… und manchmal sieht es einfach scheiße aus. (Rosmarin-Knoblauch-Gelee)

Wenn man sich so durch die Weiten der Blogosphäre klickt und raffinierteste Cupcakes, Tartes, Cocktails und weiß der Geier was noch bestaunt, dann könnte man auf den Gedanken kommen, dass bei Foodbloggerinnen immer alles wie am Schnürchen klappt.
Tja, meine Damen und Herren, hier kommt der Gegenbeweis. Ein schonungsloser Blick hinter die Kulissen eines misslungenen Küchenexperiments. 🙂

Vor kurzem habe ich in der Sweet Paul ein Rezept entdeckt, das zwar ungewöhnlich klang, aber irgendwie interessant: Rosmarin-Knoblauch-Gelee. Vom Aussehen her ähnelte es Pfirsichmarmelade, halt so ein hellgelbes, halb durchsichtiges Gelee, und darin war anmutig ein Rosmarin-Zweig versenkt.
Geile Sache, dachte ich mir, machste am Wochenende mal.

So fuhren wir erstmal extra ins Pflanzencenter, um frischen Rosmarin zu erstehen.

Dann habe ich erst einige ehemalige Marmeladengläser, die ich seit einiger Zeit just für solche Aktionen sammele, im Backofen sterilisiert und währenddessen schon mal ein paar Fotos von den Zutaten geschossen.

Knoblauch

Rosmarin

Genau werde ich das Rezept hier nicht wiedergeben, das könnt ihr in der Sweet Paul-Ausgabe 1/2013 nachlesen, nur soviel: da stand etwas von 50g gehacktem Rosmarin. Mein teuer gekaufter Rosmarin hatte exakt vier Zweige. Wenn ich davon noch einen Teil als Deko im Glas versenken wollte, würde das hinten und vorne nicht reichen. Also… gefriergetrockneter Rosmarin muss es auch tun, da kommt man dann ja auch mit weniger aus.

Und wenn ich schon mal am Improvisieren bin: „Rosmarin in Gewürzsäckchen füllen und mitkochen“ Ehh, was? Gewürzsäckchen? Hab ich nicht. Und da ich auch keine von diesen spontan-für-alles-ausgestatteten Superhausfrauen bin, nähe ich mir auch nicht mal eben auf die Schnelle eines. Stattdessen werfe ich einfach dem Teesieb einen verschwörerischen Blick zu und kippe den Rosmarin so in den Topf.

Hmmm. Einige Minuten später… das mit dem Abschöpfen klappt super. Nicht. Ein Haufen der Rosmarinkröbbel lässt sich nicht abfischen, und nachdem ich jetzt alle Gläser, den Löffel und das Teesieb brav fein säuberlich sterilisiert habe, werde ich die Pampe sicherlich nicht durch ein hundsordinär bei 60°C gewaschenes Geschirrtuch kippen. Tja. Also bleibt ein Teil Rosmarin eben drin… ab damit ins Glas.
Und Überraschung, Überraschung: irgendwie ist es viel weniger Flüssigkeit als erwartet. Statt für zwei große Gläser (ich hatte mich dann doch nur die Hälfte des Rezepts entschieden) reicht es gerade mal zur Hälfte für ein Glas. Rosmarinzweig dazu, umdrehen, 10 Minuten warten, richtig herum hinstellen und abkühlen lassen.

Tja.

Knoblauch-Rosmarin-Gelee

Das Zeug sieht aus, als hätte ich mal eben ein Glas Brühe aus dem nächstbesten Entenweiher abgefüllt. Der mittlerweile nach unten gesunkene Rosmarin hat frappierende Ähnlichkeit mit dem Schlick auf dem Grund, und die allgemeine Färbung geht leider mehr in Richtung algengrün als pfirsichgelb. Mal ganz zu schweigen davon, dass der ach so dekorative Rosmarinzweig eher aussieht wie ein abgesoffenes Wrack.  *_*

Geschmacklich fand ich das Gelee okay – Vampire haben danach auf jeden Fall keine Chance mehr *g* – aber ohne die ganzen Rosmarinkröbbel im Mund wäre es vermutlich deutlich leckerer gewesen.

So kann es also auch gehen…  🙁

8 Kommentare

  1. Luna sagt:

    LOL 🙂
    Entenweiher.
    Huhahaha.
    Sehr geil.

  2. Ulli sagt:

    😀
    Ich musste ordentlich lachen, als ich das Ergebnis erblickte. xD
    Beruhigend zu lesen, dass auch bei anderen nicht immer alles klappt. 😉

    Wobei ich dazu sagen muss, dass mich der Name des Gelees auch nicht allzu sehr anzieht… Stelle mir das nicht allzu lecker vor. Aber bin da eh etwas wählerisch.

    • Anne sagt:

      Also, vom Geschmack her kann ich es echt empfehlen, wenn man Knoblauch mag. Nur die Konsistenz, nun ja… und was das Aussehen angeht – ich wette, genau aus so einem Grund wurden diese Dinnerabende im Dunkeln erfunden. ^^

  3. Mary sagt:

    Haha zu geil, neee Gewürzsäckchen kenne ich auch nicht…
    und Rosmarin-Nadeln im Mund finde ich auch nicht so klasse, aber es klingt interessant, vermutlich hätte ich es auch ausprobieren wollen… Knoblauch mag ich allerdings, deshalb würde ich es gern mal probieren, aber der ganze Aufwand lohnt sich wahrscheinlich nicht so für ein halbes Marmeladenglas 😀

    Ganz liebe Grüße
    und besseren Erfolg beim nächsten Rezept.
    Mary :-*

    • Anne sagt:

      Hmm, ich hab überlegt, ob ich das nochmal mit zweckentfremdeten Teebeuteln versuche. Ich hab ein paar Bio-Tees, wo die Beutel aus kleinen Stoffsäckchen bestehen, die oben zugenäht sind… ich werde berichten. 😉

  4. Patrizia sagt:

    Auch mal solche Ergebnisse zu sehen, macht aber sehr sympathisch^^
    Ist doch gut zu wissen, dass nicht nur bei einem selbst mal etwas schief läuft.

  5. Skurrile Suchbegriffe | vom Landleben sagt:

    […] Guten Appetit. Etwas Brot dazu? (Gefunden wurde Ikiru bei dieser Suche wohl durch meinen Beitrag “… und manchmal sieht es einfach scheiße aus (Rosmarin-Knoblauch-Gelee)”, in dem ich über die Tücken der Gelee-Zubereitung gebloggt […]

  6. Eva-Maria sagt:

    Oh mein Gott! Das schaut ja echt fies aus! Tja, bei uns bloggern läuft auch manchmal was schief .

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