Was ist eigentlich mit #12xkreativ?

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Manchmal schiebt man Dinge ganz unnötig ewig vor sich her – und wird dann positiv überrascht. Das gilt auch für meinen Zwischenstand bei diesem Projekt:

Seit etlichen Monaten habe ich schon kein Update mehr dazu geschrieben, wie es denn eigentlich mit meinem Kreativprojekt #12xkreativ läuft. Der Plan war ja, mich über das Jahr verteilt in 12 neuen kreativen Techniken zu erproben und regelmäßig darüber zu berichten. 

Am Anfang lief das noch recht flüssig – und dann kam seit Mai kein neuer Beitrag mehr.
Was ist los?

Keine Zeit & keine Lust im Sommer

In der warmen Jahreszeit habe ich meine Freizeit naheliegenderweise viiiieeel lieber draußen verbracht als drinnen am Werkeltisch oder an der Werkbank im Keller! Daher sind in diesen Monaten nur relativ wenige kreative Projekte entstanden.

Eigentlich ist das ja vollkommen nachvollziehbar (und ich hatte damit auch fast schon gerechnet), uneigentlich kekste es mich trotzdem an. 

Weil da so wenig Neues bei rumkam, hatte ich nämlich ein chronisch schlechtes Gewissen und erst recht keine Lust, darüber auch noch im Blog zu berichten.

Gedanklich legte ich #12xkreativ also erstmal auf Eis und schob auch diesen Beitrag hier ganz schön vor mir her. Ehrlich gesagt schwebte mir ein Artikel vor à la „blöd gelaufen, hat nicht so funktioniert wie geplant, schaffe keine 12 Disziplinen bis zum Jahresende, das sind die Gründe“ – nicht gerade ein Beitrag, den es Spaß macht zu tippen.

Aaaaaber! Jetzt habe ich mich trotzdem endlich mal ans Schreiben gemacht und mir gedacht, dass ich zumindest mal aufzählen könnte, was denn so an kreativen Dingen entstanden ist. Ich rechnete so mit fünf, sechs Projekten – immerhin rund die Hälfte vom eigentlichen Vorhaben. Tja, und wie ich so durch die vergangenen Beiträge geblättert habe… ist mir dann doch die Kinnlade runtergeklappt. Ich habe viel mehr gemacht, als ich dachte! 🙂

Nur eine kleine Regeländerung gab es:

Neue Techniken vs. bereits bekannte Techniken

Wie gesagt, ursprünglich hatte ich mir zwölf für mich neue Techniken vorgenommen. Relativ bald stellte ich aber fest, dass mich das zu sehr einschränken würde – das meiste hatte ich nämlich irgendwann schon mal ausprobiert.

Für einige der Techniken, die tatsächlich neu gewesen wären und die ich eigentlich ausprobieren wollte, hatte ich hingegen keine Lust, Geld auszugeben – Töpfern zum Beispiel. Das wären dann am Ende wieder angefangene Materialien, deren Reste wahrscheinlich im Schrank verschwinden.

Daher lockerte ich meine „Regeln“ und zähle alles Kreative, also beispielsweise auch Backen oder Kartenbasteln.

Der aktuelle Zwischenstand bei #12xkreativ

Bislang habe ich tatsächlich schon eine ganze Menge „Disziplinen“ oder Projekte geschafft – whoohoo! 🙃

1 Im Januar habe ich viel mit Handlettering herumexperimentiert. Die schwungvoll verschnörkelten Schriftzüge finde ich insbesondere beim Kartenbasteln prima, das spart schließlich das Geld für entsprechende Stempel. 🙂 Auch in meinem Fotoalbum mit den 2017er-Bildern habe ich die einzelnen Monatsnamen mit Handlettering eingefügt.

2 Mit Aquarellfarben habe ich als Jugendliche öfter hantiert. Anfang des Jahres versuchte ich mich dann nochmal darin. Bei den „richtigen“ Bildern war ich zugegebenermaßen zu ungeduldig, um mir erst Vorlagen herauszusuchen oder das Bild zwischendrin auch entsprechend trocknen zu lassen. Mehr Spaß hat mir das Gestalten von Hintergründen für die Kartenbastelei bereitet.

