Unser Hühnergarten entsteht: Hühnerstall, Voliere & Auslauf

20. April 2020 Hühner12.7 min read 13 Kommentare

Seit Ende März laufen die Vorbereitungen für unsere neuen Familienmitglieder auf Hochtouren: der Hühnerstall mitsamt Voliere wurde gebaut, die Umzäunung geändert, und und und! Das Hühnerparadies ist jetzt endlich fertig und wie du vielleicht schon auf Instagram gesehen hast, ist die Mädelsbande gestern eingezogen. Unsere süßen Hennen stelle ich bald in einem eigenen Artikel vor – jetzt geht es erstmal um ihr Zuhause. 🙂

In diesem Beitrag beschreibe ich dir, was wir im Hühnergarten alles gebaut haben. Sei gewarnt, es ist ziemlich ausführlich geworden. 😀

Manchmal siehst du auf den Fotos schon einzelne Elemente, die ich dann erst weiter unten im Text beschreibe. Das ließ sich einfach nicht verhindern und ich hoffe, du siehst mir das leichte Durcheinander nach.

Einen Hühnerstall fertig kaufen oder selber bauen?

Ganz zu Beginn suchte ich im Internet nach Fertigställen. Relativ schnell wurde aber klar: die taugen alle nichts bzw. genügen meinen Ansprüchen nicht. Viel zu klein, zu dünnes Holz, schlecht verarbeitet.

Manche Hühnerhalter haben ein Gartenhaus aus dem Baumarkt als Grundlage genommen und an die Hühnerhaltung angepasst. Nachdem sich bei unserem Gartenhäuschen (was auch nicht gerade billig war) die Türen aber innerhalb eines Jahres so krass verzogen haben, dass unten ein über 5cm breiter Spalt entstanden ist, habe ich in die kein Vertrauen mehr.

Also doch lieber selber bauen!

Die Planung: wie soll unser Hühnerstall aussehen?

Mit Stift & Papier machte ich mich an die Planung. Nach den Erfahrungen beim Hühnersitten im letzten Jahr wusste ich schon ziemlich genau, was ich praktisch finde und was nicht, dazu recherchierte ich viel im Internet.

Als Standort habe ich die etwas geschützte Ecke zwischen Hauswand und Terrasse auserkoren. Mindestens einen Quadratmeter groß sollte der Stall werden und auf Stelzen stehen. Dadurch haben die Hühner unter dem Stall zusätzlichen Auslauf bzw. eine überdachte Rückzugsmöglichkeit, so etwas lieben sie ja. Außerdem kann ich beim Großreinemachen einfach eine Schubkarre vor den Stall schieben und die Einstreu nach draußen kehren.

Zum Saubermachen plante ich eine große Flügeltür, für die Hühner gibt es natürlich eine Klappe mitsamt Hühnerleiter. Ein Fenster sorgt für genügend Licht und ein Lüftungsschlitz für Frischluft.

An den Stall angeschlossen soll eine Voliere sein, sprich: ein sicher eingezäunter Auslauf mit Dach. Dort können die Huhnis auch bei Regenwetter nach draußen gehen. Ich selber stehe beim Ausmisten dann auch nicht im Regen. 😉

Die Volierentür führt in den Auslauf, der durch den Zaun, den Rosenbogen mitsamt Törchen und die Hauswand praktischerweise schon eingefriedet ist.

Ab und an wird es sicher vorkommen, dass der Beste und ich bei Einbruch der Dunkelheit nicht daheim sind, um den Stall zu verschließen. Damit sich Fuchs & Co. trotzdem nicht über die Hühner hermachen, bringen wir die Tiere vorher einfach in die Voliere. Dann können sie immer noch an der frischen Luft herumscharren, sind aber geschützt.

Langer Rede kurzer Sinn, diese Zeichnungen entstanden letztlich:

Mit krassen Photoshop-Skills 😀 eingezeichnet am künftigen Standort:

Planung von Hühnerstall und Auslauf

Unterstützung bei der Ausführung

Bei aller Liebe zum Selbermachen: für dieses Projekt holte ich mir fachkundige Unterstützung durch einen Nachbarn ins Boot, der Erfahrung im Holzbau hat. So ein Hühnerstall ist schließlich eine andere Hausnummer als ein Flaschenhalter. 😀

Ich war mir einfach nicht sicher, was die Statik angeht: wie dick müssen die Balken sein, wie viele brauche ich, kann ich die Dachfläche dann auch betreten, und und und.
Mal ganz abgesehen davon fehlt uns auch vieles an Werkzeug.

