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Noch mehr Weihnachtskarten & eine Embossing-Anleitung

Noch mehr Weihnachtskarten & eine Embossing-Anleitung

Ein Schwung selbstgebastelter Weihnachtskarten - und dazu zeige ich in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie die Embossing-Technik funktioniert.


Anfang Dezember hatte ich ja schon ein paar meiner selbstgebastelten Weihnachtskarten gezeigt – mit der Ankündigung, dass da sicher noch mehr kommen würden. Letztlich sind es jetzt doch weniger Karten geworden als geplant, nur drei weitere. Ich kam einfach nicht dazu, mehr Zeit am Werkeltisch zu verbringen.

Vielleicht sollte ich nächstes Jahr einfach früher mit dem Basteln beginnen? Aber irgendwie fühlt es sich komisch an, im Oktober oder sogar schon im Sommer Weihnachtskarten zu basteln. 😀 Die entsprechenden Einträge in den DIY-Gruppen auf facebook überscrolle ich da vor dem Dezember auch immer… hmm.

Wie dem auch sei – drei Weihnachtskarten sind ja noch hinzugekommen. Und da neulich in den Kommentaren der Wunsch aufkam, ein bisschen mehr über die Entstehung zu zeigen, gibt’s am Ende dieses Beitrags eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Embossing. 🙂

Ein Bär und silberne Pailettensterne…

Die „Bitty Bears“ von My Favorite Things sind so unglaublich süß, dass sie auch bei den Weihnachtskarten mitspielen durften. Eines der Bärchen trägt sogar eine Zipfelmütze, hier habe ich mich aber für den „Winterbären“ 😉 mit Schal entschieden.

Selbstgebastelte Weihnachtskarte – Bitty Bears

Für den Hintergrund habe ich Distress Ink im Farbton „Broken China“ verwendet. Der Schriftzug „Merry Christmas“ ist mit weiß auf schwarzem Karton embosst und abgerundet wird die Karte durch silberne Pailettensternchen.

Eine „affige“ Weihnachtskarte

Die Lieblingstiere meiner Mom sind Affen. Demzufolge sollte natürlich auch auf ihrer Weihnachtskarte so ein drolliges Kerlchen zu sehen sein. Hier durfte also einmal mehr das Set „Willy & Friends“ von Waffle Flower herhalten, mit einer aus dem Set „Tobbogan Together“ von Lawn Fawn geborgten Zipfelmütze:

Selbstgebastelte Weihnachtskarte – Willy & Friends

Die Karte selber habe ich mit einer Stanze aus dem Set „Circle Card“ von Sizzix gestanzt – ich mag es, dass man die Karte auf unterschiedliche Weise falten kann, sodass verschiedene Effekte entstehen. Einen Link zu genau diesem Set habe ich jetzt leider nicht mehr gefunden – ich besitze es schon mehrere Jahre – aber die Stanzform für die Karte ist ebenfalls in dem Set Charming* enthalten.

Die Schrift sowie die Schneeflocken sind in Gold embosst, dazu kommt ein Holzteil als „Gegengewicht“ zu dem Affen.

Drei Weihnachtsbärchen

Sagte ich bereits, dass ich an den „Bitty Bears“ echt einen Narren gefressen habe? 😀
Hier treten sie im Dreierpack auf:

Selbstgebastelte Weihnachtskarte – Bitty Bears

Den Hintergrund habe ich wieder mit Distress Inks eingefärbt, darauf mit Gold embosst und anschließend die drei Bärchen mit Dimensionals aufgepappt. À propos Embossen – ich hatte ja die Anleitung dazu versprochen. Los geht’s!

Wie funktioniert Embossing?

Beim Embossen wird ein spezielles Pulver mit einem Heißluftfön erhitzt, sodass es schmilzt und ein plastisches Relief entsteht, das ein bisschen an Lack erinnert.

Materialien

Du benötigst:

  • Embossing Buddy
  • VersaMark-Tinte
  • Embossing-Pulver
  • Heißluftfön


Bevor es losgeht, solltest du das Papier vorsichtig mit einem Embossing Buddy abreiben. Das ist ein kleines, mit Puder gefülltes Säckchen. Es verhindert, dass das Embossing-Pulver später durch statische Aufladung an allen möglichen Stellen auf dem Papier haften bleibt.

