#12xkreativ im Februar: Aquarell & etwas aus Holz Gebautes

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Da wäre er um, der zweite Monat bei #12xkreativ.

Diesmal habe ich mich in zwei Disziplinen erprobt: in Aquarell und darin, etwas aus Holz zu bauen. Zum Handlettering, was ich ja im Januar begonnen hatte, bin ich leider gar nicht gekommen.

Aquarell

Habe ich das vorher schon mal ausprobiert?

Lang, lang ist’s her – mit ungefähr 12 Jahren war ich ein paar Mal bei einem Aquarellkurs. Davon ist mir aber hauptsächlich in Erinnerung geblieben, dass ich ewig einen Maiskolben exakt mit Bleistift zeichnen sollte, ehe ich ihn colorieren durfte. Ich fand es gleichermaßen langweilig wie hässlich. 😀

Als Teenager habe ich dann mal ein (nicht sonderlich lebensechtes…) Portrait von Tarja Turunen gemalt, der damaligen Sängerin von Nightwish, und vor ein paar Jahren habe ich etwas halbherzig mit Tusche und Aquarell herumexperimentiert. Sprich – ich hatte die Materialien alle schon mal in der Hand, habe aber nichts Weltbewegendes damit angestellt.

À propos Materialien: Aquarellpapier, ein paar Pinsel sowie einen kleinen Aquarellkasten hatte ich zum Glück im Schrank.

Was habe ich fabriziert?

Los ging es mit ein paar Farbklecksereien zum Ausprobieren / Wieder-Reinkommen…

#12xkreativ – Aquarell

#12xkreativ – Aquarell

Frag mich bitte nicht, was dieses komische Vieh mit dem Schwanz da auf der linken Seite darstellen soll. Ich hatte einfach Farbkleckse auf dem Papier verteilt und später versucht, sie mit Bleistift in Figuren zu verwandeln. Diese Kreatur scheint aber leider dezente anatomische Probleme zu haben. 😀

Hier hatte ich eigentlich nur Farbübergänge ausprobiert, fand dann aber, dass ich eigentlich auch einen Himmel daraus bauen könnte. Dazu ein paar der obligatorischen 08/15-Bäumchen, et voilà…

#12xkreativ – Aquarell

Dann wollte ich endlich etwas „Richtiges“ malen und weil ich zu faul war, mir ein Vorlagenfoto oder so herauszusuchen, habe ich mich an einem Portrait versucht. Aus dem Kopf. Ausgerechnet ich, die ich mir keine Gesichter merken kann. War nicht so k.l.u.k. 🙂
Naja, immerhin die Haare mag ich. Also, von den Farben her. Eigentlich sehen sie ja eher aus wie Makkaroni.

#12xkreativ – Aquarell

Ein zweites Portrait in Grüntönen (vor einem Hintergrund aus Blättern) hatte ich angefangen, dann im dritten oder vierten Durchgang aber die die Schattierungen vermasselt. Möp.

Zugegebenermaßen habe ich dann ein bisschen die Geduld verloren – das Monatsende rückte immer näher und ich wollte unbedingt noch irgendetwas Vorzeigbares fertig bekommen. In Ermangelung zündender Ideen für ein Bild, was gleichermaßen hübsch ausschaut wie auch halbwegs flott geht, habe ich dann auf etwas Bewährtes zurückgegriffen… Karten. Die kann man ja schließlich auch mit Aquarelleffekten basteln:

#12xkreativ – Aquarell #12xkreativ – Aquarell

Für diese beiden Karten habe ich den Pinsel ins Wasser getaucht und auf dem Aquarellpapier eine farblose „Pfütze“ gemalt. Anschließend habe ich verschiedene Farbtöne hinein getropft, die dann schön verlaufen konnten. An den Rändern der „Pfütze“ bremst die Farbe und läuft nicht darüber hinaus.
Nach dem Trocknen habe ich die farbigen Bereiche dann entlang der Konturen ausgeschnitten und bestempelt bzw. mit Glitzerkleber versehen. Bei der blauen Karte war der Silberkleber übrigens noch nicht ganz trocken und glänzt deswegen so komisch.

