Zucchini im Juli 2018

Zucchini anbauen: die Komplett-Anleitung & meine Tipps

Pflegeleicht, unglaublich viel Ertrag und sogar essbare Blüten: Zucchini dürfen in deinem Gemüsegarten nicht fehlen!

Gäbe es ein Ranking, wie viel Ertrag du mit einer einzigen Pflanze erzielen kannst, lägen die Zucchini ganz weit vorn. Wochenlang produzieren sie immer neue Früchte, die eine beachtliche Größe erreichen können. Noch dazu sind sie sehr pflegeleicht.

Zucchini sind also ideal für Selbstversorger, Garteneinsteiger und alle, die gerne frisches Gemüse aus dem Garten essen! 🙂

In diesem Beitrag erfährst du, wie du sie optimal anbauen kannst.

Wie funktioniert der Anbau von Zucchini?

Genau wie Kürbisse – mit denen sie schließlich verwandt sind – bilden Zucchinipflanzen lange, dicke Triebe aus. An diesen entstehen große gelbe Blüten, die männlich oder weiblich sein können. Aus den weiblichen Blüten werden später die Früchte.
Auch die Blätter kommen im XXL-Format daher: oft verstecken sich die erntereifen Früchte unter ihnen.

Zucchini-Blüte
Eine Zucchini-Blüte

Den ganzen Sommer über kannst du dich über jede Menge Ertrag freuen. Sobald das Wetter kühler und feuchter wird, sterben die einjährigen Zucchinipflanzen ab. Du kannst aber leicht Samen sammeln, um sie in der nächsten Saison wieder auszusäen.

Wie viele Zucchini brauche ich?

Wie schon gesagt, so eine Zucchinipflanze beschert dir eine reiche Ernte. Zu zweit haben sich bei uns drei bis vier Pflanzen bewährt, dabei verschenken wir regelmäßig auch etwas an Freunde.

Noch mehr, und wir würden in der Ernte ertrinken. 😀

Du solltest allerdings mindestens zwei Zucchini setzen, damit sie sich gegenseitig befruchten können.

Zucchini aussäen

Zucchini lassen sich sehr einfach aus Samen ziehen, deswegen brauchst du sie nicht als verhältnismäßig teure Jungpflanzen zu kaufen. Wie immer ist es ja preiswerter, ein Päckchen Saatgut zu erwerben.

Du kannst deine Pflänzchen im April drinnen vorziehen oder sie zwischen Mitte und Ende Mai draußen im Freiland aussäen. Frost dürfen sie nicht abbekommen!

Steck zwei Kerne etwa 2,5cm tief gemeinsam in die Erde. Wenn sie nach einigen Tagen beide keimen, lässt du nur den kräftigsten Keimling stehen und entfernst den anderen. Auf diese Weise kannst du sichergehen, später eine robuste Pflanze zu haben.

Der optimale Standort

Allem voran: Zucchini brauchen Platz! Eine ausgewachsene Pflanze nimmt locker einen ganzen Quadratmeter in Anspruch.

Zucchini Ende Juni 2018
… dieses Exemplar sollte noch deutlich ausladender werden 😉

Am besten setzt du sie also entweder irgendwo an den Beetrand oder gleich auf den Kompost. Denn das ist der zweite Anspruch, den Zucchini stellen: als Starkzehrer brauchen sie jede Menge Nährstoffe!

Im Beet arbeitest du deswegen vor dem Pflanzen ungefähr 5 Liter Kompost pro m2 in den Boden ein. Während des Sommers kannst du die Pflanze regelmäßig mit Brennnesseljauche versorgen, das gibt ihr neue Energie.

Du kannst Zucchini übrigens auch im Kübel pflanzen – der sollte dann aber möglichst groß sein.

Am liebsten gedeihen Zucchini an einem sonnigen Standort.
Je wärmer, desto besser!

Du solltest sie nicht in der Nähe von verwandten Gemüsen wie (Zier-)Kürbis oder Gurken pflanzen – sonst kreuzen sich die Pflanzen potentiell und es entstehen giftige Bitterstoffe (dazu unten in der Box mehr).

Zucchini richtig gießen

Vor allem im Hochsommer musst du sie kräftig gießen – die riesigen Blätter und Früchte verlangen nach viel Wasser. Wenn die Pflanze zu durstig wird, hängen die Blätter ruckzuck schlaff herunter. Auf Dauer werden die Früchte dann durch den Wassermangel bitter.
Staunässe möchten Zucchini aber dennoch nicht haben.

