Gartenkalender: dein Gartenjahr im Überblick

Gartenkalender - Gartenarbeiten nach Jahreszeit

Wann machst du was im Garten?

So ein Garten wartet mit jeder Menge unterschiedlicher Arbeiten auf: Rasen mähen, Beete anlegen, Unkraut jäten, aussäen, Hecken schneiden, mulchen, ernten, düngen, … es wird nie langweilig und es gibt immer etwas zu tun! 😀

Aber wann erledigst du eigentlich was? – In diesem Beitrag gebe ich dir einen Überblick über die verschiedenen Aufgaben je nach Saison. Je nach Klimazone und Wetter kann sich manches schon mal einige Wochen nach vorne oder nach hinten verschieben, aber im Großen und Ganzen bietet dir der Gartenkalender eine Orientierung.

Gartenarbeiten im Winter: Planen & Vorbereiten

Wenn draußen eisige Temperaturen herrschen, ist die optimale Zeit zum Planen und Vorbereiten deiner nächsten Gartensaison.

Schnee im Februar 2020

Welche Projekte möchtest du angehen?

Vielleicht neue Stauden pflanzen? Ausprobieren, dein eigenes Gemüse anzubauen? Oder wie wäre es mit einem duftenden Kräuterbeet, das dich mit frischem Grün für die Küche versorgt?

Rückblick: was hat gut funktioniert und was nicht?

Im Garten lernt man nie aus. Und jedes Jahr aufs Neue hast du die Chance, Dinge anders anzugehen und unterschiedliche Methoden auszuprobieren.

Da passt dieses Zitat, was angeblich von Einstein stammt:

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

Albert Einstein

Wenn dir die Kohlweißling-Raupen letztes Jahr deinen gesamten Kohl ratzekahl abgefressen haben, werden sie das höchstwahrscheinlich auch dieses Jahr wieder tun… außer, du änderst etwas an deiner Anbaustrategie und schützt deine Kohlpflanzen beispielsweise mit Netzen.

Was möchtest du in der nächsten Saison anbauen… und was nicht mehr?

Schreib dir eine Liste, welches Obst und Gemüse du anpflanzen möchtest – was isst du gerne? Passen die Mengen, die du bisher angebaut hast? Und welche Sorten konnten dich nicht überzeugen?

Tipp: Frage im Bekanntenkreis oder auf Social Media herum, wer Lust auf Saatguttausch hat. Dadurch musst du keine Samen wegwerfen, die du nicht mehr selber anbauen möchtest.

Bestandsaufnahme beim Saatgut

In so einem Saatguttütchen ist meist mehr drin, als du in einer Saison brauchst. Welche Reste hast du also noch übrig? Reichen die? Was musst du nachkaufen? Und wie schaut es mit der Keimfähigkeit aus? Meistens ist eine Saison angegeben, bis zu der du das Saatgut noch verwenden kannst. Manches funktioniert länger, manches macht schon früher schlapp.

Tipp: Eine Keimprobe mit ein paar Samen verrät dir, ob das Saatgut noch zu gebrauchen ist.

Obstbäume und Hecken schneiden

Im Januar oder Februar nutzt du frostfreie Tage, um die Obstbäume zu schneiden.

Auch Hecken schneidest du jetzt zurück – das darfst du nämlich nur bis Ende Februar tun. Zwischen März und Oktober nisten viele Vögel in Hecken, sodass du sie in diesem Zeitraum aufgrund des Bundesnaturschutzgesetzes nicht stark schneiden darfst.

Wintergemüse abernten

Hast du auch über den Winter draußen Gemüse angebaut, beispielsweise Lauch oder Feldsalat? Dann ist es jetzt an der Zeit, die Reste abzuernten und Platz zu schaffen für die neue Gartensaison.

Bauerngarten im Februar 2021

Erste Gemüsesorten aussäen

Ab Februar kannst du mit dem Vorziehen der ersten Gemüsesorten beginnen: Paprika, Chilis und Tomaten beispielsweise. Die brauchen recht lange zum Heranwachsen und sind dann bis zum Auspflanzen im Mai bereits kräftig gewachsen. Wichtig ist allerdings, dass sie hell genug stehen – sonst vergeilen sie. Im Zweifelsfall schaffen LED-Pflanzenlampen Abhilfe.

Wenn du ein Frühbeet oder Gewächshaus hast, kannst du jetzt auch schon Salat vorziehen.

Gartenarbeiten im Frühling: es geht los!