#12xkreativ – Aquarell

Hier habe ich den Pinsel einfach ordentlich mit Farbe getränkt, ihn über das trockene Papier gehalten und gegen den Pinselschaft geklopft. Das Label in der Mitte ist gestempelt und aufgeklebt.
Kleiner Tipp für diese Spritztechnik: räum vorher alles im Umkreis von einem halben Meter weg, was du später nicht mühsam abwaschen möchtest. 😀

Hat es mir Spaß gemacht? Werde ich dabei bleiben?

Ich habe leider deutlich weniger gemalt, als ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Dadurch, dass die Farbe zwischendurch immer wieder trocknen muss, zieht sich das Arbeiten an einem Aquarellbild echt lange hin und es ist nicht damit getan, sich einmal am Stück etwas Zeit zu nehmen.

Die Karten gingen deutlich flotter, denn da habe ich nur einen Durchgang aquarelliert und das Papier nach dem Trocknen zerschnitten, bestempelt und beklebt. Allerdings war das ja auch eigentlich nur Herumgekleckse und kein Aquarellmalen in dem Sinne.

Grundsätzlich hat mir das Aquarellieren Spaß gemacht und ich will damit dieses Jahr auch noch weitermachen.  Ehrlicherweise muss ich aber noch eine ganze Menge üben, damit etwas Gescheites dabei herumkommt. Denn auch wenn etwas in YouTube-Videos idiotensicher ausschaut, heißt das noch lange nicht, dass es bei einem selbst dann auch auf Anhieb klappt.

#12xkreativ – Aquarell

Welche Tipps kann ich anderen geben?

Achte darauf, dass dein Aquarellpapier sich nicht wellt: entweder, weil es wirklich gut auf dem Block festgeleimt ist, oder weil du es mit Masking Tape auf dem Tisch festklebst. Ich hatte einen alten Block, dessen Gummierung locker 15 Jahre auf dem Buckel gehabt haben dürfte. Kaum dass das Papier nass wurde, lösten sich die Seiten dann auch schon ab und das Papier wellte sich (und zwar so extrem, dass das Motiv im Eimer war. Hatte mich eigentlich an einer Galaxie versucht).

Wenn du mit dem selben Pinsel von einem Farbton zu einem komplett anderen wechselst (bspw. von blau zu gelb), wasch den Pinsel nicht nur im Glas aus, sondern tropfe ihn nochmal mit etwas Küchenrolle oder Klopapier ab. Sonst gibt es unter Umständen ungewollte Farbschlieren.

Und sei geduldig… wenn du verschiedene Farbschichten aufbauen willst, lass sie zwischendurch richtig trocknen.

Etwas aus Holz bauen

Habe ich das vorher schon mal ausprobiert?

Eigentlich nicht. Klar, an Ikeamöbeln habe ich schon ganze Heerscharen zusammengebaut, aber das fällt für mich nicht in die Kategorie Selbermachen. Bei unserem selbstgebauten Lattenrost habe ich zwar abgemessen und zusammengeschraubt, aber nichts gesägt, das hatten wir im Baumarkt machen lassen. Also zählt das für mich auch nicht als vollständiges Projekt.

Diesen Monat wollte ich auf jeden Fall etwas aus Holz bauen, bei dem ich sämtliche Arbeitsschritte selber durchführe!

DIY-Flaschenhalter bauen – Anleitung

Was habe ich fabriziert?

Das Ergebnis – den DIY-Flaschenhalter – habe ich hier ja neulich schon gezeigt, inklusive Anleitung zum Nachbauen.

DIY-Flaschenhalter bauen – Anleitung

Hat es mir Spaß gemacht? Werde ich dabei bleiben?

Hmmm. Hmmmmmmm.

Eigentlich fand ich es sehr cool, etwas selbst herzustellen, was man danach auch wirklich benutzt und was nicht nur dekorativ an der Wand herumhängt. Uneigentlich habe ich allerdings nicht das Bedürfnis, einfach mal drauflos basteln zu wollen. Schrauben finde ich ziemlich langweilig und beim Sägen mag ich den Lärm nicht.

