Meine No Spend Challenge – Fazit nach einem Monat

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Genau vor einem Monat habe ich ja beschlossen, mich an einer No Spend Challenge zu versuchen.

In diesem Zeitraum möchte ich für Hobbys, Kleidung und Co. kein Geld ausgeben bzw. nur extrem wohl überlegt und längerfristig geplant.

Zeit für ein Fazit!

Wie ist es gelaufen?

Während der Challenge habe ich mir alle paar Tage notiert, ob ich etwas gekauft habe und was ich zu „brauchen“ vermeinte. Ich fasse das hier jetzt mal wochenweise zusammen:

Woche 1

Es fiel mir leichter als gedacht, nichts zu kaufen. Stattdessen habe ich mich tatsächlich mit Entrümpeln beschäftigt und unter anderem Bücher und Bastelsachen aussortiert, die ich ohnehin nicht mehr lese bzw. nicht benutze und deswegen verkaufen oder verschenken werde.
Während des Aussortierens ist leider ein Bücherregal halb zusammengebrochen, sodass ich Winkelstücke und Schrauben zum Reparieren besorgen musste. Das zählt aber irgendwie nicht, finde ich. Erstens war das notwendig (wir wollen ja nicht neben einem kaputten Regal hausen) und zweitens repariert es ja etwas.

Die fehlenden Bilder hier an unseren Wänden, insbesondere im Treppenaufgang, sind eine neverending story. Diese Woche sprach der Beste das Thema nochmal an. Ich muss das echt mal angehen, schiebe das aber etwas vor mir her. Vorerst ist die Challenge eine gute Ausrede. 😉

Bei der Inventur meines Saatguts fiel mir auf, dass ich Ringelblumensamen brauche. Die wanderten auf meine Einkaufsliste für das Pflanzencenter.

Ein bisschen stolz war ich tatsächlich, als die erste Woche rum war.

Woche 2

Soweit lief es ganz gut. Beim Kartenbasteln fiel mir auf, dass die Klingen an meinem Schneidbrett hinüber sind; sie reißen das Papier mittlerweile leider mehr, als dass sie es schneiden. Die Crux ist halt, dass ich die Klingen online bestellen muss und dann wandert garantiert noch mehr in den Warenkorb. Also kaufe ich lieber gar nix. Erfahrungsgemäß werde ich im Sommer eh nicht so viel basteln und zur Not schneide ich die Karten halt mit der Schere.

Beim Möbelschweden haben wir eine Stehlampe bestellt, die monatelang nicht lieferbar war und aufgrund ihrer Bauweise die einzige ist, die bei uns im Wohnzimmer in die Ecke hinter dem Sofa passt. Dort wollten wir schon lange eine Lampe haben, um gemütlich lesen zu können, ohne gleich die ganze Deckenbeleuchtung einzuschalten. Fällt für mich also nicht in die Kategorie spontaner, überflüssiger Ausgaben.

Woche 3

Gleich zweimal hintereinander habe ich in dieser Woche ungeplant Geld ausgegeben. 😐

Beim Einkaufen in der Mühle, wo wir unser Mehl kaufen, hingen Demeter-Samentütchen. Eek. Basilikum, Kürbis und Kamille durften mitkommen. Ein bisschen schlechtes Gewissen hatte ich der Challenge wegen, allerdings stehen diese Sorten eh seit Wochen auf meinem Einkaufszettel und ich hätte sie früher oder später ohnehin gekauft.

Unter der Woche stand ein gemeinsames Mittagessen beim Koreaner mit Kollegen an – für ein größeres Projekt war jemand aus den USA im Office und da will man ja auch mal außerhalb von Meetings zusammensitzen.

Am Wochenende war ich – geplant –  beim Pflanzencenter. Dort habe ich aber nur das gekauft, was ich mir auf den Einkaufszettel geschrieben hatte – ein paar Frühlingsblüher für vor’s Haus (wobei ich sogar unter dem mir selber verordneten Budget geblieben bin), Nachsaatrasen sowie ein Geschenk für einen Geburtstag.

