Gelbe Blätter an der Magnolie

Sorge um die Bäume

Ein Blick hinter die Kulissen der heilen, hübsch blühenden Gartenbloggerwelt: wenn Pflanzen nicht gedeihen und man seinen grünen Daumen anzweifelt.

Über etwas zu bloggen, was gut läuft, ist einfach. Seht her, mein Garten wächst und gedeiht, ich scheine alles richtig zu machen, yeeha! Der Beitrag über die Gartenfehler war für mich auch okay, weil ich mittlerweile dazugelernt habe und diese Fehler nicht mehr begehe.

Aber was ist, wenn ganz aktuell etwas schiefläuft im Garten? Ich war mir tatsächlich nicht sicher, ob ich das erstmal dezent unter den Tisch fallen lassen sollte, bis (s)ich die Probleme gelöst habe(n). Man will ja nicht als Vollhonk dastehen, dem die Pflanzen unter den Händen wegsterben – toller Gartenblogger. 😬

Eigentlich ist das aber herzlich doof. Wenn einen der Garten eins lehrt, dann ja Geduld und dass man nicht alles kontrollieren kann. Und manchmal geht halt auch etwas schief.
Also – was soll’s.

Einige unserer Bäume und Sträucher bereiten uns derzeit Sorge:

Die kahle Harlekinweide

Die Harlekinweide im Mittelgarten hat im Frühjahr überhaupt nicht ausgetrieben. Ich war mir nicht sicher, ob sie einfach nur erfroren war und hatte auch die Katze in Verdacht, die im Winter unbemerkt den ganzen Stamm schlimm zerkratzt hatte. Sollte das den Baum zu sehr geschädigt haben?

Verdächtig war allerdings, dass sich nur ein paar Meter weiter auch der große Ilex des Nachbarn auf einmal immer weiter zur Seite neigte – und irgendwann einfach umkippte. Nanu? Immerhin blüht er, scheint also nicht tot zu sein.

Ilex und Harlekinweide im Mai 2019

Der Ilex wurde kurzerhand wieder aufgerichtet und am Zaun festgebunden. Und weil so ein kahler Baum direkt an der Haustür schon blöd aussieht, besorgte ich eine neue Harlekinweide.

Die alte Weide grub ich aus und – aha! Die Wurzel war fast komplett weg. Da waren wohl Wühlmause am Werk. Vermutlich haben die auch den Ilex auf dem Gewissen.

Wurzel der Harlekinweide

Unten am Stamm treibt die Harlekinweide aber ganz zögerlich neu aus…! Ich habe den Baum also noch nicht aufgegeben, sondern ihn jetzt neben dem Gartenhaus eingepflanzt. Vielleicht berappelt er sich ja noch. (Ich bringe es einfach nicht übers Herz, angeschlagene Pflanzen wegzuschmeißen. 😀 Also Daumen drücken!)

Fehlanzeige in Sachen Feige

Die letztes Jahr gepflanzte Feige scheint erfroren zu sein. Eek… und ich glaube, da bin ich selber schuld. Über den Winter hatte ich sie dick mit Laub gemulcht, damit sie es warm hat. Als es im Februar kurzzeitig frühlingshaft warm wurde, rechte ich das Laub in dem Beet auf Seite und begradigte ein paar Maulwurfshügel. Jaah… und dann habe ich vergessen, das Laub wieder zurückzuschieben. Die Feige bildete bereits dicke Knospen – und danach wurde es ja nochmal saukalt und das hat sie wohl nicht überstanden, so naggisch.

Feige im Mai 2019
Wie Sie sehn, sehn Sie (fast) gar nix von der Feige.

Ich hoffe auch hier, dass sie wieder austreibt… in den Weiten des Internets habe ich einen Beitrag von jemandem gefunden, bei dem sich die Feige erst im Juni zurückmeldete. Schau’n mer mal.

Was ist los mit der Magnolie?

Die Magnolie, die letztes Jahr so schön blühte, bildete diesmal gar keine Blüten. Und die Blätter verfärbten sich gelb – huch! Ich tippe auf einen Nährstoffmangel, sprich Chlorose: wenn der Pflanze Magnesium fehlt, kann sie nämlich kein Chlorophyll (das berühmte Blattgrün) bilden.

Als Gegenmaßnahme versorgte ich die Magnolie daher mit Urgesteinsmehl und Ackerschachtelhalmsud. Urgesteinsmehl enthält ja unter anderem Magnesium und Eisen, Ackerschachtelhalm stärkt durch die enthaltene Kieselsäure.

Diese Kur haben jetzt übrigens alle Bäume bekommen – schaden kann’s nicht.

Gefühlt erholt sich die Magnolie langsam, die Blätter nehmen allmählich wieder eine gesunde grüne Farbe an. Puh! 🙂

Nektarine und Magnolie im Mai 2019
Vorne rechts steht die Nektarine, dahinter die Magnolie

Kräuselkrankheit an der Nektarine?