Tipp: Bitter schmeckende Zucchini solltest du auf keinen Fall essen! Sie enthalten dann das giftige Cucurbitacin, von dem du Durchfall und Erbrechen bekommst und das im schlimmsten Fall tödlich sein kann. Wenn eine Frucht bitter schmeckt, entferne sicherheitshalber die ganze Pflanze aus deinem Garten.

Wie bei so vielen Pflanzen gilt: gieß am besten direkt ins Erdreich und nicht auf die Blätter. Zucchini neigen nämlich leider zur Bildung von Mehltau. Dieser weißliche Pilzbefall entsteht, wenn die Blätter nicht richtig abtrocknen können. In der Regel stirbt die Pflanze daran.

Um den Boden zu schützen und vor Verdunstung zu schützen, solltest du rundherum mit Rasenschnitt, Häckseln & Co. mulchen.

Erntezeit!

Ungefähr sechs Wochen nach der Keimung – also meist im Juni – geht die Ernte los! 🙂 Nimm zum Ernten ein scharfes Küchenmesser und trenn die Frucht ungefähr 1cm hinter dem Stielansatz ab.

Am besten erntest du die Zucchini ab, solange sie ungefähr so groß wie eine Salatgurke sind. Dann schmecken sie nämlich am besten und haben ein zartes Fruchtfleisch. Je größer die Zucchini werden, desto faseriger werden sie und sie bekommen eine zähe Schale.

Der Klassiker geht allerdings so: pflichtbewusst pilgerst du alle paar Tage zu deiner Zucchini und erntest die kleinen Früchte. „Alles im Griff!“, denkst du dir… nur um dann eines der riesigen Blätter mal hochzuheben und entsetzt festzustellen, dass dort ein monströses Exemplar von der Größe eines Oberschenkels lauert. 😀

Ernte am besten zwei- bis dreimal pro Woche. Das fördert die Bildung neuer Früchte.

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10 Kommentare

  1. Leia sagt:

    Jaaa, auf Zucchini freue ich mich auch schon wieder!
    Leider dieses Jahr nur eine Pflanze (die letzten Jahre immer drei), die anderen haben das Auspflanzen ins Beet diesmal nicht überlebt. Ist wohl nochmal zu kalt geworden.
    Naja, Platz wäre eh nicht mehr viel, ich sag nur Himbeersträucher…
    2018: „oh, ein nettes kleines 20 cm-Himbeerpflänzchen, das nehme ich mal mit und pflanze es ins Beet“.
    Winter 2018: „Verdammt, das Ding ist vertrocknet. Naja, reiß ich mal raus und hau es auf den Kompost“.
    2019: „Hey, was kommt denn da für Unkraut aus dem Beet… nee, Moment, ist das nicht…“ Ja, es war. Und ich hab im Oktober (!) noch jede Menge Himbeeren geerntet.
    2020: die Himbeerarmeen haben das Beet übernommen.

    • Anne sagt:

      Ja, dieses Jahr waren die Eisheiligen wirklich fies. Bei uns hat’s unter anderem auch die erste Charge Zucchini erwischt, ich hab dann letzte Woche nochmal neu ausgesät.
      Das mit den Himbeeren kommt mir irgendwie bekannt vor. 😀 Ursprünglich waren das mal eine Handvoll kleiner Stecklinge, mittlerweile ist die ganze Reihe vor Nachbars Zaun damit begrünt. 😉

  2. Blackmoon sagt:

    Ich schau mal ob es jetzt klappt mit den Zucchinis. Hatte leider Pech mit den Jungpflanzen die ich gekauft hatte. Bzw. generell momentan,alles vorgezogene geht innerhalb von 2-3 Tagen ein,sobald ich es in den Garten gesetzt hab.

    Kürbisse und Zucchinis hab ich jetzt noch einmal direkt gesät. Zucchini nicht die Sorte die ich wollte. Ansich war eine kleine runde Sorte geplant. Aber davon hab ich keine Saat mehr bekommen.
    Von den Kürbissen hatte ich zum Glück noch Kerne übrig inkl. eigener vom letzten Jahr.
    Letztes Jahr haben zumindest die Zucchini mehr als gut funktioniert (da mit gekauften Jungpflanzen) Wir hatten 2 Pflanzen und damit konnte ich im Grunde die ganze Nachbarschaft erschlagen. Gut,mit Mehltau hatte ich auch zu kämpfen,aber sie haben zum Glück trotzdem lange getragen.
    Ich hab jetzt mehr gesät,da mir scheinbar alles eingeht … wenn da alles was werden sollte,ertrinken wir 😉

    Zucchinis sollten auch nicht direkt neben Kürbis stehen. Das kann dazu führen das sie sich verändern bzw. dann diesen bitteren Geschmack aufweisen.
    Sollte man bei EINER Zucchini diesen bitteren Geschmack feststellen,die ganze Pflanze raus.
    Das hatte ich bei meinen selbstangebauten letztes Jahr zum Glück nicht feststellen müssen. Passiert ist mir das schon mehrfach bei gekauften,das sie bitter oder komisch/verändert schmeckten. Probiere immer ein Stück roh bevor ich eine verwende.

