Unser Hühnergarten entsteht: Hühnerstall, Voliere & Auslauf

Unser selbstgebauter Hühnerstall

Seit Ende März laufen die Vorbereitungen für unsere neuen Familienmitglieder auf Hochtouren: der Hühnerstall mitsamt Voliere wurde gebaut, die Umzäunung geändert, und und und! Das Hühnerparadies ist jetzt endlich fertig und wie du vielleicht schon auf Instagram gesehen hast, ist die Mädelsbande gestern eingezogen. Unsere süßen Hennen stelle ich bald in einem eigenen Artikel vor – jetzt geht es erstmal um ihr Zuhause. 🙂

In diesem Beitrag beschreibe ich dir, was wir im Hühnergarten alles gebaut haben. Sei gewarnt, es ist ziemlich ausführlich geworden. 😀

Manchmal siehst du auf den Fotos schon einzelne Elemente, die ich dann erst weiter unten im Text beschreibe. Das ließ sich einfach nicht verhindern und ich hoffe, du siehst mir das leichte Durcheinander nach.

Einen Hühnerstall fertig kaufen oder selber bauen?

Ganz zu Beginn suchte ich im Internet nach Fertigställen. Relativ schnell wurde aber klar: die taugen alle nichts bzw. genügen meinen Ansprüchen nicht. Viel zu klein, zu dünnes Holz, schlecht verarbeitet.

Manche Hühnerhalter haben ein Gartenhaus aus dem Baumarkt als Grundlage genommen und an die Hühnerhaltung angepasst. Nachdem sich bei unserem Gartenhäuschen (was auch nicht gerade billig war) die Türen aber innerhalb eines Jahres so krass verzogen haben, dass unten ein über 5cm breiter Spalt entstanden ist, habe ich in die kein Vertrauen mehr.

Also doch lieber selber bauen!

Die Planung: wie soll unser Hühnerstall aussehen?

Mit Stift & Papier machte ich mich an die Planung. Nach den Erfahrungen beim Hühnersitten im letzten Jahr wusste ich schon ziemlich genau, was ich praktisch finde und was nicht, dazu recherchierte ich viel im Internet.

Als Standort habe ich die etwas geschützte Ecke zwischen Hauswand und Terrasse auserkoren. Mindestens einen Quadratmeter groß sollte der Stall werden und auf Stelzen stehen. Dadurch haben die Hühner unter dem Stall zusätzlichen Auslauf bzw. eine überdachte Rückzugsmöglichkeit, so etwas lieben sie ja. Außerdem kann ich beim Großreinemachen einfach eine Schubkarre vor den Stall schieben und die Einstreu nach draußen kehren.

Zum Saubermachen plante ich eine große Flügeltür, für die Hühner gibt es natürlich eine Klappe mitsamt Hühnerleiter. Ein Fenster sorgt für genügend Licht und ein Lüftungsschlitz für Frischluft.

An den Stall angeschlossen soll eine Voliere sein, sprich: ein sicher eingezäunter Auslauf mit Dach. Dort können die Huhnis auch bei Regenwetter nach draußen gehen. Ich selber stehe beim Ausmisten dann auch nicht im Regen. 😉

Die Volierentür führt in den Auslauf, der durch den Zaun, den Rosenbogen mitsamt Törchen und die Hauswand praktischerweise schon eingefriedet ist.

Ab und an wird es sicher vorkommen, dass der Beste und ich bei Einbruch der Dunkelheit nicht daheim sind, um den Stall zu verschließen. Damit sich Fuchs & Co. trotzdem nicht über die Hühner hermachen, bringen wir die Tiere vorher einfach in die Voliere. Dann können sie immer noch an der frischen Luft herumscharren, sind aber geschützt.

