Meine No Spend Challenge

Bei Monica hatte ich schon vor längerem davon gehört, bei Sarah bin ich neulich wieder darüber gestolpert. Und als mir das Thema kürzlich bei Izabella erneutbegegnete, war klar: das mache ich jetzt auch! Wovon ich spreche? Von No Spend Challenges bzw. einer Kaufdiät.

Worum geht es bei der No Spend Challenge / Kaufdiät?

In einem bestimmten Zeitraum kein Geld (für überflüssige Dinge) auszugeben. Manche veranschlagen einen Monat, andere nur einen Tag oder auch gleich ein ganzes Jahr. Manchmal schwirrt auch die magische Zahl 21 durch den Raum, da es angeblich 21 Tage dauert, eine Gewohnheit abzulegen (dass das von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, ist ein anderes Thema).

Einige Teilnehmer wollen überhaupt kein Geld ausgeben, andere nur nicht für Hobbys, Klamotten, Schminkzeug, Coffee To Go etc.  Andere limitieren Anschaffungen auf einen Kauf pro Monat.

Während bei einigen das Sparen im Vordergrund steht, geht es oft auch um Nachhaltigkeit und bewussten Konsum: brauche ich den ganzen Krempel wirklich, den ich gerade in den (echten oder virtuellen) Einkaufswagen gepackt habe? Wofür gebe ich mein Geld überhaupt aus? Und reicht mir nicht eigentlich auch weniger?

Wie sieht meine persönliche No Spend Challenge aus?

Ich habe mir vorgenommen, die Challenge erstmal einen Monat lang durchzuziehen. Da ich mal wieder zu ungeduldig bin, auf den Monatsersten zu warten, habe ich spontan vorgestern schon angefangen. Meine Challenge läuft also bis zum 19. März. Danach schaue ich, ob ich sie verlängere oder nicht.

In diesem Zeitraum möchte ich für Hobbys, Kleidung und Co. kein Geld ausgeben bzw. nur extrem wohl überlegt und längerfristig geplant.

Erlaubt sind:

  • Lebensmittel
  • Drogerieartikel, falls etwas ausgehen sollte (ich benutze da eh nicht so viel Kram, aber meine Gesichtscreme ist bald leer)
  • Tanken

Eine Ausnahme in Sachen Kleidung: beruflich bin ich im April auf einer mehrtägigen Fortbildung in einem 5 Sterne-Grandhotel, da brauche ich noch ein paar Ergänzungen in Sachen Business-Outfit. In der Firma geht’s meistens ja doch eher leger zu.
Und nein, ich freue mich nicht auf diese Ausnahmegenehmigung, ich hasse Shoppen. 😀

Generell möchte ich die Challenge nur für mich durchziehen, ohne den Besten da “mit reinzuziehen”. Unsere Abos von Amazon Prime und Netflix laufen weiter und wenn wir etwas Nettes zu zweit unternehmen wollen, was Eintritt kostet oder so, ist das auch okay. Das fällt für mich nicht in die Kategorie “überflüssiger Konsum” bzw. ist nichts, was wir dauernd oder fast schon unbewusst machen.

Ich denke, das hier werden meine Herausforderungen:

  • Gartenkram (Erde, Saatgut, Pflanzen, …)
  • Bastelkram (Stempel, Stanzen, Papier, Stifte, Farben, …)
  • Mittagessen in der Firma – ich nehme mir oft etwas mit, manchmal siegt dann aber doch die Faulheit oder schlicht die Lust, zusammen mit den Kollegen loszuziehen

Was verspreche ich mir davon?

Anlässlich der Fastenzeit verzichtet gefühlt gerade jeder Zweite auf irgendetwas – angefangen bei Süßigkeiten über Fernsehgucken bis halt hin zum Konsum. Damit hat meine No Spend Challenge aber nicht direkt zu tun, das ist eher ein zeitlicher Zufall.

Ganz unabhängig von religiösen Hintergründen finde ich einen temporären Verzicht wirklich sinnvoll. Hinterfragen, was man wirklich braucht. Über Alternativen nachdenken. Vorfreude aufkommen lassen und genießen, indem man sich Wünsche nicht direkt erfüllt.

Mir geht es nicht darum, durch die Challenge eine bestimmte Geldsumme zu sparen. Klar, wenn dabei der ein oder andere Euro auf dem Konto bleibt, ist ein netter Nebeneffekt. Aber viel wichtiger ist mir, mein Kaufverhalten nachhaltig zu ändern und auszukommen mit dem, was ich habe.  “Der Weg ist das Ziel” – daher meine Wahl des Beitragsbildes.

