?!

Für die „Extrawünsche“ habe ich Anfang Juli damit begonnen, mir im Notizbuch eine Wunschliste anzulegen. Vier einfache Spalten:

  • Was will ich haben?
  • Seit wann will ich es?
  • Trägt es zu einem nachhaltigeren Lebensstil bei?
  • Gibt es eine Alternative zum Neukaufen?

Ich hatte es irgendwann selber satt, dass bei mir gar keine wirkliche Vorfreude mehr auf irgendwelche neuen Dinge aufkam. Früher träumte ich monatelang von diesem neuen Objektiv, jenem Spiel oder was auch immer, was dann erst anlässlich Weihnachten oder eines Geburtstags Einzug hielt. Und heute? Sehen, klicken, haben… schulterzucken.

Daher habe ich mir vorgenommen, mir solche Extrawünsche erst dann zu erfüllen, wenn ich sie nach ein paar Wochen immer noch haben will. Ehrlicherweise brauche ich das Wenigste davon, und oft genug sind mir in der Vergangenheit überflüssige Spontankäufe untergekommen. Wie etwa diese ganz bestimmten Filzstifte, mit denen eine talentierte Bloggerin ihre wahnsinnig hübschen Zeichnungen coloriert… musste ich dann unbedingt auch haben, bloß sehen meine Strichmännchen davon halt auch nicht besser aus. 😀

Second Hand & Ausleihen statt Neukaufen

Und muss wirklich alles immer neu gekauft werden? Zugegebenermaßen war ich seit Ewigkeiten in keinem Second Hand-Laden mehr (weil ich da früher nie etwas gefunden habe) und Kleiderkreisel habe ich auch noch nie ausprobiert. Aktuell tendiere ich stark dazu, nur noch fair und ökologisch verträglich produzierte Kleidung zu kaufen; mal sehen, ob man die auch Second Hand findet – wobei ich eh nur ein, zwei Mal im Jahr Kleidung einkaufe.

Bücher landen bei mir jetzt nicht mehr im digitalen Warenkorb, sondern auf einer Liste, mit der ich zur hiesigen Bücherei gehe. Und wenn’s ein Buch dort nicht gibt und es auch niemand im Freundeskreis verleihen kann, bietet die örtliche kleine Buchhandlung definitiv ein netteres Einkaufserlebnis als Amazon. Dort bestellt der Beste zwar ganz gerne, setzt aber in der Regel auch auf Gebrauchtkäufe.

Bei einigen Dingen habe ich nicht zuletzt auch meine Mom gebeten, mal in ihrem Bekanntenkreis herumzufragen… in der kalten Jahreszeit will ich dieses Jahr mit Stricken und Häkeln beginnen. Bevor ich mir da aber jetzt die ganze Ausstattung neu kaufe, finde ich vielleicht noch jemanden, der Nadeln & Co. ungenutzt im Schrank herumzuliegen hat und froh ist, einen Käufer zu finden.

Von Einkaufszetteln & Essensplänen

Kommen wir zum täglichen Bedarf. Allem voran sind das Lebensmittel.

Früher sind wir locker drei, vier Mal pro Woche spontan zum Supermarkt gefahren und haben in den Einkaufswagen gelegt, was uns gerade so ins Auge lachte. Weil das dann teilweise abends nach Feierabend war und uns beiden schon der Magen knurrte, hatten wir dann keine große Lust mehr zum Selberkochen und haben einfach zu Fertiggerichten oder dem Bestellzettel des Pizzalieferanten gegriffen.

Dass Fertiggerichte oft ein Dutzend dubioser Zusatzstoffe enthalten und nicht wirklich gesund sind, ist die eine Sache. Der Preis und der ganze Verpackungsmüll nach so einer Pizza-Pommes-Orgie kommen noch hinzu.

Seit etwa anderthalb Jahren kochen wir deutlich mehr selber, und auch wenn wir durch den Hausbau und Umzug zeitweise aus dem Takt kamen, pendelt sich das in den letzten Monaten wieder sehr schön ein:

Am Wochenende planen wir, was wir in der kommenden Woche kochen wollen. Auf einen „Essensplan“ von Montag bis Sonntag notieren wir, was es geben soll – inklusive der benötigten Zutaten. Dabei stöbern wir nach Herzenslust in unserer Kochbuch-Sammlung und mischen Altbewährtes mit neuen Gerichten.
Entsprechend der Rezepte schreiben wir eine Einkaufsliste und überlegen, wer von uns wann einkaufen geht. Meistens kommen wir mit zweimal Einkaufen pro Woche aus (hängt immer vom frischen Gemüse ab).