DIY-Flaschenhalter bauen – Anleitung

Vielleicht hängt meine fehlende Begeisterung aber auch damit zusammen, dass wir kein richtiges Holz hatten, sondern nur furnierte Spanplatten. Das fühlte sich einfach nicht danach an, mit einem Naturprodukt zu arbeiten.
Mal sehen, ob mir im Laufe des Jahres noch etwas anderes einfällt, was ich bauen könnte. Als größeres Projekt steht nach wie vor ein Pflanztisch aus Paletten an, aber solange wir noch nicht gepflastert haben, brauchen wir die Paletten noch an der Haustür und Terrassentür als Stufe – das dauert also noch.

Welche Tipps kann ich anderen geben?

Gescheites Werkzeug ist das A und O! Auch wenn ich den Besten gerne mal damit foppe, dass er aus dem Baumarkt alle möglichen und unmöglichen Dinge anschleppt, war es jetzt schon sehr praktisch, alles zur Hand zu haben: Schraubzwingen und eine Werkbank, um die Bretter gescheit fixieren zu können, eine Stichsäge, den Lochbohrer und so weiter. Ohne all das wäre es vermutlich nicht so ordentlich geworden.


Wie ist dein kreativer Februar gelaufen?
Was hast du ausprobiert? 🙂

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Anne Schwarz

Geschrieben von Anne Schwarz

Merry meet! Ich bin 31 Jahre alt und wohne mit meinem Mann, Hund und Katze in einem kleinen Dorf im Bergischen Land. Das ♥ schlägt für die Natur, die Fotografie & das Schreiben. Ich bin viel draußen unterwegs, baue unser eigenes Obst und Gemüse an und tobe mich gern kreativ aus - egal ob mit Papier oder Quellcode. » Magst du mehr erfahren?

21 Kommentare

  1. Mir gefallen deine Werke allesamt sehr gut. Die Karten sind klasse. Schlicht, aber effektvoll. Mag ich.
    Tolles Holzprojekt – so was kann man wirklich gut gebrauchen.

    Liebe Grüße
    Julia

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  2. Hach, mit Aquarell hab ich noch nie gemalt – das muss ich auch unbedingt mal ausprobieren. Deine Karten können sich durchaus sehen lassen, auch wenn es kein echtes „Malen“ ist. Mach dein „Herumgekleckse“ nicht so klein. Wie gesagt, in meinen Augen sind die Karten wunderhübsch (vor allem die blaue – meine Lieblingsfarbe) und jeder Beschenkte kann sich darüber sehr freuen!
    Liebe Grüße, Natalie

    Antworten

  3. Die Trocknungszeit hatte mich beim aquarellieren auch ein bisschen angenervt. Ich mag es lieber zügig durchzuarbeiten, anstatt immer wieder Pausen einlegen zu müssen. Trotzdem toll, dass du so viele Erfahrungungen mit dem Medium gesammelt hast. 🙂

    Lieben Gruß, nossy

    Antworten

    • Da ticken wir anscheinend beide gleich. 😉
      Was du aquarelliert hast, finde ich aber wunderschön – da hat sich deine Geduld gelohnt!

      Liebe Grüße

      Antworten

  4. Ich liebe alles, was mit Holzarbeiten zu tun hat. Warum meinst du, das sich dein Projekt nicht wie richtiges Arbeiten mit einem Naturprojekt anfühlte? Wegen des Furniers?