Langer Rede kurzer Sinn, diese Zeichnungen entstanden letztlich:

Mit krassen Photoshop-Skills 😀 eingezeichnet am künftigen Standort:

Planung von Hühnerstall und Auslauf

Unterstützung bei der Ausführung

Bei aller Liebe zum Selbermachen: für dieses Projekt holte ich mir fachkundige Unterstützung durch einen Nachbarn ins Boot, der Erfahrung im Holzbau hat. So ein Hühnerstall ist schließlich eine andere Hausnummer als ein Flaschenhalter. 😀

Ich war mir einfach nicht sicher, was die Statik angeht: wie dick müssen die Balken sein, wie viele brauche ich, kann ich die Dachfläche dann auch betreten, und und und.
Mal ganz abgesehen davon fehlt uns auch vieles an Werkzeug.

Und dann kam Corona mitsamt Kontaktsperre. Ich hatte schon Sorge, dass wir das ganze Projekt deswegen monatelang verschieben müssten oder es überhaupt nicht klappen würde.
Letztlich ging es zum Glück aber doch. Unser Nachbar baute den Stall und die Voliere fast alleine, wir kümmerten uns zeitversetzt um kleinere Aufgaben.

Alles in allem sieht das Ergebnis wirklich fast genau so aus wie geplant, wir haben „unterwegs“ nur ein paar Details spontan optimiert. So ist der Stall etwas größer geworden als geplant und er reicht jetzt bis an die Hauswand heran, statt dass wir da noch eine seperate Holzwand einziehen.
Ursprünglich wollte ich den Stall auch im gleichen Schwedenrot und Weiß streichen wie das Gartenhäuschen, aber letztendlich gefällt mir die naturbelassene Optik doch besser.

Stall & Voliere entstehen

So, genug der Worte, jetzt kommen endlich Bilder von der Entstehung! 😀

Insgesamt hat der Bau rund drei Wochen gedauert.

Das Grundgerüst

Zuerst werden die Pöller gestellt und die Dachbalken und Sparren befestigt:

Dann folgt das Dach selber, das aus zwei großen Holzplatten besteht.

Die schrägen Latten auf dem obigen Foto dienen nur vorübergehend zur Stabilisierung und werden später dann wieder entfernt.

Dicke OSB-Platten kommen für den Stall mitsamt Hühnerklappe und Hühnerleiter zum Einsatz:

Bau von Hühnerstall und Voliere

In die große Öffnung kommt später die Flügeltür.

Erstmal geht es aber außen an der Voliere weiter. Die Volierentür wird eingesetzt…

Bau von Hühnerstall und Voliere
Bau von Hühnerstall und Voliere

… und dann folgen waagerechte Balken. Diese erhöhen die Stabilität und werden später für die Befestigung des Drahts benötigt, der einen Meter breit ist und dann einfach auf den Balken angebracht werden kann.

Bau von Hühnerstall und Voliere

Schon fast fertig:

Bau von Hühnerstall und Voliere

Das ist jetzt alles so massiv geworden, dass ich in den Stall krabbeln kann und auch das Dach betreten kann. Sehr praktisch. 🙂

Die Inneneinrichtung

Werfen wir einen Blick nach drinnen: viele „Einrichtungsgegenstände“ benötigen die Hühner ja nicht. Links an der Wand befindet sich eine Sitzstange mit Kotbrett.

Sitzstange und Kotbrett im Hühnerstall

Als Sitzstange verwenden wir ein Kantholz, das wir an den Kanten mit der Schleifmaschine abgerundet haben. Das ist wichtig, damit die Hühner sich bequem daran festhalten können.
Anschließend habe ich sie mit normalem Öl eingepinselt – das sorgt dafür, dass etwaige Milben kleben bleiben und nicht die Hühner befallen.

Unterhalb der Sitzstange befindet sich das Kotbrett. Hühner kötteln ja wie die Weltmeister, insbesondere nachts. Durch das Kotbrett landen die Hinterlassenschaften nicht unten in der Einstreu und man kann leichter saubermachen.

Sowohl die Sitzstange, als auch das Kotbrett lassen sich zum Reinigen einfach herausnehmen.

Als Legenest verwende ich ein Katzenklo, das ich mit Stroh ausgepolstert habe. Auch das kann ich zum Saubermachen leicht rausnehmen.

Eine Hühnertränke vervollständigt die Einrichtung – wobei ich überlege, in der Voliere eine zweite Tränke aufzustellen.