Meine Motivation und Einstellung bezüglich der Challenge kippten in dieser Woche irgendwie… dazu unten mehr.

Woche 4

Die vierte und somit letzte Woche lief nicht sonderlich gut.

Ich war nochmal beim Gartencenter, eigentlich wieder mit einer Einkaufsliste. Rindenmulch für den Weg im Gemüsegarten (der ansonsten leider unglaublich glitschig ist und als reiner Trampelpfad nicht taugt), Urgesteinsmehl für den Kompost, reifen Kompost – solche Dinge eben, die vorher nicht ins Auto gepasst hatten.
Uneigentlich wanderte dann aber noch eine heruntergesetzte Hortensie in den Einkaufswagen. Das habe ich im Nachhinein bereut, weil es eine spontane und eigentlich auch überflüssige Ausgabe war. Und wo wir dann schon mal dabei waren: im Aldi standen Erdbeerpflänzchen herum und da ich mir nicht sicher bin, ob meine Erdbeeren das leider nötige Umsetzen überstehen, hab ich die noch dazu gepackt, mitsamt Gladiolen- und Dahlien-Zwiebeln.

Das ist wirklich dämlich – ich kann nicht an Pflanzen vorbeigehen, ohne ihnen ein „Zuhause“ geben zu wollen. Ganz schlimm beim „Reduziert“-Regal mit armen, ramponierten Pflanzen, die aufgepäppelt werden wollen… da hab ich echt so ein Hundewelpen-Syndrom.  o_o
Letztlich war das jetzt finanziell gesehen keine große Sache – zusammen irgendwas um die 10 €. Ich werde mich auch darüber freuen, wenn die Blumen dann mal im Garten stehen, es ist also nichts aus der Kategorie „Gekauft und dann im Schrank vergessen“. Aber das ändert nichts daran, dass ich die Challenge da vermasselt habe.

Am Freitag war ich sowieso kurz davor, die Challenge hinzuschmeißen und mir etwas zum Mittagessen zu kaufen. Letztlich bin ich dann aber standhaft geblieben.

Wie ich geplant, habe ich mir in dieser Woche außerdem Schuhe und eine Bluse für diese dreitägige Schulung im Grandhotel bestellt… das hatte ich ja von vornherein bei der Challenge eingeplant und jetzt beim Bestellen genauso wenig Lust darauf gehabt, wie erwartet. Immerhin beim Klamottenkauf schlage ich eindeutig nicht über die Stränge. 😉

Fiel mir der Verzicht leicht oder nicht?

Alles in allem lief die No Spend Challenge besser als gedacht. Ich hatte ja schon geahnt, dass drei Bereiche eine Herausforderung sein würden: Gartenkram, Bastelkram und Mittagessen in der Firma. Zwei davon waren easy, an einem Punkt hatte ich wirklich zu knabbern.

Auf Basteldinge konnte ich sehr leicht verzichten. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich aktuell nicht sonderlich viel Zeit am Werkeltisch verbringe – aber ich habe auch einfach das Gefühl, mehr als genug angesammelt zu haben.

Gut lief es auch, in der Firma nichts zum Mittagessen zu kaufen. Teils habe ich mir stattdessen etwas von daheim mitgenommen (Porridge oder ein Brötchen), teils habe ich mir in der Firmenküche einen Apfel oder eine Banane geholt. Oder mich gefreut, dass jemand Geburtstag hatte und Kuchen mitgebracht hat. 😀

Bleibt der Garten. Da habe ich tatsächlich mehrfach Geld ausgegeben… teils geplant, teils aber eben leider auch spontan. Im Nachhinein ärgert mich das, weil ich es mir ja anders vorgenommen hatte – mal ganz davon abgesehen, dass der Beste regelmäßig seufzt, wenn hier neue Pflanzen auftauchen.

