Was hat es eigentlich mit diesen Eisheiligen auf sich?

20. März 2021- aktualisiert: 20. März 2021 Gartentipps 12 Kommentare

“Erst nach den Eisheiligen auspflanzen!” – diesen Ratschlag hörst du beim Gärtnern alle naselang. Aber um welchen Zeitpunkt geht es da? Wer sind diese ominösen Eisheiligen? Und ist da wirklich was dran oder ist das nur irgend so eine altertümliche Bauernregel, die wir heute eher belächeln?

Der letzte Frost im Mai

Die Eisheiligen kennzeichnen einige Tage Mitte Mai. Um den Dreh herum kommt es meist zum letzten Mal im Frühjahr zu Spätfrost, wenn noch einmal eiskalte Polarluft in unsere Gefilde strömt. Gerade bei wolkenlosem Himmel friert es dann nachts.

Rauhreif an Heuchera

Die Eisheiligen sind nach den Gedenktagen einiger Heiliger benannt:

  • 11. Mai – Mamertus
  • 12. Mai – Pankratius
  • 13. Mai – Servatius
  • 14. Mai – Bonifatius
  • 15. Mai – Sophia (die “Kalte Sophie”)

Diese Herrschaften hatten mit dem Wetter übrigens gar nichts am Hut. Sie waren Märtyrer und Bischöfe aus dem 4. und 5. Jahrhundert. Unsere bäuerlichen Vorfahren haben einfach ein Wetterphänomen mit den jeweiligen Gedenktagen verbunden und *schwupps* hatten die Eisheiligen ihren Namen weg.

Kleiner Exkurs: julianischer vs. gregorianischer Kalender

Um es ein bisschen komplizierter zu machen: als diese Bauernregel entstand, galt noch der julianische Kalender. Im 16. Jahrhundert wurde der durch den gregorianischen Kalender abgelöst, den wir bis heute nutzen.

Der julianische Kalender hatte nämlich einen “Bug”, durch den das Jahr auf dem Papier immer etwas länger dauerte als eigentlich vom Sonnenjahr vorgegeben. Alle 128 Jahre verschob er sich daher um einen ganzen Tag – das summiert sich über die Zeit. 😀
Damit Ostern nicht irgendwann im Herbst stattfinden würde, wurde ab 1582 der gregorianische Kalender mit einer verbesserten Berechnung der Schaltjahre eingeführt.

Und was bedeutet das für die Eisheiligen? – Als unsere Vorfahren den Spätfrost im Mai nach den Gedenktagen benannten, galt noch der julianische Kalender. Bonifatius fällt heute nach wie vor auf den 14. Mai, wir sind im Jahreskreis aber schon rund 10 Tage weiter.

Kleiner Vergleich:

Julianischer KalenderGregorianischer Kalender (“unser” Kalender)
14. Mai 142123. Mai 1421

Eigentlich müssen wir also bis Ende Mai mit Frost rechnen.

Japanischer Ahorn im Herbst

Was haben die Eisheiligen mit dem Garten zu tun?

Viele Pflanzen vertragen keinen Frost und dürfen daher nicht zu früh ins Beet. Tomaten beispielsweise sind da sehr frimschig.

Uns Gartenfreunden juckt es ja oft schon im März oder April wie verrückt in den Fingern, endlich so richtig draußen loszulegen. Auch die vorgezogenen Pflänzchen auf der Fensterbank drängeln schon.

Tomaten vorziehen
Die Tomatenkinder dürfen keinen Frost abbekommen

Aber Vorsicht: die Eisheiligen warnen uns davor, den warmen Temperaturen noch nicht voll zu vertrauen – es kann nochmal richtig kalt werden und alles zunichte machen!

