Unsere Hühnermädels

27. April 2020- aktualisiert: 28. April 2020 Hühner 9 Kommentare

Seit letzter Woche gehören 4 Hennen zu unserer Familie! 🙂

Nachdem der Hühnerstall mitsamt Voliere und Auslauf fertiggestellt war, tauchte eine praktische Frage ganz anderer Natur auf: woher bekomme ich jetzt eigentlich die Hühner? Und was für welche sollen es werden?

Im Vorfeld hatte ich mich mit verschiedenen Hühnerrassen befasst – da gibt es ja Dutzende, wenn nicht gar Hunderte. Grundsätzlich wird außerdem unterschieden zwischen “normalen” Hühnern und Zwerghühnern.

Was für Hühner suchten wir?

Meine Kriterien waren ziemlich simpel:

  • Möglichst flugfaul sollten die Tiere sein, da unsere Umzäunung halt nur 1,20m hoch ist. Ich will aber auch nicht den ganzen Hühnergarten mit Netzen überspannen, das sieht dann ja aus wie in Alcatraz.
  • Als Einsteiger wünschte ich mir eine zutrauliche, unkomplizierte Rasse. Also keine aggressiven Kampfhühner. oO
  • Das Aussehen war mir eigentlich egal, mit einer Ausnahme: es sollten halbwegs normal aussehende Hühner sein und keine ausgefallenen Rassen wie Seidenhühner, die jemand mal treffend als “Baumwollgeier” bezeichnete. 😀

Hühner vom Tierschutz?

Am liebsten geben wir natürlich Tieren in Not ein neues Zuhause. Schließlich stammen ja auch unser Hundemädchen Nala und unsere Katze Juli aus dem Tierheim.

Um erst einmal Erfahrung zu sammeln, wollte ich aber als erste eigene Hühner keine kranken oder verhaltensgestörten Tiere aufnehmen. Da fehlt mir einfach noch die Expertise. Es gibt ja viele befreite Legehybriden, also Hennen, die aufs massenhafte Eierlegen getrimmt sind und aus schlimmen Verhältnissen kommen. Generell kann ich mir natürlich schon gut vorstellen, solchen Tieren ein neues Leben zu ermöglichen – aber halt nicht als erste eigene Hühner.

Nur ein paar Kilometer entfernt von hier existiert mit Hof Huppenhardt ein großer Tierschutzhof, auf dem Pferde, Esel, Schweine und jede Menge anderer Tiere eine Zuflucht finden.
Von dort haben wir unsere Hühnermädels aufgenommen! Denn wie es der Zufall wollte, waren gerade vier Hennen aus guter Haltung aus privaten Gründen abgegeben worden.

… und dann ging alles sehr schnell

Nach einem Telefonat fuhr ich letzte Woche Sonntag zum Hof Huppenhardt, um mir die Hühner anzuschauen.

Sobald feststand, dass ich auf jeden Fall Interesse an ihnen habe, vereinbarten wir einen Besichtigungstermin bei uns daheim. Denn natürlich sollen vermittelte Tiere nicht einfach “irgendwo” landen.
Nicht einmal eine Stunde später war dieser Termin auch schon erledigt und ich bekam grünes Licht, die Mädels abzuholen. 🙂

In zwei großen Pappkisten mit Lüftungslöchern transportierte ich sie im Auto in ihr neues Zuhause. Die Fahrt dauerte nur wenige Minuten und ich wählte extra eine Strecke ohne Schlaglöcher. 😉

Hier angekommen, schleppte ich die Kartons in die Voliere (merke: unsere Hühner sind wahrlich keine Leichtgewichte!) und machte die Tür von innen zu. Daran habe ich bei der Planung glücklicherweise gedacht – ich will die Voliere ja nicht nur von außen verschließen können, sondern auch mal mit den Hühnern drinbleiben, ohne dass sie stritzen gehen.

“Unboxing” mal anders: Huhn für Huhn hob ich in die Freiheit und dann erkundeten die Mädels erstmal in Ruhe ihre neue Heimat.
Die ersten paar Tage ließ ich die Huhnis nur in der Voliere und dem Stall, damit sie sich eingewöhnen können und lernen, dass sie dort jetzt zuhause sind.

