DIY: Ollas selber bauen - Bewässerungshilfe

DIY: Ollas selber bauen & weniger gießen!

27 Kommentare

In den warmen Monaten brauchen die Pflanzen im Garten unsere Unterstützung, um nicht zu verdursten. Je nach Gartengröße dauert die Gießrunde dabei ganz schön lange und verbraucht viel Wasser.

Vor einiger Zeit bin ich auf eine supergute Idee zur Beetbewässerung gestoßen, die Zeit und Wasser spart – nämlich sogenannte Ollas.

Was sind Ollas?

Ollas (gesprochen Ojas) sind Bewässerungshilfen aus durchlässigem Ton. Du vergräbst die Gefäße in deinem Beet und gießt oben Wasser hinein. Dieses sickert dann nach und nach langsam ins Erdreich.

Auf diese Weise gelangt das Gießwasser direkt an die Wurzeln der Pflanzen, statt einfach an der Oberfläche zu verdunsten. Gerade in Hinblick auf Dürresommer ist das unheimlich clever! Du musst weniger gießen und deine Pflanzen werden besser versorgt. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Oberfläche dadurch trocken bleibt und weniger Schnecken anlockt. Yay. 🙂

Ich war neugierig, wie viel Wasser durch den Tontopf dringt und wie lange das dauert. Daher habe ich eine gefüllte Olla auf die Terrasse gestellt. So sieht das dann aus – nach und nach bilden sich auf der Außenseite kleine Wassertropfen:

Olla: Wasser sickert durch den Tontopf

Es gibt fertige Ollas zu kaufen, die aber gerade in größeren Ausführungen ziemlich teuer sind. Daher habe ich nach einer DIY-Alternative gesucht & sie gefunden! 🙂

So kannst du deine Ollas einfach selber herstellen:

So geht’s: Ollas selber bauen

Pro Olla benötigst du zwei Tontöpfe, einen Korken und einen kleinen Untersetzer.

DIY: Ollas selber bauen - Bewässerungshilfe
Den Untersetzer habe ich auf dem Foto vergessen 🙈

Das Material

Die ganz einfachen Tontöpfe (die mit dem Loch unten – keine Übertöpfe!) aus dem Baumarkt sind großartig. Sie kosten nicht viel, sodass du auch in Massenproduktion gehen kannst. 😉

Nimm am besten einen größeren und einen etwas kleineren Topf. Dadurch kannst du die Töpfe gut ineinander stecken.

Der Untersetzer dient am Ende als Abdeckung für das Gießloch.

Die Tontöpfe müssen unglasiert sein, damit das Wasser durch die Poren dringen kann. Der Untersetzer hingegen sollte möglichst glasiert sein.

Schritt für Schritt-Anleitung

  1. Organisiere einen Weinkorken

    Wichtig ist, dass du das Loch im unteren, größeren Topf gut verschließt. Schließlich soll das Wasser nicht direkt wieder rauslaufen. Hierzu eignet sich ein Korken ganz wunderbar.
    Als ersten Schritt leerst du also eine Flasche Wein. Von wegen “Saufen für den Regenwald” – Trinken für den Garten! 😎

    Falls der Korken nicht direkt in das Topfloch passt, schnitz ihn mit einem Messer etwas zurecht.Ollas mit Korken abdichten

  2. Steck die Töpfe ineinander und verbinde sie gegebenenfalls

    In einigen DIY-Anleitungen für Ollas werden die beiden Töpfe mit Silikon verbunden. Allerdings ist nicht ganz sicher, ob Silikon wirklich unbedenklich ist. Weil sich die Plastikteilchen ablösen und in der Erde (und somit auch in unserer Nahrung) landen können, habe ich darauf verzichtet.
    Zement ist eine Alternative… oder unser guter alter Lehmboden. 😉 Selbstgebaute Olla - Bewässerungshilfe aus Tontöpfen

  3. Grab die Olla ein

    Der obere Topf mitsamt Gießloch sollte noch ein paar Zentimeter weit aus der Erde gucken.
    Bei meinen Beeten bin ich allerdings davon limitiert, wie tief ich dank Lehmboden überhaupt komme.DIY: Ollas selber bauen - Bewässerungshilfe

  4. Befüll die Olla

    Mit einer Gießkanne befüllst du die Olla. Ich bin sehr gespannt, wie lange sich das Wasser bei welchen Temperaturen hält und wie oft ich nachfüllen muss.
    Aus einem Korken (… oh, wieder Wein! 😀 ) und einem Stück Draht kannst du dir einen kleinen Schwimmer basteln, um den Füllstand zu messen. Das steht noch auf meiner To Do-Liste.