Ich besitze unglaublich viel Krempel – und habe trotzdem regelmäßig das Gefühl, unbedingt noch dieses oder jenes kaufen zu müssen. Ich sehe ein großartiges Tuschebild? – OMG, ich brauche unbedingt Tusche! Ungeachtet der Tatsache, dass ich drölfzighundert andere Stifte, Farben und Pinsel besitze, mit denen ich halt etwas anderes malen könnte. Und dass ich genau weiß, dass die Tusche dann nach zwei, drei Bildern vermutlich im Schrank landen würde, weil ich in der Zwischenzeit etwas anderes entdeckt habe. Eeek.

Ich habe schon mal überlegt, demnächst eine Beitragsreihe à la “Benutz mich!” zu starten – für all diese Stehrumchen, die einem die Schränke verstopfen und die man zwar so gut wie nie benutzt, aber auch nicht weggeben will (“Ist ja eigentlich eine tolle Sache, müsste man nur mal verwenden!”). Gilt für Bastelsachen ebenso wie für das ein oder andere Küchenutensil (ich sag nur: Julienne-Schneider, Spiralschneider für Zucchini-Nudeln, Milchaufschäumer, …).

Meine Wunschliste

Für all die Dinge, die ich normalerweise direkt gekauft hätte, habe ich mir jetzt mal eine Wunschliste angelegt. Es hilft ja tatsächlich, so einen Wunsch erstmal ein paar Tage lang sacken zu lassen… erstaunlich oft entpuppt er sich dann nämlich als doch nicht so wichtig.

  • Frühlingsblüher für zwei oder drei Kästen auf dem Hof, damit der nicht so trist aussieht. Hier habe ich mir ein Limit von 20€ gesetzt.
  • Stallschuhe (meine Gummireitstiefel mag ich nicht sonderlich, bin eigentlich ein Fan von Schuhen + Chaps. Aber meine zerlöcherten aussortierten Laufschuhe, die ich zu Gartenschuhen degradiert habe, sehen echt abgeranzt aus. Und, oh, sie sind pink.)
  • vernünftig sitzende Reithose (meine ist beim Waschen eingelaufen, sodass sie jetzt a) zwickt und b) hochwassertauglich ist 😀 )
  • Tennishose mit Taschen (im Winter ziehe ich zum Tennisspielen immer eine Laufhose an, die eigentlich toll ist – aber leider kann ich da keine Bälle reinstopfen und muss dann alle Naselang Bälle aufsammeln oder zum Eimer zurückrennen, zum Leidwesen meiner Mitspieler)

Ein paar Sachen konnte ich gedanklich bereits von meiner Wunschliste streichen, bevor ich sie hier überhaupt aufgeschrieben habe:

  • Einen Bokashi-Eimer. Eigentlich eine interessante Sache, dieses Fermentieren mit Effektiven Mikroorganismen. Aber hey, ich habe einen Kompost für meine rohen Küchenabfälle (und einen Hund für die seltenen gekochten Speisereste 😉 ). Und eigentlich keine Lust, regelmäßig diese EM-Flaschen nachkaufen zu müssen, eingedenk der benötigten Ressourcen für Herstellung, Verpackung und Transport. Ein positiver Effekt von Bokashi als Dünger konnte anscheinend auch nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden, da setze ich lieber auf Brennnesseljauche & Co.
  • Rindenmulch für den Weg durch den Nutzgarten – bevor ich den Weg vielleicht irgendwann mal mit Platten befestige, will ich erstmal ein paar Jahre lang testen, ob der Verlauf so taugt. Meinen Pfad im Mittelgarten habe ich ja bereits mit Rindenmulch gestreut und das hat sich als praktisch, preiswert und nett anzusehen erwiesen. Aber brauche ich einen abgestreuten Weg? Nö. Vorerst tut’s auch ein Trampelpfad.
  • Kreidefarbe. Neulich durfte eine dieser Moppe-Kommoden vom Möbelschweden ins Werkelzimmer einziehen und ich wollte die Schubladen eigentlich gerne mit Kreidefarben streichen. Aber was würde ich sonst damit machen? Erstmal nichts. Und ich habe eine ganze Kiste voller Acrylfarben. Die werden es auch tun.

Auf jeden Fall werde ich im März hier im Blog berichten, wie meine No Spend Challenge gelaufen ist bzw. läuft.

Hast du schon mal eine solche Kaufdiät durchgezogen oder würdest es gerne tun?
Wie sehen deine Erfahrungen aus?

Mit diesem Artikel nehme ich teil an der #EiNaB, der Blogparade zu den Themen grünes Leben, DIY und Nachhaltigkeit.