Da wir auf unserem Arbeitsweg beide an einem halben Dutzend Supermärkten vorbeikommen, brauchen wir in der Regel nicht eigens zum Einkaufen loszufahren. Außer, wir wollen gemeinsam zu „besonderen“ Läden wie etwa der Getreidemühle, in der wir neulich zum ersten Mal waren.

Kochbücher

Unsere Kochbuch-Sammlung

Und wo kaufen wir ein?

Was uns zu der spannenden Frage bringt: wo kaufen wir eigentlich ein, allem voran die Dinge des täglichen Lebens?

Da wir auf dem Land wohnen, spaziere ich natürlich regelmäßig mit einem geflochtenen Korb unterm Arm auf den idyllischen Wochenmarkt oder zum Hofladen umme Ecke. Dort bekomme ich alles unverpackt, alles bio und regional, und natürlich viel preiswerter als in der Großstadt, weil ja die Transportwege entfallen. 🙂

Äh… nein.

Auch wenn einschlägige Zeitschriften einem ja gerne ein anderes Bild vom Landleben weismachen wollen – Einkaufen auf dem Land heißt in erster Linie: in jedem größeren Kaff ein Aldi, ein Lidl, dazu ein Rewe oder Edeka.
Hofläden gibt es tatsächlich auch, allerdings bekommt man natürlich im einen Laden nur Mehl, im anderen nur Gemüse und im dritten nur Honig. Dazwischen liegen dann schon mal zwanzig Kilometer. Die Preise in den kleinen Läden betragen gut und gerne das Doppelte bis Dreifache von dem, was man aus Discountern kennt.

À propos Preis: klar, im Discounter herrscht oft eine Schleuderpreis-Moral, die dem tatsächlichen Wert eines Produkts nicht gerecht wird und die kleinere Betriebe ausbootet, die nicht alles auf Kosten der Tiere und Natur bis zum Erbrechen optimieren.
Der Moral und der Gesundheit wegen versuchen wir, mehr Regionales einzukaufen und damit die kleinen Läden zu unterstützen. Allerdings muss man sich aber klar machen, dass das tatsächlich mehr Geld kostet und bis zu einem gewissen Grad ein Luxus ist, den sich leider nicht jeder leisten kann. Zwischen 1,20€ für ein einfaches Kilo Brot beim Supermarkt und knapp 4€ für einen 500g-Bio-Laib liegt ein gewisser Unterschied. Hoffen wir mal, dass sich das in den nächsten Jahren durch gestiegene Nachfrage noch ändert und auch regionale Bioprodukte erschwinglicher werden.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass der Großteil unserer Einkäufe aus dem Supermarkt stammt. Nudeln, Tomatenmark, Klopapier, Joghurt, … und auch Obst und Gemüse. Hier achten wir allerdings darauf, dass es möglichst aus der Region oder zumindest aus Deutschland kommt und nicht schon wer weiß wie viele Hundert Kilometer Transportweg zurückgelegt hat.

Der Gemüseertrag aus dem eigenen Garten reicht einfach (noch) nicht aus, als dass wir ohne Zukäufe auskommen würden. In den nächsten Jahren will ich unsere Gemüsebeete ja vergrößern, aber aktuell ist es auch noch sehr praktisch, die Paprika dann halt schnell im Supermarkt zu bekommen, wenn wir dieses oder jenes Rezept kochen wollen. Grob orientieren wir uns zwar jetzt schon daran, was gerade Saison hat und was nicht. Da haben wir aber noch einiges an Potential.

In Unverpackt-Läden war ich bislang noch nicht, einfach weil die für uns nur umständlich zu erreichen sind. 90km mit dem Auto von hier bis nach Köln und wieder zurück sind ja nun auch nicht gerade das Nonplusultra in Sachen Umweltfreundlichkeit… und mit den Öffentlichen mit dreimal Umstiegen will ich den Krempel nun auch nicht schleppen. Hmm.

Und die Moral von der Geschicht‘?

Tja. Weniger zu konsumieren bzw. auf einige Dinge schlichtweg zu verzichten finde ich tatsächlich oft einfacher, als nachhaltige Produkte zu finden.