  5. Verschließ die Gießöffnung

    Das obere Loch solltest du nach dem Befüllen verschließen – andernfalls könnten durstige Insekten hineinfallen und ertrinken.

    Ein kleiner, glasierter (d.h. wasserundurchlässiger) Untersetzer bildet eine perfekte Abdeckung. Beim Gießen oder wenn es regnet entsteht hier eine “barrierefreie” Insektentränke. 🙂Olla mit Untersetzer abdecken

Ich habe bislang drei Ollas gebaut und meine Hochbeete damit bestückt. Mehr passende Töpfe gab es aktuell leider nicht im Baumarkt (und ich hatte keine Lust, in einen anderen Baumarkt zu fahren und Corona-bedingt nochmal 20 Minuten in der Schlange am Eingang zu warten. 😉 ).

Wenn du keine so kleinen Untersetzer aus glasiertem Ton findest, kannst du alternativ auch welche Plastik nehmen. Mit einem Stein beschwert, werden sie nicht weggeweht.

Ollas im Winter bitte ausgraben

Achtung, Tontöpfe sind nicht frosthart! Wenn sie sich mit Wasser vollsaugen und dann der Frost kommt, platzen sie auf. Grab sie daher vor dem Winter aus.


27 Gedanken zu “DIY: Ollas selber bauen & weniger gießen!”

  1. “Als ersten Schritt leerst du also eine Flasche Wein.” Prost. *plopp

    Ollas habe ich immer wieder mal gesehen, wusste nur nicht, wie sie heißen. Prinzipiell sehr cool. Allerdings denke ich, da wird man ziemlich viele brauchen, bei der Menge Beete, die wir beide so haben. 😀 Weißt du etwas darüber, was die für eine Reichweite haben sollen? Und: Wenn ich den unteren Topf eh am Loch verschließe, wieso dann kein Übertopf, weil die glasiert sind?

    Vielleicht baue ich sowas für das Gewächshaus. Da passt das platzmäßig gut hin und die Bewässerung da ist eh immer etwas schwierig. Dann könnte ich den Perlschlauch, der bisher dort drin lag, woanders verwenden, und müsste weniger über Regner machen (die ja in der Tat immer eine große Fläche nass machen und dadurch zum einen etwas Wasser verschwenden, zum anderen aber vor allem tatsächlich Schnecken anlocken).

    1. Ja, ich muss mal schauen, welche Beete ich noch damit ausstatte. Die Hochbeete werde ich noch vervollständigen und für das Gewächshaus habe ich sie tatsächlich auch geplant – da ist der Wasserverbrauch durch die Temperaturen einfach ziemlich hoch. Bei den Staudenbeeten und dem Bauerngarten werd ich wahrscheinlich dieses Jahr erstmal keine Ollas reinsetzen.

      Wenn du einen unglasierten Übertopf findest, kannst du den natürlich nehmen. Ich hab hier immer nur glasierte bekommen (was ja eigentlich logisch ist – der Übertopf soll ja gerade verhindern, dass das Wasser rausläuft und eine Sauerei anrichtet 😀 ).

      Wie zufrieden bist du denn mit dem Perlschlauch? Hatte darüber für das Gewächshaus auch mal nachgedacht, allerdings liegt da unten kein Wasseranschluss und dann müsste ich da dann doch entweder immer den normalen Gartenschlauch quer durch den Garten legen oder eine richtige Zuleitung buddeln… auch irgendwie umständlich.

      1. Der Perlschlauch ist super. Ich habe einen von Gardena, weiß nicht, ob andere auch was taugen bzw ob die noch jemand herstellt. Nicht zu verwechseln mit einem Sprühschlauch, das hatte ich auch mal bzw habe ich noch, fand ich total doof. Aber der Perlschlauch macht sich ganz hervorragend, man kommt halt wirklich besser an die Pflanzen ran, die Blätter werden nicht mehr nass und ich habe so einen Wasserdurchflussmesser und habe mir das damit, einem langem Schlauch und einer Pumpe an der Regentonne ganz gut eingestellt. Dieses Jahr nehme ich dann vielleicht Ollas im Gewächshaus und den Perlschlauch draußen bei den Tomaten, die ja so ungern Wasser von oben kriegen.