(Die Fotos davon reiche ich nach. 😉 )

Den Hühnerstall kalken

Von innen habe ich den Stall mit Kalkfarbe gestrichen. Das war eine ziemliche Matsche, aber bei weitem nicht so schlimm wie das Lasieren der Außenhölzer. 😀

Hühnerstall kalken

Kalkfarbe ist ein natürlicher Schutz gegen Schimmel, der gleichzeitig desinfiziert und dafür sorgt, dass sich etwaige Milben & Co. leicht erkennen lassen.

Das Dach decken

So, zurück nach draußen:

Das Dach decken der Beste und ich mit Biberschindeln über normaler Dachpappe. Die Biberschindeln haben wir ja auch verwendet, um das Dach von unserem Gartenhäuschen zu decken, und sind extrem zufrieden mit ihnen.

Damit es in der Voliere nicht zu heiß wird, nehmen wir diesmal rote Schindeln. Und weil wir sie aus Zeitgründen sonntags montieren müssen, befestige ich sie mit kurzen Schrauben statt Dachpappennägeln. Das macht keinen Krach. 😉

Fenster & Lüftung

Licht & Frischluft sind wichtig für Hühner, deswegen habe ich vorne im Stall ein Fenster eingeplant und oben an der Seitenwand einen Lüftungsschlitz. Gleichzeitig darf es aber nicht ziehen und im Winter soll es natürlich auch nicht zu kalt werden.

Das Fenster und der Lüftungsschlitz sind sicher vergittert, sodass Marder & Co. nicht eindringen und die Hühner nicht ausbüxen können. Von außen befindet sich ein Rahmen vor das Fenster, damit ich eine Acrylglasscheibe einsetzen kann (die ich in der heißen Jahreszeit aber weglasse) und wenn es richtig kalt wird, kann ich eine dicke OSB-Platte davorsetzen.

Fenster im Hühnerstall

Hühnerklappe, Hühnerleiter & Stalltür

Ganz klassisch haben die Huhnis eine Klappe mitsamt angeschlossener Hühnerleiter, die in die Voliere führt. Die Klappe wird mit einem simplen Seilzug verschlossen.

Hühnerklappe im Hühnerstall

Es gibt dafür auch automatische Lösungen, damit der Stall bei anbrechender Dunkelheit verschlossen und morgens wieder geöffnet wird. Vorerst machen wir das aber lieber von Hand. Und wenn wir abends mal nicht rechtzeitig zu Hause sein sollten, lassen wir die Hühnerbande vorher ja eh in der sicheren Voliere.

Die doppelflügelige Stalltür wird mit sage und schreibe drei Riegeln verschlossen. Ursprünglich war nur der waagerechte Riegel geplant, der alleine hält die Tür aber nicht richtig zu. Daher haben wir jeweils noch einen kleineren senkrechten Riegel angebracht.

Unser Hühnerstall

Der linke Türflügel lässt sich einhaken, sodass die Tür im Sommer tagsüber offen bleiben kann.

Die Volierentür kann man von außen und innen verschließen und ebenfalls in geöffnetem Zustand einhaken.

Regenrinne & Regentonne

Das Dach weist ein gewisses Gefälle auf und damit sich keine Pfützen bilden, läuft vorne eine Regenrinne entlang. Das Wasser fangen wir in einer Regentonne auf. Schließlich wollen wir keinen Tropfen vergeuden… aktuell ist es schon wieder seit Wochen trocken und wir befürchten einen erneuten Dürresommer.

Voliere für die Hühner

Falls die Regentonne aber doch mal voll sein sollte, mündet sie über ein Stück Schlauch in eines der Fallrohre vom Haus. Dann läuft das Wasser in die Zisterne. 🙂

Draht

Kommen wir zum mühseligsten Teil: der Befestigung des Drahts, den ich eben ja schon mal für das Fenster erwähnte.

Die Voliere ist ringsrum mit richtig stabilem Draht* geschützt, damit Fuchs und Marder sich nicht durchbeißen und den Hühner an den Kragen gehen können.