Bei der neu gepflanzten Nektarine hingegen bin ich mir ziemlich sicher, dass sie an der Kräuselkrankheit leidet – also an einem Pilz. Vermutlich direkt eingeschleppt aus dem Gartencenter. Die Blätter rollten sich ein, bekamen teilweise rötliche Pusteln und fielen dann reihenweise ab.

Nektarine im Mai 2019

Sowohl die Nektarine, als auch die Magnolie habe ich mit einer Mischung aus Frischmilch, Wasser und Natron eingesprüht. Laut Tante Google hat sich das bei anderen Pilzerkrankungen wie Mehltau bewährt, mal schauen, ob das auch hier hilft.

Nektarine im Mai 2019

Mittlerweile fallen auf jeden Fall weniger Blätter ab, aber mei… so viele sind ja auch nicht mehr übrig. 😀
Die abgefallenen und die sichtbar infizierten Blätter habe ich abgesammelt und im Hausmüll entsorgt, damit sich der Pilz nicht weiter verbreiten kann.

Und dann war da noch…

Der Kirschlorbeer, den ich neben dem alten Apfelbaum ausgegraben und an die Treppe umgesetzt habe, scheint mir den Umzug übel genommen zu haben. Auch er hat etliche gelbe Blätter bekommen. Gleiches Spiel – Urgesteinsmehl, Ackerschachtelhalm und gutes Zureden.

Kirschlorbeer im Mai 2019

Da kommen einem schon Selbstzweifel, wenn so viele Pflanzen auf einmal Probleme haben. 😕 Aber immerhin sind das nur eine Handvoll, im übrigen Garten schaut es besser aus.

… aber dem Rest geht’s gut!

Immerhin geht es den anderen Bäumen und Sträuchern gut:

  • Die beiden Apfelbäume haben reichlich geblüht und ich bin gespannt, ob unser junger Apfelbaum dieses Jahr zum ersten Mal Früchte trägt.
  • Die Stachelbeere scheint es diesmal geschafft zu haben (letztes Jahr schmiss sie plötzlich alle Blätter ab und trug keine einzige Frucht) – diesmal reifen schon viele Beeren heran.
  • Auf Himbeeren, Brombeeren und Jostabeeren können wir uns anscheinend genauso freuen wie auf die erste Ernte von unserem neuem Pflaumenbaum.
  • Der rote Japanische Ahorn hat es gut überstanden, dass wir ihn im Rahmen der Erdarbeiten beim Pflastern kurz umsetzen mussten.
  • Und im Vorgarten freuen wir uns über das dichte Laub vom Kugelahorn und der Kupferfelsenbirne. 🙂

Hast du bei dir im Garten auch schon mal solche Probleme gehabt?

12 Kommentare

  1. Blackmoon sagt:

    Ach nun,das ist halt Natur (in den meisten Fällen) Kann schon mal sein das es eine Pflanze dahinrafft,sie einen Pilz bekommt oder oder oder 🙂

    Hier explodieren gerad die Läuse. Was willste machen ?! Ausser die Ameisenhorden drauf ansetzen und die befallenen Stellen abknipsen.
    Ich muss mal Schwiegervaters Brennnesselfeld beklauen für einen Sud.

    Wir haben von Freunden 2 Rosmarin und einen Lorbeerbusch bekommen wegen Umzug. Der Lorbeer hat leider einen Pilz. Hab den Namen jetzt vergessen. Der ist blöderweise so fies ansteckend,das sich andere Pflanzen den auch schnell holen. Also bevor ich meine Apfel und meinen kleinen Zwetschgenbaum riskiere,hab ich ALLE befallenen Blätter abgemacht (3 Stunden Frisselarbeit) Alternative war Chemie was nicht in Frage kam.
    Nun muss ich etwas aufpassen und immer schauen nach den neuen Blättern ob die „sauber“ sind,ob der Pilz noch mal wieder auftaucht oder ob er die Umpflanzung uns doch krumm genommen hat 😉

    Letztes Jahr hat es unseren kleinen Stachelbeerstrauch erwischt. Den hatte irgendwas befallen. Und der sah so wild aus,das ich ihn quasie bis auf den Stamm runtergeschnitten hatte.
    Dieses Jahr hängt er VOLL mit Beeren und hat sich völlig erholt 😉

    Ich lass mich überraschen wann/wie ich mich zum Vollhonk mache ^^ Momentan warte ich einfach nur das IRGENDWAS wächst und drück mir die Daumen. Hab fast ausschließlich Saaten verwendet statt Setzlinge…das dauert nen Moment 😉
    Dieses Jahr haben sich selbst die Dahlien gegen mich verschworen. Auf dem Balkon kommen sie ohne Probleme,im Garten lassen sie sich verflucht viel Zeit Oo

    • Anne sagt:

      Hmm, helfen die Ameisen denn gegen Läuse? Ich hatte das immer so im Kopf, dass die Ameisen die Läuse sogar gegen andere Fressfeinde beschützen, weil die Ameisen auf die süßen Ausscheidungen der Läuse stehen und die quasi melken. Toi toi toi, dass die Pflanzen den Befall überstehen!