3 Basteln mit Holz wollte ich definitiv ganz viel. Das hat soweit auch gut geklappt: ein Flaschenhalter für Sodastream-Flaschen ist entstanden, eine einfache Rankhilfe für meine Erbsen und zusammen mit dem Besten kam dann im Oktober die Rankhilfe für das Garagendach dran.

4 Backen zählt zu den Dingen, die ich zwar „kann“ und auch alleweil mache – gefühlt aber viel zu selten. Und weil ich erfahrungsgemäß ausgerechnet in der Weihnachtszeit gar keinen Nerv dafür habe, gab es zu Ostern selbstgebackene Kekse. 🙂

5 Diese kleinen Holzkommoden vom Möbelschweden hat wahrscheinlich jeder daheim – die sind aber halt auch einfach saupraktisch! Im Werkelzimmer bewahre ich die Acrylblöcke, Stanzen und ähnlichen Kleinkram darin auf. Damit sie zumindest ein bisschen individuell ausschaut, habe ich meine Kommode mit Acrylfarben bemalt.

6 Im Nähen habe ich mich ebenfalls versucht – in Ermangelung einer Nähmaschine habe ich von Hand Spültücher aus alten Handtüchern genäht. Die benutzen wir übrigens nach wie vor und tragen damit ein bisschen zur Nachhaltigkeit im Haushalt bei. 🙂

7 Tatsächlich habe ich dieses Jahr nur sehr wenig Geld für „Kreativgedöns“ ausgegeben. Ein Set Schlagbuchstaben gehörte dazu und im Nachhinein ärgere ich mich darüber etwas, denn so oft braucht man die nun wirklich nicht. Ich habe damit aus leeren Aludosen Pflanzenstecker gebastelt (und jetzt im Herbst festgestellt, dass die Holzstecker alle das Zeitliche gesegnet haben. Hrmpf.)

8 In welche Kategorie ich dieses Projekt einordnen soll, weiß ich gar nicht so recht – ich habe auf jeden Fall aus einem Bilderrahmen, einer LED-Lichterkette und schwarzem Tonkarton eine Lightbox selbstgebastelt:

9 Dann waren da noch die Kränze, die ich aus den Maibaum-Resten aka Birkenzweigen gebunden habe. Das war tatsächlich eine für mich neue Technik und ich mag sie sehr gerne.

10 Einfach nur Geld zu verschenken ist ja langweilig – manchmal wünschen sich Geburtstagskinder aber genau das. Anstelle eines schnöden Umschlags entstand ein Geldtransporter mit Playmobil:

11 Fast hätte ich dieses Unterfangen hier ganz vergessen und nicht mitgezählt – irgendwie ist es aber auch etwas Kreatives, finde ich: im Frühjahr habe ich den Gemüsegarten angelegt, d.h. ich habe aus einem schnöden Stück Rasen einen komplett neuen Gartenbereich geschaffen. Dafür habe ich den Verlauf des Wegs geplant, mir die Beetbereiche mitsamt Bepflanzung und Hügelbeet überlegt und das alles am Ende natürlich auch in die Tat umgesetzt.

12 Last but not least darf natürlich auch das Kartenbasteln nicht unerwähnt bleiben. Über den Sommer hat sich auf dem Werkeltisch tatsächlich kaum etwas getan und ich war froh, auf Bestände zurückgreifen zu können. Dennoch sind dieses Jahr mittlerweile schon 11 Karten entstanden:

Alles in allem eigentlich schon ganz schön viel Zeug. 🙂 
Und anders als vermutet habe ich damit sogar schon die magische Zwölf gerissen! 😀

Wie schaut mein bisheriges Fazit aus?

Ohne kreativen Output könnt‘ ich nicht. 🙂 Das merke ich an der obigen Liste – und dabei habe ich dort das Schreiben, die Fotografie und das Herumbasteln am Blog noch gar nicht mitgezählt, obwohl das ja auch alles Dinge sind, die ich quasi täglich mache.