Du kannst zur Not auch ohne so ein Ding arbeiten (ich vergesse es ab und zu auch selber), aber es erleichtert das ordentliche Embossen auf jeden Fall. Meinen Embossing Buddy habe ich damals bei Stampin‘ Up! geordert, eine ähnliches Kissen gibt es mit dem Woodware Antistatik-Pad* auf Amazon.

Alternativ dazu kannst du dir so ein Dingsi aber auch selber mit Hilfe von Babypuder und einer Feinstrumpfhose basteln. Drüben bei der Stempel-Mami gibt es dafür eine Anleitung.

Embossing-Tutorial
Mit dem Embossing Buddy wird das Papier abgerieben

Anschließend stempelst du das Motiv mit spezieller VersaMark-Tinte*. Sie ist transparent, ölhaltig und ein bisschen klebrig. Zudem trocknet sie etwas langsamer als wasserlösliche Tinten, was unnötiger Hektik beim Embossen vorbeugt. 😉

Embossing-Anleitung – Stempeln mit VersaMark
Mit spezieller Tinte werden die Motive gestempelt

Da VersaMark durchsichtig ist, sieht man die Motive nur recht schwach:

Embossing-Anleitung
VersaMark ist fast unsichtbar

Als nächstes streust du eine ordentliche Menge Embossing-Pulver auf die Karte. Sei hier ruhig großzügig – überschüssiges Pulver fangen wir gleich wieder auf, um nichts zu verschwenden.

Embossing-Pulver gibt es in allen möglichen Farben, mit und ohne Glitzer. Sofern Glitzerpartikel enthalten sind, achte auf die Körnung… ich habe ein blaues Pulver, das zwar nett ausschaut, aber die Glitzerpartikel sind leider recht groß. Feine Linien wie beispielsweise grazile Schriftzüge lassen sich damit nicht gescheit embossen.

Hier habe ich Super Fine Detail Gold* von Ranger verwendet:

Embossing-Anleitung
Ordentlich Embossing-Pulver aufstreuen

Für’s Foto habe ich die Karte mal direkt auf die Arbeitsplatte gelegt, eigentlich habe ich aber immer ein großes Blatt Papier darunter zu liegen. Das macht es einfacher, überschüssiges Pulver aufzufangen: jetzt kippst du die Karte nämlich vorsichtig in alle Richtungen, sodass alle gestempelten Motive mit Pulver bedeckt werden. Nur hier bleibt das Embossing-Pulver auch haften!

Am Ende kannst du von hinten vorsichtig gegen die Karte klopfen, um etwaige verirrte Pulverbrösel zu entfernen.

Das überschüssige Pulver füllst du ganz einfach zurück in die Dose und kannst es beim nächsten Mal wieder verwenden. Auf diese Weise kommst du mit einem Pulvertöpfchen ziemlich lange hin, ich musste bis jetzt nach rund zwei Jahren noch keine Farbe nachkaufen.

Embossing-Anleitung
Das Embossing-Pulver bleibt nur auf den bestempelten Stellen haften

So, jetzt kommen wir zum spannenden Teil! 🙂
Das Geheimnis von Embossing-Pulver ist, dass es aus Kunstharz besteht. Es muss auf rund 100°C erhitzt werden, damit es schmilzt und der gewünschte Effekt eintritt.

Ich habe mir dazu den Embossingfön von Stampin‘ Up! zugelegt, ein fast baugleiches Modell gibt es unter der Bezeichnung Embossing-Trockner* auf Amazon. Mit einem normalen Fön funktioniert das Embossen leider nicht, da die erreichten Temperaturen nicht hoch genug sind. Angeblich kann man auch auf einem Toaster embossen, das habe ich aber nicht ausprobiert.

Embossing-Anleitung
Jetzt kommt der Heißluftfön zum Einsatz

Ich bin jedesmal aufs Neue absolut fasziniert von dem Schmelzvorgang! Scheinbar wie von Zauberhand verwandeln sich nach etwa einer Minute plötzlich die Farbe und Konsistenz des Pulvers – weißes Pulver leuchtet auf einmal richtig auf, das Gold hier wird heller und fängt erst so richtig an zu strahlen. Wow! =)

Oder, um es mit Breaking Bad zu sagen: Yeah science, bitch! 😀

Embossing-Anleitung
Das Embossing-Pulver schmilzt und wird dabei heller

Es war etwas schwierig, diese Veränderung in Fotos festzuhalten… auf dem obigen Bild ist der Anfang von „merry“ bereits embosst, etwa bis zum ersten „r“.

