Gartenwasserzähler

Wie wir Abwasserkosten sparen: unser Gartenwasserzähler

Unsere Regenrohre von Haus und Garage münden ja in einer Zisterne (hier habe ich mal genauer darüber gebloggt). Das hier aufgefangene Wasser nutze ich zum Bewässern des Gartens. Aber obwohl die Zisterne mit 6.000 Litern nun wirklich nicht klein ist, lief sie uns sowohl diesen Sommer, als auch bei der Dürre 2018 ratzefatz leer. Urgh – ab dann hieß es gießen mit Leitungswasser.

Das ist ein teurer Spaß…! Obwohl ich mich dabei nur auf die Pflanzen beschränkte, die wirklich nicht ohne Gießen klarkommen (wie etwa die Tomaten im Gewächshaus, die Zucchini, unsere Hortensien, gerade gesetzte oder gesäte Salate, die neu gepflanzten Bäume, …), summiert sich das pro Woche auf rund einen Kubikmeter.

Besonders ärgerlich ist dabei, dass bei der Entnahme nicht nur die Kosten für das Frischwasser anfallen, sondern automatisch auch Abwasserkosten. Damit werden normalerweise die Kanalisation und die Aufbereitung des Schmutzwassers finanziert. Im Fall von Gießwasser macht das aber natürlich keinen Sinn, schließlich versickert es ja einfach nur im Boden.

Glücklicherweise gibt es eine Lösung, um beim Gießen die Abwasserkosten zu umgehen:

Ein Zwischenzähler für die Gartenbewässerung

Sofern man über einen separaten Außenanschluss für den Garten verfügt, kann man hier einen zweiten Wasserzähler montieren. Der Gartenwasserzähler sitzt also hinter dem Hauptwasserzähler (bei uns im Haustechnikraum) und ist daher ein Zwischenzähler. Für die hierüber entnommene Wassermenge fallen dann keine Abwasserkosten an.

Diesen Sommer haben wir das Thema in Angriff genommen und uns endlich einen Gartenwasserzähler besorgt!

Wie kommt man an einen Gartenwasserzähler?

Auf Amazon haben wir den Zähler bestellt und uns für dieses Modell* entschieden, das etwas mehr als 30€ kostet.

Die Montage ist herzlich simpel: der Zähler wird einfach auf den Wasserhahn aufgeschraubt. Das Wasser strömt dann durch den Zähler hindurch, unten am Zähler kann man die Adapter für den Gartenschlauch ganz normal wieder anschrauben.

Wenn du einfach nur den Wasserverbrauch im Auge behalten möchtest, bist du jetzt fertig.

Gartenwasserzähler

Den Gartenwasserzähler anmelden

Damit keine Abwasserkosten anfallen, muss der Zähler allerdings offiziell abgenommen werden.

Bei der Gemeinde haben wir einen „Antrag auf Verplombung eines Gartenwassermessers“ eingereicht. Ein paar Tage später kam jemand vorbei, um ihn zu verplomben. Dabei wird ein Draht um den Zähler und den Wasserhahn befestigt und verplombt, sodass man den Zwischenzähler nicht einfach abschrauben kann.

44€ Bearbeitungsgebühr wurden dafür fällig.

Verplombter Gartenwasserzähler

Anschließend mussten wir unseren Gartenwasserzähler noch online beim Eichamt registrieren. Die Webseite katapultierte uns kurz zurück ins Jahr 2006 und insbesondere die Usability des Formulars erwies sich als… ein Erlebnis. Muss man mal gemacht haben, so als Tourist im Neuland. 😀

Sehr skurill, was man alles messen kann. Unter anderem kann man dort ein „Messgerät zur Bestimmung des Muskelfleischanteils von Schweineschlachtkörpern“ registrieren… wtf.

Nun ja.

Alle sechs Jahre muss der Zähler ausgetauscht oder neu geeicht werden.

Gartenwasserzähler

Der Gartenwasserzähler im Winter

Wenn im Zähler Wasser steht und dieses im Winter zu Eis gefriert und sich dabei ausdehnt, geht der Zähler kaputt. Daher wird empfohlen, den Gartenwasserzähler vor dem Frost abzumontieren. Heißt: im Frühjahr müsste er neu verplombt werden und das kostet dann natürlich auch wieder.

Wir haben allerdings Glück: unser Außenwasserhahn verfügt über ein automatisches Leerlaufen. Nachdem wir den Hahn zugedreht haben, läuft das Wasser immer noch ein bisschen nach, bis die Zapfstelle komplett leer ist. Dadurch passiert auch bei Frost nichts.

Rechnet sich so ein Zähler fürs Gartenwasser?

Bei uns kostet ein m³ Abwasser 4,90€ (dazu kommt dann noch die Grundgebühr). Yeah, unsere Gemeinde zählt da zu den absoluten Spitzenreitern… 🙂

Anschaffung und Bearbeitungskosten beliefen sich bei uns auf 76€. Da diese alle 6 Jahre fällig werden, müssen wir also jährlich knapp 13€ Abwasserkosten sparen (d.h. etwa 2,6m³ Wasser entnehmen), damit sich die Anschaffung rechnet.
Das wird locker der Fall sein: wir haben den Zähler Anfang Juli montiert und seitdem bereits 3,5m³ Wasser vergossen. Die Anschaffung rechnet sich bei uns je nach Gießen also bereits im ersten oder zweiten Jahr.

In den letzten zwei, drei Wochen haben wir Glück – es hat einigermaßen viel geregnet und jetzt ist unsere Zisterne wieder gut gefüllt. Wir hoffen natürlich, dass das erstmal so bleibt und wir mit möglichst wenig Leitungswasser auskommen. Für den Fall der Fälle sind wir jetzt aber gewappnet.

Gartenwasserzähler

Hast du auch so einen Zwischenzähler fürs Gartenwasser oder denkst darüber nach, ihn dir anzuschaffen?

2 Kommentare

  1. Hallo Anne!

    Ja, wir haben auch einen Gartenzähler, und das bereits seit etlichen Jahren. Allerdings ist es in unserer Gemeinde nicht ganz so einfach wie bei Euch. Wir dürfen den Zähler nicht selbst kaufen, und er wird auch nicht am Wasserhahn angeschlossen. Er muss von einem Fachbetrieb im Keller an die Abzweigung von der Hauptleitung installiert werden. Das verteuert das Ganze natürlich erheblich. Aber bei uns hat sich dieser Gartenzähler dennoch nach etwas mehr als 2 Jahren (und die waren damals noch lange nicht so heiß wie die beiden letzten Sommer!!!) amortisiert. Ich kann eine solche Investition nur befürworten, vorausgesetzt die Abnahmemenge gibt es her.
    Alles Liebe
    Heidi

    • Anne sagt:

      Hallo Heidi,

      das ist ja mal wieder skurril, wie unterschiedlich die Vorschriften da in verschiedenen Regionen sind… aber gut, dass sich der Zähler bei euch trotzdem gerechnet hat! 🙂

      Liebe Grüße
      Anne

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