Lightroom sagt, dass ich dieses Jahr 7125 Fotos aufgenommen habe – und dabei miste ich die Aufnahmen schon regelmäßig aus. Im Blog sind 90 Artikel erschienen und drei Layoutwechsel gab es hier seit Januar.

Wie geht’s weiter?

Natürlich werde ich jetzt nicht für den Rest des Jahres faul die Beine hochlegen. Im Gegenteil, gerade in Sachen Werkeltisch geht die Saison jetzt allmählich erst richtig los. 

Der Garten verabschiedet sich allmählich in die Winterpause, ich plane aber tatsächlich an einem neuen Gartenbereich herum – nämlich der Bepflanzung des Vorgartens, der mit dem Pflastern ja bald endlich entstehen wird. Das meiste davon wird aber erst im Frühjahr gepflanzt.

Ich habe noch jede Menge Ideen (und hoffentlich auch Zeit) für weitere Projekte. Was sich gerade in Sachen Kartenbasteln dabei für mich geändert hat: anders als in den letzten Jahren will ich im Sinne der Nachhaltigkeit und des Geldbeutels versuchen, weitestgehend auf meine vorhandenen Materialien zurückzugreifen. Auch wenn es noch so verführerisch ist, durch den Stampin‘ Up!-Katalog zu blättern, bei Lawn Fawn durch die Stempel zu scrollen oder einfach nur auf anderen Kreativblogs die Materiallisten zu durchforsten… 

Wie steht’s bei dir mit #12xkreativ?

#12xkreativ war ja ausdrücklich als Mitmachprojekt gedacht. Tatsächlich haben sich gerade in den ersten Monaten etliche andere Kreativlinge angeschlossen und ihre Projekte gezeigt – gefühlt ist es aber auch dort in letzter Zeit eher ruhig zugegangen. 

Wie schaut’s denn bei dir aus? Hast du mitgemischt? Und was ist generell in letzter Zeit bei dir so an kreativen Dingen entstanden?

Dieser Beitrag wurde bereits 8mal kommentiert - was denkst du? Hau in die Tasten! 🙂

Anne Schwarz

Geschrieben von Anne Schwarz

Merry meet! Ich bin 31 Jahre alt und wohne mit meinem Mann, Hund und Katze in einem kleinen Dorf im Bergischen Land. Das ♥ schlägt für die Natur, die Fotografie & das Schreiben. Ich bin viel draußen unterwegs, baue unser eigenes Obst und Gemüse an und tobe mich gern kreativ aus - egal ob mit Papier oder Quellcode. » Magst du mehr erfahren?

8 Kommentare

  1. wow, ich finde, das ist ein echt tolles fazit – und auch ein guter schritt, dass du deine eigenen regeln etwas gelockert hast (und dir damit auch ein verdientes erfolgserlebnis beschert!) da sind wirklich tolle und wunderbare dinge entstanden <3

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  2. Bei mir ist es leider wirklich eingeschlafen… Ich bin einfach kein wirklich kreativer Mensch… Und so ein paar Dinge wollte ich auch nicht auf dem Blog zeigen. Zum Beispiel habe ich im Sommer eine Weile lang Monster gemalt und einen großen smiley an mein Auto gesprüht.
    Wie viel du kreativ bist, bewundere ich allerdings wirklich. Da wünsche ich dir über Winter auch noch viel Spaß.

    Liebe Grüße

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  3. Ich find’s ziemlich super, dass du den Beitrag ein wenig umschwenken konntest. Es macht absolut keinen Spaß, darüber zu schreiben, was man sich vorgenommen und dann im Endeffekt doch nicht geschafft hat… mich zum Beispiel frustriert das immer wieder ungemein.

    Daher: richtig klasse, dass du dir vor Augen führen konntest und es getan hast, wie kreativ du dieses Jahr doch unterwegs warst!
    Die Karten gefallen mir richtig gut, das ist ja eh ein Thema, was ich (neben dem Garten natürlich) bei dir super gerne verfolge!