Frühling ist dann, wenn das Gärtnervolk Muskelkater bekommt. 😀
Jetzt geht es nämlich endlich so richtig los!

Die Beete vorbereiten

Vertrocknete Pflanzenreste und unerwünschte Beikräuter wollen aus den Beeten entfernt werden, damit Platz ist für die nächste Generation.

Tipp: Jäte nur die Pflanzen, bei denen du sicher bist, dass du sie wirklich nicht im Beet haben möchtest (beispielsweise Kriechenden Hahnenfuß). Einige Wildkräuter schützen deinen Boden, blühen hübsch und bieten Nahrung für hungrige Insekten – etwa Gundelrebe oder Ehrenpreis.
Biene an Ehrenpreis-Blüten
Der hübsche Ehrenpreis wächst wild in deinen Beeten – wenn du ihm eine Chance gibst

Tief umgraben musst du nicht – damit würdest du nur das empfindliche Gleichgewicht der Bodenorganismen durcheinanderwirbeln. Es reicht, wenn du alle unerwünschten Wurzeln aus dem Boden entfernst.

Tipp: Eine dicke Mulchschicht aus Holzhäckslen, Rasenschnitt & Co. schützt den Boden und verhindert, dass Unkraut nachwächst. Zum Pflanzen und Säen ziehst du die Mulchschicht an dieser Stelle einfach auf Seite.

Kartoffeln vorkeimen lassen

Ab März / April legst du deine Pflanzkartoffeln zum Keimen an einen hellen und möglichst kühlen Ort. Ich stelle dazu immer ein großes Serviertablett auf eine Fensterbank im Keller.

Kartoffeln vorkeimen
Kartoffeln vorkeimen lassen

Zäune, Gartenhäuschen & Co. reparieren

Hat alles den Winter gut überstanden? Oder will hie und da etwas repariert werden? Schau auch nach, ob das Dach im Gartenhäuschen oder Schuppen noch dicht ist oder ob irgendwo Schrauben nachgezogen werden müssen – das ist bei unserem Gewächshaus immer der Fall.

Alle Gartengeräte noch in Schuss?

Weiter geht es mit Rasenmäher, Spaten & Co.: ist hier alles in Ordnung oder musst du etwas flicken oder ersetzen?

Wenn du schon dabei bist, kannst du deine Gartengeräte auch gleich ordentlich sortieren und aufräumen. 😉

Kompost ausbringen & düngen

Auf den Gemüsebeeten bringst du im März Kompost aus und arbeitest ihn leicht in den Boden ein. Dabei gilt: wo du Starkzehrer pflanzen willst, packst du mehr Kompost hin als auf Beete für Schwachzehrer wie etwa Radieschen oder Feldsalat.

Wenn du deinen eigenen Kompost herstellst, kannst du ihn vor dem Ausbringen sieben. Ehrlicherweise spare ich mir diese Arbeit mittlerweile aber meistens. 😀 Nur bei den Beeten, wo ich feinkrümeliges Saatgut wie etwa das von Möhren ausbringe, achte ich darauf, allzu grobe Stücke zu entfernen. Die verhindern sonst das Keimen, wenn sie auf dem Saatgut aufliegen.

Auch Rosen, Obstbäume und Beerensträucher freuen sich jetzt über eine ordentliche Portion Kompost.

Weiter vorziehen

Das Vorziehen deiner Pflanzenkinder geht weiter: Salate, Frühlingszwiebeln, Lauch, Rote Bete, Kohlrabi, Kräuter, … deiner Phantasie sind quasi keine Grenzen gesetzt. Die einzigen Grenzen setzt bisweilen der verfügbare Platz für all die Keimschalen und Pflanztöpfchen. 😀

Säen & Pflanzen

Nach und nach bepflanzt du jetzt die Beete bzw. säst direkt im Freiland aus.

Als Faustregel gilt: bis zu den Eisheiligen Mitte Mai musst du noch mit Frost rechnen. Empfindliche Pflanzen kommen also erst danach raus ins Beet.

Vorher kannst du schon Zwiebeln und Knoblauch stecken, Möhren und Salat säen. Wenn du Salat vorgezogen hast, kann der auch ab etwa Mitte / Ende März nach draußen. Die Kartoffeln setze ich immer Mitte April in die Erde.

Tomaten pflanze ich ab Mitte April ins (unbeheizte) Gewächshaus.