In den letzten Monaten achten wir beim Einkaufen verstärkt darauf, unnötigen Verpackungsmüll zu vermeiden (Klassiker: die eingeschweißte Bio-Gurke neben ihren naggischen Normalo-Kollegen…) und, wenn möglich, zu regionalen Produkten zu greifen. Ich muss mich da aber selber teilweise ein bisschen ermahnen, es nicht zu übertreiben – ich bin ja schnell so ein Ganz-oder-gar-nicht-Typ, zum Leidwesen meiner Familie. 😉

Vor ein paar Tagen etwa sollte es Salat zum Abendessen geben und weil der im Garten leider geschossen ist (gnarf), musste ich eben welchen kaufen. Nach der Arbeit bog ich also zum XXL-Rewe ab… und stellte fest, dass der zwar drölfzighundert Salatsorten in allen Varianten hat – aber allesamt in Plastikfolie verschweißt. Der stinknormale Eisberg ebenso wie der Bio-Kopfsalat oder der Lollo Rosso.
Eigentlich habe ich mich darüber so geärgert, dass ich am liebsten gar keinen Salat gekauft hätte. Uneigentlich hatte ich aber auch keinen Nerv, nach einem 11-Stunden-Tag noch auf gut Glück den nächsten Supermarkt abzuklappern oder dem Besten zu eröffnen, dass es aus Plastikgründen doch keinen Salat gibt. Ergo marschierte ich dann halt doch mit einem abgepackten Salatkopf zur Kasse… und mit dem Vorsatz, das nächste Mal nicht mehr so spontan nach Feierabend einkaufen gehen zu müssen.


Wie ist das bei euch? Wo kauft ihr ein und achtet ihr beim Einkauf darauf, dass die Produkte ökologisch und fair sind? Welche Tipps habt ihr?

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Anne Schwarz

Geschrieben von Anne Schwarz

Merry meet! Ich bin 31 Jahre alt und wohne mit meinem Mann, Hund und Katze in einem kleinen Dorf im Bergischen Land. Das ♥ schlägt für die Natur, die Fotografie & das Schreiben. Ich bin viel draußen unterwegs, baue unser eigenes Obst und Gemüse an und tobe mich gern kreativ aus - egal ob mit Papier oder Quellcode. » Magst du mehr erfahren?

13 Kommentare

  1. Sehr guter Beitrag!
    Ich halte es in etwa wie du: Ich versuche weniger in Plastik eingeschweißte Lebensmittel zu kaufen, kaufe dann halt auch mal lieber die Normalo-Gurke statt der Bio-Variante. Bewusster heißt dann auch für mich: Ich kaufe gerne 3-4 Produkte, die es bei unserem großen Edeka gibt. Die gibt es aber leider nicht im Lidl oder Rewe vor Ort. Dann fahren wir da halt seltener ein, die Haupteinkäufe gibt es auch bei uns dort.
    Ein Unverpackt-Laden hat letztens 20 Kilometer entfernt aufgemacht, allerdings in einem blöden Stadtteil einer Großstadt, wo man so schlecht parken kann … und mit Öffis … du hast das Problem ja schon beschrieben. Trotzdem will ich dort echt gern mal hin und stöbern.
    Regional einkaufen ist halt immer ein wenig schwer, aber da verbessere ich mich aktuell auch schon. Genauso wie in der Saison einkaufen. Schon alleine aus Zeitgründen schauen wir, dass wir nur einmal die Woche einkaufen oder ich dann eben zu Fuß auf dem Heimweg noch mal einen kleinen Umweg gehe.
    Ich denke, dass wir da schon einen richtigen Schritt in die Richtung machen und auch ihr das gut haltet!

    Liebe Grüße!

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    • Hallo Vicky,

      finde ich gut, dass du auch darauf achtest, weniger Plastikmüll mit nach Hause zu schleppen!
      Ich frage mich wirklich, warum in aller Welt gerade das Bio-Gemüse in Folie eingeschweißt wird… da hackt’s doch irgendwo. :/

      Liebe Grüße
      Anne

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  2. Ich liebe deine Bestandsaufnahmen – denn es kann ja nur was besser werden, wenn man die Probleme auch erkannt hat 🙂

    Der Einkauf für mich ist auch ein Problem…

    Dinge nicht für den Alltag:
    – ich führe schon weit über ein Jahr eine Wunschliste und kaufe sogar selten was davon selbst… meist werden es Weihnachts-/Geburtstagswünsche. Auf der Liste stehen aber auch fast nur Dinge, die ich schon brauchen kann und nutzen werde… solche Sachen, die andere Leute spontan mal eben kaufen, sind eher weniger vertreten.
    Das Datum und sowas schreibe ich aber nicht dazu… es ist mehr eine Liste von “ könnte ich brauchen.“ also solche Sachen wie „Die Bluse ist sooo hübsch -haben wilL!“