Mittelfristig hoffe ich, durch das Sammeln von Samen, unsere Komposthaufen usw. in den nächsten Jahren immer weniger dazu kaufen zu müssen. Letztes Jahr hatten wir den Garten ja gerade erst angelegt und brauchten wirklich viel – auch wenn ich mit Bekannten Pflanzen und Saatgut getauscht bzw. geteilt habe, kam da immer noch eine ganze Menge zusammen.
Dieses Jahr ist es schon definitiv weniger. Nichtsdestotrotz „fehlen“ mir manche Pflanzen noch, die ich gerne im Garten hätte. Und da es gewisse Zeitfenster für das Säen und Pflanzen gibt, heißt das: wenn ich bestimmtes Saatgut nicht jetzt besorge und aussäe, kann ich das für das ganze Jahr vergessen.

Habe ich durch die No Spend Challenge Geld gespart?

Definitiv. Im Schnitt bin ich sonst drei- bis viermal pro Woche mit den Kollegen losgezogen und habe dabei jedes Mal zwischen 3 und 5 Euro ausgegeben. Durch die Challenge habe ich also allein durch das Thema Mittagessen rund 60€ gespart.
Bei Basteldingen kann ich das nicht beurteilen, da ich vermutlich auch ohne die Challenge nichts gekauft hätte. Im Pflanzencenter hätte ich womöglich mehr Geld ausgegeben als so.

Von Motivation, Regeln und Verboten

In den ersten beiden Wochen war ich wirklich sehr motiviert und auch neugierig auf die Erfahrung, so eine Challenge durchzuziehen. Ungefähr ab der dritten Woche kam aber ein unschönes unterschwelliges Gefühl auf, was ich erstmal gar nicht recht greifen konnte. Mittlerweile ist mir klar geworden, was es ist.

Früher habe ich mir selber über viele Jahre hinweg ziemlich strenge Regeln aufgestellt, was Essen und Sport anbelangt. Ich möchte da jetzt gar nichts ins Detail gehen, aber: diese No Spend Challenge fühlte sich nach etwa zwei Wochen genauso an. Egal ob Kalorien oder Cash, ich hatte mir bestimmte Regeln vorgenommen, ohne es wirklich zu müssen. Und die wurden irgendwie zum Selbstzweck; ein Überschreiten dieser selbstauferlegten Verbote fühlte sich an wie Versagen.

Ich habe eine Weile darüber nachgedacht, warum ich die Hortensie, die Erdbeeren und so weiter trotz der Challenge gekauft habe. Eigentlich halte ich mich für einen ziemlich disziplinierten Menschen. Letztlich ist mir klargeworden, dass ich auf diese Gartendinge eigentlich überhaupt nicht verzichten willChallenge hin, Challenge her. Weil ich mich so unglaublich darauf freue, hier einen bunten, lebendigen Garten entstehen zu lassen, für den ich wilde Pläne schmiede-

Wie geht es weiter?

Grundsätzlich möchte ich weiter daran arbeiten, keinen überflüssigen Krempel anzuhäufen. Das betrifft also gleichermaßen unüberlegte Spontankäufe wie auch das Ausmisten und Aufbrauchen bestehender Dinge. Ich möchte lernen, genügsamer zu werden. Ich möchte stärker das wertschätzen, was da ist – und nicht dem hinterherrennen, was ich nicht habe.

Das Thema Nachhaltigkeit möchte ich generell stärker in den Fokus dieses Blogs rücken, dazu habe ich hier auch schon das ein oder andere geplant.

Bastelkram und Co. werde ich also weiterhin nicht kaufen und auch das Mittagessen bringe ich mir lieber von daheim mit. In Sachen Garten werde ich versuchen, auf Spontankäufe zu verzichten und nur dann Pflanzen anzuschaffen, wenn ich mir das ein oder zwei Wochen lang überlegt habe und sie dann immer noch unbedingt haben mag.