Eigentlich wollte ich sie eine Woche lang drin lassen, aber bei dem schönen Wetter ertrug ich die sehnsüchtigen Blicke nach draußen nicht länger und ließ sie bereits nach 4 Tagen in den Hühnergarten.
Natürlich blieb ich dabei in der Nähe und war etwas nervös, ob die Zaunhöhe auch wirklich ausreichen würde. Die Bande benimmt sich aber wirklich vorbildlich und unternimmt keine Ausbruchsversuche – puh!

Daher können die Mädels ihren Hühnergarten jetzt in vollen Zügen genießen. 🙂

Unsere Hühner - Bertha, Lotte und Eule

Neue Namen müssen her

Die Hühner hatten bereits Namen – allerdings gefielen uns die meisten davon nicht. Kennst du das, wenn du mit einem Namen bereits eine Person oder ein anderes Tier verbindest und es sich dann total weird anfühlt, wenn auf einmal ein weiteres Tier so heißt?

Der Beste und ich legten also ein Brainstorming ein.

Eule durfte ihren Namen behalten.

Unsere Hühner - Eule
Eule

Für zwei der Hennen fiel uns die Namenswahl leicht: Lotte und Bertha.

Bei der kleinen Zwerghenne hatten wir allerdings ziemliche Entscheidungsprobleme. Resigniert seufzte der Beste irgendwann: “… dann nennen wir sie halt Dirk!” – Na, soweit kam es dann doch nicht. Sie heißt jetzt Lilly. 🙂

Unsere Hühner - Lilly
Lilly

Die Hühnermädels im Portrait

Wie alle Tiere haben auch Hühner ganz unterschiedliche Charaktere. Insgesamt harmoniert unsere Bande gut miteinander.

Lotte

Lotte ist die neugierigste der vier Damen, die meistens zuerst angelaufen kommt. Sie ist auch am zutraulichsten und fraß schon direkt am ersten Tag aus der Hand (allerdings pickt sie so vehement, dass das ohne Handschuhe schon unangenehm ist 😀 ).

Bertha

Mit ihren markanten Federfüßen – sprich, befiederten Beinen – fiel es auch mir als Einsteiger leicht, Berthas Rasse zu bestimmen: sie ist eine Marans.

Das Besondere an Maranshühnern ist, dass sie dunkelbraune Eier legen und deswegen auch “Schokoleger” genannt werden. Nach Schokolade schmecken die Eier trotzdem nicht. 😉

Unsere Hühner - Bertha und Eule

Bertha ist ähnlich groß und schwer wie Lotte, allerdings etwas behäbiger. Während alle anderen Hühner nachts auf der Stange schlafen, nächtigt sie lieber im Legenest. Wir dachten erst, dass sie einfach nicht bis auf die Stange kommt, aber auch eine “Aufstiegshilfe” interessiert sie nicht.

Bertha und Lotte lassen sich schon gut übers Gefieder streichen, die anderen beiden Hennen sind noch etwas schüchterner.

Eule

Laut den Usern im Hühnerforum, die ich zwecks Rassebestimmung fragte, ist Eule ebenso wie Lotte ein Niederrheiner-Mix. Sie ist aber etwas kleiner als Lotte.

Als die Mädels zum ersten Mal in den Auslauf durften, war Eule die erste, die sich direkt ein Sandbad anlegte (als hätten sie keines in der Voliere…) und ausgiebig darin herumturnte.

Wenn ich morgens die Hühnerklappe öffne, drängelt Eule mit Lotte um die Wette und versucht, sich in der Öffnung an Lotte vorbeizuquetschen. Manchmal klappt es. 😀

Lilly

Die kleinste im Bunde ist die Zwerghenne Lilly, eine Bantam-Huhn.

Lilly ist eher schüchtern – sie ist die letzte, die morgens den Stall oder später die Voliere verlässt. Übrigens gackert sie nicht wie die anderen, sondern quietscht extrem niedlich. 😀

Zwerghuhn zu sein, hat Vorteile: anscheinend ist Lilly als einzige der Mädels beweglich genug, um sich ihre Füße von unten sauber zu picken.

Unsere Hühner - Lilly

Hühnerfreundschaften

Die vier vertragen sich ganz gut miteinander. Im Auslauf halten sich eher die beiden grauen Mädels, Eule und Lilly, beieinander auf sowie Bertha und Lotte. Aber ganz oft hocken auch alle auf einem Haufen, sei es zum Sandbaden oder auf der Suche nach Leckerbissen.