Salat pflanzen & ernten – so gelingt es dir!

Salat pflanzen und ernten - meine Tipps

Knackig-frische Salatblätter direkt aus dem eigenen Garten – das geht super einfach und gelingt auch Gartenneulingen!

Gartensalat ist eine unkomplizierte und anspruchslose Pflanze, die dich viele Monate lang mit einer leckeren Ernte verwöhnt. 😊

Da haben wir den Salat!

Hast du gewusst, dass Salat nicht gleich Salat ist? Was wir so salopp alles als Salat in die Schüssel werfen, besteht tatsächlich aus einer ganzen Reihe unterschiedlicher botanischer Gruppen:

  • Lattich: Kopfsalat, Eisbergsalat, Pflücksalat, Asiasalate, …
  • Zichorien: Chicorée, Endiviensalat, Radicchio, …
  • Feldsalat ist ein Baldriangewächs
  • Spinat gehört zur Familie der Gänsefußgewächse und ist damit etwa mit dem Mangold verwandt

Es gibt also gar nicht „den“ einen Salat – Salat ist mehr ein Sammelbegriff für ganz viele verschiedene Pflanzen.

Wir schauen uns hier jetzt mal den Lattich genauer an, der als klassischer Gartensalat Karriere gemacht hat.

Kopfsalat vs. Pflücksalat

In Hinblick auf die Ernte gibt es beim Gartensalat zwei verschiedene Kategorien:

  • Kopfsalate
  • Pflücksalate

Auch das sind nur lose Oberbegriffe und keine bestimmten Sorten:

Beim Kopfsalat erntest du den gesamten Kopf auf einmal – das kennst du etwa vom Eisbergsalat her.

Pflücksalat hingegen wächst ein wenig anders. Anstatt einer „Kugel“ bildet er Rosetten aus. Beim Ernten hast du dann die Wahl: entweder, du wartest bis er ordentlich groß ist und schneidest wie beim Kopfsalat alles auf einmal ab. Oder aber – und das finde ich viel praktischer 🙂 – du erntest du immer nur einige der äußeren Blätter ab. Die Pflanze wächst dann weiter und du hast richtig lange etwas davon.

Schnittsalat wächst so ähnlich wie Pflücksalat, hier schneidest du aber alle Blätter auf einmal ab.

Im Supermarkt findest du Pflücksalate auch unter der Bezeichnung Baby Leafs.

Salatsorten – Abwechslung für eine bunte Salatschüssel

Salat kann so viel mehr sein als einfach ein paar grüne Blätter! Je nach Sorte sind die Blätter glatt oder kraus, am Rand gerade oder gezackt, es gibt hellgrüne, dunkelgrüne oder auch rote Blätter. Der Geschmack variiert dabei gewaltig von sehr mild über buttrig oder etwas bitter bis hin zu würzig-intensiv.

Neben den klassischen Gartensalaten kannst du dabei auch Beetkollegen mit in die Salatschüssel werfen – wie wäre es mit Spinat oder Rauke oder auch jungen Löwenzahnblättern? 🥗

Lollo Bionda und ihre rötlichen Verwandten Lollo Rosso beispielsweise sind bewährte Pflücksalate.

Salat im Nutzgarten
Lollo Rosso als Jungpflanze

Der kälteliebende Humil ist ein toller Wintersalat: du kannst ihn im Herbst aussäen und im zeitigen Frühjahr ernten – so früh bekommst du sonst keinen frischen Salat aus eigenem Anbau. 🙂

Feldsalat ist sehr dankbar: einmal gesät, kommt er in den Folgejahren treu immer wieder. Bei uns im Bauerngarten hatte ich ihn vor Jahren mal an einer Stelle gesät. Seitdem sät er sich immer wieder neu aus, sogar mitten im mit Rindenmulch abgestreuten Weg. Wäre er nicht so lecker, würde ich es ihm übel nehmen. 😆

Feldsalat im Februar 2022
Feldsalat ist robust und kommt immer wieder

Ähnlich wächst der Spinat, dessen junge Blätter du wunderbar als Salat zubereiten kannst.

Spinat im Hochbeet
Ich liebe Salat aus Spinatblättern!

Und nicht zu vergessen die Rauke bzw. Rucola! Auch die bildet keine klar voneinander abgegrenzten Köpfe, sondern wächst eher kreuz und quer. Hier pflückst du auch immer nur einige Blätter von jeder Pflanze ab.

Rauke / Rucola im Garten anpflanzen
Rauke

Was brauchst du, um Salat anzubauen?

Nicht viel – ein Beet mit lockerer Erde genügt völlig. Auch in Hochbeete oder Blumentöpfe kannst du Salat setzen und ihn dir damit sogar auch auf den Balkon holen.

