Aggerhütte bei Lohmar

Die Aggerhütte – Bergbau & Knochenmühle im Bergischen Land

Neulich habe ich euch ja Burg Honrath bei Lohmar vorgestellt. Wenn ihr schon mal in der Ecke seid, lohnt sich noch ein kurzer Abstecher in eine andere Epoche: zum „Extractionswerk Aggerhütte“.

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Die winzige Ortschaft Aggerhütte liegt direkt an der B484, ungefähr auf Höhe der Abzweigung nach Honrath, an der Bushaltestelle „Honrath Aggerhütte“. Die historische Fabrikanlage ist schon von der Bundesstraße aus zu sehen.

Aggerhütte bei Lohmar

Ursprünglich befand sich auf dem Gelände eine Verhüttungsanlage aus dem 18. Jahrhundert, die der Aggerhütte ihren Namen gab. Bergbau hat hier in der Ecke ja eine lange Tradition.  In den umliegenden Wäldern sind bis heute noch etliche Stollen oder zumindest deren Überreste zu finden.
Anfangs wurde in der Aggerhütte Kupfererz verhüttet, 1854 entstand eine Erzaufbereitungsanlage.

Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten hatte die Aggerhütte jedoch keinen allzu langen Bestand.

Aggerhütte bei Lohmar

Eine Knochenmühle

Aber dann aufgepasst, werte Freunde der morbiden Dinge: 1903 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Aggerhütte ein neues Gebäude errichtet – das, was auch heute noch steht. Dieses fungierte als Knochenmühle.

Aggerhütte bei Lohmar

Das heißt: in dieser Knochenentfettungsenlage, etwas diplomatischer Extraktionswerk genannt, wurden pro Tag 20 Tonnen Knochen erst zerkleinert, anschließend mit Benzin versetzt und schließlich gemahlen, um unter anderem als Dünger eingesetzt zu werden.

Gleich nebenan wurde übrigens ein anderer Dünger fabriziert, dieser wiederum aus einer speziellen Moorerde und, nun ja, menschlichen Fäkalien.

Mehr Infos dazu finden sich auf der Seite der Stadt Lohmar.

1940 stellte die Knochenmühle ihren Betrieb ein, 1968 bezog die Firma defa-Folien das Gebäude.
Heute ist es relativ heruntergekommen und verfällt langsam vor sich hin, obwohl defa-Folien hier nach wie vor produziert.

Ich fand es einmal mehr verdammt spannend, etwas über die Geschichte eines Gebäudes herauszufinden, das mir eigentlich nur zufällig beim Vorbeifahren aufgefallen war. Es lohnt sich also immer, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. 🙂

3 Kommentare

  1. Jana sagt:

    Sehr coole und düstere Bilder (die Bearbeitung machts :P).
    Eine Knochenmühle? Ist ja echt krass, was es alles gab 😀 Gänsehaut…

    Vielen Dank für deinen lieben Kommentar zu meinen Bildern zu deiner Fotoaktion 😉

    • Anne sagt:

      Danke! 🙂

      Ja, ich hab zu dem Thema Knochenmühlen mal ein bisschen recherchiert – offensichtlich gab es da früher nicht allzu viele, sodass die Knochen per Karren Hunderte Kilometer quer durchs Land befördert wurden. oO

      Liebe Grüße
      Anne

  2. nossy sagt:

    Irgendwie gruselig… und irgendwie muss ich jetzt voll an Walking Dead denken. Das wäre bestimmt eine passende Location für ein Zombieabenteuer o.o

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