Was ich aber nicht mehr machen werde: Challenges mit mir selber, bei denen es um Verbote geht. Verbote schränken ein und richten den Fokus auf was, was man sich vorenthält.
Ich will mir nichts verbieten. Ich will freiwillig verzichten. Das ist ein haarfeiner und gleichzeitig himmelweiter Unterschied.

Mit diesem Artikel nehme ich teil an der #EiNaB, der Blogparade zu den Themen grünes Leben, DIY und Nachhaltigkeit.

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Anne Schwarz

Geschrieben von Anne Schwarz

Merry meet! Ich bin 31 Jahre alt und wohne mit meinem Mann, Hund und Katze in einem kleinen Dorf im Bergischen Land. Das ♥ schlägt für die Natur, die Fotografie & das Schreiben. Ich bin viel draußen unterwegs, baue unser eigenes Obst und Gemüse an und tobe mich gern kreativ aus - egal ob mit Papier oder Quellcode. » Magst du mehr erfahren?

26 Kommentare

  1. Ohne mal den detaillierten Verlauf zu kommentieren: Ich finde, da hast du ein sehr vernünftiges nachvollziehbares Fazit getroffen. Es ist irgendwie das Gegenstück zu einem Problem, von dem ich mich vor einer Weile verabschiedet habe: Man denkt sich, man müsste mal wieder mehr Zeit in ein Hobby investieren, und zwingt sich dann z.B. zum Üben eines Instrumentes. Nun muss man sich in gewissem Maße zu sowas sicherlich zwingen, aber man sollte aufpassen, dass man es auch noch aus Motivation macht und dabei nicht übersieht, ob man ein Hobby vielleicht längst hätte aufgeben sollen. Bei dir ist es eben andersherum: Du kaufst einfach gerne Pflanzen und bemutterst sie. 😀 Und der Grundgedanke ist ja geblieben, weniger verschwenderisch zu sein (ich finde ja besonders den Punkt mit dem Mittagessen super, ich weiß, wie schnell man mit den Kollegen beim Dönermann landet, und finde es superwichtig, das bewusst zu vermeiden).

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    • Oh, stimmt… dieses „ich müsste eigentlich mal wieder“ ist auch tückisch. Geht mir bisweilen beim Sport so. 😀

      Jap, beim Mittagessen kommt halt auch der soziale Aspekt dazu – gemeinsam loszuschlendern und irgendwo hin zu laufen ist etwas anderes, als einfach die mitgebrachte Stulle auszupacken.

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  2. Ganz ehrlich,die ein/zwei „Ausrutscher“ find ich persönlich überhaupt nicht schlimm und völlig legitim 🙂
    Wenn man so will,bin ich auf einer „Dauer-no-spend-Challenge“ ^^

    Ich gebe für gewöhnlich ganz bewusst Geld aus bzw. nur für das was gebraucht wird. Wie Lebensmittel (Bioladen) Tierfutter…einen nicht ungünstigen Teil fressen glutenfreie Dinge (Brot/Brötchen,Mehl,etwas Süßkram etc.) Da ist man schnell im Monat -nur für das nötigste- ne Runde Geld los.
    Ich hab jedes Mal ein schlechtes Gewissen wenn ich was extra hole…ich weiß nicht wieso 😀 Warscheinlich weil ich immer das Gefühl hab,es ist eigentlich unnötig und halt eben extra.
    Z.b hatte ich jetzt letzte Woche noch schnell für meine Mama 2 Shirts zum Geburstag im April besorgt. Fand die zufällig reduziert und sie gefielen mir (Mama trägt Übergröße,da ist es nicht einfach nette,bezahlbare Sachen zu finden) Zufällig stolperte ich dabei über eine Sweaterjacke und ein Oversizeshirt die nicht unerheblich reduziert waren (zumindest die Jacke um gut die Hälfte) Die nahm ich spontan auch mit und mich hat´s echt gezwickt obwohl ich beides gut brauchen kann 😉