Du kannst deinen Salat entweder selber aus Samen ziehen oder dir Jungpflanzen im Gartencenter kaufen.

Salat im Hochbeet

Salat aussäen & pflanzen

Gartensalat ist eine der ersten Pflanzen, die du in der Saison aussäen und ernten kannst: schon ab Mitte / Ende Februar kannst du ihn vorziehen. Das geht im Frühbeet, auf einer hellen Fensterbank oder so wie bei uns in einer Anzuchtstation mit LEDs.
Salat stellt keine großen Ansprüche – ganz normale Aussaaterde, Pflanzschälchen, fertig.

Salat ist ein Lichtkeimer: bedecke die Saatkörner daher nur ganz dünn mit Erde und drück sie leicht an. Wie bei jeder Aussaat gilt es dann, die Erde immer leicht feucht zu halten. Sie darf nicht austrocknen, aber auch nicht so nass sein, dass sie anfängt zu schimmeln.

Sobald die Pflänzchen groß genug sind, pikierst du sie und setzt sie ab Ende März / Anfang April mit ausreichend Abstand ins Beet. Bei Pflücksalat sind um die 20cm Abstand ideal, Kopfsalat macht sich gerne breit und braucht mehr so 30cm Platz in jede Richtung.

Setz die Pflänzchen so in die Erde, dass die Wurzeln komplett bedeckt sind, der Blattansatz aber oberirdisch bleibt.

Pflücksalat 36 Tage nach der Aussaat
Pflücksalat 36 Tage nach der Aussaat – die Kleinen werden so schnell groß!

Ab Ende März / Anfang April kannst du den Salat auch direkt ins Freiland säen. Ideal sind 15°C als Keimtemperatur. Wird es zu heiß, keimt Salat nicht mehr. Bei kühleren Temperaturen hingegen braucht er einfach länger.

Frost mag Salat nicht (mit Ausnahme von Wintersalaten). Schütze die jungen Pflänzchen daher mit einem Gartenvlies vor dem Frieren.

Salat im Hochbeet
Lollo Rosso und Lollo Bianco sind beliebte Pflücksalate

Salat besteht zu großen Teilen aus Wasser, daher ist er auf ausreichendes Gießen angewiesen. Andernfalls werden die Blätter hart und trocken.

Der ideale Standort für deinen Salat

Salat mag es hell und warm, aber nicht zu heiß. Im Frühling ist daher ein möglichst sonniger Standort ideal. Im Sommer hingegen freut Salat sich über ein schattiges Plätzchen.

Den Standort solltest du jährlich wechseln bzw. im Hochbeet oder Topf die Erde austauschen.

Wenn es zu warm wird, neigt Salat zum Schießen. Zwar nicht mit scharfer Munition 😅 – aber er schosst in nullkommanix in die Höhe und fängt an zu blühen. Dann schmeckt er oft bitter – bei uns freuen sich dann die Hühner darüber.

Um die ganze Saison über frischen Salat zur Verfügung zu haben, säst du deswegen zwischendrin am besten immer mal wieder eine Charge nach.

Ich baue unseren Salat teils im Bauerngarten an, teils auf der Terrasse im Hochbeet. Gerade bei Regenwetter ist es superpraktisch, mal eben schnell ein paar Salatblätter auf der Terrasse ernten zu können. 😀

Tipp: unser Hochbeet auf der Terrasse hatte bei Regen schnell Land unter, da das Wasser nicht gut ablaufen konnte. Der Salat lernte dann unfreiwillig tauchen:

Hochbeet unter Wasser...
So sah es im Hochbeet früher leider schnell aus

Daher habe ich einen Frühbeetaufsatz montiert. Der sorgt im Frühling nicht nur für wärmere Temperaturen, sondern schützt die Erde auch das ganze Jahr über vor zu viel Regen. Im Sommer kannst du den Deckel einfach schräg auflassen. Dann bekommen die Pflanzen genügend Luft und es wird nicht zu stickig, sie saufen aber auch nicht ab.

Frühbeet-Aufsatz auf Hochbeet
Der Frühbeet-Aufsatz auf meinem Hochbeet auf der Terrasse
Salat im Frühbeet
Salat im Frühbeet

Mischkultur: gute Nachbarn für deinen Salat

Salat ist ein geselliges Kerlchen, das sich mit vielen Nachbarn gut versteht: Lauch, Möhren, Erbsen, Ringelblumen, Erdbeeren, Dill, … so ziemlich alle Pflanzen passen gut mit ins Beet.

Einzig Sellerie, Zucchini und Baldrian mag Salat nicht so gerne in seiner Nähe.

Salat

Ich hoffe, diese Tipps haben dir weitergeholfen – auf eine reiche & leckere Salaternte! 😊

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