      Witzig, genau das gleiche habe ich letztes Jahr auch mit der Stachelbeere erlebt. Von jetzt auf gleich war das Bäumchen kahl. Dieses Jahr ist es aber wieder voller Blätter und jetzt sind auch Früchte dran. Auf eine gute Ernte dieses Jahr. 🙂

  2. Aki sagt:

    Ach jah, so Dinger gibt’s.
    Im Vorgarten meiner Eltern wurden ein, zwei Bäumchen zur Zierde gepflanzt und immer wieder ging einer ein. Neu gekauft, eingegangen. Neu gekauft.. hat sich rausgestellt, dass dort große Ameisennester sind, das mochte das Bäumchen nicht.
    Jetzt wurden blühende Bodendecker gepflanzt, die breiten sich munter aus (und sind Bienenfutter 😉 ). 😀
    Bei mir auf dem Balkon ist mir dauernd der Lavendel eingegangen, bei den Nachbarn drunter lief’s wunderbar. Pilz- und Milbenbefall hatten wir auch schon, bisher ging das aber immer gut aus. /)(\

    • Anne sagt:

      Oha, krass, dass Ameisen sogar Bäumen den Garaus machen können. oO
      Manchmal steckt man einfach nicht drin… ich hatte damals auf dem Balkon partout kein Glück mit Campanulas. Jetzt im Beet wachsen sie gut, aber irgendwie traue ich mich nicht, es nochmal mit welchen in Töpfen zu versuchen (obwohl die so gut auf die Terrasse passen würden 😀 ).

  3. Christiane sagt:

    Bei mir sind die Pflanzen aus der Anzuchtstation eigentlich alle „vergeilt“. Deswegen bin ich auf Direkt-Saaten umgestiegen 😀

    Bei den Zimmerpflanzen macht mir meine Geigenfeige Probleme. Sie verlor ihre unteren Blätter und bildet seit einem Jahr überhaupt keine neuen Blätter oder macht irgendwelche Anstalten „lebendig“ zu wirken.

    • Anne sagt:

      Mhm, da kämpfe ich auch immer mit. Ich hab hier leider keinen wirklich hellen Raum und selbst direkt unterm Dachfenster ist das teilweise schon zu dunkel. Die Tomaten bspw. sind mir auch etwas vergeilt, die habe ich dann beim Pikieren und später beim Einpflanzen im Gewächshaus aber einfach ein paar Zentimeter tiefer gesetzt. Das verkraften die ganz gut und haben dann mehr Stabilität. 🙂

  4. Bei mir läuft’s an einen Stellen auch eher mäßig. Viele Gemüsepflanzen, abgesehen vom Spinat und den Kohlarten, wachsen sehr langsam. Denen war es wohl zu kalt bisher. Einige sind auch ganz gestorben. Dafür geht es den alten und der neuen Stachelbeere ganz hervorragend, ebenso wie dem Kirsch- und dem Apfelbaum und den Kartoffeln. 🙂 Und besonders freue ich mich über die Erdbeeren, denn während mir sämtliche Erdbeeren, die ich selber ziehen wollte, eingegangen sind, wachsen die, die schon im Garten verstreut waren und die ich in ein Beet gesammelt habe, fröhlich vor sich hin.

    • Anne sagt:

      Erdbeeren sind super – im ersten Jahr war ich ziemlich enttäuscht, weil ich von drei oder vier Pflanzen insgesamt nur drei oder vier Früchte ernten konnte. Letztes Jahr waren es dann schon deutlich mehr, und seit diesem Jahr haben die Erdbeeren so viele Ableger / Kindel gebildet, dass ich jetzt schon zwei Beete voll habe. 😀

      Toi toi toi für deine überlebenden Gemüsepflanzen, dass sie sich bei den Temperaturen jetzt doch noch berappeln!

  5. Paleica sagt:

    ganz ehrlich, ich finde, das gehört absolut dazu. das erzählen was nicht so gut läuft und das teilen von misserfolgen, auch wenn es noch kein endgültiges statement dazu gibt. vielleicht kommen brauchbare anregungen, aber auf jeden fall ist es eben teil des ganzen und #fürmehrrealitätiminternet und so 🙂

  6. Sabine sagt:

    Bei mir haben die letzten Fröste der Esskastanie, dem Walnussbaum und auch der Feige so zugesetzt, dass alle gerade ausgetrieben Blätter braun wurden und vertrockneten. Ich dachte schon alle 3 wären hinüber, aber jetzt treiben sie wieder durch sind schön grün, Glück gehabt…. Dafür gibt’s bei uns dieses Jahr unglaublich viele Blattläuse.
    Deine Feige schaff es bestimmt auch noch.
    LG Sabine

    • Anne sagt:

      Oha – wie schön zu hören, dass deine Pflanzen sich dann doch wieder berappelt haben!
      Die Feige habe ich ganz runter geschnitten… in den Ästen ist definitiv noch Saft drin, aber ausgetrieben hat sie noch überhaupt nicht. Dafür hat die Harlekinweide unten am Stamm gleich mehrere Triebe gebildet – ich habe jetzt einfach den ganzen Stamm runtergeschnitten. Dann kann sie ordentlich von unten nachwachsen.

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