        1. Cool, das klingt ja wirklich gut. Vielleicht fasse ich das für das Gewächshaus für nächstes Jahr dann doch mal ins Auge… halt genau aus dem gleichen Grund für die Tomaten. 😀

  2. Dankeschön Anne für den interessanten Artikel 🙂 Nun weiß ich auch die genaue Bezeichnung für die Toneule, welche unsere Zimmerpflanze ziert.

  3. Hallo, des klingt sehr interessant, hast du schon eine erfahrung, für wieviel Fläche so eine olla ausreichend ist?

    1. Hallo Gabriele,

      so richtig kann ich das noch nicht sagen. Seit ich die Ollas eingesetzt habe, war es nicht allzu heiß und zudem wurzeln die Pflanzen daneben noch nicht so tief, ziehen also weniger Wasser als später mal. Auf einem anderen Blog habe ich die Angabe gefunden, dass 6-7 Liter für einen Quadratmeter Hochbeet reichen sollen – aber das hängt halt auch immer von vielen Faktoren ab (Wasserbedarf der Pflanzen, Temperatur, Konsistenz der Erde, …).
      Ich werde das im Sommer weiter verfolgen und berichten. 🙂

      Viele Grüße
      Anne

  4. Hallo! Danke fur die Idee mit dem Korken! Mich stört ein bißchen, dass die selbstgebauten ollas so eine kleine Öffnung zum einfüllen haben, ich kann nicht so gut zielen. Aber ich habe mir gedacht, dass es ja auch mit einem großen Tontopf gehen müsste, unten Korken rein, oben als Deckel einen alten lasierten Teller drauf… Nicht optimal, aber man muss auch nicht kleben. Das will ich mal ausprobieren:)

    1. Das Handycap des kleinen Loches lässt sich umgehen, indem man einfach nur Befüllen einen einfachen Haushaltstrichter mit nimmt.
      Deckel von der Olla nehmen, Trichter in das Loch stellen, befüllen bis die Olla voll ist, Trichter wieder raus nehmen und Deckel wieder drauf legen. 🙂 🙂
      Trichter zur nächsten Olla mitnehmen und das das ganze Spiel wieder von vorne.
      So habe ich jedenfalls das “kleine Loch Problem” zufriedenstellend gelöst. 🙂

    1. Hi Ulrich,

      das müssten am oberen Rand so um die 10-14cm sein – kann gerade leider nicht nachmessen, da die Ollas unter einer dicken Schneedecke verborgen liegen. 😀
      Die optimale Größe hängt aber natürlich immer von der zu bewässernden Fläche ab, du kannst sonst auch mehrere Ollas verteilt platzieren.

  5. Vielen Dank für die coole Idee. Ich überlege nun, in diesem Jahr meine Tomaten (unter einem Dach) mit Hilfe von Ollas mit Wasser zu versorgen. Die große Frage ist nun, wie viele Ollas und mit welchem Volumen ich benötigen werde.
    Dachte an eine Olla für 4 Pflanzen. Oder ist das zuwenig? Und mit welchem Fassungsvermögen? Wie sind da eure Erfahrungen?
    Würde mich über Antworten sehr freuen, liebe Grüße,
    Christian

    1. Hallo Christian,

      ich würde eine Olla pro Pflanze nehmen. Dann kannst du deine Tomaten weit genug auseinander setzen, um noch genügend Luft an die Blätter kommen zu lassen – das ist ja gerade bei Tomaten wichtig, damit sie gut abtrocknen können und Pilzerkrankungen keine Chance haben. Deswegen sollte auch das Gießwasser nie auf die Blätter gelangen.
      Wie groß die Ollas sein sollten bzw. wie oft du sie nachfüllen musst, hängt von der Größe deiner Tomatenpflanzen ab (manche werden ja richtige “Monster” 🙂 ) und wie schnell der Boden bei dir austrocknet. Eine Mulchschicht sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit eher im Boden verbleibt und die Erde nicht so schnell von Sonne und Wind ausgetrocknet wird.
      Caro vom Hauptstadtgarten setzt eine 12cm-Olla pro Tomate und kommt damit etwa 5 Tage lang hin: https://www.hauptstadtgarten.de/ollas-selber-machen/