Letztes Jahr beispielsweise war es im April und der ersten Maihälfte bereits richtig warm. Die Pflanzen haben wie verrückt getrieben, ich habe den Mais schon im April ausgesät – und wurde dann eiskalt erwischt von Nachtfrösten. Zack, der Großteil vom Mais war hin. Auch die Knospen an der Magnolie und der Hortensien erfroren, sie blühten in der ganzen Saison nicht.

Wie zuverlässig sind die Eisheiligen?

Klar: das Wetter hält sich nicht strikt an den Kalender. Manchmal bleibt der Spätfrost ganz aus, manchmal hat er sich schon Anfang Mai erledigt.

Im Zweifelsfall solltest du aber immer damit rechnen, dass es bis Ende Mai nochmal richtig kalt werden kann. Egal, wie frühsommerlich es vielleicht vorher schon war.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste Jungpflanzenanzucht. 🙂

Welche Pflanzen sollten erst nach den Eisheiligen ins Beet?

Diese Pflanzen sind richtige Frostbeulen:

  • Tomaten
  • Gurken
  • Zucchini
  • Kürbis

Wenn es tagsüber muckelig warm ist, kannst du deine vorgezogenen Pflänzchen schon mal stundenweise nach draußen stellen. So gewöhnen sie sich an das Sonnenlicht. Über Nacht solltest du sie aber bis Ende Mai wieder ins Haus holen.
Das gleiche gilt für Zimmerpflanzen aus tropischen Gefilden, die im Sommer gerne draußen stehen können. Auch die stellst du im (Spät-)Frühling besser erst nur tagsüber raus und holst sie über Nacht wieder ins Warme.

Welche Pflanzen vertragen (leichten) Frost?

Bereits ab April säe bzw. pflanze ich diese Sorten, sie vertragen nämlich leichten Frost bis etwa -3°C:

  • Radieschen
  • Zwiebeln & Schalotten
  • Salat
  • Spinat
  • Rucola
  • Schnittlauch
  • Knoblauch
  • Porree
  • Sellerie
  • Kartoffeln
  • Erbsen
  • Möhren
  • Mangold
  • Kohl
  • Rote Bete
  • Rettich

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Zu diesen Themen gibt’s noch mehr Artikel:

Was hat es eigentlich mit diesen Eisheiligen auf sich?

“Erst nach den Eisheiligen auspflanzen!” – diesen Ratschlag hörst du beim Gärtnern alle naselang. Aber um welchen Zeitpunkt geht es da? Wer sind diese ominösen Eisheiligen? Und ist da wirklich was dran oder ist das nur irgend so eine altertümliche Bauernregel, die wir heute eher belächeln?

Der letzte Frost im Mai

Die Eisheiligen kennzeichnen einige Tage Mitte Mai. Um den Dreh herum kommt es meist zum letzten Mal im Frühjahr zu Spätfrost, wenn noch einmal eiskalte Polarluft in unsere Gefilde strömt. Gerade bei wolkenlosem Himmel friert es dann nachts.

Rauhreif an Heuchera

Die Eisheiligen sind nach den Gedenktagen einiger Heiliger benannt:

  • 11. Mai – Mamertus
  • 12. Mai – Pankratius
  • 13. Mai – Servatius
  • 14. Mai – Bonifatius
  • 15. Mai – Sophia (die “Kalte Sophie”)

Diese Herrschaften hatten mit dem Wetter übrigens gar nichts am Hut. Sie waren Märtyrer und Bischöfe aus dem 4. und 5. Jahrhundert. Unsere bäuerlichen Vorfahren haben einfach ein Wetterphänomen mit den jeweiligen Gedenktagen verbunden und *schwupps* hatten die Eisheiligen ihren Namen weg.

Kleiner Exkurs: julianischer vs. gregorianischer Kalender

Um es ein bisschen komplizierter zu machen: als diese Bauernregel entstand, galt noch der julianische Kalender. Im 16. Jahrhundert wurde der durch den gregorianischen Kalender abgelöst, den wir bis heute nutzen.