    Bei #12xkreativ habe ich zwar nicht teilgenommen, aber jetzt im November bin ich wieder gezielt kreativer unterwegs, weil ja der National Novel Writing Month (NaNoWriMo) wieder stattfindet. Im Oktober habe ich schon wieder etwas mehr Motivation fürs kreative Schreiben gehabt und der NaNo hilft mir persönlich immer total, wirklich regelmäßiger zu schreiben. 😀

    Dir noch viel Erfolg und Spaß und Motivation bei weiteren kreativen Projekten! 🙂

    Liebe Grüße
    Lara

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    • Lieben Dank – mit den Karten werde ich auch demnächst wieder loslegen. Gestern hatte es mir in den Fingern schon ziemlich gejuckt, aber da hatte ich leider keine Zeit.

      Den NaNoWriMo finde ich ja auch toll – ebenso wie den Inktober! Das sind nur beides Aktionen, wo ich ehrlicherweise vorher schon weiß, dass ich nicht genügend Zeit dafür haben werde… und ich mag nicht erst euphorisch loslegen und dann nach ein paar Tagen doch aufgeben müssen. Aber super, dass du da mitmachst – das bewundere ich wirklich! Was schreibst du denn?

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  4. Wow, da hast Du ja eine ganz schöne Menge Dinge gemacht. Vor allem weil der Garten ja nun kein Einmal-Projekt ist.

    Bei mir sind die Projekte meist textiler Art, d.h. Genähtes und Gestricktes.
    Dieses Jahr waren das
    – einige Einkaufsbeutel aus Reststoff
    – ein altes Handtuch wurde zu Putzlappen verarbeitet
    – ein gestrickter Seiden-Spitzenschal
    – ein Paar Socken mit buntem Muster
    – eine Strickjacke
    – ein Paar bunte Handschuhe nach einem lettischen Muster (mußte doch mal die lettische Wolle ausprobieren, die ich mir aus dem Urlaub mitgebracht habe)
    – eine Mütze und passende Handschuhe aus Wolle aus dem 80ern, die ich endlich mal weg haben wollte.
    – aktuell laufen noch ein Pullover, der sich wegen haufenweise Gezopfe ewig hinzieht und ein Paar Handschuhe im Doppelstrick.

    Außerdem gibt’s natürlich noch jede Menge Eingewecktes, Gelees, Marmeladen, Chutneys, Tomatenmark, Gemüsebrühe etc.
    Und Quittenbrot! Davon trocknen in meiner Küche gerade zwei Bleche vor sich hin.

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    • Ui, da warst du aber auch echt fleißig! Vor allem die Jacke und der Pullover klingen ganz schön aufwendig.

      Stricken wird bei mir noch der Endgegner dieses Jahr… hatte ich eigentlich letzten Winter schon mal angefangen, aber da kam ich nicht weit und habe das Projekt über den Sommer dann erstmal pausiert. Ich hab früher leider nie stricken gelernt und erst jetzt damit angefangen, meine Mom hat mir das grundlegende Prinzip gezeigt und ich will jetzt zumindest mal einen simplen Schal hinkriegen. Dann sehen wir weiter. 😀

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      • Die Strickerei läuft quasi so nebenher, da kann ich immer auf dem Weg zur und von der Arbeit in der Bahn stricken. Oder abends noch ein paar Runden vor der Glotze. Wenn man genug Übung hat, kann das sehr entspannend sein.
        Für’s Nähen dagegen muss ich mir immer ein paar Stunden am Stück reservieren. Das wird dann in der Regel nur am Wochenende was. Und im Sommer gehen wir am WE lieber wandern oder paddeln oder so, da wird’s dann auch nix mit Nähen. Was ich noch vergessen habe bei meiner Näherei ist der neue Bezug für die Matratze des Gästebettes, den ich im Januar/Februar gemacht habe. Dazu will ich vor Jahresende noch die passenden Kissen machen. Aber das zieht sich alles ziemlich, vor allem, weil derzeit viel freie Zeit für’s Einkochen und Entsaften draufgeht.

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  5. Challenges sind schön um Anregungen zu geben, aber man sollte nie ein schlechtes Gewissen haben, wenn man gerade etwas anderes lieber tun möchte. Vor allem im Sommer viel Zeit draußen zu verbringen finde ich einen sehr guten Grund 😉

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