Harz - Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Wandern im Harz {Gastartikel}

Ich freue mich sehr, heute einen Gastartikel veröffentlichen zu dürfen. 🙂
Während ich in dieser Kategorie ja Ausflugsziele und schöne Orte im Bergischen Land und dem Rhein-Sieg-Kreis vorstelle, machen wir jetzt mal einen Abstecher in eine andere Region: in den Harz!

Lisa schreibt auf harz-region.de über alle Themen rund um den Harz: Geschichte und Kultur, Ausflugs- und Restauranttipps sowie über Orte im Harz. Die Reihe Menschen im Harz befasst sich zudem mit unterschiedlichen Ansichten von Einheimischen, Urlaubern und allen, die eine Verbindung zu dieser einzigartigen Region haben.

Ich selber war als Kind häufiger im Harz, da mein Vater in Halberstadt aufgewachsen ist und wir in den Ferien manchmal hingefahren sind. Wandern war ich damals nicht, aber wir haben einige Ausflüge unternommen, etwa zum Hexentanzplatz und der Rosstrappe. Und was nicht ist, kann ja noch werden. Nach Lisas Artikel habe ich auf jeden Fall große Lust darauf, mal im Harz wandern zu gehen! 🙂


Den Harz bei ausgedehnten Wanderungen zu erkunden, lohnt sich zu jeder Jahreszeit!

Dies würde ich zumindest mal so behaupten – die hohe Dichte an begeisterten Wanderern widerspricht dieser These jedenfalls nicht. Ganz unterschiedliche Wanderwege in abwechslungsreicher Landschaft, dazu meist überaus gut ausgeschildert, versprechen den Harzurlaubern beste Rahmenbedingungen für einen längeren oder kürzeren Aufenthalt. Es steht ein großartiges Wegenetz in drei Bundesländern zur Verfügung. Ob kurze Strecken oder mehrtätige Touren, leichter Anstieg oder anspruchsvolle Brockentouren über Stunden: Alles ist möglich.

Das Frühjahr, wenn der lange Winter endlich vorbei ist und die Natur auflebt und erblüht, bietet sich beispielsweise für längere Strecken mit Naturaufnahmen am Morgen oder den Abendstunden an.

Wandern im Harz - Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Wandern im Harz – Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Im Sommer hat der Harz den Vorteil, dass man häufig an Flüssen entlang läuft oder an wunderschönen Wasserfällen vorbeikommt, die für die nötige Abkühlung sorgen. Gleiches gilt für die zahlreichen Teiche des Oberharzer Wasserregals, denn in vielen von diesen ist das Schwimmen ohne Weiteres erlaubt.
Gleichzeitig sind Wanderer, die sich für Routen im dichten Nadelwald entscheiden, vor praller Sonne hervorragend geschützt und die Bergwiesen blühen auf.

Wandern im Harz - Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Wandern im Harz – Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Der Herbst ist für Wanderungen ebenfalls perfekt geeignet, da in den Laubmischwaldzonen das Farbspiel einen zusätzlichen optischen Anreiz bietet und das Licht für Fotos besonders schön ist. Auch ist im Herbst Pilzzeit!

Wer Lust auf Schneeschuhwandern hat, einen Märchenwald mit viel Schnee erleben will und den Harz nicht nur auf Skiern erkunden mag, für den ist ein Winterwanderurlaub im Harz hervorragend geeignet.

Der Harz im Winter - Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Der Harz im Winter – Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Das angestaubte Image hat der Harz mit seiner Vielfältigkeit und der Ausrichtung auf Ganzjahresurlaub sowie auf jüngere Urlauber weitestgehend abgelegt. Selbst Harzkenner entdecken jedes Mal etwas Neues auf ihren Wanderstrecken.

Geführte Wanderungen oder lieber Stille abseits der bekannten Wege?

Eines vorweg: Auf den bekannten Strecken, etwa auf dem Premiumwanderweg „Liebesbankweg“ bei Goslar-Hahnenklee oder der Rosstrappe in Thale, ist immer viel los!

Im Harz ist das Angebot an geführten Wanderungen – beispielsweise von kleinen Themenwanderungen über den Goethe-Weg zum Brocken bis hin zu Wandern an Rund- und Panoramawegen oder Talsperren – schier unendlich.
Nicht jedem Urlauber behagt es, stundenlang allein durch den Wald zu laufen. Für die ersten Harzwanderungen sind diese Angebote überaus lehrreich, informativ und verleiten einen sicher dazu, weitere Pfade entdecken zu wollen.

Wälder im Harz - Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Wälder im Harz – Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Nicht jeder mag den Trubel und die Geselligkeit über Stunden, daher sollte man an dieser Stelle erwähnen, dass der Harz abseits der heute bekannten und viel frequentierten Wanderwege unendlich viel Raum für mehr oder minder geplanten Eskapismus anbietet: Stundenlanges Laufen, ohne einer Menschenseele zu begegnen, ist durchaus möglich. Stattdessen kreisen Mäusebussarde und Rotmilane über den Baumkronen, Füchse kreuzen den Weg.

In den Morgen- und Abendstunden stehen die Chancen gut, Rot- und Schwarzwild anzutreffen. Mit sehr viel Glück entdeckt man Wildkatzen oder Auerhähne; Waschbären zu sehen ist sogar recht wahrscheinlich.

Wandern im Harz - Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Wandern im Harz – Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Im Fazit heißt Wandern im Harz Vogelgezwitscher und rauschende Bäche statt klingelnder Smartphones und Parkplatzstress.
Besonders praktisch ist es, dass viele Harzer Orte so wanderfreundlich sind, dass man einfach draufloslaufen und sich überraschen lassen kann, ohne vorab viel planen zu müssen. Letzteres geht dank einer riesigen Anzahl an Wanderkarten, Apps sowie Informationen und Tourenplanern im Internet natürlich auch. Die gute Beschilderung des Harzclubs gestattet meist kurzfristige Ergänzungen, Schleifen oder Abkürzungen.