Fertig bist du mit dem Embossen, wenn das Pulver geschmolzen ist und nicht mehr bröselig aussieht. Jetzt musst du es nur noch kurz trocknen lassen – voilà! 🙂
Selbstgebastelte Weihnachtskarte – Bitty Bears

Viel Spaß beim Nachbasteln – und frohe Weihnachten! 🙂

14 Kommentare

  1. Lena
    vor 7 Monaten

    Liebe Anne,

    wieder einmal hinreisende Karte und die Bärchen sind echt zum Knuddeln <3
    Vielen Dank für den Einblick ins Embossing. Bis jetzt konnte ich mir nur wenig bzw. das falsche darunter vorstellen, du hast quasi Licht ins Dunkel gebracht.

    Wünsche euch ein frohes Weihnachtsfest, besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

    Lg Lena

    • vor 7 Monaten

      Hallo Lena,

      danke und gern geschehen! 🙂
      Wenn du Fragen zu irgendwelchen anderen Techniken hast, sag Bescheid! Dann stelle ich die hier auch mal vor.

      Liebe Grüße

      • Lena
        vor 7 Monaten

        Wenn ich über etwas entsprechendes stolpern sollte, werde ich mal mit dem Gartenzaun winken 🙂

        LG

  2. vor 7 Monaten

    Die sehen klasse aus – fast so schön, wie die Karte, die du mir gebastelt hast. Sie hängt übrigens an meiner Schrankwand – die Karten sind jetzt meine Weihnachsdeko 🙂

    Das mit dem Embossing klingt interessant – aber muss man da keine Angst haben, dass das Papier abbrennt?

    Liebe Grüße

    • vor 7 Monaten

      Das Pulver schmilzt recht schnell, also ist das kein Problem; aber natürlich kann man, wenn man unachtsam ist (= wirklich lange auf einem Punkt erhitzen), das Papier zumindest ankokeln. Man sollte also mit seinen Gedanken beim Projekt bleiben und sich immer drüber im Klaren sein, dass man da ein tendenziell wutzig heißes Gerät in der Hand hält, das wutzig heiße Luft bläst. /)(\

      • vor 7 Monaten

        Stimmt, ich bin da auch immer etwas angespannt. 😀 Vom Leben gelernt: Embossen sollte man tunlichst nicht auf der normalen Plastik-Schreibtischunterlage vom Werkeltisch… die wellte sich dann plötzlich sehr flott und es dauerte ein paar Wochen, bis sie wieder vollkommen plan war. Ich stöpsele den Embossingfön seitdem immer in der Küche ein, die Arbeitsplatte kann das gut ab.

    • vor 7 Monaten

      Lieben Dank – und deine Karte steht gemeinsam mit den anderen Weihnachtskarten ebenfalls bei uns im Bücherschrank im Esszimmer aufgereiht! 🙂

  3. vor 7 Monaten

    Huhu,

    Embossing mit Toaster funktioniert super, so mach ich das nämlich immer. Ich nutze mein Embossing-Zeug so selten, dass ich mir einfach noch keinen Embossing-Fön dafür angeschafft hab. Dummerweise wellt sich dabei das Papier ein bisschen mehr, als mit einem Fön, hab ich so das Gefühl. Aber so für den Notfall klappt das mal ganz gut.

    Und die Eisbären sind ja mal mega süß! 😀

    • vor 7 Monaten

      Ah, danke für den Erfahrungsbericht! 🙂 Das Wellen hängt auch ein bisschen von der Papiersorte ab… wenn es sich zu doll wellt, lege ich es schon mal für einen Tag oder so unter einen Stapel dicker Bücher. ^^

  4. vor 7 Monaten

    <3 immer wieder so schön!

  5. vor 7 Monaten

    Wieder so schöne Karten. Ich habe mich auch riesig über meine gefreut. Vielen Dank! 🙂
    Das mit dem Embossing klingt echt interessant. Ich muss mir das mal abspeichern. Das kreative Jahr 2018 wird ja lang werden… o.O

    • vor 7 Monaten

      Gerne – und lieben Dank für deine Weihnachtspost! <3

      Thihi, ja... es gibt einfach so unendlich viele kreative Techniken!