    Bei Pflanzen geht es mir aber auch genauso. Das ist ganz grausam ^^ Aber ich glaube du triffst es da sehr schön auf den Punkt,ich WILL nicht auf schöne Garten/Balkondinge verzichten. Schlechtes Gewissen zwickt zwar trotzdem,aber wenn z.B der Balkon überläuft vor Blüten,ist das doch wunderschön 🙂
    Und Sachen für einen Nutzgarten kaufen,der einen zum Teil selbst versorgt ist letztendlich nachhaltig. Man spart´s Geld teurer Sachen aus dem Laden zu kaufen.

    Ich denke manchmal muss man auch alle 5ne gerade lassen. Gerade bei Sachen die einem selbst wirklich gut tun. Letztes Jahr ging es mir nun überhaupt nicht gut. Weder körperlich noch psychisch. So doof es klingt,der Blütenbalkon hat mich ein klein wenig „gerettet“
    Ebenso der Start mit einem Bullet Journal. Auch wenn ich dafür dann erst einmal etwas Geld „verschwendet“ habe für Stifte,Stempel,Farben,Fotodrucker etc.pp Wobei ich letzteren eh schon seit 2-3 Jahren wieder kaufen wollte und ewig vor mir her geschoben habe.

    Liebe Grüße 🙂

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    • Schön zu hören, dass es dir in puncto Pflanzen ebenso ergeht. 😉 Und ich finde, das mit deinem Balkon klingt ganz und gar nicht doof, ich kann das vollkommen verstehen.
      Auf irgendeinem Blog hatte ich tatsächlich gelesen, dass jemand Dinge für den Nutzgarten bei der Challenge nicht berücksichtigt hat, aus den von dir genannten Gründen. Zumindest dieses Jahr bin ich da bei mir selber noch skeptisch… erstmal weiß ich noch nicht, ob das alles überhaupt so funktionieren wird wie geplant, ob wir wirklich mit dem Gemüse aus dem Garten auskommen werden. Hinzu kommt, dass es sich schon mehr wie ein Hobby anfühlt als wie „es ernährt die Familie“ – wo ich das so schreibe, fällt mir der Widerspruch auf. Lebensmitteleinkäufe hab ich ja auch nicht mitgezählt, warum dann also die Vorstufe? Möp. 😀

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  3. spannender bericht! ich finde diese challenge grundsätzlich eine gute sache, weil man dann einfach mal bewusst hinterfragt, was man da eigentlich grade in den warenkorb oder aufs kassenband legt und ob das denn auch wirklich sinnvoll und notwendig ist. ich habe aber während dem lesen auch ein ähnliches gefühlt entwickelt wie das, was du dann zum schluss beschrieben hast. ich hab mich gefragt, warum willst du dir das denn nun verbieten, wo du doch schreibst, dass dir so etwas wirklich freude macht und warum fühlst du dich dann gewissermaßen schuldig? und darin liegt glaube ich der punkt: solange es nicht existenziell bedrohend oder unvernünftig ist, ist es doch total in ordnung, sich mit dingen eine freude zu machen. wenn man sie dann hat und sich weiter darüber freut, dann ist das ja was gutes. letztlich geht es doch vor allem um die dinge die man kauft und dann erst nicht braucht/nutzt und die irgendwie vergessen werden, weil der impuls grad da war „oh das ist aber nett“ gepaart mit der endorphinausschüttung beim kauf. und wie du schreibst, es ist ein himmelweiter unterschied, sich etwas zu verbieten oder auf etwas verzichten zu wollen. sobald es ein verbot ist (das keinen wirklich begründbaren nutzen hat) sollte man es denke ich lassen.