Der julianische Kalender hatte nämlich einen “Bug”, durch den das Jahr auf dem Papier immer etwas länger dauerte als eigentlich vom Sonnenjahr vorgegeben. Alle 128 Jahre verschob er sich daher um einen ganzen Tag – das summiert sich über die Zeit. 😀
Damit Ostern nicht irgendwann im Herbst stattfinden würde, wurde ab 1582 der gregorianische Kalender mit einer verbesserten Berechnung der Schaltjahre eingeführt.

Und was bedeutet das für die Eisheiligen? – Als unsere Vorfahren den Spätfrost im Mai nach den Gedenktagen benannten, galt noch der julianische Kalender. Bonifatius fällt heute nach wie vor auf den 14. Mai, wir sind im Jahreskreis aber schon rund 10 Tage weiter.

Kleiner Vergleich:

Julianischer KalenderGregorianischer Kalender (“unser” Kalender)
14. Mai 142123. Mai 1421

Eigentlich müssen wir also bis Ende Mai mit Frost rechnen.

Japanischer Ahorn im Herbst

Was haben die Eisheiligen mit dem Garten zu tun?

Viele Pflanzen vertragen keinen Frost und dürfen daher nicht zu früh ins Beet. Tomaten beispielsweise sind da sehr frimschig.

Uns Gartenfreunden juckt es ja oft schon im März oder April wie verrückt in den Fingern, endlich so richtig draußen loszulegen. Auch die vorgezogenen Pflänzchen auf der Fensterbank drängeln schon.

Tomaten vorziehen
Die Tomatenkinder dürfen keinen Frost abbekommen

Aber Vorsicht: die Eisheiligen warnen uns davor, den warmen Temperaturen noch nicht voll zu vertrauen – es kann nochmal richtig kalt werden und alles zunichte machen!

Letztes Jahr beispielsweise war es im April und der ersten Maihälfte bereits richtig warm. Die Pflanzen haben wie verrückt getrieben, ich habe den Mais schon im April ausgesät – und wurde dann eiskalt erwischt von Nachtfrösten. Zack, der Großteil vom Mais war hin. Auch die Knospen an der Magnolie und der Hortensien erfroren, sie blühten in der ganzen Saison nicht.

Wie zuverlässig sind die Eisheiligen?

Klar: das Wetter hält sich nicht strikt an den Kalender. Manchmal bleibt der Spätfrost ganz aus, manchmal hat er sich schon Anfang Mai erledigt.

Im Zweifelsfall solltest du aber immer damit rechnen, dass es bis Ende Mai nochmal richtig kalt werden kann. Egal, wie frühsommerlich es vielleicht vorher schon war.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste Jungpflanzenanzucht. 🙂

Welche Pflanzen sollten erst nach den Eisheiligen ins Beet?

Diese Pflanzen sind richtige Frostbeulen:

  • Tomaten
  • Gurken
  • Zucchini
  • Kürbis

Wenn es tagsüber muckelig warm ist, kannst du deine vorgezogenen Pflänzchen schon mal stundenweise nach draußen stellen. So gewöhnen sie sich an das Sonnenlicht. Über Nacht solltest du sie aber bis Ende Mai wieder ins Haus holen.
Das gleiche gilt für Zimmerpflanzen aus tropischen Gefilden, die im Sommer gerne draußen stehen können. Auch die stellst du im (Spät-)Frühling besser erst nur tagsüber raus und holst sie über Nacht wieder ins Warme.

Welche Pflanzen vertragen (leichten) Frost?

Bereits ab April säe bzw. pflanze ich diese Sorten, sie vertragen nämlich leichten Frost bis etwa -3°C:

  • Radieschen
  • Zwiebeln & Schalotten
  • Salat
  • Spinat
  • Rucola
  • Schnittlauch
  • Knoblauch
  • Porree
  • Sellerie
  • Kartoffeln
  • Erbsen
  • Möhren
  • Mangold
  • Kohl
  • Rote Bete
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