Der Draht ist feuerverzinkt, punktverschweißt, hat eine Maschengröße von 19mm und ist 1,35mm dick. Hierbei bezieht sich die angegebene Dicke auch wirklich auf den Draht selber. Bei dem grünen, mit Kunststoff ummantelten Draht wird nämlich oft die Gesamtdicke angegeben, sodass der Draht an sich wesentlich dünner ist.

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Ein Draht in dieser Stärke und Größe ist ziemlich… störrisch in der Verarbeitung. Am besten schneidet man sich kleinere Stücke zurecht, weil er sich dann nicht so leicht verzieht.

Unser Nachbar hat zum Glück so einen Tacker mit Kompressor, bei dem man die Tackerklammern supereinfach mit viel Wumms schießen kann. Im Baumarkt hatte ich mal so eine handbetrieben Variante ausprobiert und war schon nach ein paar Klammern völlig im Eimer – damit hätten wir das nie fertig bekommen.

Einzäunen der Voliere mit Draht

Auch so war es ziemlich frickelig, am Ende haben wir es aber geschafft.

Praktischerweise stehen Stall und Voliere ja auf einbetonierten L-Steinen, da kann sich also auch kein Fuchs nach drinnen graben.

Ein Sandbad darf nicht fehlen…

… darin reinigen die Huhnis nämlich ihr Gefieder.

Witzigerweise habe ich beim Ausheben der kleinen Grube tatsächlich noch Kartoffeln vom letzten Jahr gefunden. 😀

Sandbad für die Hühner in der Voliere

Umzäunung der Acalor

Das Kiesbett rund um die Acalor sollen die Huhnis nicht vollkötteln – das kriegt man nie wieder sauber. Und auch auf die Acalor selber sollen die Hühner nicht drauf.

Deswegen haben wir einen Staketenzaun* aufgestellt, ähnlich wie dem rund um den Bauerngarten. Dieser Zaun hier ist mit 1,20m aber höher und die Staketen befinden sich dichter aneinander.

Staketenzaun im Hühnergarten

Irgendwann baue ich da auch noch ein richtiges Törchen ein, vorerst kann man den Zaun einfach an einer Stelle aufschieben und mit einem Drahtbügel wieder verschließen.

Den Zaun sicher eingraben

Als hätten wir nicht schon genug Spaß mit dem Draht gehabt :D, ging es jetzt draußen im Hühnergarten nochmal damit weiter. Durch das Gefälle unseres Grundstücks klafften zwischen Zaun (also dem grauen Metallzaun) und Boden nämlich teilweise erhebliche große Lücken. Daher haben wir dort überall Draht befestigt und 30cm tief in den Boden eingegraben.

Eine Glanzleistung legte dann übrigens unsere Katze hin: bislang war Juli es gewohnt, sich unter dem Zaun durchzuquetschen. Aber plötzlich war dieser Durchgang verschlossen! Mit etwas ratlosem Blick stand sie eine Weile von innen vor dem neuen Draht, ehe sie dann ganz lässig einfach oben über den Zaun kletterte. Kaum gelandet, drehte sie sich um, wollte zurück in den Garten und – hielt vollkommen perplex inne: kaum zu glauben, auch von außen ist der Durchgang jetzt verschlossen! 😀

Uff!

Im Großen und Ganzen war es das an Arbeiten.

Aktuell bin ich noch dabei, den Auslauf abwechslungsreicher zu gestalten. Ein paar Büsche habe ich ja bereits im Herbst gepflanzt, jetzt will ich beispielsweise noch ein paar Ableger der Himbeeren hierher umsiedeln.

Auch in der Voliere soll noch etwas zum Draufherumklettern entstehen, damit die nicht so langweilig ist.

Es war eine ganze Menge Arbeit (und auch definitiv kostspieliger, als ich ganz am Anfang gedacht hätte *hust*), aber dafür ist das Ganze richtig solide und stabil geworden.

Und ein kleiner Spoiler: die Hühnermädels scheinen sich wohl zu fühlen, du lernst sie bald kennen. 🙂

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