Wildkräuter-Portrait: Spitzwegerich

Spitzwegerich

Von wegen Unkraut: entdecke mit dem Spitzwegerich eine der wichtigsten Heilpflanzen, die auch in der Küche ein Tausendsassa ist!

Sie werden oft als Feinde gesehen, die dreist den Garten zu erobern versuchen und deswegen unbarmherzig zurückgeschlagen werden müssen: “Un”kräuter. Dabei sehen sie im Beet oft hübsch aus, bieten Nahrung für Insekten, können unseren eigenen Speiseplan bereichern und unsere Gesundheit unterstützen. In der Reihe “Wildkräuter-Portrait” stelle ich dir daher einige dieser tollen Pflanzen vor. 🙂

Los geht es mit dem Spitzwegerich. Dieses Wildkraut schätze ich übrigens so sehr, dass ich es mir sogar habe tättowieren lassen. 🙂

Wie erkenne ich Spitzwegerich und wo finde ich ihn?

Lange, breite Blätter, die wie Lanzen aussehen: das ist der Spitzwegerich. Er wächst so ziemlich überall – du findest ihn am Wegesrand, auf Wiesen und halt auch im Garten.

Spitzwegerich

Spitzwegerich in der Küche

Die jungen Blätter landen bei uns in der warmen Jahreszeit regelmäßig im Salat und geben ein leicht pilzartiges Aroma ab. Gekocht kannst du ihn so ähnlich wie Spinat zubereiten. Auch im Pesto, im Kräuterquark oder in einer Zucchini- oder Kartoffelsuppe macht er sich gut. Spitzwegerich ist übrigens eines der 9 Kräuter, aus denen die traditionelle Gründonnerstagssuppe besteht.

Auch die Wurzeln, die bis zu 60cm tief in die Erde reichen, kannst du essen und ab dem Herbst zum Beispiel zusammen mit Möhren kochen.

Die Samen habe ich noch nicht probiert, sie sind aber ebenfalls essbar und können beispielsweise ins Brot eingebacken oder übers Müsli gestreut werden.

Spitzwegerich

Spitzwegerich als Heilpflanze

Die Blätter des Spitzwegerichs werden seit Jahrhunderten wegen ihrer immensen Heilkraft geschätzt. Er ist einer der wichtigsten Heilpflanzen! Vor allem bei Atemwegserkrankungen sowie bei der Wundheilung hilft Spitzwegerich. 2014 wurde er deswegen sogar zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

Das im Spitzwegerich enthaltene Aucubin wirkt antibakteriell und entzündungshemmend.

Erste Hilfe für unterwegs

Wenn du gestochen wurdest, Brennnesseln berührt oder dir eine kleine Wunde zugezogen hast, kannst du dir ruckzuck mit Spitzwegerich helfen: zerkaue einfach ein Blatt, um die Wirkstoffe freizusetzen, und leg es dann auf die Haut. Stiche hören auf zu jucken und schwellen nicht so sehr an. Die Wundheilung wird unterstützt und das Risiko von Entündungen gesenkt.

Bei Husten hilft Spitzwegerich-Tee, um den Schleim zu lösen und die Entzündung abklingen zu lassen.

Spitzwegerich

Spitzwegerich im Garten

Sofern du noch keinen Spitzwegerich im Garten hast, kannst du ihn leicht ansiedeln: am einfachsten ist es, eine Pflanze aus freier Wildbahn auszugraben und bei dir ins Beet zu setzen. (In Töpfen fühlt er sich nicht wohl, weil er dort nicht tief genug wurzeln kann.)
Große Pflanzen können auch geteilt werden – Spitzwegerich ist ziemlich robust. Er bevorzugt nährstoffreiche Böden, gerne ein bisschen feucht ohne Staunässe, und steht idealerweise an einem sonnigen Fleckchen.

Alternativ dazu kannst du im Spätsommer auch Samen sammeln und bei dir im Garten zwischen März und April aussäen.

Spitzwegerich ist pflegeleicht, mehrjährig und winterhart.

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