    Bücher kaufe ich gar nicht, entweder Bücherei oder Weihnachten.
    Kleidung suche ich fast immer gebraucht (Kleiderkreisel und Second Hand Shop), neu gibt es eigentlich nur Schuhe, Unterwäsche und Socken (alles vom Discounter). FÜr hochwertige Sachen fehlt mir hier aber einfach das Geld… denn das gebe ich für das Pony, die Wohnung und mein Essen aus. Mangels finazieller Möglichkeiten kann ich also eh nicht so viel „Extrakram“ konsumieren.

    Übrigens – Stricken und Häkeln: Soll ich mal schauen, was für Nadeln ich übrig habe? Vor allem dünne 2-4 mm habe ich soweit ich weiß zu viele.

    Mein Essen kommt auch aus dem Supermarkt und Discounter. Was anderes geht auf dem Land einfach nicht – 2h bis zum nächsten Unverpacktladen und Bioladen kenne ich keinen. Der Wochenmarkt bietet auch nicht alles und Hofläden kenne ich nur einen: Mein Stiefvater mit Nudeln, Honig und seinen Wurstwaren sowie Eiern.

    Immerhin koche ich aber IMMER selbst, weil ich keine Zusatzstoffe essen will. Da bin ich durch die abklingende Essstörung seit über zwei Jahren ziemlich konsequent. Auch kaufe ich gerne Bio-Zeug (Brot (falls ich nicht welches von der Tafel fürs Pony hole und dann doch selbst auch davon esse ;)), Mehl, Gemüse wenn möglich, Sonnenblumenkerne, Joghurt!…)… das kostet zwar echt viel, aber ist es mir wert, und vor allem bei Milchprodukten ist es mir wichtig, dass die Tiere vernünftig gehalten werden. Daher gibt es auch NUR noch Milch von meinem Pensionstall fürs Pony – da wohnen robuste Kühe mit ganztägigem Weidegang.

    EInen Essensplan mache ich aber nicht, weil es zu anstrengend wäre. Für mich alleine kaufe ich immer so ein, wie es gerade passt (auf dem Weg von der Arbeit nach Hause mit Auto, sonst zu Fuß). Schlecht wird mit da dennoch nur seltenst etwas, worauf ich etwas stolz bin 🙂
    Noch schöner ist aber, wenn mir Oma Gemüse und Obst abgibt, wenn ich zu Hause bin. Die hat einen großen Garten… und Mama spendiert immer meine Eier, weil ich die aus dem Supermarkt nicht ohne Ekel vor den schlechten Haltungsbedingungen essen kann. Nichts geht über eigene Hühner – auch, wenn mich dieses Luxus zu einer verzogenen Göre macht 😀
    Und Fleisch gibt es nicht… Vegetarisch seit fast 1,5 Jahren und seit drei Wochen mache ich sogar einen veganen Tag pro Woche fürs Klima.

    DIeses Plastik aus dem Supermarkt hasse ich aber auch – alles, was es lose gibt, kommt dann bei mir wenigstens in Stoffbeutel lose. Nur wenn ich die Wahl zwischen BIO oder Lose habe, dann nehme ich meist doch Bio, weil das meiner Gesundheit und dem Boden und dem Landwirt zu Gute kommt. Aber die Entscheidung fühlt sich trotzdem immer wieder etwas falsch an…

    Ich bin eigentlich auch Typ ganz oder gar nicht… aber ganz geht halt leider bei mir finanziell nicht und gar nicht ist hier keine Option, weil mir unser Klima wichtig ist.

    Liebe Grüße

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    • Jap – manches ist mir lange Zeit einfach gar nicht so bewusst gewesen und man neigt ja eh dazu, unliebsame Dinge eher auszublenden.

      Deine Wunschliste finde ich super, überhaupt auch dein Beitrag neulich zu den „unerwünschten“ Geschenken. Konkrete, sinnvolle Wünsche zu äußern macht’s ja auch dem Schenkenden leichter, der sich dann nicht auf Deibel komm raus irgendeine Idee aus den Fingern saugen muss und damit ggf. meilenweit entfernt liegt von dem, was man eigentlich mag und / oder braucht.

      Danke für dein liebes Angebot mit den Nadeln! Ich muss ja gestehen, dass ich noch gar keine Ahnung von dem Thema habe und welche Nadelsorten man da so braucht. Was fabriziert man mit der Stärke denn?