Tomate im Gewächshaus

Bei Kopfsalat, Radieschen, Kohlrabi & Co. hat es sich bewährt, weniger auf einmal zu säen und dafür in Chargen nachzusäen. Dadurch steht dir immer eine vernünftige Menge erntereifes Gemüse zur Verfügung und du ertrinkst nicht in einer ganzen Schwemme von kiloweise Radieschen auf einmal. 😀

Stauden teilen

Viele Stauden werden im Laufe der Jahre so groß, dass du sie einfach teilen kannst. Im Frühling machst du das mit denjenigen Sorten, die im Herbst blühen, sowie einigen wintergrünen Vertretern: etwa Astern, Heuchera, Purpursonnenhut oder Elfenblumen.

Kleiner Fuchs auf Purpur-Sonnenhut
Purpursonnenhut teilst du im Frühling, wenn die Staude nach einigen Jahren groß genug ist

Rosen schneiden

Wenn die Forsythien leuchtend gelb blühen, ist es an der Zeit für den Rosenschnitt. Hierbei entfernst du tote Äste, Wildtriebe und je nach Sorte auch ältere Triebe. Das im Detail zu erklären, würde an dieser Stelle zu weit führen – Tante Google hilft dir. 😉

Rasenpflege

Ab März kannst du das erste Mal wieder Rasen mähen. Jetzt ist es auch an der Zeit zum Vertikutieren, sofern du ein entsprechendes Gerät besitzt.

Vorher trägst du Maulwürfshügel ab und gleichst etwaige Bodenunebenheiten durch unterirdische Gänge wieder aus. Lichte Stellen im Rasen säst du neu ein.

Gartenarbeiten im Sommer: pflegen, ernten & genießen

Faul in der Hängematte liegen und nix tun? – Eine der schwierigsten Übungen für Hobbygärtner. 😀 Wir finden doch immer etwas zu tun! Genießen tun wir die Zeit im Garten trotzdem. 🙂

Regelmäßige To Dos: Rasenmähen & Unkraut zupfen

Je nach Witterung will der Rasen alle ein bis zwei Wochen gemäht werden. Hübsch sieht es aus, wenn du Gänseblümchen und einige Wiesenkräuter im Rasen erlaubst und diese auch mal blühen dürfen. Aber Vorsicht: manche Wildkräuter, wie etwa die Kleine Braunelle, breiten sich sehr vehement aus und lassen das Gras ersticken. Die solltest du also möglichst im Zaum halten.

In den Stauden- und Gemüsebeeten jätest du regelmäßig unerwünschte Beikräuter – am besten vor der Blüte, damit sie sich nicht weiter ausbreiten. Auch hier gilt wieder… manche wilden Pflanzen sind tolle Bodendecker und tragen zum Artenreichtum in deinem Garten bei. Du musst also nicht alles herausreißen. Aber sie sollten deine Kulturpflanzen natürlich auch nicht überrennen. 😉

Deine Mulchschicht in den Beeten kannst du im Laufe des Sommers immer weiter aufbauen, indem du Rasenschnitt ausbringst, herausgezupfte Wildkräuter liegenlässt (bevor sie blühen – also ohne Samen!), Kaffeesatz verteilst, kleingehäckselte Äste, … was auch immer so im Garten anfällt.

Kartoffeln anhäufeln

Im Kartoffelbeet schippst du regelmäßig Erde an die Pflanzen, damit die Kartoffeln kein Licht abbekommen. Andernfalls werden sie nämlich grün und ungenießbar.

Gartenguckloch im Mai 2017 - Kartoffeln
Angehäufelte Kartoffeln

Tomaten ausgeizen

Auch deine Tomaten wollen regelmäßig gepflegt werden: entferne die jungen Triebe, die sich in den Blattachseln bilden. Dieses Ausgeizen verhindert, dass die Pflanze ihre Energie in das Ausbilden von Blättern statt in das Wachstum der Früchte steckt. Du kannst sie einfach mit den Fingern abknipsen.

Ernten & pflücken

Es geht los mit den ersten Erträgen aus eigenem Anbau! 🙂 Zucchini, Salate, Kräuter, Radieschen, Tomaten, Kohlrabi, essbare Blüten diverser Stauden, Sommerhimbeeren, Johannisbeeren, … ich liebe es, im Sommer durch den Garten zu schlendern und so viele Leckereien ernten und pflücken zu können!

Johannisbeeren - Juni 2019
Mhmmm… Johannisbeeren

Schneide und trockne Kräuter, um sie für den Winter haltbar zu machen.

