Hochbeete bauen

Unser Herbstprojekt: Hochbeete bauen

Einer der Gründe dafür, dass es hier im Blog in letzter Zeit etwas still geworden ist: ich habe mal wieder fast jede freie Minute im Garten verbracht. 😀 Und zwar hatte ich es mir in den Kopf gesetzt, zwei Hochbeete anzulegen.

Wieso ein Hochbeet? Was sind die Vorteile?

So ein Hochbeet ist nicht nur rückenschonender für den Gärtner.
Die Pflanzen wachsen darin auch besser! Denn erstes erwärmt sich die Erde durch die Sonneneinstrahlung auf die Seitenwände mehr als im normalen Beet. Zusätzlich sorgt die besondere Schichtung des Füllmaterials für viele Nährstoffe und zusätzliche Wärme durch Kompostierung.

Und, nicht zu vergessen: Möhren & Co. befinden sich in einem Hochbeet außer Reichweite für neugierige Hundenasen. 🙂 Das war für mich tatsächlich das wichtigste Argument. Würde ich mein Gemüse nämlich nicht einzäunen oder halt in Hochbeete setzen, würde Nala es direkt ausbuddeln und sich schmecken lassen.

Welches Material & Modell soll es sein?

Hochbeete gibt es aus Holz, Metall oder auch gemauert. Der Optik wegen wollte ich gerne Hochbeete aus Holz haben, auch wenn die einen kleinen Nachteil bzw. Extra-Aufwand mit sich bringen: damit das Holz nicht verrottet, muss man es vor Erdberührung schützen.

Wie eine Recherche ergab, kann man dafür nicht irgendwelche Folie nehmen. Sie muss halbwegs stabil und reißfest sein und auch UV-beständig, um lange zu halten. Teichfolien werden oft empfohlen, aber Obacht: die Folien fürs Hochbeet dürfen nicht aus PVC sein. PVC-Folien sondern nämlich Weichmacher ab, die krebserregend sind – igitt, definitiv nichts, was wir in unserem Gemüse haben wollen! Die sogenannten EPDM-Folien aus synthetischem Kautschuk schieden aufgrund des exorbitanten Preises aus.
Stattdessen fiel die Wahl auf spezielle Hochbeet-Noppenfolie. Durch die Noppen kommt weiterhin Luft an das Holz, sodass es nicht gammelt.

Abenteuer Transport, oder: wie bekomme ich riesige Hochbeete nach Hause?!

Im Baumarkt besorgten wir zwei passende Bausätze. Jedes Hochbeet wird 2m x 1m groß sein, aus Lärchenholz.

Außerdem kauften wir 60 einfache Pflastersteine, 75kg Sand, ein Kilo Dachpappennägel, Wühlmausdraht und die zwei Packungen Noppenfolie.

Der Transport gestaltete sich recht abenteuerlich. 😀 „Bausatz“ heißt in dem Fall nämlich, dass die vier Seitenelemente jeweils vormontiert sind – es galt also, vier sperrige, schwere 2m lange Teile zu befördern. Selbst aus dem Kombi des Besten ragten sie hinten ein Stück heraus und wurden mit Spanngurten befestigt.
Nun befindet sich der rund 15km entfernte Baumarkt allerdings in der Ebene, während wir nun mal auf einem Berg wohnen. O-Ton: „Sag mal… welche Straße bietet die harmloseste Kombination aus Steigung, Kurven und Schlaglöchern?!“

Ich war sehr erleichtert, als wir mitsamt der Ladung wohlbehalten in unsere Auffahrt bogen. 😀

Der Aufbau der Hochbeete

Als erstes lasierte ich die Hölzer zum Schutz mit einer Bläuelsperre. Am nächsten Wochenende ging es an den spannenden Teil: den Aufbau.

Insgesamt zog sich der Bau der Hochbeete etwas über drei Wochen hin, weil wir fast nur am Wochenende Zeit hatten und uns das Herbstwetter auch den ein oder anderen Strich durch die Rechnung machte.