      Toll, dass du so konsequent alles selber kochst und dabei halt auch darauf achtest, wo die Produkte her kommen!
      (Bei mir ist das mit den Zusatzstoffen übrigens genau umgekehrt – viele Jahre lang war für mich nur der Kaloriengehalt relevant, egal was für eine eklige chemische Pampe es letztlich eigentlich war. Irgendwann kam der Punkt, an dem mich diese ganzen künstlichen Zusätze dann aber doch angewidert haben… und es hat tatsächlich bis letztes Jahr gedauert, bis ich mich getraut habe, stattdessen zu „normalen“ Produkten zu greifen. Ich bin immer noch ein bisschen stolz, wenn ich mich traue, etwa eine Soße mit normaler Sahne zu kochen statt mit irgendeiner fettreduzierten Mixtur. Oder die 3,8%ige Frischmilch vom Bauernhof zu trinken statt der fettarmen Variante. Wider Erwarten bin ich übrigens nicht aufgegangen wie ein Hefekloß.)

      Liebe Grüße!

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  3. Liebe Anne,

    Ein Thema, das mich seit Jahren begleitet, sinnvoll einkaufen. Wir wohnen optimal in einer Vorstadt, viele Supermärkte, Bioläden und auch nicht wenige Hofläden. Wir planen ganz genau so wie du es beschreibst. Standards kaufen wir auf Vorrat wie Salz, Pasta etc. Ich bevorzuge ganz klar Bio, wichtig ist mir, dass verarbeitete Lebensmittel nicht zu viele Zusatzstoffe enthalten, wie zB Tomatenmark oder auch Pasta, ich recherchiere viel zu Lebensmitteln in Bezug auf Inhaltsstoffe.
    Gemüse, Obst, Fleisch und Brot gibt es frisch, definitiv nicht abgepackt aus dem Supermarkt. Einkäufe versuchen wir zu bündeln, nicht für ein Brot alleine losfahren.
    Sogenannte Flugware versuche ich zu vermeiden, selbst Bioläden bieten sie an. Überhaupt können auch in Bioprodukten viele Zusätze drin sein, Bio heißt nicht unbedingt universell gut.
    Und ich bin ganz ehrlich, getragene Klamotten sind nichts für mich, ich bin so mega pingelig, das kann ich nicht.

    Liebe Grüße, Bee

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    • Hallo Bee,

      das klingt ja super bei euch!
      Durch dich habe ich ja die App Codecheck kennengelernt, da schaue ich auch sehr oft rein, um die Inhaltsstoffe zu überprüfen.

      Liebe Grüße
      Anne

      Antworten

  4. Hallo zusammen,

    ich finde die Reihe sehr interessant und verfolge sie gerne.

    Es ist sehr interessant, wie schwer es eigentlich ist, bewusst und ökologisch zu handeln. Besonders beim einkaufen. Wie ja schon beschrieben, gibt es in der Stadt kaum Läden und Möglichkeiten. Und die richtigen regionalen Läden liegen alle soweit auseinander, dass man stunden mit dem Auto unterwegs ist, um sein Wocheneinkauf zu Deckeln. Was man da wieder an Sprit raus haut, kann das wenige Plastik weniger auch nicht aufwiegen. Hinzu kommt auch noch, dass man es immer schwerer hat, auch wirklich nachhaltige, ökolisch wertvolle und gesunde Lebensmittel zu finden. Vor allem, wenn das Lebensmittel alles zusammen vereinigen soll. Wieso sind BIO Gurken in Plastik verpackt und die normalen (wahrscheinlich mit Pestiziden verseuchten) Gurken nicht. Man muss also wählen zwischen guter Verpackung und gesundem Lebensmittel.

    Natürlich kommt einem dann der Gedanke, dass man gerade Gemüse und Obst für den Eigenbedarf anbauen kann. Doch das geht meistens nur, wenn man den Platz und ein entsprechendes Grundstück hat. Doch um sch das leisten zu können, muss man Vollzeit arbeiten gehen. Und wer Vollzeit arbeiten gehen musst, hat wenig Zeit für den Anbau. Irgendwie ist es ein Teufelskreis, den ich gedanklich nicht durchbrechen kann.

    Mit freundlichen Grüßen

    Antworten

    • Hallo Marcus,

      mhm, exakt – letztlich läuft es immer darauf hinaus, dass man die Vor- und Nachteile gegeneinander abwiegen muss, um irgendwie eine möglichst praktische und sinnvolle Balance zu finden. Wirklich einfach ist es zumindest derzeit noch nicht, komplett nachhaltig einzukaufen.