Die Gastronomie überrascht Einkehrwillige mit teilweise erstaunlicher Qualität; Ausnahmen und Touristenfallen muss es natürlich auch geben.

Harzer Wandernadel, Oberharzer Wasserregal und Infotafeln

Insgesamt 222 Stempelstellen in einem Wandernetz von 8.000 Kilometern abzuklappern, erfordert Zeit und Geduld, was der Beliebtheit keinen Abbruch tut: Die Wanderabzeichen unterschiedlicher Abstufungen sind sehr begehrt und dementsprechend groß ist der Andrang an den Stempeln. Sind alle Stempelstellen durchlaufen, ist der Harzer Wanderkaiser erwandert.

Das Symbol des Kehrrads beispielsweise leitet einen durch die Harzer Wälder und führt zu besonders schönen und sehenswerten Stellen des Oberharzer Wasserregals. Dieses wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und beinhaltet ein einzigartiges System aus Stauseen, Gräben und Wasserläufen, an denen man wunderbar wandern kann. Stetig informiert wird man beim Wandern zudem durch die Dennert-Tannen, die beispielsweise bei historischen Stätten des ehemaligen Harzer Bergbaus detaillierte Hintergrundinformationen liefern.

Wandern im Harz - Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Wandern im Harz – Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Und trotz aller guten Wettervorhersagen: Regenjacke mitnehmen

Das Wetter für die Wanderung mehrfach abgecheckt? Morgen scheint die Sonne ganz bestimmt? Mitnichten! Sich optimistisch an Wettervorhersagen zu halten, ist im Harz meist keine gute Idee.

Dichter Nebel begleitet einen oft über Stunden. Die Niederschlagsmengen in der Harzregion sind deutlich höher als an vielen Orten Deutschlands. Schneefall setzt zu Zeiten ein, an denen jeder Rheinländer schon längst den Wechsel der Reifen hinter sich hat und unbekümmert mit Sommerreifen unterwegs ist.

Wandern im Harz - Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Wandern im Harz – Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Regenjacken im Sommer mitzunehmen, ist nicht die einzige sinnvolle Maßnahme: Aufgrund der Tatsache, dass sich die Nässe an vielen dunklen Stellen im Wald auf dessen Boden gut hält und die Wege teilweise recht, naja sagen wir, ursprünglich sind, empfiehlt es sich, gute und vor allem wasserdichte Wanderschuhe zu tragen. Selbst wenn es tagelang nicht geregnet hat, sind viele Waldwege immer noch matschig.

Und wo wir gerade beim Thema Wasser sind: Fließendes Gewässer lässt sich gut mit längeren Belichtungszeiten darstellen, also Stativ und Filter besser doch mitnehmen, auch wenn viel Fotoausrüstung bei langen Wanderungen nervig ist. Als praktikabel haben sich zudem Alusitzkissen erwiesen, mit denen man sich nach einem Schauer noch an den Bach setzen kann sowie ein ausreichender Zeckenschutz. Zecken sind im Harz leider äußerst aktiv und für Menschen wie Tiere eine Plage.

Eine Auswahl empfehlenswerter Touren im Harz

Wer bei all den fantastischen Wandermöglichkeiten gar nicht weiß, welcher Weg zuerst erwandert werden soll, hier eine kleine Auswahl an Inspirationen zum Wandern im Harz:

  • Der Harzer-Hexen-Stieg, beispielsweise auf der Etappe von Altenbrak nach Thale: >13 km im schönen Bodetal
  • Der Bad Harzburger Teufelsstieg: In nur 13 km, die es in sich haben, zum Brocken
  • Der Liebesbankweg in Hahnenklee: Entspannte 6,5 km um Teiche und in herrlicher Natur
  • Die Kästeklippentour bei Bad Harzburg: < 12 km, mit wunderbarer Aussicht
  • Der Harzer Grenzweg „Am Grünen Band“ mit insgesamt 75km, besonders empfehlenswert: Zorge – Walkenried – Bad Sachsa. So kommt man auch beim wunderbaren Kloster Walkenried vorbei. Der allseits bekannte Brocken Benno ist übrigens Initiator dieses Wanderweges. Wenn das nicht schon für sich spricht!

Im Fazit ist sicher für jeden Wanderbegeisterten im Harz etwas dabei: Strecken entlang der Moore im Hochharz, Touren um Talsperren oder hoch auf den Brocken. Wer einmal im Harz unterwegs war, kommt garantiert zurück!
Nicht wenige Urlauber und Tagesgäste erliegen der Faszination Harz und erfreuen sich an großartiger Landschaft, Stille und Natur sowie herrlichen Fotomotiven.

Wandern im Harz - Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de

Wandern im Harz – Foto (c) Lisa Bönemann, harz-region.de


Wenn du neugierig geworden bist und mehr über den Harz erfahren möchtest, schau doch einmal bei Lisa auf harz-region.de vorbei! 🙂

Warst du schon einmal im Harz?

4 Kommentare

  1. Lisa sagt:

    Hallo Anne, vielen lieben Dank fürs Veröffentlichen! ♥ Beste Grüße nach NRW;)

  2. Steffi sagt:

    Huhu,
    danke schön für den tollen Beitrag.
    Wir waren in diesem Jahr schon mal im Harz und haben vor nächstes Jahr wieder hinzufahren. Es hat uns wirklich richtig gut dort gefallen. 🙂

    Ganz lieben Gruß
    Steffi

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