      Ich hoffe, das hilft dir schon mal etwas weiter. 🙂

      Viele Grüße
      Anne

  6. Hallo zusammen,

    also ich steige auch ganz neu in das Thema ein. Die Größenverhältnisse kann ich auch nur soweit beurteilen wie man es in den verschiedenen Blogs lesen kann. Ich glaube, dass eine 12cm Olla für 2 Tomaten reichen sollte, ein paar Tage. Aber mir geht es in erster Linie darum, die Wurzeln direkt zu bewässern und nur zweitrangig darum, wie oft ich gieße.

    Meine Tomaten werden in einer Linie stehen und so platziere ich eine Olla nach der ersten Pflanze, dann kommt die zweite Pflanze, dann die zweite Olla usw.

    Wie “klebst” du, Christian, die Töpfe aufeinander? Ich habe es Mörtel versucht, weil mir das mit dem Silikon irgendwie nicht gefällt. Aber ich fürchte es gibt keine Alternative…

    Grüße
    Ulrich

  7. Hallo hab inzwischen auch einen gebaut für mein Hochbeet und es funktioniert man sieht an der Erde wo die Feuchtigkeit ankommt.
    Allerdings hab ich die Töpfe mit Heissleim zusammengeklebt ging auch.
    Und über das Hochbeet hab ich einen Rahmen in gleicher Größe gebaut mit Draht als spätere Rankhilfe für die Pflanzen. Derzeit ist noch eine Gewächshausfolie drüber Kosten 70 Cent so dass ich im Februar schon anpflanzen konnte. Wenn es warmer wird mach ich die Folie weg und den Rahmen hoch so können die Gewächse daran hochranken.

    1. Hallo Sonja,

      das hängt davon ab, wie dicht du pflanzt, wie die jeweiligen Pflanzen wurzeln und wie groß bzw. durstig sie sind… pi mal Daumen würde ich eine Olla pro großer Pflanze (wie etwa Tomaten) setzen, von kleineren Pflanzen mehr (aber immer gucken, dass sie nicht zu dicht stehen und sich gegenseitig bedrängen).

  8. Kurzer Zwischenstand von mir:

    Ich habe eine Prototypen-Olla aus zwei 3,3Liter-Tontöpfen gebastelt und mit Silikon geklebt. Hält wunderbar und war auch leicht zu verarbeiten. Nach längerem Nachdenken werde ich meine Ollas nun aber doch mit Fliesenkleber basteln – das Fungizid (im Silikon enthalten) will ich in der Erde einfach vermeiden, auch wenn die verwendete Menge wohl egal sein wird.

    Daher baue ich derzeit meine 12 Ollas mit Fliesenkleber, die 3,3Litertöpfe sind von der Größe optimal, damit fasst eine Olla rund 6,5 Liter. Die 12 Ollas sollen mein Tomatenhaus mit 24 Tomatenpflanzen versorgen, durch die unterschiedliche Positionierung versorgt eine Olla 1, 2 oder 3 Pflanzen. Auf den Praxiseinsatz bin ich schon seeeeehr gespannt 🙂

    1. Hallo Christian,

      danke für deinen Erfahrungsbericht! 🙂
      Ja, dabei wäre mir auch nicht wohl – gerade, wenn du die Pflanzen rings um die Olla später auch essen möchtest.

      Die Daumen sind gedrückt für deine Tomatensaison – Wasser marsch! 🙂

  9. Huhu!
    Ich frage mich, ob man die Ollas auch bei kleinen Bäumen einsetzen kann. Die 75 Liter Baumbeutel sind für meine einfach zu überdimensioniert.

    1. Hallo Anja,

      mh, gute Frage. Bei größeren, tiefwurzelnden Bäumen würde ich vermuten, dass ihnen Ollas nicht sonderlich viel helfen. Aber bei jungen Bäumen oder solchen, die flach wurzeln, könnte das gehen.

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