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    • Danke für deine lieben Worte! Ich glaube, ich bin mit mir selber oft viel strenger, als ich es mit anderen wäre… und du hast so Recht mit dem, was du schreibst. <3

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      • das ist glaube ich auch ein besonderes phänomen von einem bestimmten menschenschlag. das kenne ich (in manchen bereichen) von mir selbst nur zu gut. erst letztens ist mir wieder bewusst geworden, dass man sich damit ganz schön schaden kann. ich glaube, wir haben es durchaus verdient, dass wir auch zu uns selbst nett sind 🙂

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        • Mhm, da sagst du was… ich stelle an mich selber auch immer viel höhere Erwartungen als an andere. Schon dämlich, irgendwie – am Ende ist das nämlich nicht heldenhaft oder sowas, sondern man macht sich damit bloß das Leben unnötig schwer. “ ich glaube, wir haben es durchaus verdient, dass wir auch zu uns selbst nett sind :)“ – das hast du schön gesagt. <3

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          • 🙂 ich habe zum glück aus vielen, vielen fiesen dingen, die ich mir selbst aufgehalst hab, irgendwann einmal konsequenzen gezogen. es klappt nicht immer, aber es ist schon viel besser als es mal war und steigert die lebensqualität enorm 🙂

          • Das glaube ich dir… und es klingt nach einem wunderbaren Weg, auf dem du dich da befindest! 🙂

          • dankeschön! das ist er auch. aber wie es halt auch immer so ist, schafft man auf der einen seite steine aus dem weg und auf der anderen rollen welche rein (die man üblicherweise nicht kommen gesehen hat). es wird also mit der arbeit nie langweilig ^.^

  4. Ich glaube, ich kann relativ gut nachvollziehen, warum du keine Verbote mehr magst. Solche Gedanken habe ich auch oft…

    Im Gegensatz zu dir habe ich spontan aber echt viel ausgegeben. Ich habe nämlich einen neuen Laptop bestellt. Einfach so spontan an einem Abend, weil es mich ärgert, wie oft meiner hängt.

    Ich glaube, davon abgesehen beschränken sich spontane Käufe bei mir auf Kekse und Süßigkeiten aller Art. Das Zeug war einfach zu lange „verboten“.

    Liebe Grüße

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    • Ui, dann mal herzlichen Glückwunsch zum neuen Rechner! Das kann ich aber gut nachvollziehen… wenn man jeden Tag mit etwas arbeitet, das nicht gescheit funktioniert oder endlos langsam ist, dann kann einen das in den Wahnsinn treiben. Mal abgesehen davon, dass man jede Menge Zeit damit verplempert, auf Ladebalken, Sanduhren & Co. zu starren.

      Wenn ich so darüber nachdenke, ticke ich bei Lebensmitteleinkäufen anders… wenn etwas im Kühlschrank steht, esse ich es bzw. verwende es beim Kochen. Ich packe auch alle möglichen Zutaten auf den Einkaufszettel und bringe sie mit, wenn ich für uns beide koche. Aber wenn ich nur etwas für mich allein kaufen sollte (bspw. weil der Beste beim Dienst ist und sich etwas mit Fleisch mitgenommen hat), dann tendiere ich echt dazu, einfach nichts zu kaufen. Auch wenn ich weiß, dass wir Zuhause nicht wirklich etwas da haben. Ganz schön dämlich, daheim bin ich dann nämlich insgeheim doch etwas enttäuscht, wenn nichts Leckeres auf dem Teller landet. Möp.