    Überlege schon lange, ob ich es vertreten kann, eine Oberfräse zu kaufen, aufgrund der voraussichtlichen Nutzungshäufigkeit lande ich immer noch bei „nein“… ist halt auch locker 10x so sehr eine Höllenmaschine wie eine Stichsäge, aber da ich mittlerweile die halbe Küche selbst gebaut habe, würde ich gerne weiter daran arbeiten und da fehlt es eben manchmal an der passenden Maschine. Leihen ist leider auch so teuer, dass es dann doch irgendwie nicht in einem vernünftigen Verhältnis steht. Naja. Das erinnert mich daran, dass ich noch verbloggen wollte, wie ich den Herdumbauschrank gebaut habe – eines dieser „Möbelstücke“, die fertig gekauft echt zu teuer sind…

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    • Ja, genau – weil’s halt herzlich wenig mit „echtem“ Holz zu tun hatte. Dieser Tage kam mir die Idee, ein Durchwurfsieb für den Kompost selber zu zimmern… mal schauen, ob ich das demnächst mal angehe. 🙂

      Herrje, ich musste gerade erstmal googeln, was eine Oberfräse ist. 😀 Klingt auf jeden fall so, als würde sich einem damit kein Projekt mehr widersetzen können. Was würdest du denn tendentiell noch alles bauen wollen? Über einen Bericht über deinen Küchenschrank würde ich mich auf jeden Fall freuen! 🙂

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      • Okay. Furniertes Holz verarbeite ich typischerweise dann, wenn Möbel nicht mehr gut genug sind für ihren ursprünglichen Zweck, aber nicht kaputt genug für den Schrott (habe z.B. aus meinem ehemaligen Kleiderschrank meinen Schreibtisch angebaut und einfache CD-Regale gesägt, um das Holz zu retten). Ansonsten Leimholz aus dem Baumarkt – das ist zwar nicht roh aus dem Baum gesägt, aber unbehandelt, kommt also deinem Wunsch sicher näher. Vollholz ist halt einfach teuer, weil verschwenderisch in der Herstellung.

        Jo, ne Oberfräse ist ein ganz schönes Gerät. Was hier noch in der Planung ist, ist ein neuer Kleiderschrank – habe zurzeit keinen und nutze ein normales Ikea-Regal mit Türen, da ist aber zu wenig Platz und vor allem gibt es keine Kleiderstange. Außerdem will ich für das Bandequipment ein Transportcase bauen. Kleiner, aber tatsächlich auch mit Bezug zur Fräse, wird die Teebox, und dann soll im Sommer auch ein Fahrradanhänger her – da geht es dann aber deutlich weg vom Holz. Also an Projektideen mangelt es nicht. 🙂

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        • Ja, so ähnlich war es bei uns auch – die Bretter hatten wir übrig, da es nicht benötigte Einlegeböden von einem DVD-Regal waren. Eigens gekauft hätte ich das so nicht, aber so haben wir zumindest einen Verwendungszweck gefunden.

          Ui, das klingt spannend bei dir! Zeigst du dann mal, wie du das alles gebaut hast?

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  5. aquarell finde ich sooooo superschön <3 für anfangsversuche finde ich sie auch richtig gelungen und wie üblich liebe ich deine karten! ich hatte übrigens endlich etwas von dir im postkasten, war am wochenende aber so fertig, dass ich mir das aufmachen für heute abend aufgehoben hab und ich freu mich schon sehr <3
    es wär schön, wenn du mehr aquarell machst und es hier zeigst!
    holzarbeiten würde ich gern mal machen, aber ich habe leider null werkzeug und ahnung was das anbelangt -.- ich mag es aber total gern, etwas zu erschaffen. bloß der staub vom sägen würde mich vermutlich wahnsinnig machen.

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    • Yay – schön, dass die Karte endlich angekommen ist! 😀

      Bis jetzt bin ich diesen Monat noch nicht dazu gekommen, weiter zu malen… eine gestempelte Karte anlässlich einer Geburt ist entstanden und ich habe mit einem ganz, ganz einfachen Nähprojekt begonnen – Spültücher aus alten Handtüchern. Zumindest sind die so windschief, dass es schon etwas Künstlerisches hat. 😉

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  6. Dein aquatell-Vogel ist einfach klasse. Wobei ich auch das Ding mit Schwanz mag 😉
    Malen steht auch noch auf meiner Liste für 2018.
    Aber dass du Sägen und Schrauben nicht magst… Ich kann es nicht verstehen. Ich liiiebe sowas.

    Liebe Grüße

    Antworten

  7. Pingback: Was ist eigentlich mit #12xkreativ? | vom Landleben

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