Gießen – aber richtig!

Bei sommerlichen Temperaturen benötigen viele Pflanzen im Garten einen guten Schluck Wasser. Als Faustregel gilt: lieber seltener, aber dafür kräftiger gießen.

Was du beim Gießen beachten solltest, habe ich dir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Gießen mit dem Gartenschlauch

Verblühtes an den Rosen abschneiden

Auch im Sommer darfst du deinen Rosen regelmäßig mit der Schere zu Leibe rücken: entferne alte Blüten, ehe daraus eine Frucht reift. Diese Hagebutten sind zwar auch nett, aber wenn die Rose all ihre Energie in das Ausbilden der Früchte steckt, blüht sie nicht so lange.

Rose "Gebrüder Grimm"

Gartenarbeiten im Herbst: ernten & winterfest machen

Im Herbst ist die Hochzeit der Ernte erreicht. Jetzt heißt es pflücken, ausgraben, abschneiden… und gerne auch haltbar machen für den Winter.

Einige Besonderheiten bringt die Ernte von Kartoffeln und Tomaten mit sich:

Kartoffelernte!

Nicht ohne Grund hießen die Herbstferien früher Kartoffelferien: jetzt geht es ans Ernten der Kartoffeln! Ich finde, das Wühlen in der Erde hat immer etwas von einer Schatzsuche… man weiß nie, wie viele Kartoffeln man findet, und manchmal tauchen sie auch an unerwarteten Stellen auf. 😀

Kartoffelernte

Achte darauf, die Kartoffelschale beim Ernten nicht zu beschädigen. Ich ziehe immer vorsichtig die Pflanze heraus (ein paar Kartoffeln hängen daran immer fest) und buddele dann vorsichtig mit den Händen in der Erde.

Lass die Kartoffeln gegebenenfalls ein paar Tage abtrocknen und entferne vorsichtig die daran hängende Erde, ehe du sie einlagerst.

Letzte Tomaten pflücken – auch wenn sie noch grün sind

Allmählich wird es zu kalt für deine Tomatenpflanzen, sie sterben ab. Mit zunehmend feuchter Witterung steigt zudem das Risiko für Schimmelerkrankungen.

Daher pflückst du im Herbst alle Tomaten. Keine Sorge, wenn sie noch grün sind: dafür gibt es Trick 17! Lege die grünen Tomaten drinnen zusammen mit einigen Äpfeln aus. Die Äpfel strömen Ethylen aus, was die Tomaten binnen weniger Tage nachreifen lässt. 🙂

Blumenzwiebeln stecken

Um dich im Frühling über Krokusse, Tulpen & Co. freuen zu können, bringst du jetzt die Blumenzwiebeln in die Erde (und hoffst, dass Familie Wühlmaus dir über den Winter zumindest einen Teil davon übrig lässt 😀 ).

Stauden teilen

Auch im September oder Oktober ist es wieder an der Zeit, Stauden zu teilen. Diesmal widmest du dich denjenigen Sorten, die im Sommer blühen. Am besten schneidest du die Stauden erst zurück, teilst sie dann und setzt sie gleich im Anschluss wieder in die Erde.

Stauden, Hecken & Bäume pflanzen

Nach der Hitze des Sommers und bevor der Frost kommt, kannst du neue Stauden und Hecken pflanzen oder auch neue Bäume in deinen Garten einziehen lassen. Eine ringsherum aufgebrachte Mulchschicht schützt sie im Winter.

Gartengeräte säubern & winterfest einlagern

Ein trockener, sonniger Herbsttag ist ideal, um nochmal alle Gartengerätschaften zu reinigen und einzumotten. Die Akkus von Rasenmähern oder anderen Geräten sollten keinen Frost abbekommen, die holst du also besser ins Haus.

Und dann kann die nächste Gartensaison auch schon bald wieder losgehen… 🙂


Ich hoffe, ich habe jetzt keine der diversen Aufgaben vergessen, die ein Gartenjahr so mit sich bringt. Wenn doch, lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!

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Zucchini im Juli 2018

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Zucchini sind unglaublich ertragreich und dazu pflegeleicht: hol sie dir in den Garten!

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Neulingen bietet das Buch „Erfolgreich gärtnern durch Mischkultur“ von Hans Wagner einen leicht verständlichen und ansprechend aufbereiteten Einstieg in das Thema Mischkultur:

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