Den richtigen Standort finden und vorbereiten

Die Hochbeete sollen möglichst viel Sonne bekommen. Durch die Position unserer diversen Bäume bleiben da nicht allzu viele Stellen. Hier zwischen Treppe und Apfelbaum / Gewächshaus sollen die Hochbeete hin:

Standort der Hochbeete

Klar, in ein paar Jahrzehnten wird der Apfelbaum (hoffentlich) recht groß sein und dann ordentlich viel Schatten werfen. Aber länger als zwanzig, fünfundzwanzig Jahre werden die Hochbeete wahrscheinlich eh nicht halten… 😉

Mit Hilfe von Heringen und einer Schnur markierten wir den Standort von Hochbeet No. 1.

Standort der Hochbeete markieren

Da Stärke verpflichtet, durfte der Beste die Fläche dann abstechen. Die Rasensoden legten wir auf Seite, die würden später ins Hochbeet kommen.

Fläche für Hochbeet: Rasen abstechen

Wir beschlossen, zuerst Hochbeet No. 1 aufzubauen und dann erst mit dem Fundament für No. 2 zu beginnen.
Das zweite Hochbeet sollte übrigens nicht exakt auf gleicher Höhe zu stehen kommen, sondern etwas versetzt nach vorne – damit wird es dem Schwung der Treppe folgen und harmonischer aussehen.

Der Beste übernahm das Abstechen des Rasens, schleppte die langen Seitenteile und half mir beim Zusammenschrauben. Den Rest habe ich selber gemacht. \o/

Das Fundament

Als erstes galt es, ein Streifenfundament zu pflastern, damit das Holz nicht in der feuchten Erde steht.

So…. jetzt fällt unser Garten ja sowohl nach links, als auch nach hinten ab. Das Unterfangen gestaltete sich also als nicht ganz so trivial. Vor allem bei meiner Mischung aus Perfektionismus und mangelnder Geduld. 😀

Nichtsdestotrotz klappte es besser als erwartet, ein waagerechtes Rechteck aus Pflastersteinen zu bauen. Wasserwaage olé!

Streifenfundament für Hochbeet pflastern

Ich begann vorne rechts mit der Stelle, die am weitesten in den Hang hinein ragt. Dort grub ich die Steine so ein, dass sie minimal tiefer liegen als der Rasen. Hinten links steht das Fundament hingegen auf einem kleinen „Hügel“, den ich aus Lehm modelliert habe. Wer braucht schon Dünnbeton, wenn er Lehmboden hat! 😀

Streifenfundament für Hochbeet pflastern

Damit rings um das Hochbeet ein Streifen als Rasenkante zum besseren Mähen übrig bleibt, wählte ich das Fundament jeweils 10cm länger und breiter als das Hochbeet.

Hochbeet bauen
Nala machte mal wieder die Bauaufsicht

Die Montage der Seitenteile

Das Aufstellen und Verschrauben der Seitenteile ging schneller als gedacht. Mit dem Akkubohrer haben wir die Löcher vorgebohrt und das Hochbeet anschließend mit knapp 50 Schrauben versehen.

Hochbeet aufbauen und verschrauben

Und jetzt das Ganze nochmal – Hochbeet No. 2

Das gleiche Prozedere aus Messen, Abstechen, Streifenfundament und Montieren folgte dann noch einmal.

Beim zweiten Hochbeet macht sich das Gefälle im Garten übrigens nochmal krasser bemerkbar, weil es in den Ausläufern des Hangs steht. Am Ende ragt dieses Hochbeet auch weiter in die Höhe als das andere. Weiter unten im Artikel siehst du das auf ein paar Fotos nochmal deutlich.

Renitente Rollmöpse, oder: das Befestigen der Hochbeetfolie

Ich hatte ja gedacht, dass das Pflastern der Fundamente und dann dieser fuppelige Draht die größte Prüfung für meine Geduld sein würden. Von wegen! Das Anbringen der Hochbeetfolie erwies sich als ungeahnt tricky.