    Ich bin gespannt WAS überhaupt mal angeht bei mir dieses Jahr. Die Äpfel und Pflaumen hat der Frost im März erwischt. Da kriegen wir nix dieses Jahr,weil die Blüte erfroren ist.
    Die erste Ladung Kartoffeln musste ich komplett rausmachen letzte Woche wegen Krautfäule.
    Zucchini,Tomaten,Gurken und Kürbisjungpflanzen ALLE eingegangen oder am eingehen die ich gezogen habe. Die Eisheiligen hatte ich extra abgewartet und diese Woche die Pflanzen rausgesetzt. Geholfen hat´s leider null.

    Jetzt muss ich lachen. Hab letztes Jahr auch Himbeeren von einer Nachbarin geschenkt bekommen. Zwei kleine Stecklinge. Die haben mir auch schon ein paar Früchte gebracht und die Pflanze sah etwas mickelig zunächst aus. Auch zum Teil trocken was ich runtergeschnitten hab.
    Inzwischen mutiert sie am Gartenzaun vorsich her 😉
    Mal sehen wann sie bei mir den Garten übernehmen 😀

    Die Dahlien hab ich über die Woche alle in die Erde gemacht. Die freuen sich über das warme Wetter (wärend ich gestern fast nen Sonnenstich bekommen hab ^^) und die ersten Keime gucken aus der Erde.
    Wenigstens da scheint´s zu laufen.
    Bin momentan dezent gefrustet Oo 😉

    • Anne sagt:

      Huhu!

      Och Mensch, das tut mir Leid. :/ Manchmal steckt man echt nicht drin.

      Die Eisheiligen haben uns hier auch im wahrsten Sinne des Wortes eiskalt erwischt – da ist mir auch einiges eingegangen. Bist du sicher, dass das an deinen Kartoffeln Krautfäule war? Meine haben durch den Frost (wir hatten hier nochmal -3°C) jede Menge braune Stellen an den Blättern bekommen, aber das hat sich mittlerweile zum Glück wieder verwachsen.

      Ich hab den Hinweis auf die bitteren Zucchini oben nochmal was deutlich geschrieben, danke!

      Die Dahlien hab ich letzte Woche auch endlich in die Erde gebracht… eine hatte schon im Keller ausgetrieben. 😀 Bislang tut sich da aber noch nicht viel. Immerhin sind die Hostas jetzt alle am Start, die haben sich wie immer wahnsinnig viel Zeit gelassen.

      Toi toi toi, dass es bei dir jetzt bald wieder besser läuft im Garten! <3

      • Blackmoon sagt:

        Da hast du recht,manchmal …. 😉 Inzwischen sind noch mal frische Jungpflanzen gekauft. Zumindest bei den Tomaten. Mein Mann hat einen Gärtner geplündert ^^ Sortenmäßig leider an meinem Geschmack vorbei und nur 1 Cherrytomate … aber vllt überzeugen mich Fleisch und Ochsenherztomaten geschmacklich aus dem eigenen Anbau. Ansich mag ich überhaupt keine großen Tomaten und erst recht keine Fleischtomaten *g*

        Wo es jetzt etwas wärmer werden soll,hoffe ich das der nachgesteckte Rest von den Kürbissen und Zucchinis fix austreibt und das ich bei den Buschbohnen vom Pech verschont bleib. Hatte die Saaten leider aus dem gleichen Laden wie die eingegangenen Jungpflanzen. Nicht das die von der Qualität genauso mies geworden sind.
        Zumindest bei meinen Jungpflanzen schein ich den Fehler gemacht zu haben. Ich hab sie offenbar nicht tief genug in die Erde gesetzt. Blöd gelaufen 😉

        Jein also 100%ig sicher war/bin ich mir nicht mit der Krautfäule. Dachte auch erst Frost,hatte dann mal nach Bildern gesucht,weil der Blattschaden sich immer weiter ausgebreitet hat und es sah mehr nach Krautfäule als nach Frost aus. Da hab ich sie lieber rausgemacht.
        Dachte bevor die Kartoffeln selber dann auch alle kaputt sind,falls ich mich irre. Noch ist´s ja früh genug und sie waren „nur“ 4 Wochen schon in der Erde.