      Der Zeitaufwand für Obst und Gemüse im Garten ist übrigens geringer, als ich anfangs vermutet hatte. Je nach Saison verbringe ich etwa zwei Stunden pro Woche damit. Wobei mich Gartenarbeit allerdings entspannt und ich an freien Tagen fast eh die ganze Zeit über draußen zugange bin. Mal sehen, wie das nächstes Jahr wird, wenn ich die Beete vergrößere. Da ich hauptsächlich mehr Platz zwischen den einzelnen Pflanzen brauche und gar nicht so viele weitere Pflanzen, explodiert der Aufwand hoffentlich nicht. 😉

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      • Hallo Anne,

        als zwei Stunden in der Woche, klingt gar nicht so viel. Erscheint machbar.

        Wir sind dieses Jahr gerade frisch in ein Haus eingezogen und über die Gartennutzung habe ich mir selber noch gar nicht viel Gedanken gemacht. Aber im nächsten Jahr geht es dann los. Bin sehr gespannt, wie es bei euch weiter geht. Ihr seid eine gute Inspirationsquelle.

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        • Hallo Marcus,

          ja, es kommt halt auf die Jahreszeit an, auf die Beetflächen und auf was du anbauen willst.
          Im Frühjahr habe ich deutlich mehr Zeit investiert, weil ich da die Beete überhaupt erstmal vorbereiten musste – wir haben ja auch gerade erst gebaut und ich habe nicht nur Unmengen von Lehmklumpen abgesiebt, sondern auch Scherben und Plastikfetzen. Das hat seine Zeit gedauert. Das eigentliche Pflanzen ging dann relativ flott; ich schaue halt regelmäßig nach den Pflanzen. Schnecken werden abgesammelt, neulich auch Raupen vom Kohlrabi, vor ein paar Wochen erforderte es etwas Aufwand, den Apfelbaum blattlausfrei zu bekommen. Das sind in der Regel so 5 Minuten am Tag. In trockenen Phasen gieße ich abends mit dem Gartenschlauch (ca. 10 Minuten für den ganzen Garten), am Wochenende zuppele ich Unkräuter aus dem Gemüsebeet, damit die Pflanzen genügend Platz haben. Aktuell brauche ich da etwa eine halbe Stunde für die Gemüsebeete (ca. 13qm).

          Viel Erfolg und Spaß mit eurem Garten! 🙂

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  5. Ich finde es oft schwer, nachhaltig einzukaufen – also besonders bei Lebensmitteln. Meist fehlen verpackungsarme Alternativen oder die Alternativen sind so teuer, dass ich es mir nicht leisten kann/mag. Oder auch wie du schon schreibst, es mangelt an Zeit und Energie zu anderen, weitentfernteren Läden zu gehen. Im kleinen versuche ich dennoch zumindest ein wenig Nachhaltigkeit einzubauen, zum Beispiel kaufe ich schon seit Jahren mit dem guten alten Stoffbeutel ein, lange bevor es das Plastiktütenverbot gab, oder ich meide verpacktes Obst und greife dann lieber gleich zum „losen“ Obst, etc.

    Von den Lebensmitteln einmal abgesehen konsumiere ich eher wenig Zeug. Da kaufe ich nur, was wirklich notwendig ist. Nur selten gönne ich mir mal was. Bei Lebensmitteln ist es übrigens auch ähnlich, ich möchte möglichst immer alles aufbrauchen, bevor es schlecht wird und ich es wegschmeißen muss.

    Ich finde es toll, dass du dir so viele Gedanken machst und alle deine Lebensbereiche hinsichtlich Nachhaltigkeit überdenkst! ?

    Lieben Gruß, nossy

    Antworten

    • Hallo nossy,

      das klingt doch nach einem sehr bewussten Konsumverhalten und „alltagspraktischer“ Nachhaltigkeit! 🙂

      Ich merke, dass mir diese Blogreihe dabei definitiv hilft. Einfach, weil ich beim Schreiben immer so einen gewissen Vollständigkeits-Anspruch an mich selber habe und dadurch auch Aspekte hinterfrage, die mir vorher irgendwie gar nicht in den Sinn gekommen waren. Und Ratschläge und Feedback zu erhalten, ist natürlich besonders toll und motivierend! 🙂

      Liebe Grüße
      Anne

      Antworten

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