Die Noppen kommen nach außen, sodass zwischen Holzwand und Folie Luft zirkulieren kann.
Jede Rolle ist 6,5m lang und einen Meter breit. Da unsere Hochbeete jeweils nur 70cm hoch sind, muss ich die Folie am unteren Rand also nach innen einschlagen. Das ist ganz praktisch, weil dadurch das Wasser vom Holz weggeleitet wird. Es bedeutet aber auch, dass die Folie in den Ecken unten überlappen würde.

Hochbeetfolie befestigen

Mein Plan war, die Folie am oberen Rand mit den Dachpappenstiften anzunageln und in den Ecken sauber einzuschneiden, sodass sie einfach überlappen würde. Jaaah… das mit dem „sauber überlappen“ klappt bei mir schon beim Geschenkeeinpacken nicht. 😀

Die Folie ist recht starr und erwies sich als extrem widerspenstig, weil sie sich immer wieder einrollte. Im eingerollten Zustand lässt sie sich unten natürlich nicht umklappen und liegt oben dann schief an. Ich hätte ungefähr sieben Hände brauchen können, um das Ding zu fixieren. In Nullkommanix verrutschte es immer wieder und durch die Noppen kloppte ich die Nägel auch herzlich schief ein… eieiei.

Irgendwie hat es dann aber doch geklappt. 😀

Hochbeetfolie befestigen

Demnächst will ich noch Latten als Abschluss auf den Rand schrauben, die muss ich aber erst besorgen. Dann sieht man den etwas schiefen Ansatz der Folie nicht mehr.

Hochbeete bauen

Wühlmausdraht

Durch so ein muckelig warmes Hochbeet fühlen sich natürlich auch Wühlmause eingeladen. Damit die draußen bleiben, sollen Hochbeete von unten mit Wühlmausdraht geschützt werden.

Hochbeet mit Wühlmausdraht schützen

Ursprünglich wollte ich den Wühlmausdraht noch vor dem Anbringen der Folie am Holz einige Zentimeter nach oben führen und dort befestigen. Zu diesem Zweck hatte ich mir extra Krampen besorgt, so eine Art U-förmige Nägel. Mit der Zange hielt ich den fuppelig kleinen Krampen in Position, um mit dem Hammer nicht auf meine Finger zu hauen. Dabei verrutschte dann regelmäßig der Draht und hebelte den Krampen wieder aus, der natürlich durch den Draht fiel und da erst wieder rausgefriemelt werden wollte. Aaaargh! Nach der ersten Bahn riss mir der Geduldsfaden und ich ging zu Plan B über:

Ich befestigte zuerst die Noppenfolie und legte den Draht dann einfach nur auf dem Boden aus. Die Noppenfolie überlappt ihn großzügig und hält ihn an Ort und Stelle.

Hochbeetfolie und Wühlmausdraht im Hochbeet

Das ging deutlich schneller und nervenschonender.

Innere Werte, oder: die Füllung der Hochbeete

Jetzt konnte es ans Befüllen der Hochbeete gehen! Dabei werden verschiedene Schichten gebildet. Ich habe unterschiedliche Angaben dazu gefunden und mich letztlich für Folgendes entschieden:

Erde
Kompost
Mist
Grünschnitt, Laub, Stroh
umgedrehte Rasensoden
Äste und Zweige
Äste als unterste Schicht im Hochbeet
Äste als unterste Schicht im Hochbeet

Tatsächlich war es gar nicht so einfach, die entsprechenden Mengen an Material zusammenzubekommen! Die Hochbeete sind halt schon verdammt groß.

Die besten Dienste haben mir dabei indirekt die Pferde geleistet. Denn auf der Weide konnte ich nicht nur etliche Schubkarren voll Laub zusammenrechen, es kam auch einiges an Ästen von den dortigen Bäumen zusammen. Ein paar Schubkarren abgelagerten Mist hatte ich mir schon vor einiger Zeit beiseite getan und einen alten Strohballen konnte ich ebenfalls plündern.