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  5. Hallo Anne,
    ich finde dein Fazit nach der Challenge sehr nachvollziehbar! Im Januar habe ich ebenfalls nichts (was nicht absolut notwendig war) eingekauft. Alles, was ich Anfang Februar noch haben wollte, habe ich dann gekauft. Mir hat daran gefallen, dass ich mich an Dingen mehr erfreue, wenn ich die Entscheidung etwas verlängere. So bin ich mir auch sicher, dass ich etwas wirklich haben möchte und es nicht nur ein Impuls ist. Ich schlafe inzwischen einfach ein paar Mal über Wünsche, bevor ich etwas kaufe. Gefällt mir – ähnlich wie dir – besser, als ein komplettes Verbot.
    Pflanzen sind eine Ausnahme davon! Ich informiere mich zwar über jedes Pflänzchen, was bei uns sein Zuhause finden soll – aber wenn mich im Gartencenter etwas anlacht, google ich kurz und dann darf es dann meistens auch mit!
    Für mich liegt der Schlüssel also auch eher im bewussten Einkaufen ohne Verbote!
    Viele Grüße
    Caro

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    • Hallo Caro,

      spannend, dass wir da zu einem ähnlichen Fazit gekommen sind… und dass es dir bei Pflanzen auch so geht. 😉

      Vielleicht ist das mit den Pflanzen aktuell auch so ein Thema, weil es durch den Winter eine so lange Gartenpause gab?

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  6. Eine sehr interessante Erfahrung die du da gemacht hast. Ich werde demnächst wieder beginnen ein elektronisches Haushaltsbuch zu führen (sobald ich Excel oder ähnliches auf dem Rechner habe), da ich für ein Hobby demnächst größere Ausgaben plane und dann nicht den Überblick über meine Finanzen und Sparmöglichkeiten verlieren will.
    Verzichten möchte ich nicht um mir die größere Anschaffung leisten zu können. Aber allein durch das festhalten der Ein- und Ausgaben, decke ich bestimmt noch mal ein paar Einsparmöglichkeiten auf.

    Daher kann ich sehr gut nachvollziehen, dass dir der Verzicht auf den Pflanzenkram echt schwer gefallen ist, besonders bei den reduzierten Sachen – immerhin spart man bei dennen unterm Strich ja sogar noch etwas, als wenn man diese nach einer zwei wöchigen Bedenkzeit zum vollen Preis kauft! Sich selbst ein Verbot zu setzen klappt im übrigen bei mir nie. Wenn meine eigene Einstellung und Überzeugung so groß ist, dass ich etwas will ( zum Beispiel auf etwas verzichten) dann kann ich es auch viel eher schaffen.

    Viel Erfolg weiterhin bei deinem freiwilligem Verzicht,
    nossy

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    • Ja, so ein Dokument habe ich uns auch angelegt. Ich hab zwei Blätter darin – das eine listet die anstehenden monatlichen Geldeingänge und geplanten Abbuchungen auf, also sowas wie Versicherungen, die Hauskredite usw. Da sehen wir am Ende, wie viel Geld uns jeden Monat zur Verfügung steht. Es ist auch Platz für Notizen wie „Juni: Hochzeitsgeschenk für XYZ“, damit wir das am Monatsbeginn schon auf dem Schirm haben. Auf dem zweiten Blatt werte ich am Ende des Monats aus, was wir darüber hinaus wofür ausgegeben haben – da habe ich so grobe Kategorien wie „Einkaufen“ (also Abbuchungen von Aldi & Co.), „Tanken“, „Barabhebung“, „Baumarkt“ usw. Da wir meistens mit Karte zahlen, kann ich das ganz gut auswerten. ^^

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  7. Liebe Anne,
    Schön über deine Erfahrungen zu lesen. Beim Garten geht es mir so wie dir: Wir sind einfach noch gar nicht fertig mit dem Anlegen unseres Gartens. Wir brauchen also wirklich VIEL Erde. Mit den Samen habe ich es auch maßlos übertrieben, aber: Meine Nachbarin und auch Freunde klingeln bei mir regelmäßig an, ob ich denn nicht das und das da habe. Und das ist etwas, das mir wirklich Freude bereitet: Ich teile mit den anderen und tausche. Worauf wollte ich hinaus?
    Verbot und Verzicht sind wirklich ein großer Unterschied. Aber ich glaube, das liegt an unserer Gesellschaft und unserer Einstellung. Mir persönlich ist das Kaufen von Dingen nie wichtig gewesen. Andererseits bin ich kein Minimalist und kann mir in den nächsten Jahren auch nicht vorstellen, einer zu werden.
    Du wirst schon deinen eigenen Weg finden. Wie du schreibst: Unter Druck geht das sowieso nicht!
    Viele Grüße, Izabella

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    • Hallo Izabella,

      ja, das mit dem Teilen von Saatgut und Pflanzen geht mir ähnlich – habe ich ebenfalls letztes und auch dieses Jahr wieder gemacht.