        Für Funkien hab ich leider den falschen Gartenplatz. Der ist vollsonnig,da würden die es glaub ich nicht so richtig tun. Der wenige mehr schattige Platz teilen sich Hortensien und Farn. Letzterer auch eher mehr schlecht als recht.
        Von daher muss ich sehen das ich Pflanzen erwischen die Saharawetter abkönnen 😀 Dahlien stehen da ja eher drauf voll in der Sonne zu stehen.
        Wo ich gerade total drin verliebt bin ist der schwarze Säulenholunder den letztes Jahr gekauft hab. Der blüht gerad total niedlich 😉 Diese hellen kleinen Blüten mit dem schwarzen Laub sieht super hübsch aus.

        Danke,das hoffe ich auch. Mir reicht´s gerad etwas mit den schwarzen Pechdaumen 😀

        • Anne sagt:

          Haha, zur Not kochst du die Tomaten alle zu Soße & Co. ein. 😀

          Wenn sich die braunen Stellen weiter ausgebreitet haben, ist das in der Tat merkwürdig und klingt nicht so wirklich nach Frost. Hmm. Treiben sie jetzt denn neu aus?

          Den schwarzen Säulenholunder musste ich grad mal googeln – der sieht ja hübsch aus! 🙂 Wir haben hier nur normalen Holunder, aber da liebe ich die Blüten auch.

          Liebe Grüße

          • Blackmoon sagt:

            😀 irgendwas muss ich mir einfallen lassen wenn die alle was werden. Tomatenflut ^^
            Zu meiner Überraschung kommen sogar noch 1-2 Einlegegurken. Hat ich die Tage gesehen als ich die gekaufte Schlangengurkenpflanze eingesetzt hab. Vllt darf ich doch noch Einlegegurken kochen das Jahr 😉

            Ja zum Glück. Inzwischen kommen die meisten Kartoffeln wieder. Kleine Triebe sind überall zu sehen. Zwischen hab ich eine Blumenmischung gesät … die kommt auch 😉
            Zeitlich sind die 4-5 Wochen nicht sooo das Drama. Letztes Jahr waren die Kartoffeln nicht eher in der Erde.

            Ein großer normaler Holunder steht am Haus. Der ist wunderschön knorrig und schon recht alt. Mir tut er nur immer leid,weil er jedes Jahr voll mit Läusen ist (sieht man vor lauter schwarz nix mehr -.-) Da sind die Früchte auch eher für die Vögel.
            Für den Bauerngarten hab ich extra nach so etwas eher kleinem,nicht ganz so großem gesucht. Da kam mir die Säulenform gerad recht und die Blattfarbe war ein Bonus 😉 Wusste nicht das Holunder solche Auswüchse haben kann,da ich vom Garten zu Hause eher die „gezähmte“ Form kannte. Bei uns war´s früher quasie eine Art Hecke/Büsche. Keine Ahnung ob das noch mal eine andere Sorte war,als der der hier steht.

  3. […] an, wie häufig du gießen musst. Manche Pflanzen brauchen extrem viel Wasser, etwa Hortensien oder Zucchini. Andere hingegen kommen auch gut mit trockeneren Böden zurecht, beispielsweise der Lavendel. In […]

  4. Konzertheld sagt:

    Blackmoon hat es schon angedeutet oben, ich habe auch bereits gelesen, dass Zucchini sehr kreuzungsfreudig sind und noch im selben Jahr giftig werden können, während man sie optisch kaum unterscheiden kann. Entsprechend bin ich da auch sehr vorsichtig.

    Geholfen hat mir der Hinweis, dass man Zucchini noch im Mai ins Freiland säen kann – mir sind von drei Pflanzen nämlich zwei gestorben, weil es noch zu kalt war, und die dritte ist nun im Gewächshaus, wo sie aber auch gar nicht mal glücklich ist (und wo ich sie auch eigentlich nicht haben will). Ich habe aber noch Samen, also versuche ich es mal noch mit Direktsaat. 🙂

    • Anne sagt:

      Ja, die wachsen ja zum Glück recht flott, sodass du da vor dem Herbst auf jeden Fall noch ordentlich ernten können solltest.
      Ich hatte ja auch nochmal nachgesät und muss allmählich mal eine Beetfläche für die Zucchini einrichten… der Platz fehlt mir dann doch, seit der Gemüsegarten zum Hühnergarten umfunktioniert wurde. 😀

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