Die Nachbarn haben sich gefreut, dass ich ihren Sommerflieder für sie heruntergeschnitten habe… wieder vier Schubkarren voll Material, yay!

Den Kompost konnte ich aus meinem eigenen Garten nehmen, und für die abschließende Erdschicht habe ich unser Hügelbeet abgetragen.

Es empfiehlt sich also wirklich, Hochbeete im Herbst zu bauen. Jetzt fällt im Garten einfach viel mehr Füllmaterial an. 😀

Zudem kann sich das Material jetzt bis zum Frühling setzen. Die Füllung ist jetzt schon etwas abgesackt – im Frühjahr werde ich oben also nochmal Erde nachfüllen.

Zu guter Letzt habe ich beide Beete mit Herbstlaub abgedeckt, um den Boden zu schützen.

Ich bin froh, dass die Plackerei geschafft ist – und natürlich kann ich schon jetzt kaum das Frühjahr erwarten, wenn es ans Bepflanzen geht! 🙂

5 Kommentare

  1. Aaah, deine Hochbeete sind im Prinzip auch Hügelbeete. Okay. Ich hab auch schon von Leuten gehört, die die Dinger komplett mit Erde vollpacken, das ist natürlich eine absurd große Menge dann. In meinem Hügelbeet ist unten ein Baumstamm, sonst hätte bei mir auch das Material nicht gereicht.

    Würden Deko-Latten oben nicht das Prinzip mit der Luftzirkulation stören? Da kommt ja dann doch wieder kaum Luft dran, je nachdem, wie dicht das wird.

    • Anne sagt:

      Hmm, die Folie endet ja einige Zentimeter unterhalb des Rands. Daher denke ich, dass da trotzdem noch Luft zirkulieren kann… zumindest sieht man diese Abschlussbretter bei sehr vielen Hochbeeten und da scheint es zu funktionieren. Ich hatte eher die Sorge, dass mir so öfter mal Erde zwischen Folie und Holz rutscht, ich musste da beim Befüllen jetzt schon aufpassen und den ein oder anderen Klumpen wieder rausangeln.

      • Ah okay, ja, das sollte gehen, es geht ja um sehr rudimentäre Belüftung, du baust ja kein Haus… 😀

        Das mit der Erde, die dahinter rutscht, gibt sich sicher, wenn die abgesackt ist. Ich hab ja selbst eine defekte Regentonne bei mir so befüllt wie du deine Hochbeete, das sackt doch ganz ordentlich ab mit der Zeit.

  2. Ich bin sehr gespannt, ob Deine Wühlmausbekämpfung klappen wird, denn ehrlicherweise habe ich da erhebliche Zweifel. Eine meiner Freundinnen hatte den Draht auch nicht am Holz festgetackert oder mit Kramben befestigt sondern, wie Du, lediglich den Überstand der Noppenfolie darüber gelegt. Sie hat bereits in der Mitte des 1. Pflanzjahres alles wieder „ausgebuddelt“, denn diese Wurzelfeinschmecker hatten es sich richtig gemütlich gemacht in ihrem Hochbeet. Sie fanden wohl den Weg zwischen dem Draht und der Noppenfolie, denn im Bereich der dickeren Äste hatten sie sogar die Kinderstube für ihren Nachwuchs angelegt…Einen Unterschied sehe ich jedoch – meine Freundin hatte keinen Steinsockel angelegt, sondern das Hochbeet auf dicken Holzbohlen aufgebaut…Ich drücke Dir jedenfalls ganz fest die Daumen, dass Du anderes berichten kannst!!! Toi! Toi! Toi!
    …und liebe Grüße aus dem Saarland
    Heidi

    • Anne sagt:

      Naja, in den anderen Beeten halten sich die Wühlmäuse zum Glück auch in Grenzen. Ein paar Blumenzwiebeln haben sie aufgefuttert und eine junge Harlekinweide, der Rest überlebt hier ganz gut. Schau’n mer mal. 🙂

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