      Liebe Grüße
      Anne

      Antworten

  8. Ich finde dein Fazit ganz gut, denn im Grunde hast du ja selbst durch deine Challenge gemerkt, was zum einen möglich ist und zum anderen zeigt es ganz gut, dass du bewusst auf bestimmte Dinge nicht verzichten willst, weil sie dir einfach wichtig sind. Aber das „bewusste nachdenken“ über das Kaufverhalten bringt meiner Meinung nach ohnehin am meisten und ich denke, dass die Challenge allein in dieser Hinsicht bei dir schon viel bewirkt hat 🙂

    Antworten

  9. Bei den verkümmerten Pflänzchen geht es mir genauso wie dir. Nur mit dem Unterschied, dass ich eine Gärtnerei kenne, die genau solche Pflanzen auf den Kompost wirft und ich ab und zu nachschaue, was sie denn dieses Mal entsorgt haben… Kostet nix, wird den Garten mit der Zeit aber mit Sicherheit überbevölkern….;-)
    Eine direkte Challenge mache ich zwar nicht, versuche aber seit Monaten nur das nötigste an Zucker zu konsumieren. Beim Sport und beim Rausgehen bei schlechtem Wetter bin ich leider meist inkonsequent, da hast du mit deinem täglichen Hundegang sicher viel voraus. Da merke ich aber auch, dass ich das oft gar nicht ändern will, wie du auch sagtest…

    Antworten

    • Ooh, da würde ich dann aber auch regelmäßig bei deren Kompost vorbeischauen… 😉
      Die allermeisten Pflanzen überleben ja, sind halt nur vielleicht im ersten Jahr nicht ganz so prächtig wie ihre Kollegen und deswegen nicht zum gleichen Preis anzubieten… schade, wenn sie dann einfach entsorgt werden. Umso besser, dass du ihnen dann eine zweite Chance gibst! 🙂

      Antworten

  10. Hallo Anne,
    Ich freu mich schon auf weitere Gedanken zum Thema Nachaltigkeit! Ich finde, Nachhaltigkeit soll auch Spaß machen und da hilft es nicht, sich radikal alles zu verbieten. Ich kann auch von heute auf morgen nicht gar keinen Müll mehr machen oder gar kein Plastik mehr verwenden. Reduzieren finde ich gut. Vielleicht sollte die Challenge dann eher sein 50% weniger, dafür langfristig. Odrr auch nur 20 %. Besser als gar nicht!
    Den Pflanzentick kenne ich. Und hej, es gibt wirklich schlimmeres, gerade für die Umwelt !

    Viele liebe Grüße,
    Marlene

    Antworten

    • Hallo Marlene,

      das finde ich einen guten Ansatz – sich von vornherein „nur“ ein Reduzieren vorzunehmen. Gerade bei Plastik weiß ich einfach, dass es komplett plastikfrei bei uns nicht funktionieren würde… aber ich achte darauf, zumindest weniger Plastikmüll anfallen zu lassen. Darüber mag ich demnächst auch mal einen Artikel schreiben.

      Liebe Grüße
      Anne

      Antworten

      • Super, da freue ich mich drauf. Gerade wenn man nicht alleine wohnt, spielen dabei noch mehr Faktoren rein. Uns hilft unsere Biokiste sehr, denn da ist alles Obst und Gemüse unverpackt drin.
        Viele liebe Grüße,
        Marlene

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