Und dann kam Corona mitsamt Kontaktsperre. Ich hatte schon Sorge, dass wir das ganze Projekt deswegen monatelang verschieben müssten oder es überhaupt nicht klappen würde.
Letztlich ging es zum Glück aber doch. Unser Nachbar baute den Stall und die Voliere fast alleine, wir kümmerten uns zeitversetzt um kleinere Aufgaben.

Alles in allem sieht das Ergebnis wirklich fast genau so aus wie geplant, wir haben “unterwegs” nur ein paar Details spontan optimiert. So ist der Stall etwas größer geworden als geplant und er reicht jetzt bis an die Hauswand heran, statt dass wir da noch eine seperate Holzwand einziehen.
Ursprünglich wollte ich den Stall auch im gleichen Schwedenrot und Weiß streichen wie das Gartenhäuschen, aber letztendlich gefällt mir die naturbelassene Optik doch besser.

Stall & Voliere entstehen

So, genug der Worte, jetzt kommen endlich Bilder von der Entstehung! 😀

Insgesamt hat der Bau rund drei Wochen gedauert.

Das Grundgerüst

Zuerst werden die Pöller gestellt und die Dachbalken und Sparren befestigt:

Dann folgt das Dach selber, das aus zwei großen Holzplatten besteht.

Die schrägen Latten auf dem obigen Foto dienen nur vorübergehend zur Stabilisierung und werden später dann wieder entfernt.

Dicke OSB-Platten kommen für den Stall mitsamt Hühnerklappe und Hühnerleiter zum Einsatz:

Bau von Hühnerstall und Voliere

In die große Öffnung kommt später die Flügeltür.

Erstmal geht es aber außen an der Voliere weiter. Die Volierentür wird eingesetzt…

Bau von Hühnerstall und Voliere
Bau von Hühnerstall und Voliere

… und dann folgen waagerechte Balken. Diese erhöhen die Stabilität und werden später für die Befestigung des Drahts benötigt, der einen Meter breit ist und dann einfach auf den Balken angebracht werden kann.

Bau von Hühnerstall und Voliere

Schon fast fertig:

Bau von Hühnerstall und Voliere

Das ist jetzt alles so massiv geworden, dass ich in den Stall krabbeln kann und auch das Dach betreten kann. Sehr praktisch. 🙂

Die Inneneinrichtung

Werfen wir einen Blick nach drinnen: viele “Einrichtungsgegenstände” benötigen die Hühner ja nicht. Links an der Wand befindet sich eine Sitzstange mit Kotbrett.

Sitzstange und Kotbrett im Hühnerstall

Als Sitzstange verwenden wir ein Kantholz, das wir an den Kanten mit der Schleifmaschine abgerundet haben. Das ist wichtig, damit die Hühner sich bequem daran festhalten können.
Anschließend habe ich sie mit normalem Öl eingepinselt – das sorgt dafür, dass etwaige Milben kleben bleiben und nicht die Hühner befallen.

Unterhalb der Sitzstange befindet sich das Kotbrett. Hühner kötteln ja wie die Weltmeister, insbesondere nachts. Durch das Kotbrett landen die Hinterlassenschaften nicht unten in der Einstreu und man kann leichter saubermachen.

Sowohl die Sitzstange, als auch das Kotbrett lassen sich zum Reinigen einfach herausnehmen.

Als Legenest verwende ich ein Katzenklo, das ich mit Stroh ausgepolstert habe. Auch das kann ich zum Saubermachen leicht rausnehmen.

Eine Hühnertränke vervollständigt die Einrichtung – wobei ich überlege, in der Voliere eine zweite Tränke aufzustellen.

(Die Fotos davon reiche ich nach. 😉 )

Den Hühnerstall kalken

Von innen habe ich den Stall mit Kalkfarbe gestrichen. Das war eine ziemliche Matsche, aber bei weitem nicht so schlimm wie das Lasieren der Außenhölzer. 😀

Hühnerstall kalken

Kalkfarbe ist ein natürlicher Schutz gegen Schimmel, der gleichzeitig desinfiziert und dafür sorgt, dass sich etwaige Milben & Co. leicht erkennen lassen.

Das Dach decken

So, zurück nach draußen:

Das Dach decken der Beste und ich mit Biberschindeln über normaler Dachpappe. Die Biberschindeln haben wir ja auch für unser Gartenhäuschen verwendet und sind extrem zufrieden mit ihnen.

Damit es in der Voliere nicht zu heiß wird, nehmen wir diesmal rote Schindeln. Und weil wir sie aus Zeitgründen sonntags montieren müssen, befestige ich sie mit kurzen Schrauben statt Dachpappennägeln. Das macht keinen Krach. 😉